Wie soll es weitergehen

Dieses Thema im Forum "Arbeit und Allgemeines" wurde erstellt von Carola, 1. November 2016.

  1. Carola

    Carola Registrierter Benutzer

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    Hallo Liebe Forumsmitglieder,
    ich bitte schon mal vorab um Entschuldigung, ich muss mich mal ausheulen. Bin 52, habe seit Jahren Fibromyalgie, diverse Arthrosen und Bandscheibenschäden. Und bin mal wieder in einem tiefen Loch. Dieses Jahr war ich schon 90 Arbeitstage krank geschrieben, Ende diesen Monat muss ich nochmal für 1 Woche in die Klinik, Infiltrationsbehandlung. Schmerzen sind ständig da, Schmerzmittel nehme ich keine. Zum einen brauche ich für meinen Vollzeitjob einen klaren Kopf und muss einfach 55 km weit mit dem Auto fahren, zum anderen lindern die Mittel nur und ich kann ja nicht jahrelang verschiedene Mittel nehmen. Dass das Schlafen auch nicht besonders ist, muss ich bestimmt nicht erwähnen.
    Ich bin nur noch fertig, kaputt, igel mich ein, Haushalt sah auch schon mal besser aus. Ich bin richtig faul, kann mich zu nichts mehr aufraffen. Dabei müsste es mir doch gutgehen. Schmerzen hin oder her. Ich habe vor 8 Jahren meine Jugendliebe wieder getroffen und bin jetzt glücklich verheiratet, meine Kinder sind erwachsen, die Tochter studiert noch, der Sohn möchte jetzt nach einigen Jahren Arbeit auch noch studieren, beide sind tolle Kinder. Daneben habe ich 3 tolle Katzen, die mir unendlich Freude bereiten. Der Job ist auch toll, ich mache ihn seit 13 Jahren, mit meinen Kollegen und meinen Chef verbindet mich schon mehr Freundschaft als sonst was.
    Was ist mit mir verkehrt? Warum fällt es mir immer schwerer, morgens aus dem Bett zu kommen? Ich habe schon alles mögliche gemacht, habe mich fast ein Jahr lang unter Schmerzen gequält und bin regelmäßig in die Muckibude gegangen (orthopädische Reha und IRENA), habe vor Jahren schon eine psychosomatische Reha erlebt, welche mir auch viel gebracht hat, habe an einem speziellen Fibromyalgieprogramm teilgenommen, war dieses Jahr schon stationär 14 Tage in einer Schmerzklinik, das einzige was ich noch nicht versucht habe, ist eine Psychotherapie. Vor 2 Jahren habe ich jeden Therapeuten angerufen, kein Platz. Dann kam ich darauf, dass ich theoretisch gar keine Zeit habe, neben der Arbeit noch zu einem Therapeuten zu gehen und habe meine Bemühungen eingestellt.
    Anfang des Jahres habe ich einen Antrag auf Rente gestellt, meinem Chef ist es egal, ob ich 40 oder 20 Stunden arbeite. Es kam natürlich sofort eine Absage, mit Hilfe der VDK und nach 2 Gutachten steht das Ergebnis aus. Ich vermute, dass man mich voll arbeitsfähig einstuft. Leider kann ich es mir finanziell nicht leisten, ohne finanziellen Ausgleich nur halbtags zu arbeiten.
    So, jetzt habe ich mich ausgek.......
    Was kann ich tun, damit es mir besser geht? Ich will meine Ehe nicht aufs Spiel setzen, will wieder aktiver am Leben teilnehmen, will nicht immer müde sein.
    Vielen lieben Dank für Eure Geduld, ich würde mich freuen, wenn jemand von Euch einen Tipp für mich hätte.
    Liebe Grüße,
    Carola
     
  2. Maggy63

    Maggy63 Kreativmonster

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    Vielleicht kann es schon etwas helfen, wenn du die Arbeitszeit reduzierst. Fibro ist fies und hinterhältig - Überforderung straft sie gnadenlos ab. Manchmal ist es nötig, das Leben auszumisten und zu entschleunigen.
    Es muss nicht alles gemacht werden und schon gar nicht perfekt. Fibropatienten neigen ja zum Perfektionismus und beuten sich selbst zu oft aus.
    Überdenk mal deinen Alltag, auf was du eventuell verzichten kannst und wo du Aufgaben delegieren kannst.

    Der nächste Punkt, die Schmerzmittel:
    Es hat keinen Sinn, 'hart gegen sich selbst' zu sein. Der Körper bildet ein Schmerzgedächtnis aus und das macht Einem das Leben zusätzlich schwer. Von allein gehen die Schmerzen auch nicht weg, im Gegenteil - wenn man nichts dagegen tut, werden die eher noch stärker.
    Nicht alle Schmerzmittel machen dösig, viele (z.B. Tilidin) nur in der Eingewöhnungszeit, so dass man durchaus weiter Auto fahren und arbeiten kann.

