1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

Wer kennt sich aus mit hohen intravenösem Cortisonstoß bei Spondylarthritis?

Dieses Thema im Forum "Entzündliche rheumatische Erkrankungen" wurde erstellt von Algel, 28. Mai 2010.

  1. Algel

    Algel Neues Mitglied

    Registriert seit:
    9. Oktober 2008
    Beiträge:
    69
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Krefeld
    Wer hat Erfahrungen mit diesem Thema?

    Auf Anraten eines Prof. der mit meinem Hausarzt zusammenarbeitet, bekomme ich seit 4 Tagen 500 mg Sulo-Decortin- Infusionen.
    Am ersten Tag danach verspürte ich allgemeine Besserung, die aber von Tag zu Tag weniger wurde. Meine ständigen Leistenschmerzen waren plötzlich wieder- verstärkt- da. Heute nach dem 4.ten Tag geht
    es mir besonders schlimm, da sich daraus ein starker Hexenschuß gebildet hat. Ich kann mich nicht mehr aufrichten, bin total schief und habe starke Schmerzen. Mein Hausarzt ging nicht weiter auf die Schmerzen ein und empfahl mir sogar morgen noch eine Infusion zu nehmen. Das werde ich jetzt auf keinen Fall tun.
    Außerdem habe ich im Internet recherchiert, ob eine Verschlimmerung der Beckenschmerzen eintreten kann. Leider finde ich dort nichts. Dazu muß ich sagen, daß ich nur Decortin bekomme (Prednisolon) und keine Schmerzmittel dazu. Kann das der Grund sein?

    Ich habe schon früher mal kombinierte Cortisonspritzen für meine Schmerzen in der Leiste und Hüfte bekommen, die dann wirklich immer geholfen haben.
    Warum klappt es jetzt nicht bei mir? Viele sollen gerade doch Cortisonstöße von Schmerzen - wenn auch nur kurzfristig - befreit werden.
    Hat jemand von Euch Ahnung?
    Würde mich über eine schnelle Antwort sehr freuen!
    Inge
     
  2. Kira73

    Kira73 Uveitispapst

    Registriert seit:
    17. April 2006
    Beiträge:
    3.398
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    München
    Hallo Algel,

    ich hab in meinem schlimmsten Zeiten 1000mg Infusionen bekommen, zweimal die Woche. Ich war damals 14 und sie wußten sich noch nicht recht zu helfen. Das war in Garmisch.

    Ich denke die Schwierigkeit ist nicht fehlendes Schmerzmedi, denn deine Leistenschmerzen kommen mit hoher Wahrscheinlichkeit von den Hüften. Die Hüfte tut nicht seitlich oder hinten weh, sondern in den meisten Fällen in der Leiste. Schmerzmedis wirken da ohnehin nur wenig.

    Das Cortison drückt zwar eine etwaige Entzündung runter, aber dennoch kann es sein, dass der Schmerz springt. Du fährst mit so einer hohen Dosis "den Körper an die Wand". Irgendwo kommts raus. Man kann es nicht wegwischen. Der " Hexenschuss" ist sicherlich Folge der Verspannungen , die du zwangsläfig bekommen musst, da der Körper total unter Strom steht.

    Ich hab gut da dran getan es mit allen Nebenwirkungen durchzuziehen. Nach den Infusionen hab ich mich immer total zugedröhnt gefühlt. Irgendwie war mein Körper wie abgehoben. Aber, nach erfolgter Therapie ging es für lange Zeit besser.

