1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

Yersinien-Infektion, reaktive Arthritis, Ciprobeta

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Sushi1977, 9. Oktober 2007.

  1. Sushi1977

    Sushi1977 Neues Mitglied

    Registriert seit:
    17. September 2007
    Beiträge:
    22
    Zustimmungen:
    0
    Hallo zusammen!

    Bei mir wurde letzte Woche eine Yersinien-Infektion festgestellt, die eine reaktive Arthritis hervorruft.:eek:

    Nun muss ich 2x täglich Ciprobeta 500 mg nehmen, Antibiotikum.
    Ich lese hier aber immer in Verbindung mit Yersinien, daß
    Doxycyclin verschrieben wird.

    Sind das die gleichen Medikamente, nur andere Hersteller?

    Denn ich habe das Gefühl, daß mein Medikament so rein gar nichts bringt... :(

    Vielen lieben Dank im voraus für Eure Hilfe.


    :) Sushi 1977​
     
  2. Savolo

    Savolo Neues Mitglied

    Registriert seit:
    24. September 2007
    Beiträge:
    254
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Kleinstadt in Hessen
    Hallo Sushi,
    Doxycyclin und Ciprofloxacin (der Wirkstoff von Ciprobeta, zuerst entwickelt von Bayer unter dem Namen Ciprobay) sind zwar beides Antibiotika, haben aber sonst nicht viel gemeinsam. Während es Doxycyclin schon Jahrzehnte gibt, ist Ciprofloxacin eine neuere Entwicklung. Vielleicht guckst du mal auf folgende Seite: http://de.wikipedia.org/wiki/Ciprofloxacin
    Bei einer Yersinien-Infektion wird zwar sehr häufig Doxycyclin eingesetzt, aber es werden auch andere Antibiotika benutzt, bei meinem Sohn z.B. Cotrimoxazol. Ich hatte damals (im Juli) genau wie du das Gefühl, dass es nichts nützt, was aber wahrscheinlich nicht daran lag, dass es das falsche AB war, sondern dass gar keine Bakterien zum "Totmachen" mehr da waren. Die Yersinien waren ja nur indirekt über Antikörper nachgewiesen worden, waren also wahrscheinlich gar nicht mehr "frei" im Körper vorhanden.
    Wie äußert sich die reaktive Arthritis denn bei dir? Die Krankengeschichte meines Sohnes kannst du hier nachlesen:
    http://www.rheuma-online.de/phorum/showthread.php?p=275198#post275198
    Inzwischen geht es ihm schon sehr viel besser.
    LG, Sabine (Apothekerin)
     
  3. Sushi1977

    Sushi1977 Neues Mitglied

    Registriert seit:
    17. September 2007
    Beiträge:
    22
    Zustimmungen:
    0
    Hallo Sabine!

    Vielen Dank für die Info.
    Dann muss ich wohl einfach nur abwarten und pünktlich meine AB nehmen. Heute ist Tag 6. Also noch 4 Tage abwarten.
    Bis jetzt ist wie gesagt, noch keine Besserung eingetreten. :(

    Die reaktive Arthritis äußert sich bei mir durch Schmerzen in den Knien, Hüften, Ellenbogen, Handgelenken, Knöcheln und Rücken (im Steiß-Bereich).
    Die Schmerzen, die teilweise stechend sind, teilweise ziehend, sind nicht immer gleichzeitig in allen Gelenken.
    Mal ist es das linke Knie, dann beide Ellenbogen, dann plötzlich aus dem Nichts das Handgelenk, oder ein sehr starkes Ziehen in den Waden oder Oberschenkeln.

    Teilweise bin ich voller Energie, könnte Bäume ausreissen, teilweise müde und möchte meine Ruhe.

    Stimmungsschwankungen gibt es nicht. Aber ich bin schnell auf 180, wenn etwas nicht so klappt, wie ich es mir vorstelle.

