wiedergesund
Neues Mitglied
Hallo,
das soll mein einziger Beitrag bleiben. Nach so viel Trost und Wissen, dass ich hier durch das Lesen der vielen Beiträge bekommen habe,ist es ganz fair auch mal über sehr glückliche Verläufe zu schreiben. Also ich bin w und 23 J alt.
Ich bekam im Februar diesen Jahres starke Zahnschmerzen, wo man sich nicht sicher war, ob es eine Wurzelentzündung war. Da die Schmerzen immer wieder weggingen, wurde diese erst im April Wurzelbehandelt. In der Zeit nahm ich zum ersten mal leichte Gelenkschmerzen in Knöcheln und Knien wahr, aber ich achtete kaum drauf.
Die Schmerzen im Kiefer wurden immer stärker und es war ein hin-und her gerenne zwischen Zahnarzt und Zahnklinik und keiner wollte ihn ziehen.
Als er dann doch gezogen wurde im Juni, waren die Schmerzen in den Gelenken schon sehr, sehr stark und fast überall auch in den kleinen Fuß- und Handgelenken und gingen unter Ibuprofen kaum mehr weg. Ich vermutete einen Zusammenhang, aber konnte es selbst kaum glauben. Zum ersten Mal ging ich deswegen zum Hausarzt, der stellte aber überhaupt kein CRP/BSG fest. Eine Woche später konnte ich vor Schmerzen kaum mehr laufen, alles brannte, ich konnte meine Finger kaum mehr krümmen und wollte, weil es wehtat nicht berührt werden auf der Haut. Ich habe vor Schmerzen nur noch geheult, es fühlte sich wirklich schubartig an. Der Kiefer tat immer noch weh. Inzwischen hatte ich schon 10 Tage Clindamycin als Antibiotikum für den Zahn.
Ich wurde notfallmäßig in eine Münchner Rheumaklinik aufgenommen und die haben sich rührend um mich gekümmert und alles diagnostiziert, was ging. Es wurde auf etliche Bakterien und Viren, auch Borrellien untersucht und gleich eine Blutkultur und Szintigraphie gemacht. Und das nur, weil mein CRP nun leicht auf 0,55 g/l erhöht war (norm <0,5) und BSG auf 20 mm. Aber schon am nächsten Tag war es wieder auf 0 und die Gelenke waren nicht geschwollen oder gerötet, nur die Sono gab etwas Flüssigkeit in den Handgelenken an. Ich wurde trotzdem ernst genommen und alle haben mir voll geglaubt, wenn ich all das hier bei euch lese, hatte ich da echt Glück.
Die Therapie in der Woche im Krankenhaus bestand aus Eis und 2 mal 75 mg Voltaren am Tag und Magenschutz, aber sie half nur begrenzt. Vor allem Nachts wurden die Schmerzen stärker und man spürte immer, dass sie von den Schmerzmitteln nur schlecht verdeckt werden. Deshalb wurde zur Entlassung trotz negativer Szintigrafie eine Stoßtherapie Cortison für 14 Tage mitgegeben mit 60 mg Anfangsdosis. Man muss dazu sagen, dass ich selber Medizin studiere und mit den Ärzten deshalb auch relativ gut klar kam und wir ganz offen über verschiedene, auch aggressive und frühzeitige Therapien redeten.
Das Cortison half sehr gut, die Schmerzen waren zum ersten mal weg, ehrlich gesagt kamen sie aber auch immer wieder für ein paar Stunden am Tag, vor allem Nachts und beim runterdosieren.
Inzwischen wurde in der Zahnklinik festgestellt (per MRT), dass die Entzündung des gezogenen Zahns schon den Kiefer und die Kieferhöhle durchbrochen hatte und immer noch aktiv war. Das heißt, das Zahnziehen brachte gar nichts. Es war eine Osteomyelitis. Nach absetzen des Cortisons waren die Gelenkschmerzen wieder da, aber nie wieder so stark wie vorher. Es wurde operiert und jetzt kommts, ich bekam wieder Clindamycin und diesmal gingen darunter und mit der OP schlagartig die Gelenkschmerzen fast ganz weg. Für ca. 10 Tage. Nur noch ein paar Finger schmerzten ganz schwach.
Es war dann deprimierend, als nach dem Absetzen des ABs schon ca. 4 Tage später die Schmerzen wieder anfingen und ich wieder kaum laufen konnte wegen den Knien. Die Schmerzen waren nie wieder so stark, dass ich unbedingt Schmerzmittel brauchte. Ich war aber völlig zermürbt und hang echt nur noch in Internetforen, was es denn sein könnte und ob ich jetzt damit mein ganzen Leben rumlaufen müsste. Ein Monat waren sie vielleicht noch voll und deprimierend und Tag und Nacht da. Aber wie in Zeitlupe und kaum merklich wurden Sie immer weniger, nach 2 Monaten war ich sicher, dass Sie wirklich zurückgehen, also war nach insgesamt 3 Monaten das allerschlimmste, wirkliche Rheuma vorbei. Es wurde noch einmal nachoperiert, weil etwas übersehen wurde und ich bekam noch 10 Tage Ciprofloxacin und einmal 7 Tage Augmentan wegen des Zahnes.
