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Will bissel wütend sein + jammern

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Sanchen, 6. Mai 2007.

  1. Sanchen

    Sanchen Neues Mitglied

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    Will bissel

    wütend sein:
    Ich habe gerade, in ErikaST : Irritiert - V. a. Psoriasis-Arthrits… und den langen Bericht von Adina, gelesen. Andere hier haben auch schon ähnliches berichtet.
    Hat sich denn in all den vielen Jahren der Aufklärung so wenig verändert? Warum pflegen noch soo viele Ärzte bis heute keinen angemessenen Umgang mit Patienten?
    Mich macht das wütend, wenn Patienten geringschätzig behandelt werden, wenn sie sich mit ihren Schmerzen anvertrauen, wenn in Praxen und Kliniken der Eindruck des Ausgeliefertseins entsteht, wenn der Patient das unterste Glied einer diktatorischen Hierarchie ist, wenn Patienten sich nicht mehr ernst genommen fühlen!! Wie um alles in der Welt sollen sie da frei bleiben von psychischer Beeinträchtigung? Erst wird man fertig gemacht, dann wird es zur Diagnose erklärt.

    und jammern:
    Nun hänge ich zur Zeit doch ein bissel arg durch. Seit einigen Jahren bin ich auch allgemein sehr erschöpft. Immer wieder kommt es vor, dass ich auch zu erschöpft bin, zu essen, zu kauen, auf Toilette zu kommen oder um mich im Rolli zu mobilisieren. Wenn ich mich aber nicht bewege, werde ich ganz steif und die Schmerzen sind dann schwer zu ertragen. Alles geht mir zeitweise viel zu schnell, meine Augen wollen nicht recht fixieren und mein Kopf hat dem Kurzzeitgedächtnis gekündigt. Oft kann ich nicht gut atmen, habe zusätzlichen Druck und Schmerzen in der Brust und in den Rippen. Als ich kürzlich hier in den Chat wollte, um mich abzulenken, brach ich total ein, konnte mich nicht orientieren. Vielleicht braucht es für jemand wie mich einen Grufti-chatroom, für die ganz erstarrten. Ich zweifelte echt an meinem Verstand und dachte bereits eher an Alzheimer denn an Rheuma. Vielleicht fehlt mir ja einfach nur mehr Schlaf. Vielleicht haben mich die vielen Krankheitsjahre zermürbt.
    Nun bin ich an einem Punkt angelangt, wo ich eigentlich gar nichts mehr will, nur noch meine Ruhe. Arbeitsamt Rente Reha Kliniken Ärzte, alle schubsten mich Jahrzehnte lang durch die Gegend ohne, dass für mich am Ende eine bessere Perspektive für mein Leben herauskam.
    Was ließ ich mir doch an Unverschämtheiten gefallen, nur weil ich alles daran setzte meine Hoffnung nicht aufzugeben und, weil ich für Therapien offen und vor allem motiviert bleiben wollte.
    So und jetzt hör ich wieder auf zu jammern. Lasst euch vom Gejammere nicht runterziehen. Irgendwie geht ja doch alles immer wieder weiter. Nur zur Zeit wills bei mir einfach nicht gehen.
     
  2. ivele

    ivele Aktives Mitglied

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    ach Sanchen.....

    ich wünsche dir, dass du die kraft bekommst immer wieder aus dem tief raus zu kommen !
    ein bißl wütend sein und jammern ist ganz gut und entlastet den körper ;)
    aber du hast ja so recht warum ändert sich nichts ,zumindest nichts wesentliches ?
    es hat sich zwar schon einiges geändert, aber noch viel zu wenig !
    so wie du die Situation erlebst und treffend beschreibst, geht es leider noch all zu vielen ,
    einigen hier bei r-o, aber vor allem , den vielen anderen, die gar nicht hierher finden, weil sie keinen zugang haben , oder aus verschiedenen anderen gründen :mad: ,
    wünschen wir uns halt weiterhin, dass es besser wird :)
    dir lb sanchen alles gute und lg ivele :)
     
  3. Susanne L.

    Susanne L. Neues Mitglied

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    Warum pflegen noch soo viele Ärzte bis heute keinen angemessenen Umgang mit Patienten?

    Also, Sanchen, DAS wüsste ich auch gerne mal! Ich denke, das hängt damit zusammen, dass die Mediziner jahrhundertelang eine besondere Stellung inne hatten. Sie umgab eine besondere Aura, man bewunderte sie, blickte zu Ihnen auf ... Sie mussten ihr Wissen mit niemandem teilen; die Möglichkeiten, sich entsprechend zu informieren, waren äußerst gering für diejenigen, welche auf die Mediziner angewiesen waren. Kurz und gut: Sie waren die Größten. Noch die Generation unserer Großeltern wäre nicht auf die Idee gekommen, ihnen etwa zu widersprechen, Rechte einzufordern oder etwa Diagnosen zu hinterfragen. Das alles ist noch gar nicht so lange her, und jetzt? Nun ja, ein langsamer Wandel ist nicht zu übersehen. Die wirklich guten Ärzte (es gibt sie tatsächlich!) haben durchaus erkannt, dass eine Therapie nur dann den bestmöglichen Erfolg hat, wenn der Patient aktiv mitarbeitet, und das wird er wiederum nur dann tun, wenn er gut informiert ist und die Behandlung mit ihm gemeinsam erfolgt.

    Was ließ ich mir doch an Unverschämtheiten gefallen, nur weil ich alles daran setzte meine Hoffnung nicht aufzugeben und, weil ich für Therapien offen und vor allem motiviert bleiben wollte.