    Thema Schlafstörung:
    Mir und vielen Anderen hilft Amitriptylin sehr gut. Eigentlich ein Antidepressivum, was aber die Schmerzverarbeitung im Hirn beeinflusst und -der springende Punkt - schlafanstoßend wirkt.
    Das hat zur Folge, dass man endlich!! wieder schlafen kann. Auch Schlafentzug fördert Schmerz und nach einer guten Nacht läuft dann auch der Tag besser.

    Bist du mit der Fibro in Behandlung?
     
  3. Carola

    Carola Registrierter Benutzer

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    Hallo Kati,
    Hallo Maggy63,

    Ja Kati, ich habe schon so im Laufe der Jahre immer mehr abgebaut, also die Fenster nicht alle 2Monate putzen, die Katzen halten es auch aus, wenn ich nicht jeden Tag staubsauge, u.s.w. Aber es ist nie genug. Die Idee mit der Putzfrau ist gut. Ich werde mich erkundigen, so 4 Stunden alle 14 Tage fürs Grobe wird mir mit Sicherheit mehr Lebensqualität bringen (ich finde es nunmal schön, wenn es blitzt und blinkt). Finanziell muss es gehen. Vielen Dank für den Tipp. Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

    Maggy, ich weiß das mit dem Schmerzgedächtnis. Meine Ärzte hatten mir früher immer Diclofenac verschrieben, was ich durchgängig mehrere Monate genommen habe. Das hat ein wenig geholfen, weil bei mir die Muskeln immer so verhärtet sind. Aber dann bekam ich es schlimm mit dem Magen. Dann habe ich eine Zeitlang eine Mischung aus verschiedenen Medikamenten genommen. Half weniger als das Diclo. Irgendwann hatte ich die Schnauze voll und alles abgesetzt. Meine Freundin und Kollegin sagte mir danach, dass sie Angst um mich hatte, weil ich mit den Medis nicht mehr ich selber war und teilweise wie "zugedröhnt" gewirkt habe. Jetzt nehme ich nur noch Venlafaxin. Mit Widerwillen, aber das hilft mir, zumindest ausgeglichen zu wirken. Es ist nunmal so, wenn ich Schmerzmittel nehme, tatsächlich mal in einen Unfall verwickelt werde und getestet werde, wird mir eine Mitschuld zugerechnet. Außerdem - was passiert, wenn ich jahrelang Schmerzmittel nehme? Das dürfte keine Leber aushalten. Was habt Ihr für Erfahrungen mit Langzeiteinnahme?
    Behandlung? Was gibt es für eine Behandlung? Ich habe schon so vieles versucht. Wegen meiner Fibro bin ich regelmäßig bei meiner Neurologin und mein Orthopäde macht auch sehr viel, von daher habe ich Gott sei Dank verständnisvolle Ärzte.
    Irgendwie komme ich mir ja selber total meschugge vor, habe Schmerzen und nehme nix dagegen. Aber wie gesagt, die Schmerzen werden durch Schmerzmittel nur gelindert und gegen die Müdigkeit hilft leider gar nix.

    Liebe Grüße,

    Carola
     
  4. Sinela

    Sinela Registrierter Benutzer

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    Hallo!

    Ich habe über 10 Jahre Ibuprofen 800 genommen. Meistens eine Tablette morgens, selten auch mal abends. Meine Leber- und Nierenwerte waren - und sind zum Glück immer noch - top in Ordnung. Als Magenschutz hatte ich Omepraxol und deshalb auch hier keinerlei Beschwerden. Diclofenac geht arg auf den Magen, das weiß ich von Bekannten, die es genommen haben, Ibuprofen ist besser verträglich.

    LG; Inge
     
  5. Maggy63

    Maggy63 Kreativmonster

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    Schmerzmittel wie z.B. Tilidin oder Tramadol belasten weder die Leber noch die Nieren und sind für die Langzeiteinnahme bestens geeignet.
    Ich würde dir empfehlen, einen internistischen Rheumatologen aufzusuchen. Der kann dir u.a. auch eine Langzeitverordnung für Funktionstraining verschreiben. Was ganz gut ist, ist Wassergymnastik. Vielleicht kannst du das mal ausprobieren.
     
  6. Mara1963

    Mara1963 Guest

    und macht abhängig, ein Entzug ist kein Spaß.
     
  7. Maggy63

    Maggy63 Kreativmonster

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    Immer wieder die gleichen Diskussionen....:rolleyes:

    Bei Tilidin etc. in Tablettenform ist eine Suchtgefahr so gut wie nicht vorhanden. Anders sieht das bei den Tropfen aus, aber die werden eh kaum noch verschrieben.
    http://mobil.fr-online.de/cms/home/tilidin-keine-suchtgefahr-fuer-schmerzpatienten,1471826,3199138,view,asFitMl.html

    Und selbst wenn es so wäre - bei Fibro wird man bis ans Ende seiner Tage auf Schmerzmittel angewiesen sein, von daher braucht man sich über eventuelle Entzugserscheinungen keine großen Gedanken machen.
     
