Sulkie
Alpaka-Infizierte
Sonntag, der 15. Juni 2003
Schwersten Herzens hab ich mich entschieden: Rantje, meine Friesenstute, siedelte nach Stuttgart auf einen Gnadenbrothof um. 14 Jahre waren wir zusammen - ich hab sie gekauft, da war sie 4 Wochen alt. Viel - seeeeeehr viel hab ich mit ihr erlebt und gelernt. Vor sechs Jahren hatte Rantje einen schweren Unfall und hat seit dem ein nicht mehr reparabeles Sprunggelenk. Reiten, Fahren oder sonstiges kann mit ihr nicht mehr gemacht werden. Also stand sie bei mir als Gnadenbrotpferd - und ich dachte, ich hab sie noch mindestens weitere 14 Jahre. Bei mir im Hof lief sie frei wie ein Hund rum, stand sogar schon fast in der Küche.
Aber es kommt oft anders, als man denkt. Durch meine Krankheit bin ich einfach nicht mehr in der Lage, die Tiere zu versorgen. Der letzte Winter war für mich teilweise die Hölle. Also - ich sah mich gezwungen, eine Lösung zu finden. Die Ärzte haben mir schonend nahegelegt, mich von beiden Pferden zu trennen. Da ich im letzten November bereits mich von meinem Timmi (Airedaleterrier) getrennt hab, da ich diesem Tempramentsbolzen nicht mal annähernd mehr das bieten konnte, was er braucht, fällt mir das Trennen von den Pferden natürlich noch schwerer - wie leer wird mein Hof und mein Leben in Zukunft sein?
Nun - wie geht der Spruch: und wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her! Wie wahr!! Ich tu mich mit einem Mädel und deren Pferdele zusammen, so daß ich meinen Hearke weiterhin behalten kann. Ich kann im Winter morgens füttern (Heu iss nich schwer ggggggg), und sie macht abends die Stallarbeit.
Aber Rantje kann nicht mit anderen "munteren" Pferden zusammenstehen, die Gefahr für das Gelenk ist einfach zu groß. Die Familie in Stuttgart hat eine 12-jährige Friesenstute mit ebenfalls Beinbeschwerden, die ebenfalls nicht mehr geritten werden kann. Damit das Mädel nicht alleine ist, suchten sie was passendes für sie. Da kommt ihnen meine Rantje natürlich gerade recht. Rantje hat mit der Xenia eine wunderschöne riesige Weide mit Obstbäumen, Offenstall, überdachte Terrasse!! und befestigten Auslauf im Winter. Und suuuper nette Leute.
Am letzten Sonntag wie gesagt haben meine Freundin und ich Rantje (und ihren alten Haflinger-Wallach Beauty, der auch auf diesem Hof aufgenommen wurde) in den Hänger verladen und haben die lange-lange Fahrt in aller Herrgottsfrühe gemacht. Es war wahnsinnig anstrengend für mich (da meine Freundin keinen Hängerführerschein hat, musste ich ja die ganze Strecke fahren und konnte/durfte keine Medikamente nehmen wegen der Fahrerei) - dazu kam der Trennungs-Schmerz. Wir hatten genug Kleenex im Auto und es tat irgendwie gut, dass wir beide den gleichen Kummer hatten. Aber unsere vierbeinigen Freunde haben ein wirklich gutes Plätzchen dort - und ich glaube, dass ich richtig entschieden hab.
Ich finde, dass Tierschutz bereits in den eigenen vier Wänden beginnt. Und wenn man einem Tier nicht mehr die Pflege angedeihen lassen kann, die es benötigt, oder die Haltungsbedingungen verschlechtert, dann hat man die Pflicht, dass Beste aus der Situation zu machen und nicht egoistisch zu handeln.
Damals, als ich Timmi hergegeben habe, hab ich mir von manchen Usern (in anderen Foren) erzählen lassen müssen, dass ich herzlos sei und wo ein Wille ist, gäbe es auch einen Weg, den Hund zu behalten usw. Damals wusste ich noch nicht, wie lange der Krankheitsschub anhalten würde und was sich daraus alles noch entwickelt - aber auch zum damaligen Zeitpunkt war es meiner Meinung nach richtig, Timmi wegzugeben. Und: es geht ihm dort wesentlich besser als bei mir.
Nun ja - ich dachte, auch traurige Sachen (mit Happy-End für die Tiere !!) gehören mal hierher.
Und: das ist mit ein Grund, warum ich zur Zeit wenig poste und chatte, ich bin zur Zeit sehr-sehr traurig - aber ich kenne mich: ein paar Tage noch und ich akzeptiere auch das, wofür ich mich entschieden habe.
Aber es ist schon hart: von fünf Pferden, drei Katzen, zwei Hunden und einem GöGa sind mir wegen dem verdammten Rheuma nur noch ein Pferd und ein Kater geblieben. Wenigstens was, gell?
Liebe Grüße
Sulkie
Das hier ist Rantje mit ihrem letzten Fohlen Prisca vor ihrem Unfall - und Timmi, der mal guckt, wie die Milch schmeckt...
