Zuviele Krankenhäuser-Gesundheitsrisiko?

Dieses Thema im Forum "Wissensdatenbank (Knowledge Base)" wurde erstellt von allina, 4. August 2019.

  1. allina

    allina Bekanntes Mitglied

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  2. Birte

    Birte Registrierter Benutzer

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    Ohne den speziellen Beitrag gesehen zu haben (das Thema geisterte ja vor einigen Wochen durch die Medien) - den Argumenten würde ich mich anschließen, der Schlußfolgerung jedoch nicht.
    Grundsätzlich finde ich es wichtig, in erreichbarer Nähe ein Krankenhaus zu haben - nicht für alles benötigt man die absoluten Koryphäen. Einen Blinddarm z. B. sollte jeder Chirurg blind entfernen können. Für Palliativstationen ist es unabdingbar, dass sie in der Nähe des Wohnorts liegen.

    Ich wünsche mir große Zentren mit kleineren Satellitenhäusern (und bitte nicht alle in privatwirtschaftlicher Hand) - Chirurgen- und Spezialistenteams könnten ggf. routieren, Weiterbildung besser organisiert werden, Konsile vereinfacht. Wenn jedes Krankenhaus sein eigenes Tässchen Süppchen kocht, leidet die Qualität. Ich bin in einer Kleinstadt im Großraum Hannover aufgewachsen mit zwei kleinen Krankenhäusern in der Nähe - die beide nicht unbedingt meine erste Wahl wären.
     
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  3. allina

    allina Bekanntes Mitglied

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    Das Problem ist aber, dass in Deutschland viele kleine Krankenhäuser vieles machen, obwohl sie dafür weder die Expertise noch die Ausstattung dafür haben mit den jeweiligen fatalen Folgen für die Patienten. Und selbst eine längere Anfahrt kann im Fall z.B. eines Herzinfarkts von Vorteil sein und eher lebensrettend sein, als die schnellere wohnortnahe Versorgung. Z.B. haben 60% der Krankenhäuser in Deutschland kein Linksherzstent etc.
     
  4. allina

    allina Bekanntes Mitglied

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    In dieser ARD-Dokumentation kommen mehrere Experten zu Wort, die sich beruflich mit der Krankenhausversorgung und der Patientensicherheit in Deutschland befassen. Sie kommen zu wirklich interessanten Ergebnissen, die sie auch belegen können.
     
  5. saurier

    saurier Registrierter Benutzer

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    ich sehe das von einem anderen standpunkt aus.
    nehmen wir mal an ich wohne in mecklen burg-vorpommern. das dünn besiedelste bundesland
    irgendein dorf. meine ma erleidet einen schlaganfall. bei zusätzlich stark geschädigten herz ist schnellste hilfe erforderlich. die stroke-unit sind eigens dafür errichtet worden. nicht immer unbedingt gleich um die ecke, aber dennoch so dass sie mit einem heli schnell erreichbar sind. über ein krankenwagen brauchen wir nicht diskutieren, viel zu langsam.
    hier die erste stunde is0entscheidend.heisst nur weil es nur noch spezialusierte kliniken geben soll, bleiben die in kreis-und kleineren städten aussen vor und der patient stirbt weil alles viel zu lang dauert.

    das ganze zielt auf spahns wundersame gesundheitspolitik' der am liebsten 50% der häuser wie haben würde.

    na bitte!da sind wir wieder auf einen stand,
    der vorsinnflutlich und nicht patienten-gerecht ist. ganz versteckt kann man so vertuschen, dass wir ja nicht genug pflegepersonal haben. was man besser ausreichend entlohnen sollte, für diese enorm schwere arbeit.
    so kann man sparen.
    sauri
     
  6. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

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    hi!

    allina, danke für's einstellen!

    es ist noch nicht lange her, da ließ ich mich in das nächstgelegene kleine kh fahren, da ich mir ziemlich sicher war, was mich gerade erwischt hatte.
    leider war mir nicht bekannt, dass es dort weder einen augenarzt noch einen neurologen gibt. also wurde ich dort schleunigst vorbereitet mit labor und umgehend mit krankenwagen ins größere und "geeignete" kh gefahren.

