Welche Schmerzmittel nehmt ihr?

Dieses Thema im Forum "Sonstige Medikamente und Schmerztherapie" wurde erstellt von Flocke_79, 4. Februar 2017.

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  1. Resi Ratlos

    Resi Ratlos Guest

    Vielleicht müsste man einfach das Wort "abhängig" etwas differenzieren.

    Wir alle sind auch von Nahrungsaufnahme und Flüssigkeitszufuhr "abhängig", müssen zur Toilette gehen und brauchen Kleidung, um unsere Temperatur zu halten.

    Wir alle brauchen Cortison, Schilddrüsenhormon, Insulin und Enzyme, um unsere Lebensfunktionen aufrecht zu erhalten.
    Ich finde es daher müßig, bei notwendiger Unterstützung von Abhängigkeit zu sprechen.
    Nicht jede Erkrankung reguliert sich nunmal selbst.

    Dass bestimmte Substanzen, darunter auch manche Schmerzmittel, zu einer Gewöhnung mit physischen Folgen bei Entzug führen, ist ein Pferdefuß, der manchmal unumgänglich ist, sonst reden wir der ganz harten Tour ("was uns nicht tötet, macht uns stärker") unkritisch das Wort.
    Für viele, sehr viele Probleme kann das wohl kaum die Lösung sein.

    Manche, ebenfalls viele gesundheitliche Probleme sind hausgemacht; das ist seit Langem und mehr oder weniger uns Allen bekannt, ändert aber wenig an dem individuellen Leidensdruck.
    Dass eine Änderung des Lebensstils (physisch, psychisch, sozial!) manches besser machen kann, ist eine Sache - die praktische Umsetzung meist eine ganz andere.

    Also bleiben oft nur "symptomatische" Therapien, wenn tiefgreifende ursächliche Änderungen nicht verfügbar sind. Dazu gehören Cortison, Schmerzmittel und sämtliche Basismedikamente ebenso wie psychomodulierende Substanzen gar nicht selten.

    Ist also alles nicht trivial......Patentrezepte für Alles hat vielleicht ein Mr. Trump parat, ob sie für unsere Bedürfnisse dann auch funktionieren, weiß der Geier ;)

    Nachdenkliche Grüße, Resi. Ratlos
     
    #21 6. Februar 2017
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 6. Februar 2017
  2. Mimmi

    Mimmi Kleine Naschkatze

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    @ Gertrud, meine Hausärztin sagte, ich solle Lyrica und Ibu nicht zusammennehmen, da das auf die Nieren gehen könnte!
    Im Übrigen nehme ich nur eine schwache Dosis Lyrica, müsste eigentlich mehr nehmen.. Das mache ich nur zur Nacht etwas gesteigert, damit ich so einigermaßen schlafen kann. So etwa einmal pro Woche nehme ich eine Schlaftablette....und dann habe ich KEINE Schmerzen im Kiefer, wenn ich aufwache..... Das werde ich noch mit meiner Schmerzärztin diskutieren...

    Wünsche Euch eine schmerzfreie Woche,

    Mimmi
     
  3. Maggy63

    Maggy63 Kreativmonster

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    Die Frage war ja nun nicht, ob überhaupt Schmerzmittel, sondern welche...
     
  4. Mara1963

    Mara1963 Guest

    Das stimmt nicht bzw. bezweifle ich das sehr. Ich hatte vor 35 Jahren einen schweren Motorradunfall und war ein Jahr im Krankenhaus ... Damals wurde noch sehr, sehr, sehr sparsam mit Schmerzmitteln umgegangen. Ich hatte höllische Schmerzen, doch leider nur eine Tagesration, die der Arzt verordnet hat. Die habe ich mir dann aufgehoben für abends, dass ich zumindest etwas zur Ruhe kam....

    Nie mehr habe ich wegen dieser damiligen Schmerzen Probleme gehabt - wieso sollten sie dann im Hirn wo hängen geblieben sein?

    Mara
     
  5. Maggy63

    Maggy63 Kreativmonster

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    Bei dem Einen so, beim Anderen so.... Man kann nicht immer von sich auf Andere schließen. Da hast du dann Glück gehabt.
     
    tiliotissa56 gefällt das.
  6. Mara1963

    Mara1963 Guest


    Was ist schlimm daran, wenn man sich an einen Schmerz erinnert?
    Ich kann mich schon auch noch an die damaligen Schmerzen erinnern, aber es ist vorbei und ich belaste mich doch nicht mehr damit, wie so sollte das ein Mensch tun, sich mit alten Schmerzen zu belasten?
     
