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Zum Nachdenken

Dieses Thema im Forum "Kaffeeklatsch" wurde erstellt von Nixe, 5. September 2003.

  1. Nixe

    Nixe Neues Mitglied

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    30. April 2003
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    Eines Tages bat eine Lehrerin ihre Schüler, die Namen aller anderen
    Schüler in der Klasse auf ein Blatt Papier zu schreiben und ein wenig
    Platz neben den Namen zu lassen.

    Dann sagte sie zu den Schülern, sie sollten überlegen, was das Netteste
    ist, das sie über jeden ihrer Klassenkameraden sagen können und das
    sollten sie neben die Namen schreiben.

    Es dauerte die ganze Stunde, bis jeder fertig war und bevor sie den
    Klassenraum verließen, gaben sie ihre Blätter der Lehrerin. Am
    Wochenende schrieb die Lehrerin jeden Schülernamen auf ein Blatt Papier
    und daneben die Liste der netten Bemerkungen, die ihre Mitschüler über
    den Einzelnen aufgeschrieben hatten.

    Am Montag gab sie jedem Schüler seine oder ihre Liste. Schon nach kurzer
    Zeit lächelten alle. Wirklich? hörte man flüstern. Ich wusste gar
    nicht, dass ich irgend jemandem was bedeute! und Ich wusste nicht,
    dass mich andere so mögen waren die Kommentare.

    Niemand erwähnte danach die Listen wieder. Die Lehrerin wusste nicht, ob
    die Schüler sie untereinander oder mit ihren Eltern diskutiert hatten,
    aber das machte nichts aus. Die Übung hatte ihren Zweck erfüllt. Die
    Schüler waren glücklich mit sich und mit den anderen.

    Liebe Grüsse von Nixe
     
  2. Chrissi

    Chrissi Guest

    hi,
    hab so etwas ähnliches gerade letzte Woche mit meinen Schülern gemacht. Meist kam nur "du bist nett". Worüber ich ja schon froh war. Auffällig war, dass viele erst guckten, ob der Nachbar denn auch was Nettes schreiben würde, bevor sie sich selbst zu Nettigkeiten hinreißen ließen. Die Angst, dass einem der berühmte Zacken aus der Krone fällt, die anderen einen womöglich auslachen oder sonstwas sitzt eben unglaublich tief. Es ist eben viel einfacher und cooler "Du A...." zu sagen, als "Hallo mein Freund". Aber vielleicht macht Übung ja den Meister. Dafür sind Pädagogen ja u.a. auch da.

    Viel Glück Katta für deine Prüfungen!!!!
    Gruß
    Chrissi
     
  3. Samira

    Samira Neues Mitglied

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    Frage an die Pädagogen

    Hallo,

    ich würde mir wünschen, daß es an der Schule meines Sohnes auch Lehrer gäbe, die sich mehr Gedanken machten über den Umgang mit seinen Mitmenschen.
    Passt zwar nicht so ganz zum Thema, aber
    ich hab gelesen, daß es hier Pädagogen oder angehende gibt und würde mich freuen, wenn ihr mir eure Meinung dazu mitteilen könntet, alle anderen natürlich auch.

    Mein Sohn, 14, 9.Klasse Realschule, also schwieriges Alter, kam gestern aus der Schule und erzählte, der neue Englischlehrer (den kenn ich übrigens noch aus meiner Schulzeit, der war früher schon als kleiner Choleriker bekannt) habe etwas an die Tafel geschrieben und ihn aufgefordert zu sagen, was da steht. Dazu muß man wissen mein Sohn ist in Englisch alles andere als gut.
    Er sagt er habe nicht sofort geantwortet, weil er erst nachdenken mußte, woraufhin besagter Lehrer angefangen habe zu schreien:" So was wie dich können wir hier nicht gebrauchen, geh nach draußen auf den Flur und mess die Fugen aus"

    Ich war natürlich auf 180 als er das zu Hause erzählte und wollte sofort irgendwie darauf reagieren, aber mein Sohn meint ich soll lieber nichts machen.
    Nun weiß ich nicht was ich machen soll, eigentlich will ich sowas nicht einfach auf sich beruhen lassen, anderrerseits möchte ich auch nichts unternehmen was meinem Sohn peinlich wäre.

