Leutz,
ich muss mich grad mal ausk***. Vielleicht hilft mein Bericht aber (hoffentlich) auch dem/der einen oder anderen bei ihren Odyseen durch die Wartezimmer der Spezialisten.
Ich hab seit 18 Jahren rheumatische Beschwerden, seit 2007 hab ich eine handfeste Diagnose (MRT) aus der Rheumaklinik München für rheumatoide Arthritis und spritz(t)e seither 2x7,5mg Methothrexat. Zur Blutkontrolle gehe ich 2x/Jahr zu meiner HA. Hatte alles ganz gut im Griff.
Ende letzten Jahres entwickelte ich dann eine totale Abneigung gegen das Spritzen. Allein schon, wenn ich die Alcopads aufmachte, wurde mir speiübel. Ich hab dann ganz schleichend "versehentlich" das eine oder andere Mal Spritzen vergessen. :o Klar hatte ich dann zunehmend Schmerzen (bei mir wandert das im Körper herum, Hände und Füße am meisten betroffen, aber immer einseitig), weil ich nicht mehr richtig eingestellt war. Im Frühsommer bin ich daher zu einem Rheuma-Doc hier in MUC gegangen und wollte mit ihm Umstellung auf Tabletten besprechen. Er meinte, dass es recht häufig vorkommt, dass nach langer Zeit auf einem NSAR eine Spritzenmüdigkeit bzw. auch eine Tablettenmüdigkeit bei Rheumapatienten eintritt und man dann wechselt. (Stimmt das, hab ich noch nie gehört??)
Dieser bekannte Spezialist hat dann erst mal eine Komplettuntersuchung mit schauen und drücken vorgenommen und festgestellt, dass ich gar kein Rheuma haben kann, da ich nicht die rheumatypischen beidseitigen Schmerzen habe.
Habe ich dann über 8 Jahre lang umsonst gespritzt?! Das Zeug ist ja nicht ohne.... Er meinte, ich hätte evtl. einen Bechterew, aber auch keine Schuppenflechte, aber definitiv keine RA. Er schickte mich zur Radiologie (Hände, Füße) und Blutabnahme.
Das Ergebnis war u.a. folgendermaßen: Daktylitis 2 Zehen (=rheumat. Entzündung), Karpalarthrose vermutl. postentzündich, usw. usw.
Die Blutergebnisse: RF 24, HLBA B27 positiv, Citrullin AK (Antikörperbestimmung, wird angewendet um Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises nachzuweisen) 202.0 (Normwert unter 7.0!!!!!).
Der Bericht des Rheumadocs liest sich so: radiologisch und klinisch derzeit keine sicheren Hinweise auf eine RA. Laborchemisch finden sich deutlich positive Citrullin-AK, so dass die Diagnose einer RA sehr wahrscheinlich ist. Serologisch keine Entzündungszeichen, deshalb Reduktion der MTX Gabe auf 10mg/Woche als Tablette (Lantarel).
Die Tabletten nahm ich nun ganz brav, kein Thema. 2 Monate jedoch später fingen die Rheuma-Schmerzen so heftig an, wie schon Jahre nicht mehr. Und sie wanderten (wie immer meistens im 3-Tage Rhythmus) mal vom linken Knie in die rechten Zehen, von der linken Schulter in die rechte Hüfte, linkes Handgelenk, Iliosakralgelenk.......... UND ich bekam ab und an gelbe Augen (ich trinke sehr sehr mäßg, mal am Wochenende 1-2 Glas Wein zum Essen), was ich mit MTX nie hatte.
Ich war daher vor einigen Wochen bei meiner HA und hab mit ihr den Bericht und die Verordnung des ach so bekannten Docs besprochen. Sie hat nur mit dem Kopf geschüttelt. Seither bin ich nolens volens wieder auf den MTX-Spritzen (15mg!). Meine Beschwerden sind mittlerweile wieder super gut erträglich und meine Lebensqualität merklich gestiegen.
Von daher, lasst euch nicht für quasi gesund erklären, wenn ihr keine Bilderbuch-Schmerzen aufweisen könnt. Konnte ich noch nie, deshalb bin ich auch über 8 Jahre hinweg von einem Doc zum nächsten gepilgert und alle meinten, das muss man beobachten, sie fänden nichts. Meine Handwurzelgelenke sind fast zerstört, das hätte man aufhalten können.
