1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

Wütend bin

Dieses Thema im Forum "Kinder- und Jugendrheuma" wurde erstellt von staubi, 8. August 2010.

  1. staubi

    staubi Neues Mitglied

    Registriert seit:
    12. August 2007
    Beiträge:
    84
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    nahe Stuttgart
    Hallo zusammen,

    ich hab hier vor längerer Zeit schon mal die Odysee meiner Tochter geschildert..... Aber nun bin ich kurz davor einen Arzt zu verklagen.

    ich erzähls euch.. bitte sagt was dazu. Und ich glaube, wenn ich es nicht rauslasse, ersticke ich an meiner Wut.

    Jenny hat Probleme mit dem rechten Knie seit sie drei ist, nach zahlreichen Besuchen in Garmisch Patenkirchen und dem Olgäle (Stuttgart) wurde von dem dringenden Verdacht auf Psorias Arthritis bei starker familiärer Belastung (oma väterlicherseits Psorias Arthritis ausgeprägt, opa Morbus Krohn, meinereiner Psoriasarthritis mir starker Beteiligung der Hände) ausgegangen. Nach einer Schulung bei der Rheumaliga und Kennenlernen von Dr. Rogalski sind wir nach Neckargmünd gegangen und bekamen dort eine Diagnose und Hilfe. Zeitweise ein "Bröckchen" Cortison. So dass Jenny fast schmerzfrei war. Im MRT wurde eine Gelenkshautentzündung nachgewiesen ohne Erguss bzw. mit einem sehr geringem. Konnte sich keiner erklären, denn bei der sichtbaren Entzündung, hätte der Erguß größer sein müssen. Das MRT war vor 4 Jahren, seit 2008 sind wir leider weg von Neckargmünd, da diese die Rheumaambulanz aufgelöst haben.

    Jenny wollte nicht ins Olgäle, und so wurde mir Aalen empfohlen. Ich war dann dort, jedes Vierteljahr. Im letzten Jahr klagte Jenny vermehrt über Schmerzen im rechten Knie. Das einzige Credo des Docs war: Kind soll gewicht reduzieren, sie ist 7 KG zu schwer, daher die Gelenkschmerzen.

    Irgendwann bequemte sich der Doc dort, dann Cortisonspritzen ins Knie anzuordnen. unser Orthopäde tat dieses und wunderte sich. Er spritzte Cortison nach zwei Wochen kamen wir wieder, klasse kein Erguss mehr, nach weiteren zwei Wochen war es wieder da. Er hat das Gesicht bedenklich verzogen, und gemeint, dringend sollte man Rücksprache mit dem Rheumatologen halten, denn dies sei seltsam und nicht erklärbar.

    Das Röntgenbild schien in ordnung. In Aalen kam die Aussage also man sehe nix am Knie, liegt bestimmt am Gewicht, immerhin habe sie das Gewicht nur um ein Kilo reduziert, sie liege zuviel rum. Geil, Kind hat schmerzen, erhält 75mg -50 - 50- 50 Indomet und es tut weh. Ständig krank und es geht ihr schlecht.

    Mir platzte der Kragen. Ich sprach mit meiner Rheumatologin. Sie nimmt nur "menschen" ab 16 Jahren. Ich war ziemlich fertig und sie sagte zu mir, also naja.. sie guckt sie mal an. Sie untersuchte Jenny und sagte. Naja mädel Schwimmen wäre gut und du hast einen Erguß im Knie. Aber der Erguß ist sehr klein, das ist seltsam, wenn du wirklich so Schmerzen hast. Also gehst du in den MRT. und dann bitte wieder zu mmir.

    also Warten auf den Termin, denn MRT und Rheumadoc termin werden koordiniert, gut gewartet. Jenny maulte wegen dem Knie, naja wie üblich immer dann mehr wenn es etwas unangenehmes gab.. (;))

    Dann der Termin, der Radiologe holte uns rein und erklärte uns, dass Jennys Knie kaputt sei, die Kniescheibe sei noch intakt, der Knorpel dahinter sei weg, die Knochen bereits ausgefranst. Das Knie ist nicht das einer zwölfjährigen. Er zeigte den Vergleich zum alten MRT Bild 4 Jahre alt. Man sieht zwar deutliche die Entzündung aber keinerlei Schäden, sprich die letzten 4 Jahre hat trotz aller entzündungshemmer das Rheuma trotz negativen RF weitergemacht.