    Das nervt alles sooo... :(


    Viele Grüße,
    Sushi1977
     
    #3 10. Oktober 2007
    Zuletzt bearbeitet: 10. Oktober 2007
  4. Savolo

    Savolo Neues Mitglied

    Registriert seit:
    24. September 2007
    Beiträge:
    254
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Kleinstadt in Hessen
    Hallo Sushi,
    aus deiner Ausssage, du müsstest noch vier Tage warten, dann (nach 10 Tagen AB) sei der Spuk vorbei, entnehme ich, dass du in puncto Dauer leider einer Illusion nachhängst: eine reaktive Arthritis kann ohne weiteres ein halbes Jahr (!) dauern. Bei meinem Sohn sind es jetzt knapp 4 Monate. Er hatte die reaktive Arthritis aber auch in ziemlich heftiger Form, zeitweise benutzt(e) er den Rollstuhl, v.a. weil ihm die Sprunggelenke so weh taten, dass er nicht laufen konnte. Jetzt ist nur noch das Treppensteigen schwierig (Zum Glück haben wir wegen meiner Ataxie [ich sitze immer im Rollstuhl] seit Februar nen Plattformlift, so kann er auch mit Rollstuhl die Treppe im Haus überwinden.).
    Als er noch starke Schmerzen hatte, hat er auch hauptsächlich über ein Stechen geklagt. Bei ihm waren hauptsächlich die Gelenke des rechten Arms und des linen Beines betroffen.
    Ihm war übrigens zu Anfang auch gesagt worden, dass er nach 10 Tagen AB wieder gesund sein würde - leider war dem nicht so, es ging ihm danach erst richtig schlecht (muss bei dir natürlich nicht sein!) , so dass dem Rheumatologen nichts anderes als Cortison einfiel. Ich bin nur froh, dass er das letzten Endes nicht brauchte (s.o., seine Krankengeschichte), er wurde statt dessen die ganze Zeit klassisch-homöopathisch behandelt (ich bin auch Heilpraktikerin), wodurch Symptome, wie bei der sonst üblichen Rheumatherapie, nicht nur unterdrückt werden.
    In deinem anderen Thread "Hab ich vielleicht Rheuma?" fragst du, inwieweit psychische Schwierigkeiten eine Rolle spielen können. Und dann führst du die Trennung deiner Eltern und die Krankheit deiner Oma an. Ich denke, dass diese beiden Ereignisse ganz wesentlich zu deiner Arthritis beigetragen haben können.
    Hast du den Faktor HLA B27 im Blut? Falls ja, kriegst du viel leichter ne reaktive Arthritis als der Durchschnittsbürger (ohne HLA B27). Kommen zu einer Yersinien-Infektion HLA B27 und seelische Probleme hinzu, kann man mit einer reaktiven Arthritis "aufwachen".
    Bei meinem Sohn (HLA B27 positiv) spielte vielleicht auch die Psyche hinein; er wollte nach dem Abi am 2. Juli zum Bund, um das zu verhindern, half nure Krankenhauseinweisung am 26. Juni (Sein Körper hat die Notbremse gezogen, bewusst wollte er zum Bund.) Na ja, inzwischen ist er für untauglich erklärt worden.
    Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen helfen, wenn du noch Fragen hast, stell sie nur!
    LG, Sabine
     
  5. Sushi1977

    Sushi1977 Neues Mitglied

    Registriert seit:
    17. September 2007
    Beiträge:
    22
    Zustimmungen:
    0
    Hallo Sabine!

    Nein, den Faktor HLA B27 habe ich nicht mit im Blut.
    Jedenfalls hat der Dr. nichts davon gesagt.

    Zu meiner Geschichte noch kurz:

    Nach wochenlangen Schmerzen erster Bluttest = alle Rheumafaktoren waren negativ.

    Also Überweisung an den Orthopäden = er hat mich weggeschickt, weil mein Dr. den Faktor HLA B27 nicht getestet hat UND diverse Bakterien auch nicht.

    Also Bluttest Nr. 2, da wurden dann die Yersinien entdeckt.
    Von HLA B27 hat er nichts gesagt. Ich kann auch nichts auf dem Ausdruck vom Labor entdecken.

