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Yersinien* Clamydien Infektion = Gelenkschmerzen

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von gisipb, 12. Juli 2006.

  1. gisipb

    gisipb Neues Mitglied

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    Hallo ihr Lieben,
    hier ein Tip und eine Tatsache die Kranke wurde in die Notstation aufgenommen
    und sollte 6 Wochen in die physiologische Abt. weil man kein LE oder CP
    feststellen konnte, dann kam ein Rheumatologe/Internist auf die Idee eine Stuhlprobe zu nehmen und sie wurde Medi. nach langer Zeit eingestellt.
    Sie hat eine Yersinia Erkrankung zu dem Rheuma und deswegen die Schmerzen.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Yersinia

    Bei den Bakterien der Gattung Yersinia handelt es sich um eine Gruppe gramnegativer Stäbchenbakterien der Familie der Enterobacteriaceae. Benannt wurden sie nach dem französischen Bakteriologen Alexandre Émile Jean Yersin, der 1894 in Hongkong den Erreger der Pest Yersinia pestis entdeckt hat und die erste Reinkultur der Bakterien anlegte. Außerdem entdeckte er die besondere Rolle der Ratten und der Rattenflöhe bei der Übertragung der Seuche.

    Von den 7 Yersinia-Arten sind drei von besonderer medizinischer Relevanz. Als Therapie werden bei Yersinia-Erkrankungen Antibiotika wie Chloramphenicol, Tetracyclin oder Cotrimoxazol eingesetzt.


    Yersinia pestis

    Das Bakterium Yersinia pestis stellt den Erreger der Pest dar und ist entsprechend eines der weltweit am meisten gefürchteten Bakterien überhaupt. Es handelt sich dabei um ein unbewegliches Stäbchen ohne Geißel und ohne Sporenbildung. Das Bakterium ist jedoch auch ohne Sporen monatelang lebensfähig in Speichel, Kot und Eiter sowie eingetrocknet in Parasiten wie dem Rattenfloh oder an den Wänden von Wohnhöhlen verschiedener Nagetiere (beispielsweise Ratten), empfindlich ist es jedoch gegenüber Schimmelpilzen. Die Erregung der tödlichen Erkrankung erfolgt durch die Bildung verschiedener Gifte auf und im Körper der infizierten Personen.

    Seit 2001 gehört Yersinia pestis zu den sequenzierten Organismen, das Genom des Bakteriums ist entsprechend vollständig bekannt.

    Yersinia pseudotuberculosis

    Yersinia pseudotuberculosis ist ein Stäbchenbakterium, das sich durch eine Begeißelung einer begrenzten Zone (peritriche Begeißelung) auszeichnet und bei Bedarf kurzzeitig ohne Sauerstoff (anaerob) leben kann. Es stellt bei Nagetieren den Erreger der Pseudotuberkulose, einer Erkrankung mit tuberkuloseähnlichen Symptomen.

    Yersinia enterocolitica

    Yersinia enterocolitica ist der Erreger der enteralen Yersiniose; einer fieberhaften Darmentzündung (Enterocolitis oder Enteritis) als Folge einer Nahrungsmittelvergiftung. Häufig treten Begleitscheinungen wie ein ausgedehntes Erythema nodosum, eine Yersinia-Arthritis oder die Reiter-Krankheit mit Ekzemen der Handinnenflächen und der Fußsohlen auf.

    http://www.labor-limbach.de/Yersinien-I … 140.0.html


    Übertragung
    Hauptsächlich durch kontaminierte Nahrungsmittel und Getränke, selten durch Bluttransfusion.

    Inkubationszeit
    Bei der Yersinien-induzierten Gastroenteritis ca. 1 -11 Tage.

    Klinische Manifestationen

    Yersinia pestis, Erreger der Pest, die mit einer fie*berhaften Lymphadenitis im Bereich der Infektion (meist Leistenbeuge) beginnt und mit Antibiotika*Therapie ausheilt. Schwere Krankheitsverläufe mit Sepsis, Pneumonie und Todesfolge sind heute selten geworden.

    Y. pseudotuberculosis und Y. enterocolitica können eine Enterocolitis verursachen mit Bauchschmerzen, Diarrhö und mäßig Fieber. Die Symptome einer Gastroenterocolitis dauern meist 5-14 Tage (selten mehrere Monate).