    Siehst Du Sanchen, und genau das sagt mir, dass auch wir Patienten durchaus noch etwas zulegen können an Selbstbewusstsein und Konsequenz. Mir ging es sehr lange Zeit genau so. Auf Grund verschiedener (haarsträubender) Erlebnisse in den letzten Jahren wird mir manches so nicht mehr passieren, z.B. dass man im akutem Zustand als Patient einfach "hängen" gelassen wird: Kommen Sie in einem halben Jahr wieder! :mad: Nee, mit mir nicht mehr! Geh ich eben woanders hin.


    So, das waren mal meine Gedanken dazu. Als "Gejammere" habe ich Deine Zeilen keinesfalls aufgefasst. Es erleichtert manches Mal ungemein, sich mal alles von der Seele reden (bzw. schreiben) zu können.

    Alles Gute für Dich und noch einen schönen Sonntagabend.

    lg
    Susanne
     
  4. Colana

    Colana Musikus

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    Hallo Sanchen,

    bei mir ist es zur Zeit ähnlich:

    auch ich möchte einfach nur noch schlafen, keinen Ärger, nicht andauernd zwischen irgendwelchen Stühlen sitzen und dann selbst Ärger bekommen, möchte nicht andauernd von 6 - 20.00 ohne Unterbrechung oder Pause nach den Kiddies schauen müssen, stets und ständig nein sagen müssen, nicht andauernd Infos vergessen oder was wollte ich noch einkaufen, meine Augen: dass sie wieder entspannter sind - mit dem Fixieren habe ich im Augenblick auch so meine Probleme, weiß aber nicht, womit das zusammenhängen kann (kann das auch an Rheuma liegen oder sind es einfach nur die Nerven)

    Nur ich MUSS immer wieder ran in dieses Chaos... oftmals verzweifle ich an meinem Gehirnskasten, weil ich viele Dinge wahnsinnig schnell wieder vergesse, vor allem, wenn diese für mich erledigt scheinen.... Und eben halt das Problem Augenfixierung... zur Zeit sichere ich mich im Straßenverkehr 3 x ab oder fahre vornehmlich durch ruhigere Straßen... grummelgrummel....

    Du siehst, Du hängst damit nicht alleine rum. Ich bin immer noch froh, wenn ich hier einigermaßen vernünftige Infos bzw. Tipps geben kann. :D
    Viele Grüße
    Colana
     
  5. Sanchen

    Sanchen Neues Mitglied

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    vielen Dank für eure Rückmeldungen und fürs Trösten

    @ivele
    Ja, du hast recht, ich denke oft daran, wie es war, als ich noch nicht hier lesen konnte. Deshalb gebe ich öfter Infos von hier an Leute ohne Internet weiter. Ja, ich kann froh sein, dass ich mich hier informieren und im Forum schreiben kann. Das ist mehr als Gold wert. Danke dir für deine guten Wünsche - vielen Dank :)

    @ Susanne
    das Historische, die Zeit der Götter in weiß, hast du wirklich wunderbar beschrieben.
    Und es stimmt dass, meist wir Frauen, lernen müssen uns als gleichwertige Geschöpfe zu fühlen. Erst dann können wir auch entsprechend auftreten, ohne unnötige verletzte Gefühle zu entwickeln.

    Wenn ich aber Bittsteller bin, wie beispielsweise als Rentenantragsteller, oder ähnliches, und mir wird das Selbstbewußtsein als renitentes Verhalten ausgelegt, oder als Mitwirkungsverweigerung, dann habe ich schlechte Karten für die Zukunft. Wenn in Kliniken mit disziplinarischer Entlassung gedroht oder man während der Visite, vor allen, lächerlich gemacht wird oder, wenn man die Quittung in Form eines unmöglichen Arztbriefes bekommt, dann sieht man hinterher nicht gerade gut aus. Denn es sind doch die Patienten, die am Ende beweisen müssen , dass sie ihre medizinische Rehabilitation nicht unterlaufen haben. Und solches Verhalten gibt es, traurig aber wahr, leider noch zur Genüge heute


    @colana
    okay, dann hängen wir die nächste Zeit gemeinsam durch. *lach*
    Wenn man etwas für erledigt hält, ist es normal, wenn man das vergisst. In der Psychologie wird dazu der Kellnereffekt beschrieben. In dem Moment, wo ein Kunde bezahlt hat, vergißt der Kellner, was er bestellt hatte. Für alle anderen kann er das noch problemlos aufzählen.
    Wenn du sehen könntest wie viele Zettelchen ich mir schreiben und sonst wo hinkleben muss... *gg*
     
  6. Christi

    Christi Mitglied

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    Will bissel wütend sein +jammern

    Hallo zusammen,

    bin heute auch ziemlich wütend.

    "ein Facharzt wird nicht dafür bezahlt, dem Patienten seine Diagnose zu erklären". Das bekam ich heute von meinem HA zu hören. Er selber aber kennt sich in den Befundberichten der Fachärzte nicht aus. Wer solls denn dann ?

    Wollte mir heute wieder mal etwas "Fachchinesisch" aus dem Bericht des Kardiologen "übersetzen" lassen. (Ektasie der Aorta Ascendens).

    Mein HA sagte dann auch noch: wenn der Kardiologe mit Ihrem Mann (Privatpatient) spricht, dann bekommt er das bezahlt. Da haben wir sie wieder, die kleinen Unterschiede.:mad::mad::mad::mad:

    So, nun werde ich mich mal wieder online um eine Übersetzung bemühen müssen.

    Liebe Grüße
    Christi