    Was kann ich denn nun tun?
    Erst mal die vollen 10 Tage abwarten und dann wieder zum Doc gehen und sagen, dass keine Besserung eingetreten ist, WENN es denn so sein sollte?
    Oder soll ich noch einen anderen Arzt aufsuchen?

    Die Psyche... Mir geht es, was diese beide Themen angeht, wieder sehr gut. Aber es war eine Zeit lang wirklich alles ziemlich deprimierend. Jetzt hat man sich mittlerweile mit den beiden Themen abgefunden. Man kann nichts daran ändern. Das musste ich erst mal verstehen.
    Bei der Arbeit läuft es auch toll, und mein Privatleben ist auch sehr schön.
    Aber das waren 2 Tiefschläge, die mich vielleicht doch weiter runtergerissen haben, als ich anfangs dachte.

    Hast Du Tipps für mich, wie ich die Heilung unterstützen kann?
    Muß man vielleicht bei der Ernährung aufpassen, oder sich viel ausruhen, oder oder oder?
    Ich arbeite zur Zeit, aber manchmal würde ich wirklich lieber zuhause im Bett bleiben, weil ich nicht lange sitzen kann, oder nicht viel gehen mag.
    Manchmal ist aber auch gar kein Schmerz zu spüren.
    Sehr seltsam alles.

    So schlimm wie bei Deinem Sohn ist es nicht. Das tut mir wirklich sehr leid für Euch.:(


    Vielen lieben Dank für Deine Hilfe.


    Viele Grüße,
    Katrin
     
  6. Savolo

    Savolo Neues Mitglied

    Registriert seit:
    24. September 2007
    Beiträge:
    254
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Kleinstadt in Hessen
    Hallo Katrin,
    entschuldige, dass ich dir jetzt erst antworte, aber ich musste deine Fragen erst mal überschlafen.
    Ich glaube nicht, dass längere AB-Einnahme bzw. ein anderes Medikament oder ein anderer (schulmedizinisch orientierter) Arzt dir wirklich weiterhelfen können. Antibiotika können ja nur dann wirken, wenn sie freie Bakterien vorfinden, wenn das aber nicht der Fall ist (wie möglicherweise bei dir), ist eine Wirkung gar nicht möglich!!!
    Das einzige, was du von deinem bisherigen Arzt verlangen solltest, ist eine ein- bis zweiwöchige Krankschreibung! Vielleicht bewirkt allein die Ruhe schon eine Verbesserung.
    In welcher Branche arbeitest du denn? Hast du eine mehr sitzende oder stehende Tätigkeit?
    Außerdem solltest du die Zeit nutzen und dich von einem klassischen Homöopathen behandeln lassen (Hp oder Arzt). Für den ist es wurscht, ob hinter deinen Beschwerden wirklich Yersinien stecken oder nicht, denn in der Klassischen Homöopathie wird nicht der Krankheitsname behandelt, wichtig sind vielmehr deine Symptome.
    Du schreibst zwar, dass deine psychischen Proleme gelöst seien (gut, dass sie dich [anscheinend] nicht mehr belasten), sie können aber trotzdem zu deinen Beschwerden beigetragen haben und sollten daher auch homöopathisch angegangen werden!
    Dass deine Beschwerden (zum Glück) nicht so schlimm sind wie bei meinem Sohn, liegt vielleicht daran, dass bei dir der Faktor HLA B27 fehlt. Mein Sohn war zeitweise ein Pflegefall, er hätte gar nicht arbeiten gehen konnen! (Könnte er, obwohl es ihm viel beser geht, auch jetzt noch nicht. Er kann z.B. auch nicht Autofahren, weil er z. B. seinen rechten Arm nur ansatzweise bewegen kann. Er muss erst viele Muskeln, die sich durch das Nichtbewegen zurückgebildet hatten, durch KG wieder aufbauen.)
    Last not least, kann ich die eine möglichst wenig tierisches Eiweiß enthaltende Vollwertkost nur wärmstens empfehlen! (Ist bei meinem Sohn nur ansatzweise durchführbar, da er ein totaler Fleischfreak ist.)
    Es wird zwar kontrovers darüber diskutiert, ob tierisches Eiweiß wirklich beim Rheuma eine Rolle spielt, mir leuchtet es aber schon ein, dass es für den Körper nicht gut ist. Vielleicht sollten wir alle, ob Rheuma oder nicht, weniger tierisches Eiweiß (Fleisch und Fisch, Eier, Milch[produkte]) zu uns nehmen.
    So, auf das Wesentliche dürfte ich eingegangen sein. Ich hoffe, es hilft dir etwas!
    LG, Sabine
     
