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Wie geht Ihr mit Eurer Wut um?

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Uluru, 20. September 2008.

  1. Uluru

    Uluru Neues Mitglied

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    Ich hab ein Problem.

    Ich bin nicht nur wütend, weil ich körperlich krank bin. Ich bin auch wütend, auf viele Dinge, die mir passiert sind, die mich krank gemacht haben, auf die ich keinen Einfluss hatte und jetzt auch nicht habe. Ich bin sehr wütend.

    Normalerweise, früher, kann ich diese Energie in Aktivität umsetzen. Den Dampf ablassen, indem ich körperlich gearbeitet habe oder Sport gemacht habe oder lange Spaziergänge.

    Das geht gerade nicht. Ich bin durch den Infekt, das Rheuma und meine psychische Erkrankung eingeschränkt, dass es besser wäre, die Energie irgendwie anders umzusetzen, um den Körper nicht zu belasten, wo er gerade nach Entlastung schreit. Das Gefühl, mich körperlich bremsen zu müssen, macht die Wut nur noch größer. Und nur nachgeben, löscht die Wut nicht, es ist zu viel davon da.


    Ich weiß nicht mehr, was ich tun soll mit dieser Wut und all den Wünschen, raus zu gehen. In die Sonne, hüpfen, toben, lachen, laufen oder wenigstens lange spazieren gehen. Ich vermisse es so.

    Eine Weile hab ich gestrickt, das hat mich beruhigt. Das geht nun gerade auch nur sehr eingeschränkt.


    Es ist als ob mir nach und nach alles entzogen wird, wo ich vorher gut mich ins Gleichgewicht bringen konnte. Dann bleibt nur noch ich und meine Wut, ich und mein Gefühl, ich und ...



    Wie macht Ihr das, wenn Ihr zu kaputt seid, um einfach die Sau rauszulassen. Wie setzt Ihr Eure Wut, Eure Angst, Eure Verzweiflung um? Wie macht ihr das, wenn Ihr gerade keine Schulter zum Anlehnen habt?

    Was tut Ihr, wenn ihr Euch nicht mehr körperlich abreagieren könnt und Schreien auch nicht geht (die Nachbarn)... ?


    Ich würde mich freuen von Euch zu hören. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich die einzige bin, die das Problem hat.

    Uluru
     
  2. Krümmel

    Krümmel Neues Mitglied

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    Wut

    Hallo erstmal
    Ich kenne das genau wie du ich bin auch oft wütend das mir das Leben Zitronen gab statt süße Kirschen und ich mach es so :
    Laufen geht schlecht etwas kaputt machen geht auch nicht (Ich muß es ja wieder aufräumen)also schreie ich meine Wut heraus ohne Rücksicht auf die Nachbarn.
    Das hilft mir und was noch sehr gut ist wenn ich die Musik megalaut aufdrehe dann sing bzw.schreie ich mit.
    Ich wünsche dir das du lernst deine Wut rauszu lassen denn sie herunter zu schlucken ist garnicht gut..
    Liebe Grüße Krümmel
     
  3. Mupfeline

    Mupfeline Neues Mitglied

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    Tja wie gehe ich mit Wut um? Schreiben. Ich schreibe. Ich schreibe dann und versuche mich damit auseinander zu setzen.
     
  4. Uschi

    Uschi Neues Mitglied

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    Tja ............

    Hallöle,

    also ich bin in den tiefdunklen Zeiten zu einem sehr guten Therapeuten gegangen, der mir mit guten Gesprächen, intensivem Zuhören und dem offenen Verständnis für mich geholfen hat, mich wieder zu mögen, meine Krankheit zu akzeptieren und mit meiner Umwelt zurecht zu kommen.

    Wut, Zorn, Rage, Hass - all das unterstützt die Seele negativ und damit produziert man selbst noch mehr Unwohlsein, Schmerz und Hilflosigkeit.

    Erkennen, annehmen, verarbeiten, auflösen, verstehen - nur dieser Weg führt zu einer einigermassen lebensfähigen Basis, auf der sich die meisten von uns bewegen.