    MUSSTE es soweit kommen? Das linke Knie ist inzwischen mitbetroffen von der Entzündung.

    Ich könnte :azcrying: Ich möchte nach AAlen fahren und ihm mit dem MRT um die Ohren hauen bis er schreit........ Sorry.

    Ich spritze nun Freitag mit klammen steifen Fingern MTX in den Bauch meines Kindes und hoffe, dass es in drei Monaten einen durchschlagenden Erfolg gibt, sonst wird sie auf den OP Tisch müssen um das Knie wieder "zu reparieren". Ich bin soo wütend, jeder arzt der mich im Laufe der letzten Jahre als hysterische zickige Mutter beschimpft hat, soll mir nie wieder begegnen.

    So meine Frage: Wie erfolgreich sind die Aussichten einer Klage? Es fehlte zumindestens die letzten zwei Jahre die Sorgfaltspflicht. Nein ich will keine Aussage eines Rechtsanwaltes... sondern wissen ob sowas machbar wäre...

    Danke nun ist der bauch etwas leichter.
     
  2. Locin32

    Locin32 Immer neugierig

    Registriert seit:
    27. Januar 2005
    Beiträge:
    1.587
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    NRW-Ruhrgebiet
    Hallo Staubi,

    das ist ja ein starkes Stück!

    Du Arme :knuddel:!
    Und Deine arme Tochter!
    Ich kann mir lebhaft vorstellen wie es Dir gehen muss damit.
    Ich weiß nicht ob Du das schon weißt deswegen ein Link dazu:

    http://www.unabhaengige-patientenberatung.de/

    Hier kann man sich beraten lassen, einmal über eine kostenlose Hotline und im persönlichen Gespräch.Vielleicht gibt es ja eine Beratungsstelle in Deiner Nähe?
    Ich denke hier kann man Dir sagen wie erfolgversprechend das ganze ist.

    Was natürlich nichts an den Schmerzen Deiner Tochter ändern wird, leider.

    Meine Tochter ist 13, wird jetzt 14 und hat erhebliche Einschränkungen in den Händen.Leider wurde die Diagnose ziemlich lange verbummelt obwohl auch schon damals zu sehen war das da etwas nicht stimmt aber nur weil ich das habe, muss mein Kind das ja nicht auch haben...;)
    Nur Naproxen hält nun mal das Rheuma nicht auf.
    Ich mache mir große Vorwürfe das ich nicht mehr meinem Kind geglaubt habe und noch woanders hin bin , so lange bis die Diagnose gestellt gewesen wäre.
    Das Schmerzverstärkungssyndrom haben wir jetzt ein für alle Male ad acta gelegt aber dadurch das die Behandlung so lange die falsche war hilft die Basis auch nicht mehr so gut, leider...:(

    Ich wünsche dir viel Glück bei Deinen Bemühungen und das die Basis bei Deiner Tochter gut wirkt!

    Liebe Grüße
    Locin32
     
  3. Waldmensch

    Waldmensch Sozialkämpfer

    Registriert seit:
    13. Juni 2007
    Beiträge:
    649
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Sachsen
    Hallo,
    aus Erfahrung kann ich sagen das es nicht so einfach sein wird einen Arzt zu verklagen. Leider ... Problem ist oft die Beweisführung oder hast du einige Aussagen schriftlich? Gerade hier liegt das Problem. Um nicht in finanzielle Probleme zu geraten ist eine RSV nötig die auch zahlt. Gerade wenn man an Gutachten usw. denkt kommen schnell einige Euros zusammen. Soweit zu dem Gedanken einer Anklage. Sicher ist nach meiner Antwort dein Bauch nicht leichter. Das was ich geschrieben habe, ist "nur" der Versuch einer sehr gut befreundeten Anwältin ihren eigenen Arzt zu verklagen!

