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Wie wird Diagnose in Rheumaklinik erstellt?

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Mercedes, 27. April 2005.

  1. Mercedes

    Mercedes Guest

    Hallo an alle,
    ich lebe in Perth, Australien und habe seit 5 Jahren RA. In euren Beiträgen lese ich, daß sehr viele am Anfang zur Diagnosestellung in eine Rheumaklinik (Monsti Umfrage) gehen, zum Teil stationär. Was mich jetzt mal interessiert, wie läuft so eine Diagnose im Krankenhaus ab, welche Tests, Untersuchungen etc werden gemacht? Ich war wegen RA noch nicht in einer Klinik, meine docs, so habe ich das Gefühl, beschränken sich hier auf die Verabreichung von Medikamenten (wenn eins nicht hilft, dann nehmen wir eben ein anderes). Es würde mich auch interessieren, welche Bluttests ihr regelmäßig machen lasst.

    liebe Grüße an alle
    mercedes
     
  2. merre

    merre Aktives Mitglied

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    Diagnose

    Hi, also das wird oft unterschiedlich gehandhabt.
    Eigentlich sagt man, daß wenn bestimmte Rücken- Gelenks- oder Muskel/Faser- Beschwerden länger als 3 Monate anhalten sollte man auf eine Erkrankung des rheumatischen Formenkreises untersuchen.
    Da gibt es dann bestimmte Anhaltspunkte, zum Beispiel die New- York- Kriterien, wo von 7 Fragen ausgehend bei 4 zutreffenden dieser Verdacht angenommen wird.
    Als Beispiel ein Patient klagt über tiefsitzenden Rückenschmerz und Bewegungseinschränkungen durch Taubheitsgefühle und Schmerzen bis in das rechte Bein hinein. Morgens "kommt er schwer in Gang", bei Bewegung bessert sich das Ganze. Die Scherzen verliefen rückverfolgend meist schuibweise.
    Betreffs der Halswirbelsäule hat er bewegungseinschrän.kungen
    Der Arzt stellt einige Fragen zum Allgemeinbefinden, welches während dieser Krankheiten ebenfalls "gelitten" hat. Durch einen Federungstest wird eine eingeschränkte Rückfederung der ISG festgestellt, der Ziffer-4-Test ergibt eine leichte Fehtlstellung der LWS im Beckenbereich.
    Jetzt sollte man von einem Verdacht betreffs einer Bechterewschen Erkrakung ausgehen.
    Als Bestätigung wird eine Blutuntersuchung gemacht, wichtig sind hier die BSG und wegen dem MB der Test auf Positivität zum HLA-B27. Der Rheumawert wird auch ermittelt.
    Stellt man jetzt eine Positivität zu HLA-B27 fest und duie BSG ist erhöht, kann in einem MRT die Problematik einer Entzündung abgeklärt werden.
    Wenn dann noch z.B. die ISG als
    "in der Darstellung verwaschene Konturen, linksseitig keine klaren Abgrenzungen des Gelenkspaltes mehr sichtbar, die Randkonturen stellen sich wellenförmig dar"
    beschrieben werden , ist die Verdachtsdiagnose, wie man sagt "klinisch gesichert".
    Es kommt also sehr auf die Befindlichkeitsschilderung des Patienten an, auf die Erfahrung des Arztes betreffs Veränderungen der Knochenstruktur und typischen Körperhaltungen und deren Einordnung.
    Die rein medizinischen Untersuchungen werden dann dementsprechend veranlaßt.
    Ja und diese Prozedur dauert meist länger wegen der Facharztkonsultationen und Terminen, was sich natürlich in einer Klinik z.B. bei einer Kur besser abstimmen läßt.
    Schwierig wird es bei seronegativen Formen des Rheuma, bei Fibro und bei der Tatsache, daß klinische Nachweise oft anfangs problematisch sind.
    Ich bin der Meinung Rheuma, welches auch immer erkennt ein guter Rheumatologe auch so, die beschriebene Diagnoseabklärung zu Bechterew gibt es ähnlich auch bei den anderen speziellen Erkrankungsformen.
    Einen Gruß aus Belrin "merre"
     