Ab mitte Oktober waren die Schmerzen wirklich auf Null angekommen und kamen nie wieder. Heute kann ich kaum mehr glauben, dass da echt mal was in meinen Gelenken war. Im August konnte ich kaum glauben, dass ich früher mal immer schmerzfrei war und all die Leute um mich herum wirklich keine Gelenkschmerzen haben, ob die das überhaupt zu schätzen wissen.
Die Schmerzen waren wirkliche, tiefsitzende und mit der Zeit tief verzweifelnde Gelenkschmerzen, es muß irgeneine Rheumaform gewesen sein. Die Ärzte meinten Reaktive Arthritis, auch wenn man es nie nachweisen konnte.
Ich habe in den Monaten zum Verarbeiten soviel Bücher gelesen, viele Philosophen und auch klassische Romane. Und die Bibel. Ich glaube inzwischen echt an Gott. Und dafür bin ich dankbar. Ich weiß heute, dass ich keine Probleme habe und dass ich alles ihm zu verdanken haben, den guten Stern über mir sozusagen. Dass ich wieder gesund bin, wo ich Monate vorher vor Schwäche und Schmerzen kaum laufen konnte verdanke ich irgendwas im Leben, dass meine verzweifelten Gebete, egal zu wen, erhört hat und mich vor einer chronischen Krankheit schützte. Und den Ärzten, vor allen denen auf der Rheumastation und in der Zahnklinik, die ALLES, wirklich alles taten, um mir zu helfen. In der Zahnklinik hatte ich einen Oberarzt, der auch Arzt war und ich konnte fast jeden Tag bei ihm vorbeischauen. Er hat mich die ganze Zeit aufgebaut, jedesmal über eine Stunde lang. Er hat immer gesagt, es wird weggehen und mich an befreundete Rheumatolgen und Chirurgen geschickt. Vorher hatte ich keinen Arzt, den das interessierte und nun konnte ich zwei Monate lang jeden Tag anrufen und vorbeikommen. Für mich ist es so, als wenn dieser Mensch etwas göttliches hatte, das war ja echt nicht normal. Ohne Ihn hätte ich es mental nie geschafft, ich war tief, tief zerstört und hätte aufgegeben.
Mein niedergelassener Rheumatologe kurz nach dem Krankenhaus wollte schon auf langwirkende Immunsuppressiva setzen und nur der Zahnarzt meinte trotz meines rumgemotze über 8 Wochen lang, ich solle es auf gar keinen Fall machen, weil es sonst chronisch wird und auch Antibiotika nur im Notfall nehmen wegen der Darmflora.
Er hatte wirklich recht. Es war eine harte, tränenreiche Zeit, aber er hatte recht. Ich musste durchhalten. Es ging weg. Der letzte, der daran glaubte war ich. Ich hatte hier im Forum nicht ein einziges Mal eine positives Ende gesehen. Aber so was gibts glaube ich gar nicht so selten. Schon in der Klinik meinten die: eigentlich JEDE reaktive Arthritis, auch die, wie bei mir schon monatelang verschleppten Polyarthritiden, gehen früher oder später weg und wenn es über ein Jahr dauert und man es nicht glauben kann. Es ist so. An alle, die sowas erst seit wenigen Monaten haben: glaubt daran. Im Notfall lieber mal ordentlich für 2-4 Wochen Antibiotika, auch wenn die Indikation unklar ist. Sucht und findet einen guten Arzt. Er sollte es merken, dass ihr nicht mehr könnt, von ganz alleine sollte er das merken. Ein Arzt, den man sowas erst sagen muss, ist ein schlechter Arzt. Einer, der euch nicht ernst nimmt auch. Auch Gespräche heilen mit. Sonst rennt man völlig hilflos von Arzt zu Arzt und verliert den Halt. Wenigstens das wurde mir erspart, das heißt das allerwichtigste wurde mir gewährt: die Liebe und Professionalität meiner Mitmenschen und die Hochleistungsmedizin.