    Enteropathogene Yersinien können zu immunpathologischen Komplikationen führen, z.B. in 1-3% der Fälle zu reaktiven Arthritiden. Folgeerkrankungen treten mit einer Latenz von einigen Tagen bis zu mehreren Wochen nach der Akutsymptomatik der Yersiniose auf (1-3 Wochen bei reaktiver Arthritis). Als Folgeerkrankungen werden insbesondere bei HLA-B27-positiven Patienten Infektarthritis, Erythema nodosum und andere Symptome des rheumatischen Formenkreises beobachtet.

    Die reaktive Arthritis tritt akut oder subakut auf mit bevorzugtem Befall der Gelenke der unteren Extremitäten (Knie- und Sprunggelenke). Die Dauer der akuten Gelenksymptomatik beträgt ca. 1-4 Monate. Im weiteren Verlauf haben bis zu 50% der Patienten Beschwerden am Bewegungsapparat über eine Zeitdauer von 10 Jahren.


    Enteritische Formen
    Enteritis
    mesenteriale Adenitis
    charakteristische Symptome: Bauchschmerzen, leichtes Fieber, leichte Durchfälle, Stuhl nicht blutig
    Durchfall selten länger als 2-4 Wochen
    häufig bei Kindern und Jugendlichen

    Pseudoappendizitis
    manifestiert sich bei Jugendlichen als akutes Abdomen

    Symptome: Bauchschmerz, Druckempfindlichkeit im rechten unteren Quadranten und Fieber

    Yersinia-Colitis
    ernste und meist akute Erkrankung, die bei Erwachsenen auftritt
    charakteristische Symptome: diffuse Ulzeration, Entzündungen des Ileums und Kolons

    Patienten mit Ileitis und Colitis zeigen häufiger extraintestinale Manifestationen (reaktive Arthritis, Erythema nodosum, periphere Lymphadenitis) als Patienten mit milde verlaufenden Yersiniosen.

    Extramesenteriale Yersinien-Infektionen

    Auftreten mit oder ohne vorhergehender Enteritis bei Patienten mit Y. enterocolitica-Infektion. Am häufigsten bei Erwachsenen.

    Septische Form (Yersinia-Septikämie)

    Häufig nach schwerer Yersinia-Colitis
    altersunabhängig, aber häufiger bei Erwachsenen

    Prädisposition: Immundefizienz, hämatologische Erkrankungen, Eisenüberlagerung, Alkoholismus, Unterernährung u.a.hohe Letalität

    Lymphadenopathie
    besonders bei jungen Erwachsenen
    charakteristische Symptome: generalisierte Lymphadenopathie, hohes Fieber, Splenomegalie und Gewichtsverlust

    Immunpathologische Krankheitsbilder
    Reaktive Arthritis
    beginnt i.d.R. 1-4 Wochen nach dem Beginn der intestinalen Symptome (oft aber ohne Angabe vorangegangener Darmsymptomatik)
    am häufigsten sind die Gelenke der unteren Extremitäten betroffen; 25% mono-, 50% oligo- und 25% polyartikuläre Erkrankung
    heilt i.d.R. in 3-12 Monaten aus, kann sich aber auch chronisch oder auch rezidivierend entwickeln
    bei 60-80% HLA-B27 nachweisbar
    in d.R. Persistenz von Yersinia-spezifischen IgA* Ak
    assoziiert mit der Persistenz von pathogenen Yersinien im darmassoziierten lymphatischen Gewebe

    Erythema nodosum
    häufiger bei erwachsenen Frauen
    nicht selten mit einer reaktiven Arthritis assoziiert
    Hauterscheinungen treten 4-6 Wochen nach Infektion auf
    besonders betroffen sind die unteren Extremitäten

    Myokarditis
    umschriebene oder diffuse, entzündliche Erkrankung des Herzmuskels
    häufig als Begleiterkrankung z.B. einer Sepsis -, akuter und chronischer Verlauf möglich

    Glomerulonephritis
    verschiedenartige, primär nicht infektiv-bakterielle Nierenerkrankungen mit Entzündungsvorgängen in den Nierenkörperchen und sekundär in anderen Teilen der Nephronen
    klinische Einteilung: akut diffus, perakut, chronisch

    Diagnostik
    1. Keimnachweis

    Die Diagnose der akuten Erkrankung stützt sich primär auf den Erregernachweis im Stuhl. Der Keimnachweis im Stuhl kann über eine Zeitdauer von 2 bis 12 Wochen möglich sein (Nativstuhl oder Stuhlabstrich im Amies-Transportmedium).