    ..... dort in empfang genommen und in den wartebereich verfrachtet.
    nach 6 stunden (!) erste untersuchung. ab in die stroke unit. insgesamt also 8 h verflossen.

    fazit, im kleinen kh keine nötige versorgung, aber erkennen der dringlichkeit.
    im großen kh 6 stunden keine versorgung, trotz einlieferung mit krankenwagen.

    bessere versorgung in großen kliniken? relativ sicher. aber nicht immer.

    lg marie
     
  7. saurier

    saurier Registrierter Benutzer

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    @Marie2,
    da hast du recht.
    das ist hier in den grossen kliniken so usus. massen an patienten, da die rettungsstellen gezwungen sind alle patienten zu behandeln. grund ist der, dass die hausärzte in den nachmittags und abendstundem oft nicht erreichbar sind.
    aber, es finden sich sonntags nachmittag und abend die "montagskranken" ein
    oder die die wissen, dass man auf ein facharzttermin draussen lange warten muss.
    das sind alles nebenerscheinungen und die bringen dann solche gedanken zu tage.
    sauri
     
    #7 4. August 2019
    Zuletzt bearbeitet: 5. August 2019
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  8. allina

    allina Bekanntes Mitglied

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    Hallo marie,

    die kleinen Krankenhäuser kämpfen oft ums Überleben (ökonomisch). Deshalb behandeln sie auch oft Erkrankungen für die sie weder die Fachleute noch die Ausstattung haben mit oft verheerenden Folgen für die Patienten. So geschehen bei meinem Vater und dem Vater eines Freundes. Das war unfassbar!
     
  9. Strippe-HH

    Strippe-HH Registrierter Benutzer

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    Mit einem Schlaganfall oder Herzinfarkt ist man ein Akuter Notfall.
    Schon bei Alarmierung des RTW. wird es auch so eingeschätzt wenn man denen in der Leitstelle die Symptome angibt.
    Im KH. ist man denn auch sofort an der Reihe und wartet keine 6 Stunden, das gibt es nicht.
    Hier in Hamburg gibt es 6 Großkliniken wie das UKE die auch eine Stroik Unit haben und da landet man sofort wenn ein Schlaganfall eingetreten ist.

    Dass in Kliniken die Notaufnahmen oft überfüllt sind, ist ein altes Dilemma, aber es wird dagegen an gearbeitet. Immer mehr Kliniken haben schon Ambulanzen für leichtere Fälle mit Allgemeinmedizinern, oder es gibt ärztliche Notfallpraxen.
    Aber viele brauchen ja immer gerade am Wochenende und am Mittwochnachmittag einen Arzt wenn die Praxen geschlossen sind.
     
  10. allina

    allina Bekanntes Mitglied

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    Also ich würde vor jeder Op mich nach einer Klinik erkundigen, in der diese Op sehr häufig im Jahr durchgeführt wird und zwar deutschlandweit.
     
  11. saurier

    saurier Registrierter Benutzer

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    @allina,
    auch das ist legitim so wie eine zweit oder drittmeinung.
    grundsätzlich zu sagen, das in kleinen häusern unqualifizierte oder nicht fachgerechte behandlungen stattfinden, würde ich doch eher nicht verallgemeinern.
    es gibt ein krankenhausschlüssel, x betten dafür x ärzte.
    es gibt viele kleine krh die sich spezialisiert haben und eine sehr gute arbeit leisten. da gibt es grosse kliniken wo auch nicht immer alles passt.
    sauri
     
    #11 5. August 2019
    Zuletzt bearbeitet: 5. August 2019
  12. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

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    allina, das tut mir wirklich sehr leid! (#8) alles gute! :)

    grundsätzlich gebe ich dir recht (#10), bei planbaren op's ist das der beste weg, garantie gibt es aber auch hier keine, aber das weisst du ja selber :)

    ich denke, die problematik der notaufnahmen ist wohl inzwischen jedem bekannt. Strippe-HH, im gegensatz zu dir bin ich dabei gewesen und damit zurück zum thema. es gibt interessante kommentare zu dem video. bezüglich der dort angesprochenen bertelsmann-studie, ein link dazu...

    mit weiterführendem link bertelsmann
    https://www.sueddeutsche.de/politik/krankenhaeuser-studie-1.4525067

    einen schönen tag, marie
     
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  13. allina

    allina Bekanntes Mitglied

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    Das stimmt, es gibt kleine Krankenhäuser, die sich spezialisiert haben und darin richtig gut sind. Leider ist das laut den dazu stattgefundenen Untersuchungen zumindest in den kleineren Orten nicht die Regel, sondern eher die Ausnahme. In kleinen Orten machen Krankenhäuser vieles wofür sie nicht die nötige Expertise haben. so z.B. 10 Hüftprothesen oder 10 Bauchspeicheldrüsenkrebsops im Jahr etc. Wie gesagt, das wurde gründlich recherchiert und zwar nicht von Journalisten, sondern von Medizinern.
     
  14. allina

    allina Bekanntes Mitglied

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    Übrigens in Dänemark hat man so die Sterblichkeit bei Herzinfarkt halbiert.
     
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