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wie viel sollten sich eltern in die Behandlung ihrer Kinder einmischen?

Dieses Thema im Forum "Kinder- und Jugendrheuma" wurde erstellt von Judy_Tiger, 20. März 2011.

  1. Judy_Tiger

    Judy_Tiger Mitglied

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    Hallo zusammen,

    vorweg genommen sei, dass ich eigentlich ein total gutes Verhältnis zu meinen Eltern habe. Nur was mein Rheuma anbelangt habe ich immer wieder Probleme mit ihnen (vor allem mit meiner Mutter).

    Ich sehe ja ein, dass ich noch nicht volljährig bin, aber ich hasse es, dass meine Mutter meint, sich in alles einmischen zu müssen. Kaum ein Tag vergeht an dem sie nicht mit hyperbesorgtem Gesicht fragt, ob ich Schmerze habe. Klar tun mir meine Gelnke weh, aber besser wird es nicht, wenn ich es regelmäßig erzähle und Mitleidsbekundungen nach dem Motto "Du hast es ja so schwer" bringen mich nur auf die Palme. Zudem kontrolliert sie akribisch, ob ich meine Tabletten auch gewissenhaft einnehme. Ich bilde mir jedoch ein, mit 17 verantwortungsvoll genug zu sein, um zu wissen wie wichtig das ist. So legt mir meine Mutter jeden Freitag einen Zettel aufs Koopfkissen, dass ich nicht vergesse mein MTX zu nehmen. So weit finde ich es ja alles ok, aber dann kommt sie noch mehrmals am Tag um mich daran zu erinnern und sich zu vergewissern, dass ich daszeug wirklich genommen habe. :mad:

    Es nervt mich infach gewaltig, dass sie mir keinerlei selbstständig zutraut. Natürlich bekomme ich von ihr immer zu hören, sie wolle nur mein bestes...
    In wiefern nehmt ihr den Einfluss auf die Krankheit eurer Kinder bzw. in wie weit mischen sie eure eltern ein? Vielleicht ist das Verhalten miener Mutter ja ganz normal und ich reagiere nur überempfindlich...:):)
     
  2. Patty

    Patty Mitglied

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    Huhu Judy,
    ich bin Mutter einer 16 Jährigen und nehme mir mal die Freiheit dir zu antworten.

    Als erstes du wirst immer ihre Tochter sein und sie wird sich immer Sorgen machen, dafür ist man Mutter. Wärst du gesund würde sie sich auch Sorgen, so sind Mütter einfach. Das mal vorweg, ich sah das auch erst ein, als ich selber ein Kind bekommen habe. Loslassen ist schwer, wenn das Kind eine Erkrankung hat noch mehr. Man möchte das beste und ist einfach besorgt.

    Ich erinnere meine Tochter nicht, lege ihr die Medis aber auf den Teller, allerdings kommentarlos. Ich frage sie nicht wie es ihr geht, den das bringt schmerzen auch wieder ins Bewußtsein, lenkt die Aufmerksamkeit darauf. Das wollen wir beide nicht mehr, reicht wenn es weh, man muss daher nicht viele Worte darüber verlieren. Merke ich aber, das es ihr schlechter geht über das bekannte Maas hinaus, spreche ich sie darauf an, den eventuell muss man dann handeln in Form von Arzt aufsuchen,Medis umstellen, usw. Oft kennt man seine Kinder sehr gut und bemerkt auch kleine Veränderungen, die euch selber gar nicht bewußt auffallen. So ist mir aufgefallen, das sie die eine Hand schont und der Besuch beim Handscan zeigte dann 6 Entzündungen in den Fingern und eine im Handgelenk, laut ihrer Ausage, tat die Hand kaum weh.....

    Die Schmerzmittel hat sie in Ihrem Zimmer, damit sie bei Bedarf eine zusätzlich nehmen kann.

