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Wetter und Psyche

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von JMCL, 22. Februar 2005.

  1. JMCL

    JMCL Neues Mitglied

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    Ich hätte mal eine Frage:
    Dies ist mein erster Winter mit cP und mir geht es seit Weihnachten immer mieser, die Gelenke melden sich mal stärker, mal weniger stark. Meine Rheumatologin und mein Hausarzt zucken mit den Schultern, zugegebenermaßen mitfühlend, und weisen aus dem Fenster "das Wetter eben". Bei uns in der Gegend ist es seit Wochen kalt und nass. Meine erste Frage wäre also, ob es wirklich so sehr wetterabhängig ist, wie man sich fühlt? Ober ist es nur eine mehr oder weniger subjektive Wahrnehmung, weil graues nasses Wetter eben auch mal die Seele drückt? Nur ergänzend: mein Cortisonverbrauch (eigentlich ausschleichend) wurde jetzt auf 20 mg tgl. für eine Woche hochgesetzt, dann soll ich in 2,5-Schritten einmal wöchentlich wieder reduzieren - nebenbei nehm ich noch 10 mg MTX einmal wöchentlich in Tablettenform und 15 mg Mobec tgl.
    Dann meine zweite Frage zur Psyche: Seit 1/2 Jahren arbeite ich ehrenamtlich und eigentlich ärgere ich mich sehr oft über meine "Mitstreiterin", ich hab gelernt, auch mal "nein" zu sagen, aber es reicht irgendwie nicht dafür aus, dass ich ärgerfrei wieder nach Hause komme.
    Ich bin überzeugt davon, dass die zweijährigen Sorgen um die berufliche Situation meines Mannes mit dazu beigetragen haben, dass mir cP ausgebrochen ist.
    Trotz aller Gelassenheitsübungen kann ich Stress nicht vermeiden (kann ja auch etwas positives haben), muss ich ihm ausweichen, damit ich weniger körperliche Beschwerden habe? Wie sehr beeinflusst Stress wirklich meine cP? Welche Erfahrungen habt Ihr damit?
    Ich hoffe, ich hab mich einigermaßen verständlich ausdrücken können und einige von Euch können mir dem Weg der Selbsterkenntnis ein wenig weiterhelfen. Einen sonnigen Tag wünsche ich Euch Allen,
    herzliche Grüße JMCL
     
  2. Monsti

    Monsti das Monster

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    Hallo JMCL,

    bei mir war und ist Stress der Hauptauslöser für Schübe, wohingegen das Wetter eine fast verschwindend geringe Rolle spielt. Ich glaube, jeder muss für sich selbst herausfinden, was ihm gut tut und was nicht. Mir tut es gut, bestimmte Situationen nicht mehr so intensiv an mich heranzulassen. Das zu lernen, hat länger gedauert. Es klappt auch nicht immer ... aber immer öfter ;). Indem ich den Alltagsstress möglichst klein halte, komme ich mit überraschenden Krisensituationen sehr viel besser klar als noch vor ein paar Jahren.

    Liebe Grüße von
    Monsti
     
  3. VerenaHH

    VerenaHH KrankeSchwester

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    zuerst zum Cortison. 2,5 mg pro Woche reduzieren finde ich ein wenig sehr schnell. Zumindest unterhalb von 15 mg. Die meisten von uns reduzieren in wesentlich kleineren Schritten und viel langsamer.

    Zum Stress.
    Ich glaube es lässt sich oft nicht vermeiden Stress zu haben und der Stress alleine ist vermutlich nicht schuld. Ich denke es ist zudem sehr wichtig ab und an, am besten regelmässig, etwas gutes für sich selbst zu tun. Sei es lesen, Sauna, Sport.......Vermutlich ist die Kombination von mehreren Dingen schuld wenn wir an manchen Tagen schlechter drauf sind als sonst. So geht es ja gesunden Menschen auch. Ich selbst bemühe mich in solchen Zeiten einfach darum, neben all den unangenehmen Dingen, Zeit für mich ganz alleine irgendwie zu organisieren und sei es nur ein Tag an dem ich wirklich lange Ausschlafen kann. Ansonsten bemühe ich mich einfach darum mich durch meine Erkrankungen nicht so sehr bestimmen zu lassen.


