Ich geb mal mein Statement ab ...
Nach etwa 20 Jahren nach der RA-Diagnose, kann ich heute ein halbwegs normales Leben führen. Ich gehe Vollzeit in einem Schreibtisch-Job arbeiten. Obwohl es mir immer schwerer fällt das Arbeiten durchzuhalten, merke ich, dass es anderen ohne Erkrankungen mitunter auch nicht anders geht.
Mein Krankheitsstatus ist eine ausgeprägte Morgensteifigkeit, die meist über den Tag nicht ganz aufhört.
Ich habe immer wieder kleine Entzündungen und Schwellung , aber alles in allem in moderatem Umfang und aushaltbar. Die Gelenke schmerzen mal mehr mal weniger und feuchtkalte Witterung macht es meist etwas schlimmer.
Es haben sich eine ganze Reihe anderer Krankheiten ergeben. In wie weit die in direktem Zusamnenhang mit der RA stehen, kann ich nicht sicher sagen, es gibt aber einige Wahrscheinlichkeiten. Z. B. hat dauerhaft hohes Prednisolon wahrscheinlich eine Steroid-bedingte Typ 2 Diabetes ausgelöst, die aber gut eingestellt ist.
Die RA steht sicherlich in Verbindung mit einer moderaten Fibromyalgie und einer beginnender Psoriasis Arthritis. Auch eine chronische Erschöpfung (Fatique) steht sicher in dem Zusammenhang.
Ich komme heute viel besser mit der Erkramkung klar als in den Anfängen. Damals gab es viele Ängste und Befürchtungen, die sich aber nur in geringem Umfang bewahrheitet haben. Natürlich ändert sich das Leben mit einer chronischen Krankheit, aber es geht trotzdem weiter.
Die letzten 20 Jahre hatten einige Höhen und Tiefen und auch richtig miese Phasen, die sehr viel Kraft gekostet haben.
Es gab aber auch positive Effekte. Mein Beruf heute ist sehr viel besser als zur Zeit der Erkrankung.
Die Anfangsprognose war, dass ich eventuell nach einigen Jahren mit einem Rolli Freundschaft schließen muss. Davon bin ich auch heute noch weit entfernt.
Mit den Medies war es so eine Sache. Die erste Medikation war nur gruselig. Danach folgte eine recht gute Phase von 9 Jahren mit funktionierender Medikation. Nachdem die nicht mehr wirkte, brauchte ich 5 sehr herausfordernde Jahre bis wieder etwas gut und dauerhaft funktionierte. Mit dieser Medikation komme ich seit einigen Jahre gut klar.
Insgesamt kann ich festhalten, dass mir die Medikamente , wenn sie funktionierten, gut geholfen haben. In Phasen ohne Medies oder mit nicht funktionierender Medikation war mein Zustand zeitweise katastrophal. Daher bin ich sehr froh und dankbar meine Medies zu haben und werde nervös, wenn sie mal kurzfristig nicht lieferbar sind.
Fazit nach 20 Jahre RA & Co:
Ja ... Rheuma ist schon eine richtig blöde Erkrankung. Man kann aber trotzdem ganz gut damit leben, wenn man die richtige Medikation findet und es gelingt, den Alltag auf die sich verändernden Voraussetzungen anzupassen. Eine positive Einstellung ist der Anfang echter Verbesserungen.
LG Manoul