    Mach dich nicht kaputt !! Hol dir Hilfe.

    Alles Liebe, Gute und viel Kraft.

    Pumpkin
     
  5. Mimi B.

    Mimi B. Neues Mitglied

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    ....

    Hallo,

    ich kann Uschi da nur Recht geben, hole Dir Hilfe. Bei mir war es letztes Jahr irgendwann dann so schlimm, dass ich 12 Wochen in einer psychosomatischen Klinik war. Ich konnte nicht mehr und ich wollte nicht mehr. Ich habe da viel über mich gelernt und versuche seitdem mich mehr zu mögen. Habe auch eine gute Therapeutin, zu der gehe ich einmal die Woche, dennoch es ist sehr schwer- ich weiß.... ich habe auch immer wieder Rückschläge hinzunehmen! Ich hatte lange den Weg mir selbst wehzutun gewählt, um mit meiner Wut klarzukommen. Ist natürlich ein rechter Mist, aber ich kann es immernoch nicht so ganz lassen.....
    Also bitte hole dir Hilfe, ich finde, wenn man sich auch mal was von der Seele reden kann, dass hilft schon sehr. und gerade mit jemanden außenstehenden zu sprechen bringt auch immer wieder neue Blickwinkel;

    ich drück dich und einen ganz lieben Gruß
     
  6. valli

    valli Neues Mitglied

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    Hallo!

    Auch ich kenne das - diese maßlose Wut und die Erkenntnis, sich einschränken zu müssen, nicht mehr so leistungsfähig zu sein. Ich versuche meist, mit dem Verstand an die Sache heranzugehen. Das läuft in etwa so ab: ich denke daran, was mir alles Spaß macht und ich noch uneingeschränkt tun kann. Dann überlege ich mir, dass manche Einschränkungen gar nicht sooo schlimm sind und man mit ihnen leben kann - frei nach dem Motto: Stell dir mal vor, du hättest gar keine Beine/Arme/Hände mehr! Wenn ich mir bei diesem Gedanken ein müdes Lächeln abgerungen habe, nehme ich mir meine Liste von Dingen vor, die ich alle noch erleben bzw. ausprobieren möchte und plane das Umsetzen in die Tat!

    Das hilft nicht immer, aber oft! Ich wünsche dir, dass du bald auch etwas findest, mit dem du deine Wut bewältigen kannst!

    Liebe Grüße und gute Besserung!
    valli
     
  7. Rosenbeet

    Rosenbeet Neues Mitglied

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    Wut usw.

    Hallo, meine Liebe!

    Das Gefühl, was du beschreibst, könnte ich erfunden haben....Scherz!
    Und es ist weiss Gott noch noch nicht lange her. Moch hat dann mal ein Therapeut gefragt, ob ich lebensmüde bin. Ich sagte nein, aber ich bin des Lebens müde!
    Ich weiss wirklich auch nicht mehr was schlimmer war, die Depresion oder die Schmerzen, oder alles zusammen. Man kommt einfach bei Null an und der Körper gibt auch wirklich keine Ruhe bis er bei NULL ist. Trotzdem geht es mir heute besser als je zuvor im Lerben, obwohl sich wirklich alles geändert hat. Es ist die innere Ruhe, die ich Gott sei Dank gefunden habe und die ist wirklich etwas besonderes! Aber es hat sieben Jahre gedauert und selbst heute morgen habe ich mich ertappt, dass ich mich wegen meiner Figur enrschuldigt habe. Vor zwei Jahren war ich ja noch sehr schlank und das ist nur ein Beispiel!
    Weisst du, ich glaube, wir haben ja nicht umsonst eine Autoimmunerkrankung, die man ja auch Autoaggressiv nennen kann.
    Hab Mut, nimm es an und es wird sich ein Weg finden. Wenn es zu schlimm ist, dann schreibe!
    Sei ganz lieb gegrüßt und halte durch!!!
    Theresia
     
  8. Uluru

    Uluru Neues Mitglied

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    Hallo Ihr,

    freu mich, dass schon so viele sich gemeldet haben. Danke!

