Manoul
Bekanntes Mitglied
Hey zusammen,
ich möchte mal ein Update zu meinem Wiederspruchsverfahren zur Anerkennung eines GDB >50 geben.
Kurz zur Vorgeschichte:
Mitte 2019 hatte ich auf anraten meiner Ärzte einen Antrag auf Schwerbehinderung gestellt.
Passend zur Einstufungsliste nach Behindertenrecht hätte ich einen Anspruch auf einen GDB (Grad der Behinderung) von mindestens 70.
Zunächst wurde auf Basis des Antrags ein GDB 40 festgestellt. Unterlagen von den Ärzten hatte das Versorgungsamt übrigens nie angefordert. Keine Ahnung auf Basis von was der GDB begründet wurde. Ich hatte vorher schon einen GDB 30.
Ich habe mir einen Anwalt genommen, wiedersprochen und geklagt.
Das Sozialgericht wollte ein Gutachten, fand aber, warum auch immer, keinen Gutachter. Nach 2,5 Jahren hatte das Gericht dann ein Gutachter gefunden und etwa 8 Monate später war dann der Begutachtungstermin. Der Gutachter-Arzt schien kompetent zu sein und hat mich gründlich und gewissenhaft untersucht, aber trotz mehrerer gerichtlicher Aufforderungen nie ein Gutachten erstellt.
Nach über 5 Jahren kam dann das Sozialgericht auf die Idee nach Aktenlage zu entscheiden. Anschließend wurden nach mehr als 5 Jahren das erste mal Unterlagen von den von mir benannten Ärzten angefordert.
Natürlich waren die Angaben der Ärzte nach solanger Zeit nicht mehr aktuell und zielführend. Ich selber hatte einen ganzen Packen Unterlagen, Blutbilder, MRT-Bilder und eine Auflistung der Einschränkungen usw. eingereicht.
Heute kam dann nach "nur" 5,5 Jahren der Bescheid, in dem steht, dass man einen höheren GDB als die ursprünglichen 40 nicht für angemessen hält.
Viele der Unterlagen wurden in der Begründung zu meinen ungunsten völlig falsch interpretiert. Wichtige Dinge wurden einfach weggelassen. Meine Einschränkungen und alle von mir persönlich eingereichten Unterlagen wurden garnicht berücksichtigt, weil man nicht zuordnen konnte wer sie erstellt hat.
Und für diese lächerliche Fars hat das Gericht 5,5 Jahre gebraucht!
Ich bin in meinen Grundfesten erschüttert und habe heute den letzten Funken Glauben an das Rechtwesen in unserem Land verloren.
Ich fühle mich verscheißert, betrogen, gedemütigt und bin einfach fassungslos.
Ich werde das jetzt erstmal sacken lassen und dann überlegen, was ich als nächstes mache.
Es gibt noch die Möglichkeit der Stellungnahme zum Bescheid und natürlich auch der Anfechtung. Wahrscheinlich würde das dann aber mit ungewissem Ausgang wieder mehrere Jahre dauern.
Ich könnte einen Änderungsantrag stellen (früher Verschlimmerungsantrag). Eventuell hätte das mehr Aussicht auf Erfolg und könnte deutlich schneller gehen.
Aus medizinischer Sicht besteht gar kein Zweifel daran, dass mir ein GDB >50 ganz klar zusteht.
Vielleicht wende ich mich zur Beratung auch erstmal an einen Fachanwalt vom BDH (Behindertenbund) und oder ich versuche mich an den örtlichen Sozialverband zu wenden.
Es juckt mir auch in den Fingern mal ein paar Medien anzuschreiben, wäre doch mal ein interessanter Bericht fürs Fernsehen. Aber wahrscheinlich hören die recht oft von ähnlichen Dingen.
Für heute habe ich auf jeden Fall mal so richtig den Kaffee auf und bin wütend und reichlich desillusioniert. Es wird ein paar Tage dauern bis meine Kämpfernatur wieder erwacht.
