Gertrud
Bekanntes Mitglied
Hallo!
Ich habe seit einigen Wochen die Diagnose PSA ... MTX wirkt noch nicht ... irgendwie kommen täglich neue Gelenke dazu, die schmerzen ... an einem Tag nehme ich so viel Schmerzmedis wie sonst im ganzen Jahr ... usw. ...
Ihr kennt das ja. Vor wenigen Wochen war noch alles anders. Keine Schmerzen. Jetzt hat man Schmerzen und macht sich Sorgen. Wie wird die Krankheit verlaufen? Klar hofft man, dass es einen ruhigen Verlauf nimmt ... und an was anderes mag man nicht denken ... aber man weiß es eben nicht.
Ich finde es wichtig, mich damit auseinander zu setzen. Ich habe nun mal diese Krankheit und mag das auch nicht verdrängen. Hoffnung natürlich - aber eben realistisch.
Was mich nervt, sind die Mitmenschen ... Familie, Freunde Kollegen. Natürlich erzähle ich es nicht vielen, aber manche bekommen es ja schon mit und es ist mir auch ein Bedürfnis. Mein Leben hat sich nun mal verändert. Ich will jetzt nicht bedauert werden - so schlecht geht es mir ja auch noch nicht - es soll einfach zur Kenntnis genommen werden als das, was es ist: eine doofe unangenehme Krankheit mit einem ungewissen Verlauf.
Stattdessen kommen die guten Ratschläge - und oberflächliches "Ach, das wird schon!". Meine Mutter überschüttet mich mit Kalendersprüchen und schimpft regelrecht mit mir, dass ich die HOFFNUNG doch nicht AUFGEBEN soll .... alles wird gut, ganz bestimmt ... aber ich muss eben dran GLAUBEN ... ganz FEST ... sonst wird das auch nix. So als hätte ICH das alles in der Hand und wenn die Krankheit schlecht verläuft, dann ist das auch noch meine SCHULD, weil ich es herbeigeunkt habe.
Ich gebe ja auch die Hoffnung nicht auf - natürlich nicht! - aber wie kann man damit alle berechtigten Ängste plattmachen?
Klar ... meine Mutter hat Erfahrung mit zig schweren Krankheiten ... aber die Garantie hat man ja trotzdem nicht.
Wisst ihr, was ich meine? Und wie geht ihr damit um?
Sicher werde ich im weiteren Verlauf immer weniger davon erzählen - aber gerade anfangs beschäftigt einen das doch und man teilt sich seinem engeren Umfeld mit ... oder sollte man es gleich geheimhalten ....?
Ich warte schon, bis die ersten Genesungsbüchlein hier eintrudeln ... ihr wisst schon ... so mit Sonnenaufgang auf dem Einband und dann auf jeder Seite ein Gedicht ..... Oh hilfe .... da hätte ich lieber ein Buch mit Witzen oder so .....
LG - Gertrud
Ich habe seit einigen Wochen die Diagnose PSA ... MTX wirkt noch nicht ... irgendwie kommen täglich neue Gelenke dazu, die schmerzen ... an einem Tag nehme ich so viel Schmerzmedis wie sonst im ganzen Jahr ... usw. ...
Ihr kennt das ja. Vor wenigen Wochen war noch alles anders. Keine Schmerzen. Jetzt hat man Schmerzen und macht sich Sorgen. Wie wird die Krankheit verlaufen? Klar hofft man, dass es einen ruhigen Verlauf nimmt ... und an was anderes mag man nicht denken ... aber man weiß es eben nicht.
Ich finde es wichtig, mich damit auseinander zu setzen. Ich habe nun mal diese Krankheit und mag das auch nicht verdrängen. Hoffnung natürlich - aber eben realistisch.
Was mich nervt, sind die Mitmenschen ... Familie, Freunde Kollegen. Natürlich erzähle ich es nicht vielen, aber manche bekommen es ja schon mit und es ist mir auch ein Bedürfnis. Mein Leben hat sich nun mal verändert. Ich will jetzt nicht bedauert werden - so schlecht geht es mir ja auch noch nicht - es soll einfach zur Kenntnis genommen werden als das, was es ist: eine doofe unangenehme Krankheit mit einem ungewissen Verlauf.
Stattdessen kommen die guten Ratschläge - und oberflächliches "Ach, das wird schon!". Meine Mutter überschüttet mich mit Kalendersprüchen und schimpft regelrecht mit mir, dass ich die HOFFNUNG doch nicht AUFGEBEN soll .... alles wird gut, ganz bestimmt ... aber ich muss eben dran GLAUBEN ... ganz FEST ... sonst wird das auch nix. So als hätte ICH das alles in der Hand und wenn die Krankheit schlecht verläuft, dann ist das auch noch meine SCHULD, weil ich es herbeigeunkt habe.
Ich gebe ja auch die Hoffnung nicht auf - natürlich nicht! - aber wie kann man damit alle berechtigten Ängste plattmachen?
Klar ... meine Mutter hat Erfahrung mit zig schweren Krankheiten ... aber die Garantie hat man ja trotzdem nicht.
Wisst ihr, was ich meine? Und wie geht ihr damit um?
Sicher werde ich im weiteren Verlauf immer weniger davon erzählen - aber gerade anfangs beschäftigt einen das doch und man teilt sich seinem engeren Umfeld mit ... oder sollte man es gleich geheimhalten ....?
Ich warte schon, bis die ersten Genesungsbüchlein hier eintrudeln ... ihr wisst schon ... so mit Sonnenaufgang auf dem Einband und dann auf jeder Seite ein Gedicht ..... Oh hilfe .... da hätte ich lieber ein Buch mit Witzen oder so .....

LG - Gertrud