Ich habe mir in den schweren Zeiten immer geschworen, wenn es bei mir, was für mich völlig ausgeschlossen war, endlich aufhört, werde ich es hier allen sagen. Jetzt ist es schon über 2 Monate vorbei und heute habe ich mein Vorgenommenes endlich in die Tat umgesetzt.
das soll mein einziger Beitrag bleiben. Nach so viel Trost und Wissen, dass ich hier durch das Lesen der vielen Beiträge bekommen habe,ist es ganz fair auch mal über sehr glückliche Verläufe zu schreiben. Also ich bin w und 23 J alt.
Ich bekam im Februar diesen Jahres starke Zahnschmerzen, wo man sich nicht sicher war, ob es eine Wurzelentzündung war. Da die Schmerzen immer wieder weggingen, wurde diese erst im April Wurzelbehandelt. In der Zeit nahm ich zum ersten mal leichte Gelenkschmerzen in Knöcheln und Knien wahr, aber ich achtete kaum drauf.
Die Schmerzen im Kiefer wurden immer stärker und es war ein hin-und her gerenne zwischen Zahnarzt und Zahnklinik und keiner wollte ihn ziehen.
Als er dann doch gezogen wurde im Juni, waren die Schmerzen in den Gelenken schon sehr, sehr stark und fast überall auch in den kleinen Fuß- und Handgelenken und gingen unter Ibuprofen kaum mehr weg. Ich vermutete einen Zusammenhang, aber konnte es selbst kaum glauben. Zum ersten Mal ging ich deswegen zum Hausarzt, der stellte aber überhaupt kein CRP/BSG fest. Eine Woche später konnte ich vor Schmerzen kaum mehr laufen, alles brannte, ich konnte meine Finger kaum mehr krümmen und wollte, weil es wehtat nicht berührt werden auf der Haut. Ich habe vor Schmerzen nur noch geheult, es fühlte sich wirklich schubartig an. Der Kiefer tat immer noch weh. Inzwischen hatte ich schon 10 Tage Clindamycin als Antibiotikum für den Zahn.
Ich wurde notfallmäßig in eine Münchner Rheumaklinik aufgenommen und die haben sich rührend um mich gekümmert und alles diagnostiziert, was ging. Es wurde auf etliche Bakterien und Viren, auch Borrellien untersucht und gleich eine Blutkultur und Szintigraphie gemacht. Und das nur, weil mein CRP nun leicht auf 0,55 g/l erhöht war (norm <0,5) und BSG auf 20 mm. Aber schon am nächsten Tag war es wieder auf 0 und die Gelenke waren nicht geschwollen oder gerötet, nur die Sono gab etwas Flüssigkeit in den Handgelenken an. Ich wurde trotzdem ernst genommen und alle haben mir voll geglaubt, wenn ich all das hier bei euch lese, hatte ich da echt Glück.
Die Therapie in der Woche im Krankenhaus bestand aus Eis und 2 mal 75 mg Voltaren am Tag und Magenschutz, aber sie half nur begrenzt. Vor allem Nachts wurden die Schmerzen stärker und man spürte immer, dass sie von den Schmerzmitteln nur schlecht verdeckt werden. Deshalb wurde zur Entlassung trotz negativer Szintigrafie eine Stoßtherapie Cortison für 14 Tage mitgegeben mit 60 mg Anfangsdosis. Man muss dazu sagen, dass ich selber Medizin studiere und mit den Ärzten deshalb auch relativ gut klar kam und wir ganz offen über verschiedene, auch aggressive und frühzeitige Therapien redeten.
Das Cortison half sehr gut, die Schmerzen waren zum ersten mal weg, ehrlich gesagt kamen sie aber auch immer wieder für ein paar Stunden am Tag, vor allem Nachts und beim runterdosieren.
Inzwischen wurde in der Zahnklinik festgestellt (per MRT), dass die Entzündung des gezogenen Zahns schon den Kiefer und die Kieferhöhle durchbrochen hatte und immer noch aktiv war. Das heißt, das Zahnziehen brachte gar nichts. Es war eine Osteomyelitis. Nach absetzen des Cortisons waren die Gelenkschmerzen wieder da, aber nie wieder so stark wie vorher. Es wurde operiert und jetzt kommts, ich bekam wieder Clindamycin und diesmal gingen darunter und mit der OP schlagartig die Gelenkschmerzen fast ganz weg. Für ca. 10 Tage. Nur noch ein paar Finger schmerzten ganz schwach.
Es war dann deprimierend, als nach dem Absetzen des ABs schon ca. 4 Tage später die Schmerzen wieder anfingen und ich wieder kaum laufen konnte wegen den Knien. Die Schmerzen waren nie wieder so stark, dass ich unbedingt Schmerzmittel brauchte. Ich war aber völlig zermürbt und hang echt nur noch in Internetforen, was es denn sein könnte und ob ich jetzt damit mein ganzen Leben rumlaufen müsste. Ein Monat waren sie vielleicht noch voll und deprimierend und Tag und Nacht da. Aber wie in Zeitlupe und kaum merklich wurden Sie immer weniger, nach 2 Monaten war ich sicher, dass Sie wirklich zurückgehen, also war nach insgesamt 3 Monaten das allerschlimmste, wirkliche Rheuma vorbei. Es wurde noch einmal nachoperiert, weil etwas übersehen wurde und ich bekam noch 10 Tage Ciprofloxacin und einmal 7 Tage Augmentan wegen des Zahnes.