LG an euch alle und erträgliche Beschwerden.
ich muss mich grad mal ausk***. Vielleicht hilft mein Bericht aber (hoffentlich) auch dem/der einen oder anderen bei ihren Odyseen durch die Wartezimmer der Spezialisten.
Ich hab seit 18 Jahren rheumatische Beschwerden, seit 2007 hab ich eine handfeste Diagnose (MRT) aus der Rheumaklinik München für rheumatoide Arthritis und spritz(t)e seither 2x7,5mg Methothrexat. Zur Blutkontrolle gehe ich 2x/Jahr zu meiner HA. Hatte alles ganz gut im Griff.
Ende letzten Jahres entwickelte ich dann eine totale Abneigung gegen das Spritzen. Allein schon, wenn ich die Alcopads aufmachte, wurde mir speiübel. Ich hab dann ganz schleichend "versehentlich" das eine oder andere Mal Spritzen vergessen. :o Klar hatte ich dann zunehmend Schmerzen (bei mir wandert das im Körper herum, Hände und Füße am meisten betroffen, aber immer einseitig), weil ich nicht mehr richtig eingestellt war. Im Frühsommer bin ich daher zu einem Rheuma-Doc hier in MUC gegangen und wollte mit ihm Umstellung auf Tabletten besprechen. Er meinte, dass es recht häufig vorkommt, dass nach langer Zeit auf einem NSAR eine Spritzenmüdigkeit bzw. auch eine Tablettenmüdigkeit bei Rheumapatienten eintritt und man dann wechselt. (Stimmt das, hab ich noch nie gehört??)
Dieser bekannte Spezialist hat dann erst mal eine Komplettuntersuchung mit schauen und drücken vorgenommen und festgestellt, dass ich gar kein Rheuma haben kann, da ich nicht die rheumatypischen beidseitigen Schmerzen habe.
Habe ich dann über 8 Jahre lang umsonst gespritzt?! Das Zeug ist ja nicht ohne.... Er meinte, ich hätte evtl. einen Bechterew, aber auch keine Schuppenflechte, aber definitiv keine RA. Er schickte mich zur Radiologie (Hände, Füße) und Blutabnahme.Das Ergebnis war u.a. folgendermaßen: Daktylitis 2 Zehen (=rheumat. Entzündung), Karpalarthrose vermutl. postentzündich, usw. usw.
Die Blutergebnisse: RF 24, HLBA B27 positiv, Citrullin AK (Antikörperbestimmung, wird angewendet um Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises nachzuweisen) 202.0 (Normwert unter 7.0!!!!!).
Der Bericht des Rheumadocs liest sich so: radiologisch und klinisch derzeit keine sicheren Hinweise auf eine RA. Laborchemisch finden sich deutlich positive Citrullin-AK, so dass die Diagnose einer RA sehr wahrscheinlich ist. Serologisch keine Entzündungszeichen, deshalb Reduktion der MTX Gabe auf 10mg/Woche als Tablette (Lantarel).
Die Tabletten nahm ich nun ganz brav, kein Thema. 2 Monate jedoch später fingen die Rheuma-Schmerzen so heftig an, wie schon Jahre nicht mehr. Und sie wanderten (wie immer meistens im 3-Tage Rhythmus) mal vom linken Knie in die rechten Zehen, von der linken Schulter in die rechte Hüfte, linkes Handgelenk, Iliosakralgelenk.......... UND ich bekam ab und an gelbe Augen (ich trinke sehr sehr mäßg, mal am Wochenende 1-2 Glas Wein zum Essen), was ich mit MTX nie hatte.
Ich war daher vor einigen Wochen bei meiner HA und hab mit ihr den Bericht und die Verordnung des ach so bekannten Docs besprochen. Sie hat nur mit dem Kopf geschüttelt. Seither bin ich nolens volens wieder auf den MTX-Spritzen (15mg!). Meine Beschwerden sind mittlerweile wieder super gut erträglich und meine Lebensqualität merklich gestiegen.
Von daher, lasst euch nicht für quasi gesund erklären, wenn ihr keine Bilderbuch-Schmerzen aufweisen könnt. Konnte ich noch nie, deshalb bin ich auch über 8 Jahre hinweg von einem Doc zum nächsten gepilgert und alle meinten, das muss man beobachten, sie fänden nichts. Meine Handwurzelgelenke sind fast zerstört, das hätte man aufhalten können.
LG an euch alle und erträgliche Beschwerden.
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