  7. Sushi1977

    Sushi1977 Neues Mitglied

    Registriert seit:
    17. September 2007
    Beiträge:
    22
    Zustimmungen:
    0
    Hallo Sabine!

    Ich komme gerade vom Arzt zurück.
    Habe ihm gesagt, daß ich keine Besserung bemerke.

    Nun vermutet er, daß es vielleicht doch keine reaktive Arthritis ist.
    Hmmm? Nur weil die AB nicht/ noch nicht helfen?

    Jedenfalls muss ich sie nun natürlich zuende nehmen, sonst wäre es ja Quatsch.
    Er hat mich nun heute u. morgen krankgeschrieben und meint, wenn es nicht besser ist, dann soll ich am Montag wieder reinkommen.

    Ab dem 22.10. hat seine Praxis leider Urlaub.
    Er meint, es würde keinen Sinn ergeben, vorher noch einmal das Blut zu testen.

    Also warte ich nun erst mal nächste Woche ab.
    Er hat mir noch mal Diclo fenac verschrieben, damit ich besser mit den Schmerzen klarkomme.

    Ich arbeite hauptsächlich sitzend.
    Fehle auch äußerst ungern in der Firma, weil ich dadurch ein ziemlich wichtiges Projekt nicht mit bearbeiten kann. Argh.
    Somit wird sich das wohl meine Kollegin unter den Nagel reissen, falls ich Montag auch wieder krankgeschrieben werde.

    Ich habe auch schon überlegt, ob eine Ernährungsumstellung helfen könnte.
    Mein Problem ist nur, ich esse schon gern Käse und Mozzarella. Auf Fleisch kann ich verzichten, auch auf Wurst.
    Ich versuche das einfach alles mal.

    Meine Tante ist eine Heilpraktikerin. Ich wollte es erst umgehen, sie mit einzubeziehen, weil sie gerade total im Stress ist.
    Aber ich werde sie dann wohl doch mal anrufen.

    Ich bin Dir jedenfalls sehr sehr dankbar, daß Du mir so viele Tipps, Infos etc. gegeben hast.

    Ich hoffe, Deinem Sohn geht es ganz schnell wieder besser.
    Ist ja wirklich schlimm, was er durchmachen musste. :(

    Liebe Grüße,
    Katrin
     
  8. Sushi1977

    Sushi1977 Neues Mitglied

    Registriert seit:
    17. September 2007
    Beiträge:
    22
    Zustimmungen:
    0
    Guten Morgen!

    So, die Yersinien sind Gott sei Dank verschwunden.
    Mir geht es auch schon um einiges besser. Mal schmerzt es noch hier oder da. Mal mehr, mal weniger. Aber im Großen und Ganzen ist es wirklich besser.

    Mein Arzt meint, wir müssen nun mal abwarten, ob es noch besser wird.
    Wenn es in ein paar Wochen immer noch so ist wie heute, dann soll ich wiederkommen.

    Ein bisschen macht mir aber mein Rücken Sorgen. Er schmerzt, wenn ich sitze, immer über dem Steißbein.
    Was kann dagegen helfen?

    Rücken-Schwimmen, um viell. die Muskulatur in dem Bereich zu stärken?
    Oder spezielle Gymnastik?

    Für Tipps wäre ich sehr dankbar.

    :) Sushi