    ich bin schon sehr lange in intensiver therapeutischer Behandlung, derzeit v.a. in Therapieintervallen (Klinik), weil ich in Therapiepause bin (die von der Krankenkasse vorgeschrieben ist). Gottseidank werde ich in einer Therapieambulanz notdürftig aufgefangen. Das ist nicht viel, reicht aber meist, mich am Laufen (und Leben) zu halten. Mein Leben ist Stück für Stück jetzt gründlich in die Brüche gegangen und das war notwendig. Das lag nicht am Rheuma allein. Jedenfalls sitz ich nun auf dem Schlachtfeld, nach der Schlacht und weiß noch nicht, wo ich als erstes aufräumen soll, eigentlich will ich Urlaub. Ja, ich bin wohl auch lebensmüde. Und lebenshungrig. Beides auf einmal.

    Eigentlich ist ein Therapieintervall in der Klinik angesagt, nur muss ich halt die körpergesundheitlichen dringend Fragen klären, weil mir im Moment z.b. die Kraft für die Therapie dort fehlt. Was der Oberwitz ist, weil ja die letzten 2 Rheumatologen meinten, ich solle mal erst die Psyche in Ordnung bringen, bevor ich zu ihnen komme.... das zieht jetzt alles hin, wir wissen ja, wie lange es dauert, bis man Termine bekommt.


    ich bin einfach nicht dazu gekommen, mit meiner Ambulanztherapeutin über die Belastung durch das Rheuma zu sprechen. Nun ist sie im Urlaub. ich möchte mich nicht kaputt machen. Ich find, die wut ist richtig. Nur fehlt mir die Erfahrung, wie ich damit gesund umgehen kann.


    Es ist einfach, dass ich mich so eingemauert in meinem Körper fühle. Und so wehrlos und das triggert mich total. Diese ganze Schwäche. Ich wollte nie wieder schwach sein und nun bin ich es und kann aus diesem Körper nicht raus. Versteht das wer?


    Das mit dem Schreien, darüber denke ich jetzt nach. Es ist hier so hellhörig, dass ich manchmal die Gespräche von den Nachbarn hören kann und so oft, wie ich heule, halten die mich hier eh schon für plem plem.

    Habt Ihr auch öfter das Gefühl, ihr dürftet gar nicht wütend sein? Ich hab immer das Gefühl, ich müsste mir sagen: hei, es geht dir doch noch gut....



    Was war bei Euch, die ihr jetzt vielleicht besser damit umgehen könnt (aus Eurer Sicht) der Aha-Stein, wo es Klick gemacht hat? Wo ihr anders mit der Wut umgehen konntet oder damit einfach platzen zu müssen. Oder gibt es so einen Moment gar nicht?

    ich hoffe, ich darf das fragen. ich möchte niemanden zu nahe treten.
     
  9. murmel62

    murmel62 Neues Mitglied

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    Mein allerschlimmstes Loch hatte ich mit 24 Jahren als die Psoriasis mit aller Macht ausbrach. Ich war damals gerade 3 Jahre verheiratet, 2 kleine Kinder und eine junge lebenslustige Frau mit tausend Plänen. Damals war ich so wütend, hilflos und (aus heutiger Sicht) wohl auch depressiv. Es hat sehr lange gedauert, bis ich mit meiner Umwelt, meinen Schmerzen und mit mir selber klar kam.

    Als ich vor ein paar Jahren die Diagnose PSA bekam, habe ich das erstmal lange versucht zu ignorieren (was auf Grund der zunehmenden Einschränkungen nur bedingt gelingt).
    Nur allmählich lasse ich zu, dass ich mir eingestehe, dass ich wohl oder übel an Grenzen stoße. Ich könnte dann immer hemmungslos heulen, tue es manchmal auch, leider macht mich dass nicht wirklich freier, sondern eher das Gegenteil. Ob ich mich einem Therapeuten anvertrauen würde.....?????
    Ich bin in diesen Phasen auch ziemlich ratlos und bekomme auch ehrlich gesagt, Angst, wie dass wohl in ein paar Jahren aussehen wird.
     
