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Zweifel an Therapie/Diagnose - MTX, PSA

Dieses Thema im Forum "Klassische langwirksame Antirheumatika" wurde erstellt von Pango, 9. Februar 2016.

  1. Pango

    Pango Neues Mitglied

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    Hallo zusammen,*

    wenn ich mir hier Beiträge und Kommentare durchlese, komme ich mir etwas fehl am Platz vor.*

    Ich habe vor über einem Jahr das erste Mal Schmerzen in meinem rechten Zeigefinger bemerkt (bei der Arbeit als Krankenschwester). Wurde dann aufgrund leichter morgendlicher Betonung der Schmerzen zur Rheumatologin überwiesen.*
    Damals (März 15), wie auch heute deutet keiner meiner Blutwerte auf eine rheumatologische Erkrankung hin. Lediglich im Ultraschall konnte eine Sehnenentzündung festgestellt werden, die sich bis in den Juli immer mehr ausgeprägt hatte. Daraufhin hatte ich ab März erst Ibuprofen, dann eine Stoßtherapie mit Prednisolon, danach eine Kortisoninjektion in den Finger und letztendlich eine operative Ringbandspaltung im Finger. Danach hatte ich kurz das Gefühl, dass es besser wird, die Beschwerden kamen allerdings recht bald wieder, so dass ich Nov. 15 wieder meine Rheumatologin aufgesucht habe. In der Zwischenzeit habe ich ein Ekzem untersuchen lassen, welches sich als Psoriasis herausstellte, woraufhin die Diagnose für meine Rheumatologin feststand: Psoriasis Arthritis. Da Kortison nie angeschlagen hatte bei mir, entschied ich mich nun vor 10 Wochen zur MTX Therapie (15mg wöchentl.)*

    Nun meine Zweifel und auch der Grund, warum ich mir hier etwas fehl am Platz vorkomme: ich habe nur Schmerzen in einem Finger! Diese nicht schubweise, sondern kontinuierlich. Da ich Rechtshänderin bin, ist der Zeigefinger für mich natürlich schon wichtig und die dauerhaften Schmerzen sind schon auch lästig und schränken mich etwas ein. Dennoch zweifel ich sowohl an der Diagnose, als auch daran, ob ich die MTX Therapie weiter fortsetzen soll.*
    Wichtig zu wissen ist vielleicht, dass ich tatsächlich jetzt nach 10 Wochen eine Besserung verspüre (und unter keinen Nebenwirkungen leide).
    Trotzdem ist meine Überlegung, lieber mit Schmerzen in einem einzelnen Finger zu leben (solang es dabei bleibt!), als ein Medikament zu spritzen, dass so stark in den Organismus eingreift.*
    Was sind Eure Meinungen/Erfahrungen dazu?!
    Wäre sehr dankbar über jeden Beitrag!*

    Danke und liebe Grüße
     
  2. anurju

    anurju anurju

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    Hallo Pango,

    erstmal Herzlich Willkommen hier und: hier ist keiner fehl am Platze, wenn er eine Frage oder ein Problem hat bzw. wenn er sich einfach austauschen will ;)!

    Ich verstehe deine Gedanken gut - aber: du weißt nicht, was unterschwellig in deinem Körper los ist - es kann unbemerkt bei einer unbehandelten Erkrankung viel passieren - jedenfalls war das bei mir so. Meine Psoriasisarthritis hat lange unbemerkt geschwelt und viel angerichtet. Ich hatte zwar immer diffuse Schmerzen (mal hier mal dort), aber weder ich noch ein Arzt kamen auf die Idee, dass da was Systemisches hintersteckt.
    Du schreibst, dass es dir besser geht - das ist wohl schon ein Indiz dafür, dass neben dem Finger noch was im Körper los ist.
    MTX ist natürlich ein wirksames Mittel, das man nicht gerne "umsonst" nimmt - aber es ist extrem lange schon im Einsatz und hat verglichen mit anderen weniger Risiken bzw. kann über sehr lange Zeit ohne größere Probleme eingenommen werden (wenn man es denn verträgt).