Liebe Grüße und deutlich mehr Glück mit Behörden und Gerichten wünscht Manoul
ich möchte mal ein Update zu meinem Wiederspruchsverfahren zur Anerkennung eines GDB >50 geben.
Kurz zur Vorgeschichte:
Mitte 2019 hatte ich auf anraten meiner Ärzte einen Antrag auf Schwerbehinderung gestellt.
Passend zur Einstufungsliste nach Behindertenrecht hätte ich einen Anspruch auf einen GDB (Grad der Behinderung) von mindestens 70.
Zunächst wurde auf Basis des Antrags ein GDB 40 festgestellt. Unterlagen von den Ärzten hatte das Versorgungsamt übrigens nie angefordert. Keine Ahnung auf Basis von was der GDB begründet wurde. Ich hatte vorher schon einen GDB 30.
Ich habe mir einen Anwalt genommen, wiedersprochen und geklagt.
Das Sozialgericht wollte ein Gutachten, fand aber, warum auch immer, keinen Gutachter. Nach 2,5 Jahren hatte das Gericht dann ein Gutachter gefunden und etwa 8 Monate später war dann der Begutachtungstermin. Der Gutachter-Arzt schien kompetent zu sein und hat mich gründlich und gewissenhaft untersucht, aber trotz mehrerer gerichtlicher Aufforderungen nie ein Gutachten erstellt.
Nach über 5 Jahren kam dann das Sozialgericht auf die Idee nach Aktenlage zu entscheiden. Anschließend wurden nach mehr als 5 Jahren das erste mal Unterlagen von den von mir benannten Ärzten angefordert.
Natürlich waren die Angaben der Ärzte nach solanger Zeit nicht mehr aktuell und zielführend. Ich selber hatte einen ganzen Packen Unterlagen, Blutbilder, MRT-Bilder und eine Auflistung der Einschränkungen usw. eingereicht.
Heute kam dann nach "nur" 5,5 Jahren der Bescheid, in dem steht, dass man einen höheren GDB als die ursprünglichen 40 nicht für angemessen hält.
Viele der Unterlagen wurden in der Begründung zu meinen ungunsten völlig falsch interpretiert. Wichtige Dinge wurden einfach weggelassen. Meine Einschränkungen und alle von mir persönlich eingereichten Unterlagen wurden garnicht berücksichtigt, weil man nicht zuordnen konnte wer sie erstellt hat.
Und für diese lächerliche Fars hat das Gericht 5,5 Jahre gebraucht!
Ich bin in meinen Grundfesten erschüttert und habe heute den letzten Funken Glauben an das Rechtwesen in unserem Land verloren.
Ich fühle mich verscheißert, betrogen, gedemütigt und bin einfach fassungslos.
Ich werde das jetzt erstmal sacken lassen und dann überlegen, was ich als nächstes mache.
Es gibt noch die Möglichkeit der Stellungnahme zum Bescheid und natürlich auch der Anfechtung. Wahrscheinlich würde das dann aber mit ungewissem Ausgang wieder mehrere Jahre dauern.
Ich könnte einen Änderungsantrag stellen (früher Verschlimmerungsantrag). Eventuell hätte das mehr Aussicht auf Erfolg und könnte deutlich schneller gehen.
Aus medizinischer Sicht besteht gar kein Zweifel daran, dass mir ein GDB >50 ganz klar zusteht.
Vielleicht wende ich mich zur Beratung auch erstmal an einen Fachanwalt vom BDH (Behindertenbund) und oder ich versuche mich an den örtlichen Sozialverband zu wenden.
Es juckt mir auch in den Fingern mal ein paar Medien anzuschreiben, wäre doch mal ein interessanter Bericht fürs Fernsehen. Aber wahrscheinlich hören die recht oft von ähnlichen Dingen.
Für heute habe ich auf jeden Fall mal so richtig den Kaffee auf und bin wütend und reichlich desillusioniert. Es wird ein paar Tage dauern bis meine Kämpfernatur wieder erwacht.
Liebe Grüße und deutlich mehr Glück mit Behörden und Gerichten wünscht Manoul