  10. seifchen

    seifchen Neues Mitglied

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    Hallo Ihr Lieben

    Ich versteh euch alle. Lasst uns gemeinsam kraft schöpfen. ich wünsche es mir so.

    Ihr sprecht mir aus der Seele. Ich habs geschafft, die PsoA drei Jahre zu verdrängen. Jetzt schlägt sie noch fester zu als vorher und ich spritze Mtx und TNF-Alpha-Blocker. Ich hab auch noch Diabetes Typ I und natürlich auch Depressionen. Manchmal mag ich einfach nicht mehr. Vor drei Wochen hat mich meine Psychiaterin ins Spital geschickt. Dort haben die sich um die Krankheiten gekümmert und ich musste nichts machen. Das war ja gut und schön, aber ich wollte in mein normales Leben zurück. Denn hier muss ich ja leben. Dann hab ich diese Woche solch starke Schmerzen gehabt, dass ich einfach nicht mehr wollte. Ich würde mir nie etwas antun, aber manchmal wünsche ich mir, es wäre einfach fertig. Einfach einschlafen und nicht mehr kämpfen. Dann hab ich meiner Mutter ne SMS geschrieben: Ich hab solche Schmerzen. Da schrieb sie zurück: Geh zum Arzt. Ihr werdet jetzt lachen, aber das ist mir wirklich nicht in den Sinn gekommen. Keine Ahnung warum. Dabei war es so einfach. Der machte mir ein paar Spritzen in den Rücken und ich fühlte mich wie neugeboren.

    Ich will nicht mehr leiden, ich will leben!!!!!!! Aber das ist einfacher gesagt, als getan.

    Ich wünsche euch einen schönen Abend!
     
  11. Motown

    Motown Registrierter Benutzer

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    Hallo,

    ich denke, dass jeder der krank ist diese Wut kennt. Mal lässt man sie raus, mal ist man zutiefst betrübt und nicht in der Lage die Wut zu kanalisieren und sie sitzt zentnerschwer im Magen. Gerade heute hatte ich das Thema mit meinem Mann. Mir geht so auf die Nerven (bei mir ist noch nicht glasklar was ich habe), dass jeder mich sofort mit dem Satz: "Das wird schon werden, warte erstmal das Krankenhaus ... den nächsten Arztbesuch ... die neue Psychotherapeutin .... ab" mundtot macht. Ich denke, dass man auch einfach mal gebrauchen kann, dass jemand mit einem und dieser Krankheit sitzt und man einfach nur das Gefühl hat, dass der andere das alles mit einem trägt. Es tut gut, wenn man sagt, dass einem der ganze Körper weh tut, der andere nicht sagt: "Das wird schon", sondern vielleicht die Beine auf seinen Schoß legt und sie streichelt und einem das Gefühl gibt, ich bleibe bei dir und bin mit dir. Egal ob es sich um Ehepartner, Lebensabschnittsgefährten, Eltern, Freunde etc. handelt. Jeder hat immer so schnell damit zu tun einem aufzuzeigen, dass es doch Krankheiten gibt die viel schlimmer sind (ja das ist so), dass alles vielleicht irgendwann wieder vorbei ist (ja ... auch das kann kommen), dass man irgendwann ein Medikament findet, dass einem das Leben einfacher leben läßt (auch das kann natürlich irgendwann kommen). Aber was ist mit dem jetzt, in dem man wütend ist, in dem man diese unendlichen Schmerzen hat, wo man denkt, wenn ich jetzt anfange zu heulen höre ich nie wieder auf. Da fühlt man sich alleine durch solche Sprüche.