    Gruss
     
  4. cher

    cher "Hessisches Mädel"

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    Hallo,

    ich mache immer wieder die Erfahrung, dass es mir bei bestimmten Wettersituationen ( Nebel, Feuchtigkeit, usw) sofort viel schlechter geht. Oft wache ich nachts mit sehr schlimmen Schmerzen auf und kann nicht mehr weiterschlafen. Wenn ich aus dem Fenster schaue, hat es dann meist geschneit oder es ist neblig oder es regnet stark.
    Natürlich kann sich negativer Stress, vor allem wenn er länger dauert, auf den Gesundheitszustand schlimm auswirken.
    Jeder sollte einmal genau überprüfen, indem er ein Schmerztagebuch führt, welche Situationen, ob Wetter oder Stress, für ihn schlecht sind.

    Dir eine schmerzfreie Zeit

    cher
     
  5. pinklady

    pinklady Guest

    Hallo JMCL!

    Also erst mal zum Wetter:
    Bei mir sind die Beschwerden auch schlimmer, wenn es draussen nass ist, die Kälte hingegen tut meinen Gelenken gut. Arthritis hat meiner Meinung nach viel mit Wetterfühligkeit zu tun.
    Zur Psyche:
    Das ist schon klar, dass dieses Wetter auf die Seele drückt, und wenn es der Seele nicht gut geht, wirkt sich das auf den ganzen Körper aus.
    Zum Thema Stress:
    Stress schadet mir auch, die Beschwerden verschlimmern sich dann. Momentan, da ich im Abistress bin, halte ich mich an eine strikte Diät (kein Fleisch, kein Zucker etc.) und damit komme ich gut zurecht. Jetzt in der Fastenzeit lässt sich das ja gut verbinden :)
    Also keine Panik, wenn es dir im Winter schlechter geht, das ist ganz "normal". Man muss halt das beste daraus machen, der Sommer kommt schon :) Und wenn du dir deine gute Laune nicht verderben lässt, werden die Beschwerden auch besser (hat viel mit mentaler Beeinflussung zu tun)!
    Viele Grüße & gute Besserung

    pinklady
     
  6. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

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    hallo jmcl,

    ich denke auch, dass jeder unterschiedlich reagiert.

    bei mir hat das wetter nicht so einen grossen einfluss auf meine ra.

    ich merke wetterumschwünge eher in form von sehr tiefem schlaf

    zum beispiel bei sturm und gewitter.

    in den letzten beiden tagen hatte ich enorm viel stress, und habe mir

    glatt einen kleinen schub eingehandelt, der sich besonders auf die hände

    auswirkt. dieses phänomen beobachte ich öfter an mir, kann praktisch

    bei der schubentwicklung zugucken.

    ich wünsche dir baldige besserung!

    marie

     
  7. Sylvi

    Sylvi Deichkind

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    Hallo JMCL,

    Wenn ich Stress habe, dann geht das bei mir weniger auf die Gelenke, eher auf den Magen, der durch die Tabletten, die wir ja alle Schlucken müssen, eh schon angegriffen ist.
    Das Wetter macht sich dann doch mehr bemerkbar. Wenn das Wetter von schlecht auf gut umschlägt, ist es besonders stark. Durch das Basismedi hat sich aber auch das gebessert.
    Mir macht nur dieser öde Winter anscheinend psychisch ganz schön zu schaffen. Morgens ist es noch dunkel wenn ich zur Arbeit fahre und wenn ich Feierabend habe, ist es auch schon wieder dunkel. Mir fehlt irgendwie das Tageslicht. Davon kriege ich nen richtigen Depri. Und wie Pinklady schreibt, denke ich auch, leidet der ganze Körper mit :confused: .
    Naja bald kommt der Frühling und die Lebensgeister erwachen. :)

    Gute Besserung.

    Gruß
    Sylvi
     
  8. Brigitta

    Brigitta Neues Mitglied

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    Ist wohl bei jedem anders ... ich hab jedenfalls den Eindruck, dass das Wetter keinerlei Einfluss auf meine RA hat. Auf meine Stimmung natürlich schon, ich bin einfach besser drauf, wenns hell ist (dabei kann ansonsten ruhig Sauwetter sein - Licht ist für mich einfach das Wichtigste). Wenn ich auf das Thema Rheuma und Wetter angesprochen werde, lüge ich allerdings :D , weil ich keine Lust auf ewig gleiche Diskussionen habe - es ist einfach zu sehr in vielen Köpfen drin, dass es Rheumakranken bei Sauwetter schlecht gehen muss.
     