  8. Mara1963

    Mara1963 Guest

    Hattest du denn schon Tillidin oder Tramal Kati und wurdest nicht abhängig?
     
  9. roco

    roco Guest

    kommt drauf an, was DU undter abhängigkeit verstehst... normale absetzerscheinungen, welche ungefähr ne woche dauern, hat man auch ohne das man abhängig ist.

    ich hab zb. tilidin retard genommen, ohne abhängig zu werden. musste die dann aber wegen meiner verdauaung (die wollte nicht mehr) absetzen... 3/4 tage bissl schwindel und durchfall ... das wars...

    tramadol vertrag ich nicht wegen kreislauf...

    nun nehm ich seit ca. 1,5 jahren oxycodon retard, komme bestens damit zurecht, für schmerzspitzen gibts ab und an mal "ein leckerli" in form von oxy akut, dann gehts aber auf die couch oder ins bett... 3 x musste ich diese medikation bereits unterbrechen wegen OP und von abhängigkeit keine spur. nur die 3/4 tage bissl komisch und der schmerz kam mit macht durch... aber dem körper fehlt ja auch erst mal was.

    und ganz ehrlich... solange ich meine medikamente bekomme ... was meine ärztin mir versprochen hat, ist mir ne evtl. abhängigkeit völlig schnuppe... ohne die pillen ists nämlich überhaupt kein leben mehr... sie nehmen mir nicht den schmerz der ist noch da... nicht so stark und vor allem ist das "nervpotential" weg... ich nehms aber auch eher niedrig dosiert und ich kenn noch nen fibro, der mit 2x5mg/tag + oxy akut für schmerzspitzen bestens auskommt...


    zum glück kann das, in absprache mit dem arzt, jeder für sich selbst entscheiden... und deshalb sollte auch darüber geredet werden.

    LG
     
  10. Carola

    Carola Registrierter Benutzer

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    Guten Morgen,
    das klingt ja ganz gut, aber was ist mit dem Autofahren? Das Problem ist doch, sollte tatsächlich ein Unfall passieren, man muss ja noch nicht einmal selber schuld sein und hat Opiate im Blut, dann ist man dran. Egal, ob einem der Arzt erzählt, dass man noch fahren kann.
    Mich würde auch interessieren, ob Ihr mit Oxy u.ä. voll arbeiten könnt.
    Liebe Grüße
    Carola
     
  11. Anna-Kathrin

    Anna-Kathrin Registrierter Benutzer

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    Beim Autofahren stimme ich dir zu, wenn was passiert trägst du bestimmt mindestens eine Mitschuld. Wenn es sich also vermeiden lässt würde ich das Auto fahren sein lassen.
     
  12. roco

    roco Guest

    naja, ich hab nen rentenantrag zu laufen und werde seit 3,5 jahren durchgehend krankgeschrieben. arbeiten geht schon aus anderen gründen nicht.

    das oxy nehm ich in einer sehr geringen dosis, da ich sehr stark auf bewusstseinsverändende mittel reagiere. oxy ist ja kein schmerzmittel in dem sinne, das es den schmerz verschwinden lässt ... sondern es verändert nur die wahrnehmung. ich merke den schmerz schon, er ist da... aber ich empfinde ihn nicht als so nervtötend wie ohne oxy...

    autofahren tu ich eh schon lange nicht mehr, das hat aber andere gründe. rein vom oxy her würde ich mir das fahren aber schon zutrauen.
    man bekommt, wenn man oxy verschrieben bekommt, einen BTM-ausweis wo die dosis drinsteht... und nach der eingewöhnungszeit (spiegel aufbauen) soll man autofahren dürfen, den ausweis aber immer mitnehmen.

    dann kannst du dir von deinem arzt ein attest geben lassen, das unter dieser dosierung die fahrtüchtigkeit gegeben ist. mit diesem attest zur fahrerlaubnisbehörde gehen und nachfragen, bei positiver aussage ne schriftliche bestätigung geben lassen.
    als letztes gibt es noch verkehrsärzte, die für so ein "gutachten" um die 200€ nehmen...

    damit dürfte das fahren dann solange kein problem sein, bis du evtl. mal unangenehm auffällst (unfall oder so) ... was deine versicherung dazu sagt müsstest du evtl. da erfragen...

    und hier noch bissl was zu lesen ;)

    http://www.betanet.de/betanet/soziales_recht/Autofahren-bei-Medikamenteneinnahme-525.html
     
  13. eve60

    eve60 PMR Fibro

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    Hallo und guten Morgen.

    Ich nehme momentan Novalgin-Tropfen und die helfen mir sehr gut. Irgendwelche Beeinträchtigungen beim Autofahren habe ich damit nicht.

    LG Eve
     
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