    Ich denke es gibt kein Patentrezept und ich glaube auch nicht, dass man irgendwann des Stein der Weisheit findet. Schließlich verändert die Krankheit ihr Gesicht und auch wir wachseln und entwickeln uns mit der Krankheit. Manchmal sind wir stark und denken, jetzt kann mir keiner mehr was und fühlen uns wie Arnold Schwarzenegger in seinen besten Zeiten, mal haben wir das Gefühl, klein, schwach und unbedeutend zu sein und haben Angst allen auf die Nerven zu gehen und heulen wenn man uns schief anschaut. Ich denke, die eigentliche Kraft liegt darin immer weiter zu machen. Aufstehen und der Angst, dem Schmerz, der Enttäuschung in die Augen zu schauen und Ihnen klarmachen, dass man sich nicht kleinkriegen lässt. Und wenn man eben gerade wütend ist, dann diese Wut herauszuschreien und in diesem Moment dann einfach nicht an die Nachbarn zu denken, sie denken auch nicht bei allem was sie tun an Dich, ob es Dich nerven könnte.

    Ich wünsche Dir viel Kraft.

    LG
    Susanne
     
  12. Monsti

    Monsti das Monster

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    Hallo Uluru,

    aus unerfindlichen Gründen kenne ich eine solche Wut von mir selbst überhaupt nicht, und ich war Zeit meines Lebens ziemlich gebeutelt. Auch ich war schon in Therapie - aus ganz anderen Gründen allerdings. Damals steckte ich in einer grausigen Ehekrise und hatte gerade die 5. gescheiterte Schwangerschaft hinter mir (Ende des 4. Monats wg. Knoten in der Nabelschnur ...). Damals war ich einfach nur am Ende und brauchte dringend professionelle Hilfe. Es stellte sich nach längerer Therapie (auch stationär) heraus, dass ich unter einer chronifizierten posttraumatischen Belastungsstörung leide (seit 1999 medikamentös behandelt), die ich u.a. meiner meiner Kindheit und Jugend zu verdanken habe. Danach ging es bei mir gesundheitlich nicht unbedingt besser weiter, aber ich habe schon seit langem Wege für mich gefunden, dank derer ich täglich glücklich gestimmt bin - ganz egal was kommt. Ich bin mittlerweile wirklich sehr eingeschränkt, habe aber trotzdem jede Menge Aufgaben und Interessen, die meinen noch vorhandenen Möglichkeiten angepasst sind. Immer noch denke ich, dass so ein 10-12-Stunden-Tag viiiiel zu kurz ist. ;)

    Nicht böse sein, dass ich anders bin. Ich selbst bin echt froh, dass es so ist. Ich wünsche jedem, der psychisch in den Seilen hängt, dass er/sie sein Leben wieder so in den Griff kriegt, dass es trotz aller Hürden Sinn und Freude macht.

    Liebe Grüße
    Angie
     
  13. Uluru

    Uluru Neues Mitglied

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    Huhu Angie,

    ich hab auch ne chronifizierte PTSD und noch ein paar andere Kleinigkeiten, die aus den gleichen Ursachen (Kindheit) entsprungen sind. Deswegen überlädt mich das alles auch, denke ich, weil es gerade 1:1 hoch kommt.

    Ich bin überhaupt nicht böse, dass Du anders bist, anders reagierst. Im Gegenteil. Ich finde das ermutigend!

    Ich finde, man kann von jedem Menschen lernen und wenn Du da so ganz anders durch kommst, dann hast Du vielleicht etwas, was ich noch nicht habe. Wer weiß! Ich les aus solchen Gründen z.B. auch gern Biographien. Es ist unglaublich, was man lernen kann oder wo ich mich bestätigt fühle oder erinnert.

    Hmm. Guck, und weil ich das gerade schreibe, wird meine Wut gerade so viel kleiner, weil ich jetzt weiß, wo ich lesen kann... und mich hier mit Euren Worten und dem Austausch nicht mehr so allein fühl.