    2. Serologie

    Die Serologie ist zur ergänzenden Diagnostik der akuten Infektion geeignet, für die Aufklärung von Folgeerkrankungen essentiell. Besondere Bedeutung kommt der Bestimmung spezifischer IgA-Ak zu: Sie persistieren bei reaktiver Arthritis meist länger als bei unkomplizierten Verläufen.

    ELISA zur Bestimmung der spezifischen IgG-, IgA- und IgM-Ak!

    Die herkömmlichen serologischen Nachweismetho*den, wie die Widal-Reaktion und die Komplementbindungsreaktion besitzen nur eine geringe diagno*stische Sensitivität und Spezifität. Daher wird heute der Enzymimmunoassay (ELISA) zum Nachweis von IgG-, IgA-,und IgM-Ak gegen spezifische Yersinien*Antigene bevorzugt. Als hochspezifische Yersinien*Antigene gelten die plasmidkodierten Polypeptide, die in das Medium abgegeben werden (released proteins, RP; oder Yersinia outer membran proteins, YOPs, genannt).

    Antikörperverläufe bei der Yersinien-Infektion:
    Immunglobulin-Klasse
    Ak-Persistenz bei akuter Infektion
    ohne Spätfolgen

    Ak-Persistenz bei Infektion
    mit Spätfolgen
    IgM

    1-3 Monate
    selten
    IgA

    2-4 Monate
    Monate bis zu 2 Jahren
    IgG

    5 Monate bis Jahre


    Serologie der akuten Yersinien-Infektion

    Bei der akuten Yersinien-Infektion (Enteritis) sind IgM-, IgA- und meist auch schon IgG-Ak nachweisbar. Im Verlauf der Infektion verschwinden IgM- und IgA-Ak innerhalb von 3-6 Monaten, während IgG*Ak bis zu Jahren, evtl. lebenslang persistieren. IgG*Ak persistieren bei 80% der Patienten nach Yersinien-Infektion.

    Im Gegensatz zu Arthritis-Patienten werden bei Enteritis-Fällen signifikant häufiger isolierte lgA-Ak beobachtet (J. Cremer et al. 1995). IgA-Ak können früh bei enteritischen Infektionen auftreten, manchmal vor IgM oder IgG. Wenn IgA-Ak negativ werden, sind auch keine Yersinien mehr in Darmbiopsien nach*zuweisen (J.A.A. Hoogkamp-Korstanje et al. 1992).

    Serologie der chronischen Yersinien-Infektion und der Yersinien-induzierten reaktiven Arthritis

    Bei der reaktiven Arthritis findet man neben IgG-Ak vor allem die Persistenz der IgA-Ak über Jahre, während IgM-Ak nur selten nachweisbar sind.

    Therapie der akuten Yersinien-Infektion

    Bei positivem Erregernachweis: Antibiotika-Therapie, vor allem bei älteren Patienten und bei extramesenterialer Yersinien*Infektion, z.B. Therapie mit Cotrimoxazol, Doxycycline oder Chinolone. Bei Erregerpersistenz längere Antibiotika-Therapie.

    Therapie der Yersinien-induzierten reaktiven Arthritis

    Bei akuter Arthritis:
    physikalische Maßnahmen
    nicht-steroidale Antiphlogistika
    Bei persistierender oder chronischer Arthritis (4 Wochen bzw. > 3 Monate):


    Antiphlogistika oder Antirheumatika
    in Einzelfällen mit schwerem Verlauf: Steroide und ggf. Immunsuppressivum
    ggf. Synovektomie
    Der Stellenwert einer antibiotischen Langzeittherapie wird z.Zt. noch kontrovers diskutiert!

    http://www.zeit.de/2004/16/M-Chlamydien

    Die unterschätzten Schmarotzer
    Chlamydien machen steril. Verursachen sie auch Alzheimer und Arthritis?

    http://www.razyboard.com/system/index.php?id=marsden&forumid=795942&threadid=3394677&thread_page=0#go_16581

    LG Lissi und Gisi

    www.lupus-rheuma.de Forum
    info@lupus-rheuma.de
     
    #1 12. Juli 2006
    Zuletzt bearbeitet: 12. Juli 2006