Schwersten Herzens hab ich mich entschieden: Rantje, meine Friesenstute, siedelte nach Stuttgart auf einen Gnadenbrothof um. 14 Jahre waren wir zusammen - ich hab sie gekauft, da war sie 4 Wochen alt. Viel - seeeeeehr viel hab ich mit ihr erlebt und gelernt. Vor sechs Jahren hatte Rantje einen schweren Unfall und hat seit dem ein nicht mehr reparabeles Sprunggelenk. Reiten, Fahren oder sonstiges kann mit ihr nicht mehr gemacht werden. Also stand sie bei mir als Gnadenbrotpferd - und ich dachte, ich hab sie noch mindestens weitere 14 Jahre. Bei mir im Hof lief sie frei wie ein Hund rum, stand sogar schon fast in der Küche.
Aber es kommt oft anders, als man denkt. Durch meine Krankheit bin ich einfach nicht mehr in der Lage, die Tiere zu versorgen. Der letzte Winter war für mich teilweise die Hölle. Also - ich sah mich gezwungen, eine Lösung zu finden. Die Ärzte haben mir schonend nahegelegt, mich von beiden Pferden zu trennen. Da ich im letzten November bereits mich von meinem Timmi (Airedaleterrier) getrennt hab, da ich diesem Tempramentsbolzen nicht mal annähernd mehr das bieten konnte, was er braucht, fällt mir das Trennen von den Pferden natürlich noch schwerer - wie leer wird mein Hof und mein Leben in Zukunft sein?
Nun - wie geht der Spruch: und wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her! Wie wahr!! Ich tu mich mit einem Mädel und deren Pferdele zusammen, so daß ich meinen Hearke weiterhin behalten kann. Ich kann im Winter morgens füttern (Heu iss nich schwer ggggggg), und sie macht abends die Stallarbeit.
Aber Rantje kann nicht mit anderen "munteren" Pferden zusammenstehen, die Gefahr für das Gelenk ist einfach zu groß. Die Familie in Stuttgart hat eine 12-jährige Friesenstute mit ebenfalls Beinbeschwerden, die ebenfalls nicht mehr geritten werden kann. Damit das Mädel nicht alleine ist, suchten sie was passendes für sie. Da kommt ihnen meine Rantje natürlich gerade recht. Rantje hat mit der Xenia eine wunderschöne riesige Weide mit Obstbäumen, Offenstall, überdachte Terrasse!! und befestigten Auslauf im Winter. Und suuuper nette Leute.
Am letzten Sonntag wie gesagt haben meine Freundin und ich Rantje (und ihren alten Haflinger-Wallach Beauty, der auch auf diesem Hof aufgenommen wurde) in den Hänger verladen und haben die lange-lange Fahrt in aller Herrgottsfrühe gemacht. Es war wahnsinnig anstrengend für mich (da meine Freundin keinen Hängerführerschein hat, musste ich ja die ganze Strecke fahren und konnte/durfte keine Medikamente nehmen wegen der Fahrerei) - dazu kam der Trennungs-Schmerz. Wir hatten genug Kleenex im Auto und es tat irgendwie gut, dass wir beide den gleichen Kummer hatten. Aber unsere vierbeinigen Freunde haben ein wirklich gutes Plätzchen dort - und ich glaube, dass ich richtig entschieden hab.
Ich finde, dass Tierschutz bereits in den eigenen vier Wänden beginnt. Und wenn man einem Tier nicht mehr die Pflege angedeihen lassen kann, die es benötigt, oder die Haltungsbedingungen verschlechtert, dann hat man die Pflicht, dass Beste aus der Situation zu machen und nicht egoistisch zu handeln.
Damals, als ich Timmi hergegeben habe, hab ich mir von manchen Usern (in anderen Foren) erzählen lassen müssen, dass ich herzlos sei und wo ein Wille ist, gäbe es auch einen Weg, den Hund zu behalten usw. Damals wusste ich noch nicht, wie lange der Krankheitsschub anhalten würde und was sich daraus alles noch entwickelt - aber auch zum damaligen Zeitpunkt war es meiner Meinung nach richtig, Timmi wegzugeben. Und: es geht ihm dort wesentlich besser als bei mir.
Nun ja - ich dachte, auch traurige Sachen (mit Happy-End für die Tiere !!) gehören mal hierher.
Und: das ist mit ein Grund, warum ich zur Zeit wenig poste und chatte, ich bin zur Zeit sehr-sehr traurig - aber ich kenne mich: ein paar Tage noch und ich akzeptiere auch das, wofür ich mich entschieden habe.
Aber es ist schon hart: von fünf Pferden, drei Katzen, zwei Hunden und einem GöGa sind mir wegen dem verdammten Rheuma nur noch ein Pferd und ein Kater geblieben. Wenigstens was, gell?
Liebe Grüße
Sulkie
Das hier ist Rantje mit ihrem letzten Fohlen Prisca vor ihrem Unfall - und Timmi, der mal guckt, wie die Milch schmeckt...