    Viele Grüße
    Kira
     
  3. Steve72

    Steve72 Neues Mitglied

    Registriert seit:
    2. Dezember 2009
    Beiträge:
    66
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Hamburg
    Also eines steht schonmal (hoffe ich) fest: Cortison ist kein Schmerzmittel und wirkt auch nicht so. Cortison ist ein Hormon welches in aller Regel (es sei denn man hat ein Problem mit den Nieren z.B.) in der Nebennierenrinde produziert und wirkt sich - nach dem es in der Leberpassage zu Cortisol verstoffwechselt wurde - auf diverse Vorgänge im Körper aus.
    Das Cortisol wird bei Dir jetzt dazu "hochgejagt" um eine massive Bekämpfung von Entzündungsreaktionen bei Dir auszulösen - das das ganze erst einmal Schmerzen machen bzw. verschlimmern kann ist als normal einzustufen.
    Bei diesen Mengen einfach eine Behandlung abzubrechen, weil du irgendwelche Bedenken hast würde ich Dir auf jeden Fall nicht raten, da Du im schlimmsten Fall Probleme mit den Nieren (und diese Probleme sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen wenn man keine Lust auf ein Leben an der Dialyse - im schlimmsten Fall - hat) bzw. ein Entzugssyndrom o.ä. bekommen kannst !
    Schnapp' dir den Professor und berichte ihm von Deinen Problemen - nur er (und das meine ich wörtlich !) wird wissen, wie weiter zu verfahren ist, denn in aller Regel hat ein Hausarzt nicht wirklich den erforderlichen Hintergrund um eine solche Therapie durchzuführen (so etwas machen in aller Regel Endokrinologen).
    Also - lass' dir nicht irgendwelchen Schrott erzählen, der von "erfahrenen" Rheumatikern kommt - Dein Arzt ist der Mann der Stunde.
    Falls sich jetzt jemand durch meine teils deutlichen Worte an den Karren gefahren fühlt: Ich komme aus der Medizin, habe eine Colitis Ulcerosa sowie eine sehr schwere Form der reaktiven Polyarthritis und habe schon einiges an Cortison (i.V., als Infusion oder Tabletten) bekommen und weiß in dieser Hinsicht was das Zeugs anrichten kann - aber auch was passieren kann, wenn man es von jetzt auf gleich absetzt !

    LG,

    Steve

    P.S.: Hast Du dich schonmal per Ultraschall auf einen beginnenden Leistenbruch untersuchen lassen ? Ich hatte selber früher probleme mit der Leiste (jetzt sind es beide *fluch* ^^) und damals hat mein Chirurg als zweiten Griff nachdem er meine Leiste abgetastet hat eine Einweisung ins Krankenhaus geschrieben. Dort wurde ich dann (mit "großem" Schnitt, da die endoskopische Methode noch nicht 100% erfolgreich ist, wie mir ein ehrlicher Chirurg erzählt hat) aufgemacht und es wurde ein beginnender Leistenbruch festgestellt und ein Netz eingebracht.
    Oftmals ist danach noch die andere Seite dran - ein Bekannter von mir hatte erst die rechte, dann die linke und zum schluss beide gleichzeitig "gebrochen", so kann das kommen :)
    Fass' Dir ein Herz und vertraue deinen Ärzten - wie oben geschrieben komme ich aus diesem Bereich (Notfallrettung) und beschäftige mich seit ich 12 bin mit Medizin. Durch meinen Beruf habe ich einen recht großen Bekanntenkreis aus sämtlichen Fachrichtungen, mit denen ich sehr gut irgendwelche Fragen durchdiskutieren kann - das hat mir schon einiges gebracht.
    Was mir persönlich (da ich halt wie erwähnt das Interesse habe) sehr viel gebracht hat um die CU und die RP zu verstehen war die Uni-Bibliothek. Ich habe mir kurzerhand einen Leserausweis ausstellen lassen und lese was das Zeug hält. Soviele Bücher wie man dort bekommen kann kann man sich nie leisten (ich weiß wovon ich rede - ich habe hier ein ganzes Bücherregal voller Fachbücher) - und vor allem weisst Du dann, wovon die Ärzte reden ! Ich persönlich habe immer großen Wert darauf gelegt, das die Ärzte mit mir in "Fach-Chinesisch" reden (auch wenn das einige blöde Blicke meiner "mitbewohner" im Zimmer nach sich zog ^^) - dadurch kannst Du sehr viel enger mit den Ärzten deine Probleme beratschlagen.
    Ich kann dich aber auch verstehen, das Du ein wenig eingeschüchtert oder sogar ängstlich bist - bei mir ist das ganze zu tage gekommen, nachdem ich mit unstillbarem Durchfall ins Krankenhaus gekommen bin. Dort wurde ich richtig auf den Kopf gestellt, was auch nötig war, da ich plötzlich eine bakterielle Superinfektion, einen Temperaturanstieg auf 41°C in 2 Stunden, einen Krampfanfall (da ich unerkannt eine Meningitis bekommen habe) und in der Folge eine 1-Wöchige Bewusstlosigkeit entwickelte - Du glaubst nicht wieviele Ärzte ein Krankenhaus zusammentrommeln kann, wenn es einen solchen Patienten auf der Intensivstation gibt (da eine Colitis Ulcerosa (die Diagnose wurde da gestellt) nicht zu den häufigeren Krankheiten zählt).
    Dort hat sich mein "Hobby" aber auch ein wenig bezahlt gemacht wenn man es so sehen will: Ich habe zusammen mit den Ärzten bei der Visite beraten, was man evtl. als nächstes machen könnte um herauszufinden, was ich eigentlich habe - denn wirklich klar war es keinem, ob es nun die Putzfrau war oder der Professor.
     
