Wie ist meine Chance auf Reha?

Dieses Thema im Forum "Entzündliche rheumatische Erkrankungen" wurde erstellt von Melmau, 14. August 2020.

  1. Melmau

    Melmau Registrierter Benutzer

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    Hallo ihr Lieben,

    Mein Hausarzt möchte mich in Reha schicken. Ich habe seit 18 Jahren rheumatoide Arthritis und seit etwas über 20 Jahren Panikattacken und seit etwa 5 Jahren mit depressiven Schüben.

    Mein Rheumatologe sagt, dazu wäre meine Krankheit zur Zeit zu inaktiv (Remission). Der Hausarzt will es aber trotzdem versuchen mit einem Begleitschreiben vom Rheumatologen, ich hoffe, er stellt es mir aus.

    Wie sind die Chancen auf eine Reha Bewilligung?
     
  2. kukana

    kukana Moderatorin

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    https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_1/__4.html

    Es gibt laut §4 sgb 1. ein Recht auf Reha zur Sicherung oder Wiederherstellung deiner Gesundheit. Ich hab meinen Antrag einmal mit dem Hausarzt gestellt und einige Jahre später mit dem Rheumatologen.
     
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  3. kanalratte

    kanalratte Bekanntes Mitglied

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    was genau möchten denn hausarzt und/oder du mit der Reha erreichen?

    in einer speziell für rheuma ausgerichteten klinik braucht man sicher eine aussagekräftige begründung durch den facharzt. wenn der nicht mitzieht? versuchen könnte man es aber trotzdem.

    sollte es aber mehr in richtung deiner panikattacken/depressionen gehen ginge da wohl eher was.

    es gibt rehakliniken mit schwerpunkt psychosomatik/angst/panik , psychosomatik depression und auch psychosomatik schmerz als eigenständige stationen, die aber meist interdisziplinär zusammen arbeiten.
    und dafür sind dann facharztbriefe gut. auch wenn du im mom vielleicht keine gröberen probleme mit dem rheuma hast, kann/sollte doch durch den facharzt ein solcher erstellt werden. eben damit nicht "alles" auf die psycho-schiene geschoben wird.

    ansonsten hat in D. jeder anspruch auf eine rehamaßnahme, wenn gesundheitliche probleme bestehen, die das potential haben, die arbeitsfähigkeit oder erwerbsfähigkeit einzuschränken. das ist bei dir gegeben, dein hausarzt sieht das auch so ... also ran an den antrag. bei evtl. ablehnung einen widerspruch schreiben, spätestens dann sollte es klappen.

    am besten gehst du jetzt schon auf suche im netz, welche klinik dir zusagen könnte, du hast nämlich das recht, wünsche zu äußern und wenn das konzept zu deinen problemen passt und in nächster zeit dort auch platz für dich ist, soll diesem wunsch auch entsprochen werden.

    viel glück
     
  4. lumpi64

    lumpi64 Registrierter Benutzer

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    Ich denke, deine Chancen stehen sicher nicht schlecht. Ich habe 2014 komplett alleine (online) Reha beantragt, mein Hausarzt musste noch ein Formular ausfüllen und kurze Zeit später hatte ich den positiven Bescheid. Alle Befunde, hatte ich in Kopie mitgeschickt. War damals in Bad Salzungen. War nicht schlecht, aber nicht unbedingt auf Rheumatiker ausgelegt. Anfang diesen Jahres habe ich wieder selbständig online Reha beantragt (diesmal Wunschkliniken angegeben), mein Hausarzt hat das Formukar ausfüllen müssen und nach ca. 6 Wochen hatte ich einen positiven Bescheid. Es geht nach Bad Eilsen, allerdings warte ich noch auf den Termin zum Antritt der Reha. Corona sei Dank.

    Ich drück dir ganz fest die Daumen.
     