    Bin für jeden Rat dankbar

    Gruß
    Samira
     
  4. merre

    merre Aktives Mitglied

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    Schwierige Frage

    Hi Samira
    Also ich würd sagen an einigen Berliner Schulen hätten einige Schüler ihm sicher eine Tracht Prügel verpaßt, an anderen Schulen hätten ihm "honorige" Eltern die Karieere "versaut".....aber was macht man als "normaler" Elternteil ? Schwierig?
    Lehrer haben nicht nur die Aufgabe Wissen zu vermitteln sondern auch zu erziehen. Sie sollten eine entsprechende Verbindung dabei auch zum Elternhaus haben.
    Ich würde bezugnehmend auf die Äußerung des Lehrers bei der Schulleitung nachfragen ob diese Auffassung im Allgemeinen gültig ist und wo denn bitte schön der Junge dann zur Schule gehen soll? Ein Hinweis auf die Blamage vor der Klasse und vielleicht "seelische" Probleme die daraus resultieren, wäre ebenfalls angebracht. Ich kenne aus dem Stand mehrere Leute, die da eine Pflichtverletzung des Lehrers bis hin zur finanziellen Verantwortung für entstehende Kosten betreffs psychologischer Behandlung spekulativ in Betracht ziehen würden.
    Der gute Mann hat sich auf verdammt dünnes Eis begeben und vergessen, daß manche Behörden und auch Einzelpersonen den schlechten Ruf unserer Schulen auf Kosten einzelner Lehrer rehabilitieren würden.
    Im übrigen soll man schlechte Leistungen zwar am Schüler aber auch an den Lehrkräften messen.
    Die Behauptung des Lehrers "sowas hier nicht gebrauchen zu können" würd ich vom Tisch haben wollen. Sollte dieser Lehrer verbeamtet sein, müßte die Schulleitung Stellung zu dieser Auffassung nehmen....Ich würd diesem Herrn gehörig die Hölle heiß machen.....
    Das Problem ist dann der weitere Unterricht der Kinder bei ihm.
    Vielleicht ist ja Dein Sohn nicht der Einzigste in der Klasse oder an der Schule, dann könnte man mit mehreren Eltern "Klarheit" verlangen. Wäre der beste Weg. Oder wenn eine Lehrkraft ist, zu der man guten Kontakt hat, mit der mal reden.
    Ja sicher keine große Hilfe.
    Wünsch Euch was "merre"
     
  5. Winnie

    Winnie kleines Nordlicht

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    @ Sanira

    Hallo, Samira!

    Ich bin Mutter von drei Söhnen im Alter wie Deiner und drum herum und ich bin selbst auch Lehrerin.
    Bei Konflikten, wo auch immer, bin ich immer dafür, die Beschwerde-Leiter von ganz unten an schrittweise hinauf zu klettern.
    In Deinem geschilderten Fall würde ich als Mutter zuerst den Englischlehrer persönlich anrufen und ihm mitteilen, was mir mein Sohn berichtet hat und ihm die Gelegenheit zu geben, sich dazu zu äußern - und sein Bedauern auszudrücken.
    Je nach seiner Reaktion würde ich die Angelegenheit dann als wenigstens angesprochen ruhen lassen oder als nächstes den Klassenlehrer meines Sohnes ansprechen und ihn auffordern, mit dem Englischlehrer ein Gespräch zu führen. Das würde ich aber dem Englischlehrer ankündigen und ihm weitere offizielle Schritte prophezeien.
    Dann kann er sich immernoch bei Deinem Sohn entschuldigen und sein Verhalten im Unterricht besser kontrollieren.
    Beim nächsten Vorfall ginge eine offizielle Mitteilung an die Schulleitung und ich würde um ein Gespräch mit dem E-Lehrer, dem Klassenlehrer und der Schulleitung bitten.
    Das müsste dann eigentlich reichen, denn nun steht er kräftig unter Aufsicht und ist verwarnt worden.
    Außerdem würde ich bei anderen Eltern oder Schülern nach ähnlichen Erfahrungen nachfragen.
    Auf einem Elternabend könnten auch Erfahrungen ausgetauscht werden und vielleicht Aktionen geplant werden (zB. Unterschriften sammeln "den sägen wir ab" oder so...).

