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Wozu ?

Dieses Thema im Forum "Kaffeeklatsch" wurde erstellt von Ausnahmsweise anonym, 28. April 2002.

  1. Wozu ?

    Nachdenkliches

    Wozu all das ?
    Warum quäle ich mich Tag für Tag ? Schmerzen, Weinen ?
    Warum esse ich ? - Damit ich leben kann ?
    Warum arbeite ich ? - Damit ich leben kann ?
    Warum ?

    Warumlebe ich ? Wo ist der Sinn des Lebens ? Was soll das alles, wenn irgendwann doch alles vorbei ist ?
    Warum sterbe ich nicht gleich ?

    Weil ich zu feige bin ?
    Weil ich meine Familie, Freunde... nicht verletzen, in Trauer stürzen will ?

    Warum nehme ich Rücksicht darauf ?
    Wer nimmt Rücksicht auf mich ?
    Wenige !!

    Lohnt es sich für diese Wenigen weiterzuleben ?

    Ich weiß es nicht ? Eher nein.

    Also bin ich doch zu feige zu sterben ? Warum bin ich zu feige ?

    Ich weiß es nicht ?

    Ich weiß gar nichts mehr !!
     
  2. auch anonym

    auch anonym Guest

    Lieber Autor, liebe Autorin,

    ich kenne all diese Gedanken. Wie oft habe ich sie gelebt? 1000 mal, 2000 mal? Ich war verzweifelt und hatte den Mut sterben zu wollen. Es hat nicht geklappt, weil ich gefunden wurde.
    Ich war noch verzweifelter, sah keinen Ausweg.....
    Heute, viele Jahre später bin ich froh, daß ich leben darf.

    Ich wünsche Dir viel Kraft
    X
     
  3. heike

    heike Guest

    liebe unbekannte/r,

    als ich deine zeilen las, da dachte ich, die hätten von mir sein können vor ungefähr einem jahr. denn damals hatte ich die gleichen gedanken. 6 jahre lang hat bei mir kein basismedikament geholfen und meine schmerzen wurden schier unerträglich. ich konnte einfach nicht mehr. dann bekam ich ein neues medikament und konnte es kaum glauben, denn endlich, endlich ging es mir tatsächlich besser.
    ich weiß, wenn man sich so am boden zerstört fühlt, dann ist das
    nicht unbedingt ein trost, aber weißt du was, ich freue mich,
    dass ich diesen "schritt" nicht getan habe.
    ich freue mich wieder, wenn morgens die sonne aufgeht oder wenn ich am späten abend einen sternenklaren himmel betrachte.
    ich freue mich über so viele kleinigkeiten, die ich damals gar nicht mehr wahrnehmen konnte.
    für gesunde ist ein kino- oder theaterbesuch etwas ganz normales.
    und ich freu mich riesig, dass auch ich diese veranstaltungen
    wieder besuchen kann, denn ich kann endlich wieder 2 stunden sitzen, ohne das meine knochen sich schmerzhaft melden.

    bitte, gib nicht auf, ganz, ganz bestimmt wirst auch du ein medikament bekommen, das dir deine ärgsten schmerzen nimmt.
    ich wünsche dir von herzen, dass du die kraft und geduld aufbringen kannst, die du in der nächsten zeit mit sicherheit brauchst.
    alles erdenklich gute
    viele liebe grüße
    heike
     
  4. Anonym

    Anonym Guest

    Hallo Anonym,

    Ja wozu, die gleiche Frage stellen sich viele. Gib bitte nicht auf, aber es ist ok sich so zu fuehlen. Nur Menschen die durch Schmerzen und Leid gehen werden staerker. Du bist die oder derjenige der auf sich achten muss...niemand sonst wird es tun.
    Fuer diejenigen die an grossen Schmerzen leiden....ich frag mich oft wieso....was haben wir zu lernen???????
    Uebrigens bist Du eine wunderbare und perfekte Seele, und was Du suchst ist schon da...leider brauchen wir oft sehr lange um das zu verstehen.
    Ich umarme Dich ganz herzlich!
     
  5. anonym

    anonym Guest

    An alle lieben,
    Auch ich habe vor 9 Jahren einen Suizidversuch begangen,bin Gott sei dank gefunden worden.Heute weiß ich das es dumm von mir war.
    Ich genieße jeden Sonnenstrahl,erfreue mich an der Natur,außerdem habe ich einen lieben fürsorglichen Mann.

    Liebe Grüße
     
  6. Verena

    Verena Guest

    Es ist nicht schlimm hinzufallen, aber es ist schlimm, nicht wieder aufzustehen!
     
