Wie lange Heiß"hunger" nach Cortison-stoß?

Dieses Thema im Forum "Cortison / Glukokortikoide" wurde erstellt von Alexa83, 28. Juni 2020.

  1. Alexa83

    Alexa83 Mitglied

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    Hallo,

    ich habe am Dienstag meinen Cortison-Stoß beendet.
    Die letzte Woche davor fing bei mir Heißhunger an, der bis heute, wenn auch nicht mehr ganz so doll, aber dennoch etwas anhält.

    Wie lange kann das noch andauern oder dürfte das eigentlich gar nicht mehr sein???

    Ich habe in dieser kurzen Zeit so gar zugenommen, was ich niemals erwartet hätte. :-(
    Denn als ich einige Monate täglich 5mg nahm, war das nicht so.

    Geht das jetzt von alleine wieder runter oder sollte ich lieber Sport oder so machen? Und wie lange könnte das dauern?

    Liebe Grüße und noch einen schönen Abend...
     
  2. Clödi

    Clödi Registrierter Benutzer

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    Wieviel Cortison hast du denn genommen und wie lange?

    Man kann schon mal etwas Wasser einlagern durch Cortison, was dann aber auch recht schnell wieder verschwindet, wenn man es nicht mehr nimmt.
    Zu dem Heißhunger kann ich leider nichts sagen, da ich das persönlich nicht kenne.
     
  3. norchen

    norchen Registrierter Benutzer

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    Oh Heißhunger kenne ich zu gut, bei 5mg ist das alles gut, aber ab 20 plus muss ich aufpassen.
    Das Wasser was man einlagert geht schnell weg, aber was man über den Bedarf hinaus gefuttert hat bleibt dir erhalten, wenn du nicht gegen steuerst. Ich lenke mich ab im Garten oder mit dem Hund wandern, dann übergehe ich den Heißhunger.
    Wie lange das noch anhält bei dir weiss ich nicht, bei mir geht das mit reduzieren auch zurück
     
  4. Money Penny

    Money Penny Aktives Mitglied

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    Hallo Alexa83, bevor festgestellt wurde das ich dadurch Herzprobleme bekomme, nahm ich auch Prednisolon ein. Die Dosis ging bis 100 mg. Dieser fiese Heißhunger, ja den hatte ich auch. Aber sowas von...... Der ganze Tag bestand nur aus futtern.
    Nach dem Absetzen dauerte das bei mir ca. 4 Wochen, bis er ganz weg war.
    Habe dazu auch Sport gemacht. Fahrradfahren und Laufen ( da konnte ich es noch).
    LG Money Penny
     
  5. Sinela

    Sinela Registrierter Benutzer

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    Ich kenne den Heißhunger auch gut. Ich habe dann statt etwas zu essen viel getrunken oder ich bin spazieren gegangen. Wobei ich mich da an manchen Tagen durchaus auf die Wiese hätte stellen können, um Gras zu mampfen. Zugenommen habe ich aber trotz des Heißhungers nichts oder nur ganz wenig (und das eine Kilo war schnell wieder weg).
     
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  6. Michaela28

    Michaela28 Neues Mitglied

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    ich habe langsam reduziert von 15 mg auf 5 mg Prednisolon und Heißhunger hatte ich nur 2 mal kurz am Abend. Meistens blieb es bei gar keinem Hunger
     
  7. Resi Ratlos

    Resi Ratlos Registrierter Benutzer

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    Inge, du beschreibst das sehr schön, wie sich die Betroffenen fühlen :)
    Die Menschen, die höhere Dosen Cortison nehmen, bekommen richtig Kohldampf, und es hat mit fehlender Disziplin gar nichts zu tun, wenn die mehr essen. Leider nehmen die meisten dabei auch zu - aufgrund der Stoffwechselwirkung des Cortisons ist das auch gut nachzuvollziehen, und die zusätzliche Energieaufnahme erklärt den Rest.

    Mein Bruder hatte vor über 30 Jahren seinen ersten und zweiten MS-Schub innerhalb weniger Monate; die Cortisonstoßtherapie mit anfänglich 1000 mg täglich i.v. über mehrere Tage bedingte bei ihm (und so habe ich es im Krankenhaus auch bei Anderen öfter erlebt....) einen derartigen Hunger, dass er doppelte Portion von jeder Mahlzeit bekam und auch verspeiste.
     
  8. Lagune

    Lagune Registrierter Benutzer

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    Am Anfang, als ich meine Diagnose der Mischkollagenose bekam wurde dann sofort 60mg Cortisison/Predni angesetzt. Vorher hatte ich etwa 15 Kg einfach so rasant an Gewicht verloren nebst unerklärlichen krassen und merkwürdigen Symptomen, völlig unnatürlich, heute weiß ich das es mit meiner damals hochaktiven Kollagenose zu tun hatte, wovon ich ja vor der Diagnose keine Ahnung hatte, das es so eine Erkrankung gibt.

    Durch die hohe Cortisoneinnahme gings dann, nach Diagnosestellung 1994 auch mit dem verlorenem Gewicht wieder hoch (hatte da auch Heißhungerattacken), aber auch meine Beschwerden wurden erträglicher, freu. Es war mir damals egal, wichtig war mir nur, das Ärzte endlich herausfanden was ich habe und mir halfen, auch wenn hochdosiertes Cortison mir dann erst mal eine Gewichtszunahme brachten. Aber das hat mir mein Leben gerettet! Alles andere zählte nicht.
    Ich war dann monatelang quasi "fett" aufgedunsen im Gesicht, ein praller Vollmond, erkenne mich auf damaligen Fotos kaum, war, bin das etwa ich? Aber es hat mir das Leben gerettet und ich bin mittlerweile seit vielen Jahren schon runter auf inzwischen nur noch 4 mg Prednisolon am Tag begleitend durch langwirksame Rheumamedis.
     
    #8 14. Juli 2020
    Zuletzt bearbeitet: 14. Juli 2020
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  9. Resi Ratlos

    Resi Ratlos Registrierter Benutzer

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    Hi Lagune,

    so oder so ähnlich sehe ich das auch und kann die Denkweise gut nachvollziehen. Es nutzt nichts, "schön und schlank", aber dafür schwer krank oder tot zu sein. Ging mir auch so am Anfang.
    Eine bessere Lebensqualität trotz Erkrankung und die Gefahrenabwehr haben im Schub Priorität.
    Eine Tante von mir meinte damals, ich habe aber ein "schön dickes Gesicht bekommen"; sie konnte nicht wissen, warum das so war.....als ich es ihr erzählte, tat ihr die Bemerkung leid.
    Die Gewichtszunahme und die Umverteilung ist leider bei hohen Cortisondosen meistens nicht zu verhindern - aber sie ist auch grundsätzlich reversibel.
    Es kann lange dauern, ist aber möglich, wieder zum Ausgangsgewicht zurückzukommen.
     
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