Servas miteinander, leine Mittstreiter,
ich versuche mich kurz zu fassen:
also liebes Klappscharnier, ich schließe mich den Vorrednern an - keine Angst vor potenten Schmerzmitteln! Der Schmerz, solange er noch irgendwie spürbar ist, wirkt als Gegenspieler zur Sucht zu den Nebenwirkungen wie Atemdepression.
In der Behandlung chronisch schmerzkranker Menschen muss man immer mit bedenken, was die Ursache der Schmerzen ist und hier wird leider, auch von erfahrenen Medizinern viel in einen Topf geworden.
Persönlich machte ich schon Erlebnisse mit Aussagen von Medizinern, wo ich sagte/bewertete/mir dachte - "WOW - jemand, der an die Patienten denkt!" bis hin zu "WOW, was für ein Volldepp!"
Es gibt durchaus mediziner, welche den Einsatz von Opiaten in der Behandlung chronisch schmerzkranker Menschenn sehr kritisch gegenüberstehen udn sommit eher Aussagen von sich geben, dass man alle in von Verhaltens- und Psychotherapie, physikalischer Therapie und teilweise Naturheilverfahren, Homöopathie und TCM ein chronisches Schmerzsyndrom behandeln kann. Nur bei ganz schweren Schmerzen gestatten sie dann leichte Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac.
Aber auch andere Äetzte setzen auf die von den anderen Schreibern erwähnte multimodale TherapieBwo starke Medikamente eingesetzt werden, damit man zu manchen Sachen wie Rehasport oder manchmal auch einfachsten Bewegungen erst mal fähig ist.
Auch mit der Aussage des Opiat/Morphinentzugs - da bin ich nicht immer einverstanden. Meist ist es so, dass hier eine sogenannte Opiatrotation gemacht werden musste, das heisst, das eine starke Schmerzmittel langsam herunter schleichen udn das andere starke Schmerzmittel langsam ansetzen. bei manchen Menschen muss man das öfters machen, bei manchen eher nicht so öfters, da sind alle Menschen verschieden.
Nur, das Wort "Entzug" ist mir hier zu negativ besetzt und kann zu Fehlinterpretationen führen. Einen Diabetiker setzt man ja auch nicht auf einen Insulinentzug oder einen Herzkranken auf Blutdrucksenkerentzug!
Grundsätzlich aber gilt, dass so viel und und so oft wie nötig, so wenig und so selten wie möglich gegeben genommen/gegeben wird. Daher finde ich es auch wichtig, wenn beispielsweise ein Hausarzt sich immer wieder überzeugt, dass die Therapie, so wie sie ist noch gut für den Patienten ist und vor allem, das dieser zufrieden und einverstanden damit ist.
Auch gilt der Grundsatz, dass schnellwirksame Medikamente - Tropfen, Spritzen, manche Tabletten,Lollies, Schmelztabletten nur zu Bekämpfung von Schmerzspitzen eingesetzt werden sollen, da hier ein Potential der psychischen Abhängigkeit gegeben ist, wenn diese Medikamente dauerhaft in großer Menge über einen langen Zeitraum eingenommen werden.
Es gibt eigentlich für jedes Opiat sogenannte Retardformulierungen, das heißt, dass diese Medikamente den Wirkstoff kontrolliert über 8-72 Stunden an den Körper abgeben, allerdings hier eben keine Schmerzspitzen, oder auch von manchen Durchbruchsschmerzen genannt, abdecken.
Und nicht jedes Opiat ist Morphin! Morphin ist ein Stoff, der aber zur Berechnung der Schmerzmitteldosen als vergleichswert angenommen wird, man nennt dies auch "Goldstandard".
Anhand von Potenzrechnungen kann jede Opiat in seiner Wirkstärke und seiner Dosis theoretisch gegen Morphin hochgerechnet werden. Dies nennt man in der Fachpraxis auch die sog. "Morphinäquivalenz".
Und natürlich sollte die Therapie eben nicht nur die Pillen enthalten - sondern mit vielen Sachen zusammengestrickt werden. Und da braucht hier jeder Mensch für sich was eigenes und ein persönliches Muster - und dies ist hier in erster Linie die Aufgabe der Schmerztherapeuten. Viele Menschen sind in der Lage nach Anleitung und Verständnis für ihre Situation ganz viele Dinge in den Alltag einfließen zu lassen und das muss nichts Weltbewegendes sein, Hauptsache es beeinflusst die Lage positiv.
Beispiel: Für manche ist schon morgens der Geruch des frischen Kaffees und er ersten Zigarette schon entspannend und schmerzmoduliernd - und der Tag beginnt trotz des täglichen Schmerzes gleich anders, als wie wenn er in STRESS; HEKTIK UND "HUSCH HUSCH" BEGINNEN WÜRDE:
Deswegen kann ich nur sagen, wichtigen Therapieoptionen aufgeschlossen sein, den Artz oder andere "Auskenner" fragen, auf sich achten, achtsam sein und schaun, dass man sich ablenkt, viel Freude hat, wenig Stress und Ärger hat und sich es einfach, so es die Situation erlaubt, sich schön macht und mit a kloanes bissal Optimismus an seine Krankheitssituation rangeht.
Nochwas - der Frühling kommt und damit die wärmere zeit - für viele ein Aufatmen nach diesem Winter.
Wer Fragen hat, also immer heraus damit!
In diesem Sinne, alles Liebe,
Sosch