Ab mitte Oktober waren die Schmerzen wirklich auf Null angekommen und kamen nie wieder. Heute kann ich kaum mehr glauben, dass da echt mal was in meinen Gelenken war. Im August konnte ich kaum glauben, dass ich früher mal immer schmerzfrei war und all die Leute um mich herum wirklich keine Gelenkschmerzen haben, ob die das überhaupt zu schätzen wissen.
Die Schmerzen waren wirkliche, tiefsitzende und mit der Zeit tief verzweifelnde Gelenkschmerzen, es muß irgeneine Rheumaform gewesen sein. Die Ärzte meinten Reaktive Arthritis, auch wenn man es nie nachweisen konnte.
Ich habe in den Monaten zum Verarbeiten soviel Bücher gelesen, viele Philosophen und auch klassische Romane. Und die Bibel. Ich glaube inzwischen echt an Gott. Und dafür bin ich dankbar. Ich weiß heute, dass ich keine Probleme habe und dass ich alles ihm zu verdanken haben, den guten Stern über mir sozusagen. Dass ich wieder gesund bin, wo ich Monate vorher vor Schwäche und Schmerzen kaum laufen konnte verdanke ich irgendwas im Leben, dass meine verzweifelten Gebete, egal zu wen, erhört hat und mich vor einer chronischen Krankheit schützte. Und den Ärzten, vor allen denen auf der Rheumastation und in der Zahnklinik, die ALLES, wirklich alles taten, um mir zu helfen. In der Zahnklinik hatte ich einen Oberarzt, der auch Arzt war und ich konnte fast jeden Tag bei ihm vorbeischauen. Er hat mich die ganze Zeit aufgebaut, jedesmal über eine Stunde lang. Er hat immer gesagt, es wird weggehen und mich an befreundete Rheumatolgen und Chirurgen geschickt. Vorher hatte ich keinen Arzt, den das interessierte und nun konnte ich zwei Monate lang jeden Tag anrufen und vorbeikommen. Für mich ist es so, als wenn dieser Mensch etwas göttliches hatte, das war ja echt nicht normal. Ohne Ihn hätte ich es mental nie geschafft, ich war tief, tief zerstört und hätte aufgegeben.
Mein niedergelassener Rheumatologe kurz nach dem Krankenhaus wollte schon auf langwirkende Immunsuppressiva setzen und nur der Zahnarzt meinte trotz meines rumgemotze über 8 Wochen lang, ich solle es auf gar keinen Fall machen, weil es sonst chronisch wird und auch Antibiotika nur im Notfall nehmen wegen der Darmflora.
Er hatte wirklich recht. Es war eine harte, tränenreiche Zeit, aber er hatte recht. Ich musste durchhalten. Es ging weg. Der letzte, der daran glaubte war ich. Ich hatte hier im Forum nicht ein einziges Mal eine positives Ende gesehen. Aber so was gibts glaube ich gar nicht so selten. Schon in der Klinik meinten die: eigentlich JEDE reaktive Arthritis, auch die, wie bei mir schon monatelang verschleppten Polyarthritiden, gehen früher oder später weg und wenn es über ein Jahr dauert und man es nicht glauben kann. Es ist so. An alle, die sowas erst seit wenigen Monaten haben: glaubt daran. Im Notfall lieber mal ordentlich für 2-4 Wochen Antibiotika, auch wenn die Indikation unklar ist. Sucht und findet einen guten Arzt. Er sollte es merken, dass ihr nicht mehr könnt, von ganz alleine sollte er das merken. Ein Arzt, den man sowas erst sagen muss, ist ein schlechter Arzt. Einer, der euch nicht ernst nimmt auch. Auch Gespräche heilen mit. Sonst rennt man völlig hilflos von Arzt zu Arzt und verliert den Halt. Wenigstens das wurde mir erspart, das heißt das allerwichtigste wurde mir gewährt: die Liebe und Professionalität meiner Mitmenschen und die Hochleistungsmedizin.
Ich habe mir in den schweren Zeiten immer geschworen, wenn es bei mir, was für mich völlig ausgeschlossen war, endlich aufhört, werde ich es hier allen sagen. Jetzt ist es schon über 2 Monate vorbei und heute habe ich mein Vorgenommenes endlich in die Tat umgesetzt.
