Hallo Lagune,
sorry, aber diesbezüglich teile ich deine Auffassung nicht.
Ich war bei einer Ärztin die mit mitgeteilt hatte, dass die notwendigen, empfohlenen Blutuntersuchungen ihr Budget sprengen würden. Natürlich war das dann nicht mehr meine Ärztin. Ebenso habe ich im Vergleich mit Arztbefunden von Kliniken mit Privatpatienten festgestellt, dass dort wesentlich mehr untersucht wurde, eben weil es anders abgerechnet werden kann.
Im Übrigen betreiben viele Unikliniken keine Diagnostik (wenn noch kein entsprechender Verdacht besteht), weil sie es nicht abrechnen können. In der Uniklinik, die sich in meiner unmittelbaren Nähe befindet, warte ich 3 bis 6 Monate auf einen Termin in einer Fachambulanz, um dann mit einem Assistenzarzt zu sprechen, der mein komplexes Krankheitsbild nicht einschätzen kann. Und fange dann wieder von vorne an. Ein Privatpatient hat zumindest die Möglichkeit mit einem Prof. zu sprechen, der vielleicht noch eine weitere Idee hat.
Unabhängig davon ist die Diagnostik nicht einfach, da stimme ich dir zu.
Kortison bekam ich vom meinem Hausarzt. Allerdings hat es mir leider nicht geholfen.
Bitte nicht persönlich nehmen, aber das sind meine Erfahrungen der letzten 20 Monate.
Liebe Grüße
Carola
Hallo Glück15, bzw. Carola,
nein, nehme ich natürlich nicht persönlich, dennoch möchte ich dir dazu nochmal was schreiben und zwar aus langjähriger Erfahrung und das sind bei mir nicht 20 Monate sondern Jahrzente. Meine Diagnose bekam ich vor gut 22 Jahren, Symptome gab es aber schon seit meiner Kindheit (bin jetzt 52), mehr oder weniger.
Heftiger Ausbruch war vor 23 Jahren und Diagnose vor 22 Jahren, somit kann ich schon sagen, dass ich langjährige Erfahrungen habe mit Beschwerden und Symptomen einer seltenen Erkrankung.
Das Neupatienten viel zu lange auf Termine bei internistischen Rheumatologen und entsprechenden Ambulanzen warten müssen stimme ich dir zu und liegt auch daran das zu wenige internistiche Rheumatologen zugelassen werden, es gibt schlichtweg gesagt zu wenige und zu viele Patienten fallen auf einen, ist mir lange bekannt und habe und setze mich auch schon länger, in dem mir möglichen Rahmen dafür ein, dass sich da was ändert, Rheuma-Liga usw., bin da ja nicht unwissend und untätig im Rahmen meiner Möglichkeiten!
Dennoch ändert das doch nichts daran, wenn es die Untersuchungsergebnisse, Klinische Symptome und Blutwerte und Co bzw. Gesamtzusammenschau nicht ergeben, dass ein Arzt eine genaue Diagnose erstellen kann. Ein Arzt kann sich eine Diagnose doch auch nicht "aus den Fingern saugen", oder wie stellst du dir das vor ? Und du warst ja schon bei mehreren und in Kliniken.
Deine Verzweiflung und Not, du hast Beschwerden, dieses kann ich verstehen und nachvollziehen, wie gesagt, ich stand ja auch mal in einer Zeit vor der Diagnose...Ich hab dafür durchaus Verständnis, da selber erlebt.
Dir hat Cortison nicht geholfen, normalerweise greift Cortison, wenn was entzündliches im Gange ist, deshalb denke ich, dass du dich nicht auf was bestimmtes versteifen solltest. Womöglich ist es bei dir ja gar nichts entzündliches rheumatisches und da würde ich dann auch noch andere Wege, andere Ärzte und Fachrichtungen angehen und nicht eingleisig fahren und nur in Richtung rheumatisches suchen.
Desweiteren möchte ich dir meine Erfahrung mit einer jungen Assistenzärztin vor gut 22 Jahren mitteilen, denn diese junge Ärztin in einer Uniklinik-Ambulanz diagnostizierte meine seltene rheumatische Erkrankung, die Mischkollagenose. Ich war Kassenpatientin und diese junge Assistenzärztin half mir in der Uniklinik. Ich bin dieser jungen Assistenzärztin dieser Uniklinik noch heute so dankbar,sie hat erkannt was mit mir los ist. Sie hat mich dann in dieser Ambulanz auch noch eineinhalb bis zwei Jahre weiter begleitet, weiss nicht mehr genau wie lange.
Es ist nicht immer so, dass nur ein Professor für alles gut ist und im übrigen gucken bei den jungen Assistenzärzten in den Unikliniken immer auch Oberarzt und Chefarzt mit drauf, auch wenn das Patient nicht mitkriegt!