    Merci! Gutes Nächtle,

    Uluru
     
  14. linda13

    linda13 linda13

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    servus uluru!
    ich glaube, dass ich dich sehr gut verstehen kann.
    du fühlst dich ausgeliefert und hast das gefühl selbst nichts dagegen tun zu können.
    und das macht dich wütend.
    ich finde deine reaktion völlig normal.
    bei jedem wirkt sich sein schicksal anders aus.
    in deinem fall in wut.
    aber du darfst wütend sein und ich denke es ist auch wichtig für dich, dass du dieses gefühl zulässt.
    deine wut ist ein zeichen dafür, dass du dich noch nicht aufgegeben hast.
    und dass wirst du auch nicht.
    sie ist ein weiterer schritt dein leben zu meistern.
    sieh dies als eine möglichkeit an, das "echte" leben zu erfahren.
    ohne unwichtigen schnickschnack und oberflächlichkeiten.
    was zählt für dich und was ist dir im leben wirklich wichtig?
    sei offen dafür und du wirst dinge "sehen", die dir bis zuvor noch verborgen waren.
    ich möchte dich hier nicht volllabern mit oberklugen sprüchen, sondern dir nur meine eigene erfahrung weitergeben.
    denn ich bin der festen überzeugung, dass alles im leben seinen sinn hat, sonst wäre unser leben nicht sinnvoll.
    aber das ist es.
    es kommt nur darauf an, wie wir damit umgehen und was wir daraus machen (auch wenn wir zbsp körperlich nichts tun können).
    das leben ist schön, wenn auch nicht immer.
    doch würden wir die "höhen" sooo geniessen, wenn es keine "tiefen" gäbe?
    ich glaube nicht.
    wir wären deshalb auch nicht zufriedener.
    das schwierige daran ist nur, dass jeder selbst für sich herausfinden muss, wie er sein leben am besten meistern kann.
    das kann nur jeder für sich selbst tun.
    und das ist eine aufgabe, die uns unser ganzes leben lang begleiten wird, denn unsere lebensumstände ändern sich permanent.
    nichts bleibt gleich.
    du kannst dir anhand anderer sehr gute beispiele einholen und sie ausprobieren.
    doch was dir hilft, weisst im endeffekt nur du allein.
    ich wünsche dir alles gute für deine suche und dass du bald eine lebenseinstellung findest, die dir weiterhilft!
    welche auch immer das sein mag....(und sei es nur, dass du sooo laut brüllst, dass deine nachbarn dabei verrückt werden :D, aber es dir danach besser geht!!!)
    DU SCHAFFST ES!!!
    lg
    linda
     
    #14 21. September 2008
    Zuletzt bearbeitet: 21. September 2008
  15. Jo

    Jo der Jo

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    Hallo Uluru,

    Wut sagt mir, dass ich in eine Situation geraten bin, in der ich mich hilflos fühle.
    Da kann dann schnell auch der Gedanke kommen, am liebsten den Kopf in den Sand zu stecken, alles schwarz zu sehen, allen anderen die Schuld zu geben, sich in eine negative Grundstimmung zu manövrieren usw....
    Und zu fliehen.
    Ich habe jahrelang meine innere Wut und den realen körperlichen Schmerz mit Alkohol betäubt und verdrängt – natürlich ohne sinnvollen Erfolg, aber mit der Konsequenz, meine geistigen und körperlichen Kräfte aufs Spiel gesetzt zu haben…und kein einziges Problem damit gelöst zu haben.
    Um leben zu können musste ich erst diese Sucht besiegen - und kann mich jetzt endlich wieder täglich neu der Herausforderung Leben stellen. Dies gibt mir aber gleichzeitig so viel Kraft, dass ich mit allem anderen Belastenden, schlechten Stimmungen und alltäglichen Problemen anders und gelassener umzugehen verstehe (und weiß, dass es noch viel besser wird ;) ). Klingt schrecklich schnulzig, ist aber so.
    Ich wünsche Dir, dass Du auch einen Weg findest, trotz aller Einschränkungen das Schöne und Lebenswerte in unserer Welt wiederzufinden.
    Gruß und Gesundheit

    Jo
    ps: mein Lieblingshelfer: Musik!
     
