Ich habe im Laufe der Zeit auch einige Strategien entwickeln können, mit dem Schmerz umzugehen.
Ablenkung ist sicher ein wichtiger Baustein und man sollte sich dort Dinge suchen, die einem gut tun.
Dinge, mit denen ich mich ablenke:
- Mit Freunden treffen (meine Freunde kennen meine Krankheit und ich muss mich nciht verstellen), oder -wenn ich nicht raus kann- Freunde einladen oder mit ihnen telefonieren.
- Ein gutes Buch lesen, in dem ich "versinken" kann (gerne Krimis oder andere spannende Bücher - keine Zeitschriften, da man dort nur kurzfristig eintaucht). Ich habe auch immer ein Buch dabei, wenn ich beim Arzt im Wartezimmer bin

- Schmuck herstellen oder sonstwie basteln, vielleicht dabei Musik hören.
- Bei RO chatten

Dinge tun, die mir gut tun:
- Massage
- Duftkerze anmachen
- mit der Katze kuscheln
- Sex

- ein Bad nehmen
- leichter Sport (z.B. Schwimmen in warmen Wasser)
- Einen schönen Kaffe oder Tee trinken (in Ruhe, gemütlich, evtl. auch zusammen mit o.g. guten Buch
)
- Mich hübsch anziehen/schminken, so dass ich mich wohl in meinem Körper fühle und mich gerne im Spiegel sehe
- Entspannungsübungen, z.B. autogenes Training
- Yoga oder Qi Gong
Außerdem habe ich in der Reha gelernt, dass es manchmal auch gut ist, den Schmerz nicht zu ignorieren, sondern sich für kurze Zeit auch mal darauf zu konzentrieren, und nachzuspüren, wo es genau weh tut.
Das klingt erstmal doof, aber kann auch sehr hilfreich sein.
Selbst wenn man das Gefühl hat "alles" tut weh, dann ist das meist nicht der Fall, sondern man hat nur das Gefühl. Nachzuspüren, wo es genau weh tut, ermöglicht auch, nachzuspüren, wo es nicht weh tut.
Dann lenke ich meine Konzentration von den Schmerzen, auf die Stellen in meinem Körper, die nicht weh tun oder sich sogar gut anfühlen (auch das gibt's nämlich in einem Rheuma Körper, wenn man nur lange genug sucht

).
In der Reha haben wir dann die schmerzenden Stellen in einer Entspannungsübung "aufgesucht" und dann mit einer Farbe (ich habe rot genommen) geistig ausgemalt. Dann den Rest mit einer anderen Farbe (Ich habe blau genommen), der nicht weh tut. Und dann langsam die blaue Farbe über die rote laufen lassen.
Ich kann es jetzt nicht so genau erklären, aber das war/ist eine Übung, mit der es mir sehr viel besser ging, und die ich an schlechten Tagen auch selber noch manchmal mache.
Ansonsten habe ich gelernt, auszuprobieren, was in welchen Situationen gegen die Schmerzen hilft.
Manchmal ist es Wärme oder Kälte. Manchmal das betroffene Gelenk mit wechselwarmen duschen abduschen. China Balsam bringt häufig Erleichterung. Massagen. Rheuma-Bad..... etc.
Inzwischen weiß ich ganz gut, was ich wann probieren kann und die Möglichkeit, selbst aktiv etwas gegen meine Schmerzen zu tun, gibt mir auch Kraft.
Wenn ich mich dem Schmerz nicht hilflos ausgeliefert fühle, finde ich ihn leichter zu ertragen.
So, das war jetzt sehr lang (ist ja auch ein weitreichendes Thema

). Jeder entwickelt seine eigenen Strategien. Vielleicht sind ja für dich einige Ideen dabei.
Liebe Grüße,
flower