    Deine Eltern sehen auch die eventuellen Spätfolgen oder machen sich Sorgen, das wenn ihr die Medis vergißt ein Schub kommt.
    Auch wenn es dir nicht gefällt, sie haben die Verantwortung bis 18 und werden sich auch darüber hinaus verantwortlich fühlen.

    Versuch doch ihnen klar zu machen, das sie dich an die Schmerzen erinnern und diese dir dann noch bewußter sind, auch wenn du sie gerade erfolgreich verdrängt hast.
    Meine Tochter war mal auf einer Schmerzstation, nicht alles war gut, aber das habe ich dort gelernt, niemanden an seine Schmerzen zu erinnern, den das will man als Eltern ja gerade nicht.

    Auf der anderen Seite sei froh, wir haben auch Eltern kennen gelernt, die alles geglaubt haben und nicht kritisch waren und das Schmerzverstärkungssyndrom Ihres Kindes hingenommen haben und nicht Diagnosetechnisch am Ball geblieben sind und sich später rausstellte, das sie doch Rehuma haben und die Schmerzen davon kamen, es nur keiner festgestellt hatte.

    Meine Tochter sagte mal einen sehr klugen Satz," ich lebe mit Rheuma, aber nicht für Rheuma und wegnehmen lasse ich mir mein Leben davon nicht".

    Nach ihren Möglichkeiten reitet sie, macht Sport, geht schwimmen, oder joggt, ich habe manchmal ein ungutes Gefühl dabei, aber ich vertraue da meist auf ihr Gefühl, ok mit dicken Knie durfte sie letztens dann doch nicht laufen, keine Ahnung was sie sich dabei gedacht hatte, aber gut, auch das müßt ihr lernen.

    Sei nicht zu streng mit deinen Eltern, sie haben dich einfach unsagbar lieb und machen sich Sorgen.
     
  3. Hexli

    Hexli Mitglied

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    Hi Judy

    Ich bin auch 17 Jahr alt und kenne das Problem.
    Meine Eltern haben früher auch oft gefragt, ob ich die Medis nehme und wie es mir geht. Einerseits war ich froh, da ich so nicht selber daran denken musste, doch andererseits nervte es mich, da ich immer wieder daran erinnert wurde. Also hab ich einfach mit ihnen geredet. Sie haben verstanden, das es nicht besser wird wenn sie immer nach meinem wohlbefinden fragen, sondern es eher schlimmer wird.
    Jetzt fragen sie nur noch selten, ob ich die Medis nehme. Sie haben eingesehen, dass ich später ja auch selber daran denken muss und ich mich so schon daran gewöhnen kann. Auch sprechen sie mich nicht mehr immer auf die Schmerzen an. Doch wenn ich darüber reden will, sind sie immer für mich da.

    Ich würde an deiner Stelle einfach mal mit deiner Mutter darüber reden. Sie meint es sicher nicht böse und merkt vielleicht gar nicht das es dich mehr stört als das es dir hilft.

    Wünsch dir alles gute und liebe grüsse

    Hexli
     
  4. Uschi

    Uschi Neues Mitglied

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    Mamas

    Ja, solange eine Mutter atmet, ist man Kind.

    Meine Mama hat es fertig gebracht, mich mit 52 Jahren lauthals vom Fenster im 4. OG herab daran zu erinnern: Kind (!) es ist kalt draussen, mach deine Jacke zu ! Du erkältest dich !

    Eine Mutter und speziell eine mit einem kranken Kind ist doppelt so besorgt normal und eben doppelt so hinter einem her.

    Betrachte es als Fürsorge, als Angstverhalten - sie will dich nicht verlieren, sie will, dass du gesund wirst. Deine Mama leidet darunter, dass du krank bist ! Denk immer daran.

    Medikamente nehmen hat mit Selbständigkeit nix am Hut. Auch wir Alten sind vergesslich ! Also, ertrage es mit Würde und denke immer daran: nie mehr in deinem ganzen bishering und kommenden Leben, egal wo du bist und was du tust, wird irgendein Mensch dich so lieben, verstehen und so um dich besorgt sein, wie deine Mama !