  7. norchen

    norchen Registrierter Benutzer

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    Mara hier geht es ja nicht um das erinnern. Sondern der Mensch ist fest davon überzeugt das er die Schmerzen in echt hat, obwohl die Ursache längst behoben ist.ä
    Man hört das sehr oft bei ambutierten, die klagen über schmerzen im ...Als Beispiel....rechten Fuß obwohl der nicht mehr da ist.
    Ich glaube das ist soooooooooooooooooo vielseitig und jeder Mensch ist anders.
    Und schön das du diese Schmerzen von damals nicht mehr körperlich als solche spürst :top:
    Aber es gibt auch andere Fälle
     
  8. Mara1963

    Mara1963 Guest

    Das sind doch dann Phantomschmerzen, das ist wieder was anderes. Die kommen zustande, da die Nerven noch vorhanden sind.

    Ich denke mir viel eher, dass Schmerzen durch zu viele und harte Schmerzmittel irritiert werden und dann durch den Entzug wenn das Medikament ausfällt, wieder entstehen.

    Das ist aus der Suchtmedizin längst erforscht. Einmal Oxycodon immer dieses Medi, sonst dreht der Mensch vor Schmerzen durch oder er macht einen schmerzhaften Entzug; genauso bei Tilidin u. a.

    Klar ist jeder Mensch anders und jeder wählt eine andere Behandlung, wie dem jeweiligen selbst beliebt, die Verantwortung übernimmt schließlich der Patient alleine im Ernstfall, nicht der behandelnde Arzt.
    Viele Ärzte verschreiben, damit sie Ruhe haben und der Patient zufrieden ist - das sollte man nicht außer Acht lassen.

    Muss halt jeder selbst wissen, wollte das nur anmerken, falls es jemand beherzigen mag.
     
  9. Resi Ratlos

    Resi Ratlos Guest

    Die "Nerven"enden, die dem Areal entsprechen, das den Betroffenen subjektiv weh tut, sind eben NICHT mehr da - daher der Name Phantomschmerz.
     
  10. Maggy63

    Maggy63 Kreativmonster

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  11. Mara1963

    Mara1963 Guest

    Zum Glück kann man das Schmerzgedächtnis auch überlisten (falls sich denn eins eingestellt hat, was psychische Hintergründe hat); nicht jeder Mensch neigt dazu sich ein Schmerzgedächtnis einzuhandeln.

    Die modere Schmerztherapie setzt daher auf einen sogenannten multimodalen Ansatz. Bei der multimodalen Schmerztherapie arbeiten verschiedene Berufsgruppen gemeinsam Hand in Hand. Beispielsweise Ärzte, Psychologen und Psychotherapeuten. Durch intensiven Austausch miteinander können die einzelnen Therapiebausteine besser miteinander vernetzt werden. Die multimodale Schmerztherapie bedient sich der Lernfähigkeit des Gehirns. Aus diesem Grund setzt sie unter anderem auf sogenanntes „Re-Learning“. Beim „Re-Learning“ wird das Schmerzgedächtnis unter Mitarbeit des Patienten umprogrammiert. Der Patient wird angeregt, Aktivitäten oder auch Tätigkeiten durchzuführen, die ihm zuvor aufgrund seiner Schmerzen nicht mehr möglich waren. Auf diese Weise erfährt er, dass diese Aktivitäten nun weniger schmerzhaft sind als früher. Das neue positive Erlebnis prägt sich ein und überschreibt das negative „Erfahrungsprogramm“ des Schmerzgedächtnisses. Patienten mit Arthrose könnten beispielsweise in Absprache mit ihrem Arzt nach einer Schmerzbehandlung zum Beispiel versuchen, wieder längere Spaziergänge, leichte Einkäufe oder Erledigungen zu Fuß zu unternehmen oder schwimmen zu gehen.

    http://arthrose-journal.de/leben-mit-arthrose/schmerzgedachtnis/
     
  12. eve60

    eve60 PMR Fibro

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    @mara1963:

    Das mit dem Schmerzgedächtnis ist eine ganz andere Sache und hat mit zu viel Schmerzmitteln nicht das Geringste zu tun. Im Gegenteil. Bekämpft man Schmerz nicht, kann ein sog. Schmerzgedächtnis entstehen.
    Das liegt daran, daß der Körper in einer bestimmten Situation gewöhnt ist, die entsprechenden Botenstoffe auszuschütten. Z.B. die Schmerzen, die bei bestimmten Wetterlagen entstehen.
    Ich weiß da ziemlich genau, wovon ich spreche. Lange Zeit waren ja Bandscheiben-OP´s verpönt, weil man andererseits zu schnell operiert hatte. Mir hätte das fast einen dauerhaften Schaden zugefügt. Ich war auch zunächst der Meinung, nur sehr sparsam mit Schmerzmitteln umzugehen, war in meinem Fall aber falsch. Nachdem ich mir meine BS-OP "selbst" organisiert hatte und diese ein voller Erfolg war, bekam ich trotzdem noch die gleichen Schmerzen. Der Prof. sagte mir dann, das würde auch noch sehr lange dauern, bis mein Schmerzgedächtnis zurückgehen würde. Und genau so ist es verlaufen.

    Fazit: Schmerz zu bekämpfen, auch mit Medis, ist enorm wichtig. Man darf Schmerz nicht lange aushalten, dann hat man wirklich ewig was davon.

    Und das hat nichts, aber auch rein garnichts mit psychischen Gründen zu tun.
     
  13. Clödi

    Clödi Registrierter Benutzer

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    Zur Frage:
    Ich nehme gelegentlich (eigentlich fast nie) Ibuprofen 400.
    Das ist über die Jahre nicht mehr oder weniger geworden.
    Ich nehme eigentlich nur Schmerzmittel, wenn ich es nicht mehr aushalten kann.

    Naproxen, Voltaren, Acemetacin und Meloxicam hatte ich auch schon, aber aus verschiedenen Gründen abgesetzt.

    Lg Clödi.
     
  14. roco

    roco Guest

    ja genau ... was sagt dir das "modern" in dem satz?

    das sind alles theoretische ansätze, die seit einigen jahren in der praxis erprobt werden, langzeitstudien sind noch garnicht möglich.

    die schmerztherapie steckt in den kinderschuhen... hast du ne multimodale schmerztherapie gemacht? ich ja, gerade vor einem jahr - 6 wochen lang.

    dort sind alles spezialisten gewesen, in jedem bereich... und JEDER von denen sagt, das ein schmerzgedächtnis nicht weggeht, so man erst mal eines entwickelt hat. das sind die ergebnisse bisheriger forschung und auch anwendung der multimodalen schmerztherapie...

    man "bastelt" im mom an den auswirkungen, versucht dem menschen beizubringen, wie sie die schmerzen besser ertragen können, wie sie trotz schmerzen bestimmte dinge wieder machen können, die ihnen früher spaß gemacht haben. und wie sie die schmerzen (auch) zb. durch selbstablenkung reduzieren können. und somit auch den schmerzmittelgebrauch. und das schmerzgedächtnis ist nichts bewusstes, sondern genauso was unbewusstes, wie alle erfahrungen, die wir (u.a. in der kindheit) gemacht haben.
    ich zb. krieg heut noch nen halben herzinfarkt, wenn sich ein schlüssel im schloss dreht, obwohl ich WEISS, das da niemand kommen kann, der mir böses will... ich kann diesen starken schreck (mit all seinen auswirkungen) nicht mehr loswerden, aber durch erkennn und üben kann ich dafür sorgen, das die auswirkungen nicht mehr in dem ausmaß und nicht mehr so lange da sind...
    genau das muss passieren bei nem schmerzgedächtnis. aber man sollte sich von dem gedanken lösen, das man es wieder loswird...

    und wenn du kein schmerzgedächtnis gebildet hast, dann hattest du einfach glück, oder eine andere schmerzwahrnehmung als andere, eine höhere schmerzschwelle oder weiss der fuchs. übrigends sind auch da schon genetische dispositionen festgestellt worden, ebenso die tatsache, das es auch damit zu tun hat, wie "kind" gelernt hat, mit dem leben umzugehen...

    du hast in so einigen bereichen ne ziemlich "schwarz-weiss"-denke... aber so ist das leben nicht... und ein schmerzgedächtnis bildet sich erst recht nicht durch den gebrauch von schmerzmitteln...
     
