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Zum Gutachter wegen "Übertherapie" ? / PKV

Dieses Thema im Forum "Krankenkassen und Pflegeversicherung" wurde erstellt von Brigid, 26. September 2015.

  1. Brigid

    Brigid Registrierter Benutzer

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    Hallo,

    ich habe seit letztem Sommer die Diagnose Spondarthritis mit Gelenkbeteiligung. Anfangs hat mir die Rheumatologin zweimal wöchentlich Physiotherapie ( Moorpackung, manuelle Therapie und KG an Geräten ) und zusätzlich einmal wöchentlich Warmwassergymnastik verschrieben, nach einem halben Jahr noch einmal wöchentlich Physiotherapie und Warmwassergymnastik.
    Nach einem Jahr habe ich die Physiotherapie komplett eingestellt, da ich dafür jedesmal 3 Stunden in der Physiopraxis war und das zeitlich einfach nicht mehr managen konnte. Ich gehe jetzt zum Pilates und habe nur die Warmwassergymnastik beibehalten, da mir das viel bringt und auch Spaß macht. Ich bin jetzt wieder voll arbeitsfähig mit kleinen Einschränkungen, mit denen ich gut leben kann.

    Jetzt bekam ich eine Mitteilung von meiner privaten Krankenversicherung, bei der ich nur zu 30 % versichert bin, das sie gern überprüfen möchten, ob sie die Kosten für die Heilmittelanwendungen noch weiter übernehmen können, oder ob ich nicht " übertherapiert " werde !? Heute kam dann die Aufforderung, mich mit meinen sämtlichen Unterlagen bei einem Orthopäden in Kiel zu melden .
    Ich bin ziemlich genervt, weil mich mehrere Orthopäden 2 Jahre vor der Diagnose Rheuma nur auf Arthrose behandelt haben incl. 2 unnötigen Knie-OPs.
    Mein Vertrauen in Orthopäden ist daher nicht besonders groß. Die Fahrt zum Gutachter würde für mich quasi ein Tagesausflug werden, weil der Arzt nicht mal eben um die Ecke ist und das bedeutet, auch noch einen Tag frei nehmen zu müssen.
    Ich finde das alles ein bißchen lächerlich und wenn man es genau nimmt, geht es für die private KV um ca. 70,00 € alle 10 Wochen ( 30% von 236,00 € für 10 x Warmwassergymnastik). Wenn ich hier von Gutachtern lese , geht es immer um schwerwiegende Entscheidungen wie Erwerbsminderung, Berufsunfähigkeit, Reha und GdB, aber nicht um Heilmittelanwendungen. Ist das normal, hat einer von Euch auch diese Erfahrung mit einer Privatversicherung gemacht ?
     
  2. O-häsin

    O-häsin Aktives Mitglied

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    Hallo Brigid,
    in Zeiten fast allseitiger Kostenminimierung auch bei den privaten Krankenversicherern hört man immer wieder mal von "Anfragen" oder Streichungen. Davon gibt´s in diesem Forum schon einige Beiträge. Richtig ist aber auch, dass nur die notwendigen Behandlungen versichert sind. Was notwendig ist, darüber läßt sich in der Medizin wahrscheinlich trefflich streiten. Es kommt zunächst aber mal darauf an, was in Deinen Versicherungsbedingungen des entsprechenden Tarifs steht.

    Du könntest Deinen behandelnden Arzt um eine Bescheinigung der Notwendigkeit bitten. Doch davon nimmt sich eine Krankenversicherung meist nichts an. Du kannst aber auch die Krankenversicherung um Auskunft bitten, woraus sie herleitet, dass diese Physiotherapie auf die Zeit gesehen nichts bringt,(nicht notwendig ist, Übertherapie bedeutet) und Dir das zuschicken lassen. Wie ich vermute, wird es, auf Deine Erkrankung bezogen, vergleichende Studien auch zu begleitenden physiotherapeutischen Maßnahmen geben. Diese könnten evtl. auch in einen der Beschlüsse des Gemeinsamen Bundesausschusses (für gesetzliche Krankenkassen) eingeflossen sein. Einen hilfreichen Link hab ich grad nicht zur Hand.
    LG häsin
     
  3. Lagune

    Lagune Bekanntes Mitglied

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    Hallo Birgid,

    als erstes würde ich für das Gutachten einen anderen Facharzt - internistischer Rheumatologe verlangen, denn du hast eine entzündlich rheumatische Erkrankung und keine orthopädische Erkrankung.
     
  4. Clara07

    Clara07 Aktives Mitglied

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    Hallo Birgid,

    vielleicht geht es noch um andere Sachen, als zu viel Therapie für einen Patienten.
    Vielleicht hat das weniger mit dir, sondern viel mehr mit der Verschreibungswut des Arztes zu tun. Aber auch dazu muss der Patient gesehen werden.