  7. anonym

    anonym Guest

    Re: hoffnungslos

    Hi Verena und alle anderen,
    warst Du schon mal so hoffnungslos, daß Du keinen Weg mehr gesehen hast??
    Nur wer so tief im schwarzen Loch war, kann es wohl verstehen...
     
  8. Verena

    Verena Guest

    Und ob...

    Ja, war ich: Wenn man mit 18 Jahren kurz vor dem Abitur, die Nieren schon kaputt, vor einer "Chemotherapie" steht, nicht weiß was ist, was sein wird, da kann man schon mal hoffnungslos sein. Das darf man auch, und ich hatte eine scheiß Angst, aber meine Angst ist größer vorm Tod als vorm Leben. Und ich habe mich da alleine wieder rausgezogen, und da gehört viel Kraft dazu, eine Menge Mut und ein Tritt in den eigenen Hintern. Ich habe mich zusammengerissen, die Chemo habe ich vermieden, heute studiere ich mit Erfolg Medizin und möchte Menschen helfen, bei denen der Lebensweg auch nicht immer eben läuft. Denn man muss nie lange suchen, bis man jemanden findet, dem es schlechter geht!
    Ich finde es feige, sich so drücken zu wollen, und ein Schlag ins Gesicht für alle die, denen ich etwas bedeute, die mich mögen und die mich brauchen. Meine Eltern haben mir das Leben geschenkt, und es ist verdammt noch einmal meine Pflicht das Beste aus diesem Geschenk zu machen und es nicht wegzuschmeißen wie einen alten Lappen. Denn ich habe nur dieses eine, mein Leben,...und ich kann noch viel bewegen und wenn ich nur einen Menschen am Tag zum Lachen bringe oder eine Freude bereite, dann hat sich mein Leben, mein Dasein, an diesem Tag gelohnt.
    Niemand muss die Schmerzen, die Ängste unserer Krankheiten alleine aushalten.
    Man gibt nicht auf, auch wenn alles aussichtslos scheint.
    Man lässt sich nicht einschüchtern, auch wenn andere stärker sind als man selbst.
    Man lässt sich nicht unterkriegen, auch wenn man machtlos ist.
    Man lässt sich nicht in die Verzweiflung treiben, auch wenn man keine Hoffnung hat. Man verliert nicht den Mut, denn man ist nicht allein.
    "Wie tief dir der Abgrund auch scheinen mag, du wirst immer aufgefangen. Baue hierauf in Zuversicht das Haus deines Lebens. Und du wirst erkennen, dass der kommende Tag seinen Schrecken verlieren wird: Dass du ohne Angst mutig dein Leben gestalten darfst." (U. Hahn)


    VERENA
     
  9. Franz

    Franz Guest

    Re: Und ob...

    Hallo Anonym,

    Ich will versuchen,dir von meiner wieder gefundenen Ruhe etwas zu geben,von der Freude,die ich wiederendeckt habe,etwas von meinen Gedanken,die im Laufe der Zeit einen Sinn im eigenen Schicksal erkannt haben.Durch meine Krankheit habe ich gelernt,Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden.Ich erlebe alle Dinge des Lebens viel intensiver u.bewußter.
    Natürlich gibt es immer wieder seelische Tiefs u.manchmal glaube ich, dass ich mit dieser Belastung nicht klarkomme.Aber bisher habe ich immer wieder zu meiner Lebensbejahung zurückgefunden.

    "Wenn sich eine Tür schließt,öffnet sich eine andere. Doch oftmals rütteln wir so lange an der geschlossenen Tür,dass wir jene nicht sehen,die sich für uns geöffnet hat!"
    Du darfst dich nicht hinter den schwarzen Gedanken verschanzen,sondern Ausschau halten nach positiveren Aspekten, aus unserer Krankheit.
    Den oft erkennen wir erst im nachhinein,für was so manches- Gut war.Eine Neuorientierung im Leben kann eine Lösung sein!

    "Wünsche dir neuen Lebensmut"
    liebe Grüße Franz
     
  10. anonym

    anonym Guest

    Re: Mut zum Leben oder Tod?

    Hallo Verena,
    Du maßt es Dir an, über andere zu urteilen? Du hattest Angst vor dem Tod....ich wollte ihn und bekam ihn nicht. Und ich bin FEIGE?
    Was kostet mehr Mut? Sterben zu wollen und es zu tun (oder versuchen) oder sich an dem Rest des Lebens festzuhalten?

    Natürlich gibt es immer einen Weg. Und wenn ich ihn nicht wollte? Hat daran mal jemand gedacht? Hat mal darüber jemand nachgedacht, daß ich das Leben nicht wollte?