    #3 29. Mai 2010
    Zuletzt bearbeitet: 29. Mai 2010
  4. Algel

    Algel Neues Mitglied

    Registriert seit:
    9. Oktober 2008
    Beiträge:
    69
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Krefeld
    Danke für Eure Antworten, liebe Kira und Steve.
    Ja, ich war gestern wirklich schlecht drauf, weil ich durch Kortisonspritzen noch nie eine Verschlechterung erfahren habe, ganz im Gegenteil! Ich habe sogar schon in meine Leiste, (die übrigens auch schon abgeklärt wurde, daß es sich keinenfalls um einen Leistenbruch handelt!) diese Spritzen bekommen und sie haben mir immer geholfen, natürlich war dann immer Schmerzmittel dabei.
    Nun habe ich gestern zusätzlich zu meiner Infusion eine Voltaren 100 genommen, hatte noch die ganze Nacht Schmerzen, doch tagsüber konnte ich schon wieder herumlaufen und es wurde immer besser. Ja, Kira, auch ich habe mich zugedröhnt gefühlt, sicherlich hast Du recht, daß sich die Schmerzen einen anderen Weg gesucht haben. Nur bin ich überzeut davon, daß ich eine rheumatische Krankheit habe und dann sagt man, daß Cortison die Entzündungen blockiert und man - wenigstens zeitweise - schmerzfrei ist. Wenn nun Kortison zusätzliche Schmerzen verursachen kann, handelt es sich dann um kein Rheuma???
    Doch ich glaube so einfach kann man das nicht sagen!
    Sehr wahrscheinlich muß ich abwarten, wie es mir in der nächsten Zeit geht.
    Übrigens Steve, hatte ich diesen hohen Cortisonstoß für max.3- 5 Tag verordnet bekommen, je nach Verträglichkeit. Ich habe jezt nach der 4.ten Infusion aufgehört, nachdem ich stärkere Beschwerden bekam. Das ist vollkommen in Ordnung. Man muß auch auf seinen Körper hören!
    Schön, daß Du so gut über Deine Krankheit informiert bist. Ich bin da ganz Deiner Meinung. Auch ich lese alles, was ich nur irgendwie bekommen kann. Inzwischen bin ich wirklich gut informiert, wie mir auch mein HA bestätigt, doch heißt das leider nicht, daß ich bis jetzt den richtigen Arzt gefunden habe. Meine Krankheit ist leider so schlecht zu diagnostizieren, ohne üblich erhöhte Blutwerte, ohne Schwellungen und die Diagnostik der Bilder fällt jedesmal anders aus!!
    So ist jeder Arzt froh, wenn er "nichts für mich tun kann". Trotzdem bleibe ich "am Ball" und probiere alles aus.

    Z.Z. habe ich gerade gelesen, daß ein Knochszintigramm mit Kontrastmittel unbedingt als
    Frühaufnahme (als nicht erst 2 Stunden später) gemacht werden soll, da man sonst die Entzündungen im Becken nicht mehr erkennen kann! Werde gleich in der nächsten Woche forschen und evtl. bei mir ein neues Szintigramm (auf dem man bisher keine Entzündungen sehen kann - warum auch immer!!!) machen lassen.

    Einen schönen schmerzfreien Abend wünscht Euch Algel/Inge.
     
  5. luke

    luke HYLO-VFKQHJJHULVFK

    Registriert seit:
    28. August 2009
    Beiträge:
    352
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    evil-hausen
    hallo Steve72,

    ich möchte nicht klugsch... aber die nierennebenrinde hat nix mit der niere zu tun, sondern die heißt so weil sie neber der niere liegt.
    http://www.rheuma-online.de/a-z/c/cortison.html <- die ersten sätze

    gruß

    luke
     
  6. Steve72

    Steve72 Neues Mitglied

    Registriert seit:
    2. Dezember 2009
    Beiträge:
    66
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Hamburg
    Moin nochmal !

    Also bei mir wurde die Szintigrafie so durchgeführt: Ich habe das Kontrastmittel bekommen und wurde einmal im Schnelldurchlauf durchleuchtet (funktioniert zwar genau anders herum aber ist ja egal *g*), danach hatte ich 2 Stunden "freigang" damit sich die Isotope an die entzündeten Stellen anlagern konnten, danach wurde ich noch einmal gescannt, was fast eine Stunde gedauert hat.

    @ luke: Stimmt (http://de.wikipedia.org/wiki/Nebenniere) - aber meinst Du nicht das man das hier als ein Organ betrachten kann ?