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  5. Maine Coonchen

    Maine Coonchen Registrierter Benutzer

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    Hallo Melmau,
    mich wundert ein bisschen die Aussage deines Rheumatologen, dass er wegen der Remission keine Rehanotwendigkeit sieht. Es ist toll, dass die Erkrankung zum Stillstand gekommen ist. Aber das heißt doch nicht, dass du gesund bist, es ist bleibt eine chronische Erkrankung und dabei ist hier gerade der Präventionsgedanke sehr wichtig und in einer Reha erhält man durch viele Vorträge und Therapien hilfreiche Tipps und Informationen auch für zu Hause, dass es in deinem Fall so bleibt. Vielleicht hatte dein Arzt einen schlechten Tag und ich würde in. nochmals darauf ansprechen oder dein Hausarzt sollte dieses für dich übernehmen.
    Die Frage die sich stellt, was ist der Grund für die Reha, die dein Hausarzt dir stellt. Steht vordergründig die psychische Erkrankung, also die Panikattacken im Vordergrund wird es ja in diese Richtung der Reha gehen.
    Sollten mehr körperliche Beinträchtigungen im Vordergrund stehen, wird dort oftmals darauf geachtet, dass vor einer Reha Maßnahmen wie Krankengymnastik in ausreichender Anzahl stattgefunden haben. Und hier gilt ja dann auch für Rehamaßnahmen der im SGB vorgeschriebene Grundsatz ambulant vor stationär außer es gibt klar definierte Einschränkungen z.B. mangende Mobiltät, die nach zu lesen sind, alles unter dem Aspekt der Kosteneinsparung.

    Aber mach dich nicht verrückt deswegen, wie bereits geschrieben haben viele ihre Reha sofort bewilligt bekommen oder im 2. Schritt, den jeder machen sollte, dann im Widerspruchsverfahren, welches oftmals gängige Praxis ist. Aber ich sehe die Sache für dich positiv und wünsche Dir dann einen vollen Erfolg in der Reha!
     
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  6. kukana

    kukana Moderatorin

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    Du hast ein Recht darauf, sogar alle 4 Jahre sagt man?
     
  7. PiRi

    PiRi IG-Mitglied

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    Ich würd so gerne mal, bin aber leider Rentnerin, da gibt es wohl nix mehr.
     
  8. Lagune

    Lagune Registrierter Benutzer

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    Doch über die Krankenkasse gibt es das bei Rentnern schon, muss aber gut begründet sein. Einen Versuch ist es wert.
     
  9. Resi Ratlos

    Resi Ratlos Registrierter Benutzer

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    Versuchen kannst Du es auf jeden Fall - nur ist der Kostenträger dieses Mal die KK und nicht die DRV ;)
     
  10. Maine Coonchen

    Maine Coonchen Registrierter Benutzer

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    Liebe Piri,
    als Rentnerin steht dir auch eine Reha zu. Deine Krankenkasse ist für Rentner der direkte Ansprechpartner.
    Sinnvoll ist es, dass dein Arzt den Antrag bei der Krankenkasse stellt.
    Meine Erfahrungen als Rentnerin bezüglich Reha sind positiv und dass nicht nur im Regelfall d.h. alle 4 Jahre, sondern auch außerhalb des Regelfalls, war von 2015 bis 2017 jährlich in Reha. Habe dann aus persönlichen Gründen 2018 pausieren müssen und habe Ende 2019 erneut einen Rehaantrag gestellt. Welcher positiv entschieden wurde, nur Corona hat die Umsetzung etwas auf Eis gelegt. Nun habe ich meinen Termin mit der Klinik für Oktober gemacht und hoffe nur das Corona mir nicht wieder dazwischen funkt. Bei Interesse gerne weitere Infos per persönlicher Nachricht.
     
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  11. PiRi

    PiRi IG-Mitglied

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    Vielen lieben Dank für Eure Ratschläge. Beim nächsten Termin bei meinem neuen Hausarzt (der alte ist in Rente, leider) werde ich das mal ansprechen. Frage dann gerne bei Euch nach.
     
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  12. Lagune

    Lagune Registrierter Benutzer

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    Und lass dich nicht unterkriegen, es kann sein das du erst mal eine Absage und keine Genehmigung kriegst, dann trau dich ruhig in Widerspruch zu gehen.

    2011 lernte ich in Reha eine Frau mit entzündlichem Rheuma kennen das sie schon "ewig" hatte, sie getraute sich zu Zeiten in der sie noch arbeitete nie eine Reha zu beantragen, sie hatte immer Angst dadurch ihren Arbeitsplatz zu riskieren/verlieren.

    Wir hatten uns damals angefreundet und saßen am gleichen Tisch zu den Essenszeiten. Ihre erste Reha hat diese Frau in der Altersrente über die Krankenkasse beantragt, die auch erst abgelehnt wurde, sie nahm ihren ganzen Mut zusammen und legte Widerspruch ein und dann wurde ihr tatsächlich drei Wochen Reha über die Krankenkasse in einer Rheumaklinik bewilligt und genehmigt, war damals in die Rheumaklinik in Bad Aibling in der Ghersburgstaße.
     
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