    Aber lassen wir es gut sein...
     
  11. Verena

    Verena Guest

    Re: Mut zum Leben oder Tod?

    Ich habe über niemanden eurteilt, ich habe MEINE Meinung dargestellt. Und ich finde, es nun einmal feige. Ich bin für meinen Teil noch nicht lebens - müde, im wahrsten Sinne des Wortes. Und ich bewundere niemanden für seinen "Mut", sich das Leben zu nehmen. Es scheint mir nicht besonders nachahmenswert. Es gibt halt zwei Seiten, ich sehe es von der Lebenseite, und da sehe ich, dass sich jemand vor seiner LEbens - aufgabe "drückt". Aber jedem sei es freigestellt: Wer sterben will, der soll es halt. Aber "ausnahmsweise Anonym" scheint sich dieser Sache ja nicht sicher zu sein, sonst hätte er/sie sich nicht hier gemeldet?! Du hast für dich deine Entscheidung damals getroffen, ob sie richtig oder falsch war ist egal. Ich habe nur meine Sicht der Dinge dargestellt.

    So, das Thema ist zu ernst, als dass wir uns im Kaffeklatsch darüber streiten. Also "Jedem das Seine..., mir aber das Leben!"

    VERENA
     
  12. Re: Mut zum Leben oder Tod?

    Hallo Anonym,

    ich sehe hier keine Frage ob Mut oder Feige!
    ich sehe hier viellllll Verzweiflung, Angst und Unsicherheit!!!
    Ja, ich war schon dort, es ist dunkel, keine Tür, kein Fenster nur die Fragen, keine Antworten, nur die eigenen Gedanken und genau diesen glaubt man nicht mehr trauen zu können, denn auch die Gedanken haben mich hier her gebracht, kann ich mir, meinen Gedanken noch trauen????
    Doch dann ist da aufeinmal ein Mensch der zuhört und eine Kerzenschein geht durchs dunkel, ich geh Richtung Licht in der Hoffnung das es größer wird und nicht von einem Windhauch ausgeblasen wird, oder wünsche ich mir doch das es ausgeht, das alles ein Ende hat??? Die Angst, die Verzweiflung nur noch Ruhe, Stille und Frieden!!??? Werde ich Frieden haben?? ich habe aufgegeben erhält man dann auch Frieden??
    Ich möchte Leben aber auch Sterben!! Wie finde ich den richtigen Weg für mich????

    Anonym, es ist sehr, sehr, sehr schwer gewesen und ist es auch immer noch ab und an, und ich denke auch für dich gibt es einen Weg auf dieser Welt!!! Vielleicht bist du so bisschen ein Typ wie ich, du stehst auf dem leichteren Weg und denkst das ist zu einfach, somit gehst du von deinem Weg ab, auf einen anderen schwereren und dann ist da das Loch!!!!

    Ich habe dir wahrscheinlich nicht viel helfen können, da ich selbst noch auf der Suche nach meinem Weg bin, aber ich möchte dir sagen das ich dich verstehe und dir Mut machen, ich wünsche dir sehr aus tiefstem Herzen das du zu dir findest und mit dir in Zukunft besser leben kannst.

    Alles Gute
    Namenlos
     
  13. sito

    sito Guest

    Re: Mut zum Leben oder Tod?

    hallo *auch mal namenlos*,

    du sprichst mir aus meinem tiefsten inneren. es ist bedrückend aber auch erleichternd das es anderen auch so geht wie mir. es ist nicht einfach darüber zu reden, ich denke immer das mich keiner verstehen wird wenn ich über dieses thema rede.

    ich fühle mich auch oft zum *leben* gezwungen!

    alles liebe an euch alle

    sito
     
  14. Re: Mut zum Leben oder Tod?

    Hallo Sito,

    es gibt tage an denen ich mich auch zum leben "gezwungen" fühle, und dennoch möchte ich nie wieder so tief fallen, das der letzte schritt mir so nah ist. Auch wenn es an schlimmen tagen sehr verlockend scheint!!!
    Drumm denke ich, sind die gedanken da um uns zu fragen, zu finden und um uns zu helfen oder auch um uns durch darüber reden, helfen zu lassen, damit wir sehen

    -"ich bin nicht allein"-

    liebe sito, ich habe schon oft mit dir gechatten und ich finde es bewundernswert wie du alles meisterst, und möchte dir sagen ich verstehe dich und ich bin bestimmt nicht die einzigste!!!!!

    Euch allen alles Gute, viel Kraft und schmerzfreie Tage.

    "auch mal Namenlos"