    Ich hab als Mutter und als Elternvertreterin immer viel auf den Putz gehauen, aber wir haben auch sehr viel Gutes für unsere Kinder bewirkt!
    So etwas kann sich einfach kein Lehrer erlauben und ich finde auch nicht, dass so ein Verhalten mit Stillschweigen toleriert werden sollte, und das wird Dein Sohn sicherlich auch einsehen!
    Nur Mut!

    Liebe Grüße von
    Winnie
     
    #5 5. September 2003
    Zuletzt bearbeitet: 5. September 2003
  6. Samira

    Samira Neues Mitglied

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    Danke

    @merre und Winnie,
    vielen Dank für eure Einschätzung dieser Angelegenheit, es hilft wenn man die Meinung Außenstehender erfährt, dann kann man die Sache etwas klarer sehen.
    Ich habe meinen Sohn heute nochmal darauf angesprochen und er sagte, es bringe sowieso nichts wenn ich etwas dagegen unternehme, dieser Lehrer habe mindestens einmal am Tag einen Ausraster und wenn ich mich beschwere, würde es wahrscheinlich noch mehr auf ihn absehen.

    Also ich habe mich jetzt dazu entschlossen, erst mal andere Eltern zu fragen, ob sie auch schon Erfahrungen mit dem Herrn gemacht haben, oder was deren Kinder so erzählen.
    Je nachdem was dabei herauskommt, werde ich den Lehrer dann erstmal anrufen, oder mit anderen zusammen, evtl. auch mit dem Klassenlehrer, das Gespräch mit ihm suchen.

    Denn ich bin nach wie vor der Meinung das ein Satz wie: so was wie dich können wir hier nicht gebrauchen, von einem Lehrer an einen Schüler, total daneben ist.
    Am besten wäre natürlich, wenn am Ende dabei heraus käme, das ihm einfach die Nerven durch gegangen sind und er es bedauert.

    Samira
     
  7. VerenaHH

    VerenaHH KrankeSchwester

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    Hallöchen;

    zu Nixe:

    so was hat man mit mir bzw. meiner Klasse damals auch gemacht. Das nannte sich Feed-Back-Übung. Wir haben das im Positiven als auch im Negativen gemacht und zwar regelmässig. Nach einer gewissen Zeit ist uns meist auch etwas mehr eingefallen als "ist nett" oder "komm ich nicht mit klar" Ich denke auf Dauer ist das für das Selbstbewußtsein eine gute Sache und man lernt auch mit kritischeren Äusserungen über sich mal nachzudenken. Ich denke eine schriftliche Version die dann anonym weitergeleitet wird hat einen anderen Effekt.

    zu Samira:
    nach meiner Erfahrung als Mutter und als Gesamtelternbeiratsvorsitzende bringt ein Gespräch mit dem betreffenden Lehrer, für den entsprechenden Schüler tatsächlich mehr Ärger als Hilfe. Mehrere Eltern die sich als Gruppe, ohne Nennung der betreffenden Schüler, direkt und schriftlich bei der Schulleitung beschweren und am besten auch noch gleich beim entsprechenden Amt, bringt meist mehr Erfolg. Zumal es sich ja wohl um einen Lehrer der bald in Rente gehen wird handelt. Vielleicht gibt es ja schon mehr schriftliche Beschwerden und dann kann endlich was richtiges unternommen werden. (Innendienst im Amt z. B.) :D Die Schulleitungen sind ohne schriftliche Beschwerden meist nicht in der Lage gegen diese Art von Lehrern etwas unternehmen zu können. Verbal wird da meist rein gar nix gebessert.


    Gruss