  15. Mara1963

    Mara1963 Guest

    Finde ich genauso wenig, wie manche Leute unbedingt darauf beharren, dass es gut ist, wenn man viele Medikamente genießt ;) - sagt halt jeder hier seine Meinung roco, du tust das ja auch in die eine Richtung.

    Bestimmt möglich. Früher hats halt geheißen, das musst du "aushalten". Dass es Schmerzmittel gibt wusste ich lange nicht, bei uns zuhaus gabs so was nicht, nur verschiedene Kräutertees; keiner hat da Medikamente eingenommen, meine Mutter mit 80 Jahren immer noch nicht.

    Ich denke mir halt immer jedes Medikament zerstört im gleichen Maße im Körper indem es hilft.

    Zum Thema zurück:
    Ich nehme bei ganz schlimmen Schmerzen Ibuprofen 400 mg ansonsten warme Bäder, Rotlicht, Heilerde, Retterspitz.
     
  16. Resi Ratlos

    Resi Ratlos Guest

    Ebenfalls zum Thema (hatte mich zu anderer Diskussion verleiten lassen):

    Ich nehme sehr, sehr selten mal ein Schmerzmittel - wenn doch, dann eine (1!) Tablette Paracetamol oder Ibuprofen 400 oder 600 mg oder ASS 500 mg.
    Eine Steigerungstendenz oder gar Abhängigkeit im engeren Sinne ergibt sich daraus ohnehin nicht.

    Mara,

    Das ist eine persönliche These von Dir und schlichtweg durch NICHTS außer Deiner Meinung begründet ;)
     
  17. Mara1963

    Mara1963 Guest

    Es ist aber doch erwiesen, dass jedes Medikament zerstörende Nebenwirkungen hat, wenn auch nicht sofort bemerkbar. Belastet die Leber, Nieren, Herz- und Kreislaufsystem und so weiter und so fort...

    Manchmal ist es unumgänglich Medikamente einzunehmen, ist aber doch logisch vosichtig abzuwägen, oder?
    Nicht immer kann man sich da auf die Ärzte verlassen.
     
  18. Resi Ratlos

    Resi Ratlos Guest

    Es ist erwiesen, dass jedes Medikament schädliche Nebenwirkungen haben KANN, nicht dass es sie haben MUSS (Imperativ!).
    Bist Du sicher, dass es so einschichtig ist, wie Du es wahrnimmst? Ich nicht!

    Mein Lieblingssatz in diesem Zusammenhang: "Die Krankheit kommt OHNE Beipackzettel!"

    Das ist leider eine fatale Tatsache, weil sie Einsicht und Compliance zu einer Therapie so sehr im Wege stehen kann......:(

    Noch ein Wort zur multimodalen Schmerztherapie, und dann ist es für mich auch gut:
    das Wort "multi" enthält doch suggestiv schon, dass es nicht ganz simpel ist, oder?
    Das bedeutet also eher "aufwändig" - gute Sache, aber eben nicht im Alleingang und auch nicht nebenbei ;)
     
    #38 6. Februar 2017
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 6. Februar 2017
  19. roco

    roco Guest

    sorry, aber ich kenne NIEMANDEN, der "viele medikamente GENIEßT" ... für mich ist deine wortwahl schon fast ne provokation... und auf sowas lass ich mich nicht mehr ein... da das nicht das erste mal ist... ich muss mal schauen, ob ich dich nicht für mich blockieren kann... DU reichst mir nämlich langsam...
     
  20. Mara1963

    Mara1963 Guest

    Lässt du dich so leicht provozieren roco, zu einer Diskussion darf doch durchaus ein bisschen Reibung genören ;). Ich habe absichtlich "genießen" geschrieben, da es Menschen gibt, die auch Medikamentmissbrauch betreiben - was allerdings ihre eigene Sache ist; deshalb schrieb ich "wie jedem beliebt".

    Und es ist doch so, dass es jeder für sich so macht, wie er es als richtig empfindet und hier im Forum schreiben wir unsere jeweilige Meinung dazu, deshalb tauschen wir uns aus.

    Wenn ich dir dennoch reiche, dann machs gut,
    viele Grüße von Mara
     
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