    ABER - versuche(!) alle Untersuchungsergebnisse zusammenzuholen und auch wenn es etwas Geld kostet die Krankenakte von dem Arzt und dem Orthopäden. Sollten auch noch bei anderen Ärzten(auch beim HA) irgendetwas hierzu dokumentiert sein mit einsammeln. Dann mit den ganzen Unterlagen zu einem Sozialverband. Inwieweit die UPB hier helfen kann weiß ich nicht. Letzter Weg führt zur Ärztekammer des Bundeslandes. Dort gibt es entsprechende Rechtsstellen.

    Viel Glück und gute Nerven
    Waldmensch
     
  4. josie16

    josie16 PsA

    Registriert seit:
    16. Mai 2010
    Beiträge:
    2.094
    Zustimmungen:
    24
    Hallo Staubi!
    Laß dich bei der Patientenberatungstelle beraten. Ich glaube auch, daß es schwierig sein wird, war es immer der gleiche Arzt, der deine Tochter angeschaut hat.
    Prinzipiell bin ich aber der Meinung, daß man es immer versuchen sollte, weil nur dann lernen die Personen etwas dabei, auch wenn es für euch negativ ausfallen sollte.
    Ich weiß aus meinem Berufsleben als Krankenschwester, wenn mal wieder ein Patient ein Klage eingereicht hat, dann wurde wieder sorgfältiger gearbeitet, leider sind auch Ärzte und Pflegepersonal nur Menschen, die meistens auch noch unter Zeitdruck stehen, aber das soll keine Entschuldigung sein.

    Falls Du keine Klage einreichst, dann würde ich auf alle Fälle in Aalen aufmaschieren und den Befund vom Radiologen vorlegen, mit den Bildern und um eine Stellungnahme bitten, natürlich mit dem Hinweisen, die ihr von dort erhalten habt, daß es sich um ein Gewichtsproblem handelt!
    Da geht mir echt die "Hutschnur hoch".
    Immer wenn es ein bißchen mühsam wird und man auch mal seinen Kopf anstrengen muß, dann kommt heraus, daß es am Gewicht liegt.

    Ich kann deinen Ärger sehr gut verstehen! Für deine Tochter alles Gute.

    LG Josie
     
  5. Silberpfeil

    Silberpfeil Bekanntes Mitglied

    Registriert seit:
    25. Januar 2009
    Beiträge:
    3.438
    Zustimmungen:
    82
    Ort:
    Norddeutschland
    Hallo Staubi,

    leider kann ich dir hierzu keinen Tipp geben, aber trotzdem möchte ich dir viel Kraft und auch Erfolg wünschen( falls du klagst), dass die Ärzte zur Verantwortung gezogen werden....
    Es ist zum Verzweifeln mit den Herrn und Frau Doktoren, dass es immer auf irgend was geschoben wird, wenn die nicht weiter wissen.
    Entweder ist es das Gewicht oder die Psyche.....

    Für meine Tochter haben wir eine Reha/Kur beantragt, erst angelehnt, da ihre Probleme auch ambulant abgeholfen werden können, nach Widerspruch dann Zusage.
    Da sagt doch ihr Orthopäde: ja so sehe ich es auch, es hätte alles ambulant gemacht werden können, sie werden sehen , sie ist da 3 Wochen zwischen alte Leute????:confused: und bringen wird es nichts....Wieso wir überhaupt ne Kur beantragt haben??
    Ich dachte ich spinne.....
    Und er doktert schon seit letzten Herbst an ihrem Knie und es wird nicht besser. Zudem hat meine Tochter auch noch mehr kranke Baustellen am und im Körper.....

    Staubi , lasse dich nicht unterkriegen, nochmals alles Gute für dich und deine Kleine....

    LG Silberpfeil
     
  6. uli

    uli Mitglied

    Registriert seit:
    30. April 2003
    Beiträge:
    820
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Köln
    Hallo Staubi,

    ich kann sehr gut verstehen, dass du sauer bist.
    Mich würde jedoch interessieren, bei wem in Aalen deine Tochter überhaupt behandelt wurde. Dort gibt es doch keine Kinderrheumatologie, die ist doch im Uniklinikum in Ulm?!