    Ich hatte einmal einen Orthopäden, der zusätzlich Rheumatologe war und viel von meinem entzündlichen Krankheitsbild verstand. Er war aber eine große Ausnahme. Der nächste Orthopäde/Rheumatologe ließ sich erst gar nicht blicken. Ich saß in seiner Praxis mit Behandlungstermin wegen Rheuma nicht ihm sondern direkt dem Fußchirurgen gegenüber. Der faselte irgendetwas von Draht in den Fuß bohren. Ah, man kann nicht genug aufpassen.

    Pilates habe ich auch wieder angefangen. :)

    Liebe Grüße
    Clara
     
  5. Lagune

    Lagune Bekanntes Mitglied

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    Ja, aber es gibt auch reine Orthopäden, ganz ohne Zusatz Rheumatologie, das fände ich schon eher mies für Birgid. Ein orthopädischer Rheumatologe ginge ja eventuell zur Not noch, aber ich würde mit der entzündlichen rheumatischen Erkrankung zwecks Gutachten, dann doch lieber auf einen internistischen Rheumatologen bestehen!
     
  6. Lagune

    Lagune Bekanntes Mitglied

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    Der Patient, also Birgid macht doch nun nur noch einmal die Woche Wassergymnastik, ich finde das nicht zu viel bei Spondylarthriden. Pilates wird ja wohl eh nicht über die Krankenkase laufen, oder ?
     
  7. Brigid

    Brigid Registrierter Benutzer

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    Danke für Eure Antworten :)

    Pilates bietet die VHS an und das bezahle ich selbst und wenn die Krankenversicherung weiter rumzickt , würde ich auch die Wassergymnastik selbst bezahlen, weil es mir einfach gut tut. Ich habe einfach ein bißchen Angst, dass die Versicherung sich weigert, die Physiotherapie zu bezahlen, wenn ich sie wieder dringender brauche.
    Ich werde auf jeden Fall erst mal dort anrufen und fragen, ob es auch einen anderen Gutachter gibt, der in der Rheumatologie bewandert ist.

    Ich habe zwar keine Probleme mit meinem Orthopäden, der mich monatelang wegen Arthrose behandelt hat, aber auch er hatte eine "Zusatzausbildung" in Rheumatologie, mit der er sich geschmückt hat und ist trotzdem nicht auf die Idee gekommen , dass ein entzündetes Knie nicht nur von der Arthrose kommt.
     
  8. DesperadoGirl

    DesperadoGirl Mitglied

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    Hallo Brigid,

    mich würde schwer interessieren, um welche PKV es sich handelt. Ich selbst und mein Mann sind bei der Debeka jeweils mit 50 % und 70 % Beihilfeberechtigung. Mein Mann geht wegen seiner heftigen Coxarthrose seit ca. 1 1/2 Jahren mindestens 1 x wöchentlich zum Physiotherapeuten und ich ebenso seit ca. 1 Jahr. Bisher wurde alles anstandslos bezahlt. Ich weiß von einer Arbeitskollegin mit mehrfach operierten Bandscheibenvorfällen, die nimmt seit mehreren Jahren 1 x pro Woche Physio in Anspruch, ebenfalls ohne Beanstandung durch die PKV (ist in diesem Fall die Bayer. BeamtenKK). Ich glaube nicht, dass du dir das gefallen lassen musst, wenn du diagnostiziertes Rheuma hast!
     
  9. Lagune

    Lagune Bekanntes Mitglied

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    Hallo Birgid,

    ich denke schon, wenn es wieder nötig ist das du wieder Physiotherapie bekommst, womöglich geht es deiner KK ja um diese übermäßig langen Physioeinheiten von am Stück etwa 3 Stunden. Da wo du jetzt ja nicht mehr hingehst.

    Eine Physioeinheit dauert ja normalerweise nicht drei Stunden am Stück.
     
    #9 29. September 2015
    Zuletzt bearbeitet: 29. September 2015
  10. Brigid

    Brigid Registrierter Benutzer

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    Hallo Lagune,

    Du hast Recht, eine Physio dauert natürlich keine 3 Stunden, aber Moorpackung 1/2 Stunde, manuelle Therapie 1/2 Stunde , KG an Geräten da. 1- 1 1/2 Stunden und dann aus-, an-, umziehen, da kommt man schon auf drei Stunden. Mir ging es auch mehr darum, das mich persönlich das drei Stunden Zeit gekostet hat.

    ZuR Frage bezüglich der Krankenversicherung: es handelt sich um die HUK Coburg , mit der ich bisher eigentlich immer zufrieden war. Wir haben dort auch noch andere Versicherungen und bisher hat immer alles gut und zeitnah geklappt .

    LG Birgit
     
  11. DesperadoGirl

    DesperadoGirl Mitglied

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    Ah ja, danke! Gut, die HUK ist immer etwas speziell :(. Wir haben auch etliche Versicherungen dort, zum Glück nicht die Krankenversicherung, und was wir mit denen schon alles erlebt haben... würde nie mehr bei denen abschließen. Das tut mir echt leid für dich und ich hoffe, dass du dich mit denen einigen kannst.