    #15 21. September 2008
    Zuletzt bearbeitet: 21. September 2008
  16. Amy80

    Amy80 Neues Mitglied

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    Hallo Uluru,

    ich kenne das auch diese Wut, diese Aression und kein Weg diese auch nur annähernd abzubauen und loszuwerden. Bevor ich Rheuma (PSA) bekam, war ich ein lebenslustiger, sehr aktiver Mensch. Ich war sher ehrgeizig was meinen Job anging, hab viel Sport gemacht, auf meinen Körper geachtet und bin viel mit Freunden unterwegs gewesen. Heute bin ich gerade mal 28 und mein Leben hat sich komplett geändert. Ich hab das Gefühl mir wurde alles genommen, was mir Spass gemacht hat, was mein Leben ausgemacht hat.....ich bin wütend auf die Krankheit, ich bin sauer warum gerade ich? und wie du schon sagtest: kein Ventil............früher ist man einfach losgelaufen oder hat sich aufs Mountainbike gesetzt..........aber das geht alles nicht mehr........und dann hört man nur, suchen sie sich ein anderes Hobby......tss, wenn das so einfach wäre! Therapeuten helfen da auch nur wenig! die sagen dir auch nur, sie müssen sich etwas anderes in ihrem Leben suchen, was ihnen wichtig ist und wo sie den Alltagsstress abbauen können.......drauf geschissen!!! es ist nicht der Alltagsstress, es ist die Krankheit, die mir alles genommen hat und mich immer weiter einschränkt! ich breche nach Feierabend manchmal firmlich zusammen. Während der Arbeit muss ich die Fassade der taffen Frau aufrecht erhalten und schleppe mich trotz starker Schmerzen immer zur Arbeit und ziehe meine Show ab, aber irgendwann geht das nicht mehr............da muss man das raus alssen! und warum nicht schreien udn ein wenig heulen? es geht einem dann deutlich besser und was interessiert, was die anderen denken? es hilft :) ........ich glaub dieser Beitrag klang schon sehr agressiv oder? aber es hat irgendwann klick gemacht, ich hab erkannt, dass ich die Krankheit nicht mehr loswerde, also muss ich mich mit ihr arrangieren....akzepzieren, sie gehört zu mir, sie ist ein Teil von mir.....und wenn man auf seinen Körper hört, in sich hineinhört und MIT der Krankheit lebt, merkt man irgendwann es funktioniert :) weniger Schmerzen, weniger Beschwerden.......ich kann nicht behaupten, dass es immer funktioniert, ich hab auch immer noch leicht depressive Tage, an denen die agressionen wieder kommen......dann wird ein wenig geheult und Dampf abgelassen, dann gehts schon wieder........ich bin ein Mensch der viel mit sich selbst aus macht (brauce dazu keine Seelenklempner) und seit dem ich eine gewisse innere Ruhe gefunden hab, gehts besser :) akzetier wie du bist! schreiben hilft mir übrigens auch! aslo werd aktiv in RO :) kannst mir auch gern mailen! ich höre zu!

    Also Kopf hoch!
     
  17. wienerin

    wienerin Neues Mitglied

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    keine Ratschläge

    Hallo Uluru, ich will und kann dir keine Ratschläge erteilen, nur ein Tip von mir und zwar ein wirklich einzigartiges Buch von Viktor Frankl: "Trotzdem ja zum Leben sagen". Dieses Buch hat mich vor langer Zeit in einer schweren Krise sehr geholfen.

    Viktor Frankl war ein Psychiater aus Wien der die Logetherapie erfunden hat.

    Liebe Grüße
    Wienerin
     
  18. Tortola

    Tortola Aktives Mitglied

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    Tortola an Uluru

    Hallo!