    Es gibt dort
    Universitätsklinikum Ulm
    Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
    Spezialambulanz Rheumatologie und Autoimmunerkrankungen
    Dr. med. Catharina Schütz
    Eythstraße 24
    89075 Ulm
    Terminvereinbarung: 0731 / 500-57275



    und in der
    Gemeinschaftspraxis für Kinder und Jugendliche
    Kupferschmid, Adis-Dutschmann & Gaissmaier
    Dr. med. Regina Gaissmaier
    Olgastraße 87
    89073 Ulm
    Terminvereinbarung: 0731 / 23044

    Kinderrheumatologen.

    ggf. solltest du noch einmal Kontakt mit Frau Rogalski aufnehmen, bevor du etwas unternimmst. Nach Aalen würde ich nur mit einem kompetenten Zeugen fahren. Bitte kläre aber vorher, ob dein Kind überhaupt von einem Kinderrheumatologen behandelt wurde.

    Uli
     
  7. Colana

    Colana Musikus

    Registriert seit:
    18. Januar 2004
    Beiträge:
    6.173
    Zustimmungen:
    1
    Ort:
    Schleswig-Holstein
    Hallo Staubi,

    mit Bestürzung habe ich gerade Deinen Thread gelesen...

    Tipp von meinem Männe:
    ihr solltet zur Verbraucherzentrale gehen,
    dort nach einem geeigneten Rechtsanwalt fragen (der nicht mit der Ärztekammer zusammen arbeitet) und
    ggf Kostenübernahme beim Amtsgericht beantragen.

    Das kann es ja wohl echt nicht sein - armes Mädel.

     
  8. Fusel

    Fusel Neues Mitglied

    Registriert seit:
    14. Juli 2010
    Beiträge:
    51
    Zustimmungen:
    0
    :eek: Hallo Staubi!

    Ich hätte genau so reagiert wie Du.Wie Uli schon recht hat
    es gibt eine Patienberatungsstelle oder du kannst Dich
    unter www.bms. wie du Dich verhalten sollst.Aber ein Arzt zu
    verklagen brauchst du Zeugen die kommen nehmlich mit Ihre
    richtigen Behandlungsmetoden bzw Therapie.Da muß man ganz
    vorsichtig sein.Ich drück Dir die Daumen.

    ;)Fusel
     
  9. staubi

    staubi Neues Mitglied

    Registriert seit:
    12. August 2007
    Beiträge:
    84
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    nahe Stuttgart
    Sorry für die lange pause.....

    Ich werde den Weg gehen. Die BMS sagt es liegt ein Behandlungsfehler vor.
    Ich muss nur wissen, was ich erreichen will.... Nächste Woche ist der nächste Termin, danach dann anwalttermin..

    Rüstung anleg......
     
  10. bise

    bise Neues Mitglied

    Registriert seit:
    1. Februar 2004
    Beiträge:
    4.654
    Zustimmungen:
    8
    Ort:
    bei Frau Antje
    welchen doc willst du verklagen, die klinik auch.

    tipps:
    falls ges. versichert, lass dir die abrechnungsunterlagen aushändigen über die letzten 4 jahre, sprech mit deiner kasse, hole sie mit ins boot.
    falls privat versichert, suche nochmals alle rechnungen heraus.
    - sicherung von beweisen! -

    weiss dein rheuma doc von deinem vorhaben? m.e. kennen sich alle rheuma docs untereinander.

    willst du nur dampf ablassen oder willst du schmerzensgeld für deine tocher? du weisst, dass das ein sehr langer weg werden wird. niemand kommt freiwillig für einen schaden auf, zumal ein künftiger evt. schaden überhaupt noch nicht abzusehen ist.
    du willst die tocher schützen, ihr helfen; bedenke dabei alle schritte.

    es ist immer noch äusserst schwer, einen doc für ein fehlerhaftes verhalten heranzuziehen!!!!

    viel glück, such dir einen in arzthaftungsprozess erfahrenen anwalt.
    gruss