Hallo Rendi,
ich hatte im Herbst 2005 wegen nicht beeinflussbarer Rückenschmerzen mit Akupunktur begonnen. Diese wurde von einer ausgebildeten TCM-Medizinerin durchgeführt bis Frühjahr 2006. Als ich meiner Ärztin von der zwischenzeitlich im Januar 2006 diagnostizierten unspezifischen Arthritis erzählte, riet sie mir dringend, erst mittels klassischer Schulmedizin die rheumatischen Beschwerden in den Griff zu bekommen. Denn auch die alternative Medizin ist nicht nebenwirkungsfrei.
Sie erklärte mir auch, dass der Reiz, der durch Akupunktur ausgelöst wird, in Verbindung mit der schulmedizinischen Behandlung, zu stark sein kann für den erkrankten Körper. Dies geschieht übrigens noch viel stärker durch die unterschiedlichen Teeauszüge und weiteren Behandlungsformen, die bei TCM möglich sind. Die sie mir aus obigem Grund verweigerte.
Deshalb ist es so wichtig, immer nur mit einem Behandlungsweg und einer Substanz bzw. Behandlungsform zu beginnen. Denn wenn Nebenwirkungen auftreten, weiß man sonst nicht, was die NW ausgelöst hat. Genauso wenig weiß man natürlich, was eine Verbesserung bewirkt hat.
Ihr Hauptargument gegen eine reine alternative Behandlung war, dass es sich bei einer rheumatischen Erkrankung um eine derart gravierende, den gesamten Organismus betreffende Erkrankung handele, dass es geradezu fahrlässig sei, sich ausschließlich auf die zwar effektive, aber doch recht langsam wirkende Traditionelle Chinesische Medizin zu verlassen. Denn vor Wirkungseintritt könnten bereits die ersten Gelenke, oder auch inneren Organe bei einer Kollagenose, unwiederbringlich zerstört sein.
Sobald ich aber eine gut wirksame schulmedizinische Basismedikation gefunden hätte, wäre sie gerne bereit, mich zusätzlich mittels Akupunktur, aber auch mit den Teeauszügen, zu behandeln. Allerdings auch hier: eine Behandlungsform nach der anderen, nicht zu viel auf einmal.
Deshalb beschränkte sich meine TCM-Ärztin bei meinen letzten Behandlungen ausschließlich darauf, das Shi zu stärken, vereinfacht übersetzt: das Gleichgewicht zu stärken. Und sie intensivierte ihre Diagnostik. So fand sie heraus, dass meine Gallenblase gereizt sei, was sorgfältig zu beobachten sei. Ein Hinweis, den mein HA ernst nahm und auch regelmäßige Sono-Untersuchungen durchführte. Aufgrund dessen wurden dann auch 15 Monate später meine Gallenblasensteine gefunden, als sie noch sehr winzig waren, keinerlei Beschwerden verursachten und mittels Medikamenten aufgelöst werden konnten. Diese Auflösung dauerte zwar 1 ½ Jahre, zwischenzeitlich war auch schon an eine OP gedacht worden, weil sie doch noch begannen, sich unangenehm bemerkbar zu machen, aber ohne die vorherige Diagnostik der TCM-Ärztin wären sie erst ein ganzes Jahr später entdeckt worden.
Die Ärztin riet mir auch zu Ostheopathie, wie Monsti in ihrem Beitrag schrieb. Diese physiotherapeutische Behandlung half mir letzten Sommer recht gut, die beschwerdearme Zeit zu verbessern. Mittlerweile stecke ich wieder in einem derart heftigen Schub, dass sich kaum ein Behandler traut, mich richtig anzufassen, geschweige denn physiotherapeutische Behandlungen durchzuführen. Deshalb warte ich nicht nur sehnsüchtig darauf, dass wir endlich wieder eine stabile sonnige Wetterlage erhalten (bei Sonne, gleich ob mit klirrendem Frost oder bei trockener Hitze, geht es mir immer gut), sondern auch dass die Medis im Verbund ihre Wirkung entfalten mögen.
Ach ja, nur noch zur Erngänzung:
Die gleiche Aussage meiner TCM-Ärztin erhielt ich übrigens auch von der Naturheilklinik Blankenstein in Hattingen. Sie behandeln sehr effektiv schwere Erkrankungen, wie Rheuma, Diabetes, Krebs, Herzinfarkt-Patienten. Allerdings erst, wenn der Patient schulmedizinisch stabil eingestellt ist. Und sie ändern nichts an der schulmedizinischen Medikation, sondern geben nur zusätzliche Anregungen, was man selber positiv ergänzen oder verändern kann. Aus diesem Grund wurde ich auch noch nicht in der Klinik Blankenstein aufgenommen, obwohl sie fast direkt vor meiner Haustür liegt.
Noch einen Aspekt muss ich ansprechen: Die Kostenübernahme ist nicht immer so einfach, wie es dargestellt wird. So werden meist lediglich 10 Sitzungen übernommen. Die aber bei weitem nicht ausreichen (crystal schrieb bereits ausführlich darüber).
Ich hoffe, ich konnte Dir einige weitere Informationen geben.
Und ich hoffe noch mehr, dass Du eine für Dich gute Behandlung erhältst, die Deine Beschwerden effektiv lindern.
Liebe Grüße
Erika