  3. Lilly

    Lilly offline

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    hallo,

    zur diagnosefindung wurden bei mir folgende untersuchungen gemacht:
    anamnese (der doc befragte mich über mein beschwerdebild, und über krankheiten in meiner familie)
    begutachtung meiner geschwollenen gelenke;
    blutabnahme (blutbild, differenzialblutbild, chemie, rheumafaktoren, crp, blutsenkung)
    harnuntersuchung
    röntgen der hände, füsse, lunge
    mrt der hws
    ausgeschlossen wurden dann infektionskrankheite wie borelliose, chlamydien usw. ( da wurde auch ein harnröhrenabstrich gemacht )
    neurologische untersuchungen ( es wurde eine polyneuropathie diagnostiziert )
    augenuntersuchung ( es wurde ein siccasyndrom diagnostiziert )
    cortisontest ( bekam 30 mg cortison, ob sich dadurch meine beschwerden bessern)
    dann die diagnose cp.
    wurde auf mtx und cortison, schmerzmittel eingestellt.
    zuerst alle 2 wochen blutabnahme, harnuntersuchung.
    nach einem jahr, blutuntersuchung und harn monatlich.
    röntgen der hände und füsse, lunge - jährlich
    knochendichtemessung - jährlich
     
  4. Mercedes

    Mercedes Guest

    Hallo Merre, hallo Lilly,

    erst mal ganz herzlichen Dank für die prompte Antwort. Jetzt ist mir natürlich klar, warum man in Deutschland soviel für die Krankenversicherung bezahlt und wir hier ganz wenig. Ich beneide euch. Mein Hausarzt (man muß erst zu einem Allgemeinmediziner ) hat die geschwollenen Handgelenke gesehen, mir dann Corti verabreicht und Bilder von den Händen gemacht, obwohl ich mit den Füßen auch Probleme hatte. Ein Bluttest mit RF wurde gemacht. Damit bin ich zum Rheumadoc, welcher dann nur noch meine Hände, Füße und Schultern begutachtet hat und dann bekam ich Medis. Bis heute (nach 5 Jahren) wurde noch nie CRT getestet und noch nie vom Rheumadoc ein Knochendichtemessung vorgenommen (einmal aber vom Hausarzt). Ein Rheumadoc tut außer medis verschreiben nicht viel. Es muß einer der langweiligsten Jobs hier in Australien sein. Was ich jetzt auf jeden Fall mache, ich nehme eure Informationen mit zu meinem doc und frage ihn einfach mal nach bestimmten Dingen, die ihr erwähnt habt. Mal sehen, was er dazu meint.
    Denn es ist so, nachdem ich jahrelang über Schmerzen am rechten Handgelenk geklagt habe, hat dann endlich mal ein Arzt gemeint es kónnte Karpaltunnelsyndrom sein, was es auch war. Nach der OP brauchte ich keine Schmerzmittel mehr (Vioxx). Kürzlich war ich im Krankenhaus, weil mein Dünndarm entzündet war, ein Problem, was ich offentsichtlich auch schon jahrelang mit mir rumgeschleppt habe, aber nicht wußte, daß ich es habe. Ich ahtte schon mehreren Ärzten berichtet, daß ich plötzlich starke Schmerzen im Abdomen bekomme, kurze zeit, nachdem ich etwas gegessen habe. Die Schmerzen werdenn so stark, daß ich mich übergebe, bis der Magen leer ist und dann Wasser trinke, damit ich auf die Toilette kann. Die Antwort der Ärzte: das ist aber seltsam! Das letzte Mal waren die Schmerzen zu stark und ich mußte in die Notaufnahme (das alles nur zur Erklärung). Seitdem der Darm ok ist, brauche ich keine Cortis mehr. Jetzt nehme ich nur noch Arava und nicht wegen den Händen sondern wegen den Füßen, von denen letztes Jahr das erste Röntgenbild gemacht wurde, d.h. die Ausgangssituation vor 5 Jahren ist unbekannt. Wie kann ein Arzt dann feststellen, wie sich das Krankheitsbild entwickelt? Sehr seltsam hier, kann ich euch nur sagen. Ich bin sehr froh, daß es dieses Forum gibt, denn es ist für mich die wichtigste Informationsquelle zum Thema überhaupt. Ich hätte kein Arava und würde mich weiterhin mit Mtx rumquälen.
    Ein großes Dankeschön und Lob an alle.
    Liebe Grüße
    Mercedes