    Wir alle haben dieser teilweise hinter uns und einige noch vor euch - aber wenn Du dann selbst mal Mutter bist, wirst die vieles besser verstehen. Nimm die Mama doch einfach in den Arm und sage ihr, dass du es super findest, dass sie so besorgt ist um dich und es toll findest, dass sie für dich mitdenkt.

    Sei nicht undankbar oder fühle dich klein ! Solange deine Mutter lebt, bist du halt ein kleines Kind;)

    Alles Liebe auf deinem Weg !

    Pumpkin ( mittlerweile 61 und elternlos )
     
  5. Marly

    Marly Bekanntes Mitglied

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    Hallo Judy,
    meine rheumakranke Tochter wird bald 15 und ich glaube, sie kann dich gut verstehen.
    Ich lege ihr die Medis immer an den Teller und wenn sie mehr nehmen muss, nerve ich sie auch, denn sie nimmt sie nicht von alleine.
    Bin ich nicht da, nimmt sie nicht eine Tablette, sie denkt einfach nicht daran und ich mische mich da ungern ein, mir wäre es lieber, sie wäre gewissenhaft und nimmt die Medis von alleine. Aber das passiert leider nicht.
    Es ist meine Aufgabe, sie zu unterstützen, sonst haben wir hier irgendwann ein richtig großes Problem und das wollen wir beide nicht.
    Ich denke, du solltest deiner Mutter sagen, dass du die verantwortung alleine tragen kannst. Sie muss auch ein Stückweit loslassen, kontrollieren wird sie eh, auch ohne dass du es merkst - das musst du ihr wohl auch zugestehen, letztendlich möchte sie dich auch nur schützen und rheuma ist nunmal keine Erkältung.
    Du kannst richtig stolz auf dich sein, dass du dir die Verantwortung zutraust und das sollte deine mama auch,
    liebe Grüße
    Marly
     
  6. Judy_Tiger

    Judy_Tiger Mitglied

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    hallo ihr alle,

    danke, dass ihr so ausführlich geantwortet habt. es ist nämlich total was anderes von fremden zu hören, wie sie sich als mutter fühlen, als von der eigenen mutter. bei der denkt man nämlich immer, sie sei eine ausnahme :)

    Dass meine Mutter kontrolliert, ob ich mein mtx wirklich geschluckt habe, weiß ich spätestens seitdem sie mal vergessen hat, die schachtel wieder zurück in die schublade zu legen, in der ich sie die woche über aufbewahre. Danach hat sie sich mal verzählt und gemeint ich hätte das mtx erst seit 5 statt 6 Wochen und war ganz besorgt, ich hätte zwei tabletten genommen....
    wenn ich es recht überdenke, sollte ich schon dankbarer sein, weil ohne meine mutter hätte ich mich nie aufgerafft zum arzt zu rennen und hätte mich mit dem geschwafel Blut in ordnung also kerngesund abspeisen lassen, weil ich einfach nicht krank sein will! sie besorgt mir ja auch immer alles an medis aus der apotheke und kümmert sich auch darum, dass ich rechtzeitig neue rezepte bekomme.

    Ich glaub ich schnappe mir meine mutter in einer ruhigen stunde mal, damit ich ihr mal ausführlich und nicht wie sonst schon leicht angenervt erkläre wie ich mich dabei fühle, wenn sie mich auf meine krankheit anspricht.
     
  7. Verena/Lena

    Verena/Lena Neues Mitglied

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    Hallo,
    ja ich denke das wäre das beste mit ihr in Ruhe zu reden. Es ist als Mutter eines kranken Kindes echt schwer nicht zu besorgt zu sein. Ich möchte meine Tochter (3 J.) am liebsten in Watte packen und den ganzen Tag durch die Gegend tragen wenn sie mal wieder nicht so gut laufen kann,aber das will siw ja garnicht und ich kriegen das dann auch lautstark zu hören. Naja und ich gebe mir viel mühe sie nicht zu sehr zu bemuttern nur leider klappt das nicht immer... Ich mache mir halt viele Sorgen und will nur das es ihr besser geht.
    Und ich denke wenn du mit deiner Mutter gesprochen hast wird es euch beiden besser gehen,denn auch sie hat bestimmt Angst was falsch zu machen oder was zu vergessen oder, oder ,oder...
    Drücke dir die Daumen das das Gespräch gut verläuft.
    Lieben Gruß Verena
     