  9. tok

    tok Neues Mitglied

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    Was das Wetter angeht:
    bei mir (>20 Jahre cP) kann ich keinen Zusammenhang zwischen meteorolog. Größen wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Sonnenscheindauer oder ähnliches
    und der rheumatischen Aktivität entdecken. Das haben ja übereinstimmend auch viele von sich behauptet. Lediglich eine herannahende Gewitterfront oder starke Regengüsse erzeugen bei mir eine angenehme Schläfrigkeit. Natürlich korreliert das Wetter mit der Psyche, so dass Krankheitssymptome bei schlechtem Wetter wohl eher als bei gutem Wetter bemerkt werden.
    Zudem soll scih die Wetterfühligkeit bei zunehmenden Alter auch noch verstärken. Für das miese Wetter im Winter halt ich es, wie mit einer österreichischen Redensart: >noch nicht einmal ignorieren<.

    Was den Stress angeht:
    Es ist für mich interessant festzustellen, dass doch einige negativ auf Stress reagieren. Auf mich trifft dies zumindest nicht zu. Ich bin trotz meiner über 20 jährigen cP Erfahrung noch immer nicht in der Lage Schübe (auch nicht kurzfristig) vorherzusagen (außer bei Gelenküberlastung natürlich).

    Alles Gute
    tok
     
  10. Monsti

    Monsti das Monster

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    Hallo tok und Ihr anderen,

    hab jetzt eine neue Umfrage dazu ins Forum "Umfragen" gestellt. Wär schön, wenn Ihr fleissig abstimmen würdet.

    Liebe Grüße von
    Monsti
     
  11. JMCL

    JMCL Neues Mitglied

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  12. Monsti

    Monsti das Monster

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    Hallo JMCL,

    das mit dem Tempo der Cortisonreduzierung richtet sich vor allem nach der Dauer der Einnahme und der Dosierung. Wer 1 Woche lang Cortison in sehr hoher Dosierung genommen hat, kann schnell wieder ausschleichen (je Woche um die Hälfte der vorherigen Dosis runter). Jemand der z.B. 10 mg über Monate oder gar Jahre genommen hat, muss in Mini-Mini-Schritten runterschleichen.

    Beispiel: Ich hatte 5 Jahre lang Cortison geschluckt, überwiegend in relativ geringer Dosis, so um 5 mg Prenisolon herum. Vor einen Jahr erhöhte ich meine übliche Dosis wegen eines heftigen Schubs von 4 mg Urbason auf 16 mg Urbason. Das Zurückschleichen von 16 mg auf 4 mg ging flott (3 Wochen), das komplette Ausschleichen von 4 mg auf Null dauerte Monate und ging aufgrund der Langsamkeit sehr gut.

    Liebe Grüße von
    Monsti
     
  13. gisela

    gisela kleine Käsemaus

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    Hallo JMCL,
    Deine Reduzierung von dem Cortison passt schon so. Wie Monsti schon schreibt, es kommt auf die Dosierung und auf die Dauer der Einnahme an.

    Ich nehme normal 5mg Cortison. Wenn ich mir dann mal einen Cortison-Stoss verpasse, dann nehme ich vier Tage 20mg und gehe jeden 5 Tag um 2,5mg runter bis ich wieder bei 5mg bin.

    Wie geht es Dir im Moment?? Du must halt jetzt abwarten, ob Dir das Cortison über den Schub hilft. Wenn Du danach immer noch Probleme hast wäre es wahrscheinlich besser das MTX etwas anzuheben. Du bist mit 10mg eh an der unteren Grenze. Vielleicht würde es was bringen, wenn Du auf 12,5mg oder auf 15mg gehst. Nur so als Gedanke. Du kannst ja mal Deinen Rheumadoc darauf ansprechen, wenn es Dir nach dem Cortison-Stoss noch nicht besser geht.

    Liebe Grüße
    gisela