    Vielleicht wartest du einfach noch eine Zeit ab, wie sich alles entwickelt und sprichst dann nochmal mit deinen Ärzten.
    Manchmal sollte man ja auch auf deren Erfahrung vertrauen - denn: Schäden, die entstehen, machst du nicht mehr rückgängig - das habe ich am eigenen Körper leidvoll erfahren und wünschte mir, dass man bei mir früher eine Diagnose gestellt und eine Therapie eingeleitet hätte.

    Liebe Grüße von anurju
     
  3. atmosphere

    atmosphere Mitglied

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    Solltest Du tatsächlich eine PsA haben und MTX bei Dir wirken und Du keine NW verspürst würde ich an Deiner Stelle versuchen die Dosis zu reduzieren. Aber nur dann, wenn Du auch Beschwerden frei bist.
    Wenn Du im Frühstadium einer PsA steckst und Du MTX absetzt kannst Du Gefahr laufen, dass die Beschwerden auf weitere Gelenke übergreifen.
    An Deiner Stelle würde ich aber aufgrund einer Entzündungen im Finger und negativer Serologie erstmal versuchen die Diagnose tatsächlich zu bestätigen. Z.B wäre es Sinnvoll mal eine MRT mit Kontrastmittel von der Hand mit dem Finger zu machen. Oder wenigsten ein Röntgenbild. Eine Ultraschalluntersuchung finde ich doch eher mager für eine solchen Diagnose.

    Ich habe ein ähnliches Problem am Fuss. Meine Blutwerte sind auch negativ. Auf der MRT sind entzündliche Reizzustände an Knochen und Gelenken zu erkennen seit fast 3 Jahren. Allerdings gibt es kein Fortschreiten, keine Geldzerstörungen, keine Sehnenentzündungen. Dafür aber schubweise mehr bzw weniger Schmerzen. Teilweise passieren diese Änderungen in wenigen Stunden.
    Drei unterschiedliche Radiologen verneinen eine typischen Arthritis Befund, der Rheumatologe ist anderer Meinung. MTX hat bei mir versagt, Cortison auch. Ich nehm also NSAR wenn es zu schmerzhaft wird.
    Schulmedizinisch gesehen lässt sich eine PsA also nicht nachweisen. Zusätzlich sind auch andere Dinge wie Arthrosen, Eisenspeichererkrankungen, Lyme-Borellien , Trauma bisher ausgeschlossen worden. Und, ich habe einen gesicherte Morbus Bechterew. Der wiederum ist aber seit 13 Jahren in Remission und zeigt bis heute keine neuen Aktivitäten und Veränderungen.

    Zu Deutsch, niemand weis genau warum da leichte Entzündungen in meinem Fuss sind. Eine Rheuma Diagnose ist also nicht ganz ohne.
     
    #3 24. Februar 2016
    Zuletzt bearbeitet: 24. Februar 2016
  4. Gertrud

    Gertrud Aktives Mitglied

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    Hallo!

    Ich verstehe dich sehr gut - bei mir fing es auch so an und ich hatte meine Fingerschmerzen mit MTX gut im Griff. Leider ging es dann doch immer weiter - es betrifft schon den ganzen Körper, nur du merkst es eben an der für dich schwächsten Stelle: deinem Finger. Wenn du keine Medikamente nehmen würdest, dann würde die Krankheit eben schneller und schlimmer fortschreiten.

    Es ist übrigens normal, dass MTX so lange braucht, bis es wirkt.

    Ich war nahezu 4 Jahre beschwerdefrei und habe die Medikamente abgesetzt, weil ich auch mit einem kleinen Gedanken dachte, dass sich der Rheumatologe vielleicht geirrt hätte. Aber Pustekuchen - nun, nach 4 Monaten, ist alles wieder da und ich muss auch wieder die Medikamente nehmen.

    Also - sei froh, dass das MTX wirkt und nimm es erst mal so hin, wie es ist.

    Gute Besserung!