  8. Talea

    Talea Mitglied

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    Danke Judy für diesen Thread. Ich werde ihn meiner fast 16 jährigen Tochter zeigen, dann sieht sie, dass ihre Mutter nicht allein "balla balla" ist :D.

    Dabei versuche ich wirklich immer mein Bestes, mir meine Besorgtheit nicht jede Minute anmerken zu lassen, und mir ist es sehr wichtig,dass meine Tochter nach ihren Möglichkeiten so normal wie möglich aufwächst. Aber glaub mir, es ist jeden Tag ein hartes Stück Arbeit ;). Ihr Kinder solltet euch nur nicht zu viele Gedanken um die Befindlichkeiten eurer Mütter/Eltern machen müssen, denn ein schlechtes Gewissen wegen eurer Krankheit wäre das Letzte, was wir Mütter euch mit unserer Sorge machen möchten.

    Lebt euer Leben,so gut es geht, verwirklicht eure Träume, seid nachsichtig mit euren Müttern und bleibt mit ihnen im Gespräch :).


    Viele liebe Grüße von Talea
     
  9. Fynn

    Fynn Mitglied

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    Ich finde die Idee gut, mit ihr in Ruhe zu reden. Deine Mutter kann nicht aus ihrer Haut, auch wenn du kein Rheuma hättest, würde sie dir vermutlich noch die Jacke zumachen, wenn sie es für richtig hält:D. Das weiß ich aber auch erst, seit ich selber Mutter bin. Ich glaube, sie wird es verstehen, wenn du ihr sagst, wie du dich fühlst, wenn sie sich "einmischt". Gleichzeitig ist das ganz sicher weder böse gemeint noch glaubt sie, dass du unselbständig bist. So eine Krankheit ist für Mütter schwer zu ertragen, man möchte euch den Schmerz abnehmen und kann es nicht. Deswegen versucht man alles mögliche für euch zu tun, um es euch leichter zu machen. Und dabei schießt man auch mal übers Ziel hinaus. Im Gespräch bleiben, das ist wichtig.

    Mein Sohn ist erst 4 Jahre alt, aber ich mache es wie Patty, ich frage nicht mehr nach Schmerzen, denn oft ist er dann genervt und ich will es auch nicht ins Bewußtsein bringen. Ich vermute, er hat eigentlich permanent auf einem gewissen Level Schmerzen, die er aber als aushaltbar toleriert. Wenn es schlimmer wird, merke ich es oft schon an seinem Verhalten, bevor er mir sagt, dass er Schmerzen hat. Ich versuche auch, ihn nicht in Watte zu packen.
    Er hat gerade einen Schub in den Fußgelenken, da habe ich nur im KiGa Bescheid gesagt, dass sie ihn vielleicht etwas bremsen, wenn er auf den Treppen hüpft, aber ich will nicht hinter ihm stehen und ihm dauernd sagen, was er nicht sollte. Er spürt es oft genug selber, was er kann und was nicht und wenn er doch mal hüpft und hinterher Schmerzen hat, dann versuche ich ihm zu helfen, dass sie schnell wieder erträglich werden und verkneife mir das "warum musst du auch hüpfen".

    Ich BIN besorgt, aber er will nicht anders behandelt werden als seine Geschwister und gerade das bringt hier viel "Normalität". Ich hoffe, ich bekomme es einigermaßen hin, dass er mit dieser Krankheit leben und umgehen lernt, ohne es ständig zum Thema zu machen. Unser Rheumatologe meinte mal, Kinder mit Rheuma reifen (leider) oft schneller und im Vergleich zu seinen Geschwistern sehe ich genau das auch bei meinem Sohn.