    Dein Schreiben hat mich sehr betroffen gemacht. Ich bin auch oft wütend, habe seit vielen Jahren Schuppenflechte mit Gelenkbeteiligung (Psoriasis-
    Arthritis) und fühle mich von einigen Menschen nicht richtig ernstgenommen - "stell dich nicht so an, andere sind auch krank"!
    Zum Glück habe ich einen lieben Mann, der mich so nimmt, wie ich bin.
    Und wenn ich meine, ich müßte meine Wut an anderen auslassen, habe ich Gott sei Dank noch meinen tollen großen Hund. Den kann ich in den Arm nehmen und richtig heulen, manchmal denke ich, er versteht meinen seelischen Zustand. Dann gehen wir raus, das heißt, wenn ich trotz Schmerzen laufen kann, was oft nicht der Fall ist, und oft ist dann hinterher alles in Ordnung. Wenn nicht, setze ich mich mit einem Buch in eine ruhige Ecke, eine Tasse Tee und Musik, manchmal hilft das.
    Laß den Kopf nicht hängen, wenn ich mal wieder wütend bin auf mein besch... Leben, denke ich an Dich!
    Liebe Grüße von Tortola:):)
     
  19. SchirmerElke

    SchirmerElke Stehaufmännchen

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    Buchen/Odw.
    ?

    Wut ist ein Ventil und wenn das Ventil zu ist, dann reagiert der Körper.
    SO hat bei mir meine Krankheit(CP) angefangen.
    Ich war in einer Situation aus der ich nicht rauskam, und irgendwann
    ist der Druck nach innen losgegangen.
    Meine HÄ hat mir dann irgendwann eine Therapeutin empfohlen, die
    hat mir sehr geholfen. Und ich habe mir auch geholfen, da war alles
    dabei, Schreien im Wald, weinen, und nein sagen. Und einen Weg
    für sich suchen, egal was die "anderen Leute" dazu sagen.
    Eine gewisse LmaA-Einstellung, kann mit helfen.

    Ich wünsche Dir, daß Du Deinen Weg finden mögest, wobei das
    aber auch schon länger dauern kann, bis man den hat, und sich
    dann auch gut fühlt.

    Liebe Grüße von schirmchen
     
  20. Uluru

    Uluru Neues Mitglied

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    Ihr seid einfach spitze!
    :heartline:

    Beim Lesen der letzten Beiträge ist mir dann endlich aufgegangen, was los ist und wo ich ansetzen kann. Das Ding ist, dass ich ein Teil der Einschränkungen durch das Rheuma schon kompensiert hatte. Aber diese Dinge sind fast alle weg gefallen wegen der psychischen Geschichte. Nun schaut da der Zweifel um die Ecke, der mir sagt: ich weiß nicht, ob ich es (immer/ schon) wieder schaffe, mich neu zu erfinden, mir neue Hobbies zu suchen. Und das macht Angst. Ich hab schon so oft eine 180° Wendung hingelegt. Das war auch wichtig.

    Dass ich noch mehr Angst habe als sowieso, dass macht mich wütend.

    Rheuma hab ich ja schon seit 2001 und da war schon eine gehörige Lebensumstellung notwendig. Dann ging das besser, aber ich musste mich wegen der Psyche sehr umstellen. Und nun hab ich beides zusammen.

    Jetzt hab ich weniger Angst vor meiner Wut. Ich verstehe sie besser. Ich verstehe, dass ich wütend sein darf, weil es eben nicht immer nur lustig und aufregend ist, das Leben neu kennen zu lernen. Normalerweise seh ich Veränderungen nämlich schon oft eher so, weil bei mir kein Stein auf dem anderen bleibt. Vielleicht war es jetzt einfach zu viel.


    Das Schlimmste ist, fühle ich gerade, wütend auf die Wut zu sein. Ich glaube, es ist ein wenig so, als würde ich nicht akzeptieren was ist.


    Viktor frankl! Danke, das Buch wollte ich schon lange lesen. ich werd es mir bestellen. Ich hab "dienstags bei morrie" gelesen, ähnliches Thema. Aber ich glaube, neue Worte, die täten mir jetzt gut.


    Ganz herzlichen Dank an Euch alle, ich fühl mich etwas besser. Tut gut, verstanden zu werden. Ich weiß jetzt wieder, es sind viele kleine Schritte, die dann die Besserung bringen.


    Würde mich freuen, wenn der Thread hin und wieder oder noch ne Weile am Leben bleibt. Glaube, es gibt da noch viel zu entdecken. Im positiven Sinne.


    Einen schönen Sonntag!