    Im übrigen bin ich erstaunt, wie selbständig mein Sohn teilweise an seine Medikamente denkt, es kommt nämlich auch mal vor, dass ER MICH daran erinnert.

    LG, Kathrin
     
  10. Katharinaw

    Katharinaw Neues Mitglied

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    Ich habe Rheuma seit ich 14 bin und auch so einige Kämpfe um meine Selbständigkeit mit meiner Mutter ausgefechtet. Sie hat damals immer in der Rheumaklinik angerufen sobald ich auch nur das Gesicht verzogen habe. Auch ist sie in der Anfangszeit buchstäblich mit den Eisbeuteln hinter mir hergelaufen. Und es hagelte Verbote. "Tu dies, nicht. Das könnte gefährlich sein. Davon kriegst du einen Schub."

    Das war für mich schlimm. Es hat lange gebraucht, dass sie begriffen hat, dass eine durchtanzte Nacht in der Disco auch mal einen Tag mit Eisbeuteln auf dem Sofa wert ist, um einfach mal normal zu sein. Meine Mutter hat damals geholfen, dass sie irgendwann gesehen hat, dass ich auf mich aufpasse, meine Medikamente gewissenhaft nehme und selbstständig beim Arzt anrufe, wenn es nötig ist.

    Eines kannst du dir abschminken. Sie wird nie aufhören sich zu sorgen und Angst um dich zu haben. Auch heute noch, ich bin 26 hat sie Angst um mich. Z.B. fahre im Juni immer zu einem Musikfestival, das mehrere Tage dauert und wo dann gezeltet wird und was anstrengend ist. Ich verstehe sie da. Es braucht zwar ein wenig mehr Vorbereitung und man muss kurz vorher abwägen, ob es die gesundheitl. Situation zulässt, aber es geht. Ich muss ihr immer versprechen, dass ich nach Hause fahre, wenn es mir schlecht geht und das tue ich dann auch und meine es ehrlich.Versucht eine Absprachen zu treffen, mit denen ihr euch beide gut fühlt.

    LG Katharina
     
  11. Patty

    Patty Mitglied

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    Der Satz kommt mir bekannt vor.....

    Aber es ist so auch ihr habt das recht zu entscheiden was euch etwas wert ist. Wir als Eltern haben allerdings auch das recht uns zu Sorgen.Wenn jede Seite einen Schritt auf die andere zu geht, ist es ein toller Kompromis. Den eins ist klar, wir wollen eigentlich alle das selbe. Das ihr ein Leben führt, das so beschwerdefrei ist wie möglich und das ihr eure Träume erfüllen könnt, das leben lebt, das ihr euch wünscht.

    Meine Omi sagte dazu immer wer laufen lernen will, wird stolpern und fallen, so ist es auch mit Rheuma, mit Rheuma leben lernen heißt auch, an seine Grenzen zu gehen, zu gucken wo ist diese Grenze und wie umschiffe ich die am besten, so das das Leben lebenswert bleibt, trotz Rheuma.
     
  12. Katharinaw

    Katharinaw Neues Mitglied

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    Da gebe ich dir vollkommen recht, Patty. Was ich nicht erwähnt hatte, ist, dass meine Mama sich auch häufig nicht grundlos gesorgt hat. Ich habe zwar immer meine Medis genommen, aber gerade am Anfang hatte ich große Probleme die Krankheit anzunehmen und zu begreifen, dass meine große Leidenschaft Fußball sich mit Rheuma in Knien und Füßen nicht gut verträgt. Ich habe mich auch schon mal heimlich zum Training geschlichen, was natürlich üble Konsequenzen hatte.

    Aber ich habe mit der Zeit immer besser gelernt mit der Krankheit zu leben. So gehe ich dem Fußball jetzt passiv nach im Stadion. Meine Mama macht sich heute immer noch Sorgen, aber heute kann sie es mir sagen ohne, dass ich einen Wutanfall kriege und sie auch häufig beruhigen, denn heute weiß ich, wann ich z.B. eine Nacht durchfeiern kann oder auf Festival fahren kann und wann ich es besser lassen sollte.

    Was nicht bedeutet, dass ich meinem Rheumafreien Leben auch nach 12 Jahren nicht nachtrauere. Auch heute noch habe ich Momente in dem ich die Krankheit und alles was damit verbunden ist, verfluche.

    Der Umgang mit der Krankheit ist ein Lernprozess, bei dem man Geduld und Verständnis braucht und vor allem viele Gespräche, Wutanfälle und Tränen. LG und einen schönen Tag
    Katharina
     
  13. ramonalienshoeft

    ramonalienshoeft Neues Mitglied

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    Sorgen und Gedanken um seine Kinder macht man sich als Mama immer. Mein großer 20jähriger gesunder Sohn kann da auch ein Lied von singen. Aber er trägt es mit Fassung:rolleyes:
    Meine 14jährige Tochter hat seit ihrem 1. Lebensjahr Rheuma und Uveitis. Momentan seit einigen Wochen wieder ganz akute Schübe:mad:... wir waren heute gerade im KH und sie wird Dienstag stationär aufgenommen... Sie hat mich vorhin gedrückt und gesagt: "Mama ich bin so froh, dich zu haben." Der größte Liebesbeweis... Sie ist der Meinung dass sie eine Last für mich ist:eek: Aber ich hab ihr zu verstehen gegeben, dass sie genauso wie sie ist, richtig ist:p.
     
  14. Luzey

    Luzey Neues Mitglied

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    Der Beitrag ist zwar schon älter, aber ich würde auch gern was dazu sagen.
    Ich bin 21 und damit natürlich auch schon erwachsen und wohne noch bei meinen Eltern. Bei mir ist es ganz das Gegenteil. Meine Eltern lassen mich mit der Krankheit allein und als sie 2008 wieder anfing (habe RA schon seit ich 3 bin) fühlte ich mich damit sehr allein gelassen. Wenn ich darüber reden wollte und Hilfe bei der Entscheidung Tabletten ja oder nein brauchte,stand mir keiner zur Seite. Du kannst froh sein, Eltern zu haben, die sich für dich interessieren und sich auch um dich und deine Gesundheit sorgen. Bei mir schert sich keiner einen Dreck. Nach meiner OP,hatte eine RSO 2009 ließen Sie mich 2 Stunden (im Januar=Schnee und Eis) vor der Klinik warten am Entlassungstag mit dem Spruch: Wir Frühstücken jetzt erstmal in Ruhe und fahren dann los...
    So nun überleg mal was dir besser gefallen würde..

    Liebe Grüße
     
  15. Tortola

    Tortola Aktives Mitglied

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    Tortola an Luzey

    Hallo Luzey!

    Ich bin schon 62 Jahre alt und möchte Dich mal "ganz fest in den Arm nehmen".
    Es tut mir leid, was Dir passiert ist. Wenn Du Lust hast, schreib mir mal eine PN.

    Liebe Grüße von Tortola
     
  16. padost

    padost Neues Mitglied

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    Hallo Luzey, mir fehlen die Worte und es tut mir sehr leid, dass du diese Erfahrungen machen mußt.
    Ich könnte vom Alter deine Mutter sein, mich hat es erst mit Mitte 30 erwischt und auch meine Eltern konnten mit "krank" nichts anfangen. Ich findes es einfach schrecklich. Meine Kinder sind Gott sei dank gesund, aber ich würde alles für sie tun, in jeder Lebenssituation.

    Sei lieb gedrückt von Padost
     
  17. wessi

    wessi Gesperrter Benutzer

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    Hallo Luzey,

    wo ich das gelesen habe, blieb mir die spucke weg.

    ich reiche dir meine Hand, um zu sagen das du nicht alleine bist, gelle.

    Es geht ja um das Thema: Eltern und kranke kindern.

    LG wessi