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weihnachtsgedichte

Dieses Thema im Forum "Kaffeeklatsch" wurde erstellt von roco, 5. Dezember 2003.

  1. roco

    roco Guest

    für kinder

    hallo leute,

    hab mal eine bitte an euch. mein sohn hat bald weihnachtsfeier und findet alle gängigen weihnachtsgedichte blöd. habt ihr nich welche, die nicht immer und überall aufgesagt werden? natürlich dürfen sie auch nicht sooo lang sein. wäre nett, wenn ihr mir aushelfen könntet. :)

    eure conny

    (mein sohnemann ist 9 jahre
     
    #1 5. Dezember 2003
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 6. Dezember 2003
  2. kukana

    kukana Moderatorin

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    hallo,

    leider schreibst du nicht wie alt dein sohn ist. aber guck doch mal hier, ein modernes gedicht aus dem jahr 2000 von bornemann.

    Die 2000 Weihnacht

    Das Jahr 2000 bricht nun an
    man sieht erstaunt den Weihnachtsmann
    wie schon in guten alten Zeiten
    ganz langsam durch den Schornstein gleiten.

    Doch das Jahrtausend bricht nun an
    wie jeder ja bald sehen kann
    wo's nirgends einen Schornstein gibt
    den jedes Kind so innig liebt.

    So muss der Weihnachtsmann beizeiten
    durch Netze in Computer gleiten
    und wenn ein Kind nicht artig war
    ist schwups, ein dicker Virus da.

    Geschenke werden komprimiert
    und immer ist der angeschmiert
    der nicht den Wunsch per E-Mail sendet
    ich hoffe nicht, dass es so endet !!!!

    © Heinz Bornemann
     
  3. Neli

    Neli Optimistin

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    Hallo rocofra,

    hier mal ein paar Gedichte, die wir teilweise schon in der Schule
    aufgesagt haben.
    Ob sie aber Deinem Sohn gefallen, weiß ich natürlich nicht.



    "Weihnachten"

    Markt und Straßen stehn verlassen,
    Still erleuchtet jedes Haus,
    Sinnend geh ich durch die Gassen,
    Alles sieht so festlich aus.

    An den Fenstern haben Frauen
    Buntes Spielzeug fromm geschmückt
    Tausend Kindlein stehn und schauen,
    Sind so wunderstill beglückt.

    Und ich wandre aus den Mauern
    Bis hinaus ins freie Feld,
    Hehres Glänzen, heilges Schauern!
    Wie so weit und still die Welt!

    Sterne hoch die Kreise schlingen,
    Aus des Schnees Einsamkeit
    Steigts wie wunderbares Singen -
    O du gnadenreiche Zeit!

    Joseph von Eichendorff (1788 - 1857)




    "Weihnachtszeit"

    O schöne, herrliche Weihnachtszeit!
    Was bringst du Lust und Fröhlichkeit!
    Wenn der heilige Christ in jedem Haus
    teilt seine lieben Gaben aus.

    Und ist das Häuschen noch so klein,
    so kommt der heilige Christ hinein,
    und alle sind ihm lieb wie die Seinen,
    die Armen und Reichen, die Grossen und Kleinen.

    Der heilige Christ an alle denkt,
    ein jedes wird von ihm beschenkt.
    Drum lasst uns freuen und dankbar sein!
    Er denkt auch unser, mein und dein!

    Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)



    Die heilige Nacht

    Gesegnet sei die Heilige Nacht,
    Die uns das Licht der Welt gebracht! -

    Wohl unterm lieben Himmelszelt
    Die Hirten lagen auf dem Feld.

    Ein Engel Gottes, licht und klar,
    Mit seinem Gruß tritt auf sie dar.

    Vor Angst sie decken ihr Angesicht,
    Da spricht der Engel: "Fürcht't euch nicht!

    Ich verkünd' euch große Freud:
    Der Heiland ist euch geboren heut."

    Da gehn die Hirten hin in Eil,
    Zu schaun mit Augen das ewig Heil;

    Zu singen dem süßen Gast Willkomm,
    Zu bringen ihm ein Lämmlein fromm. -

    Bald kommen auch gezogen fern
    Die Heil'gen Drei König' mit ihrem Stern.

    Sie knien vor dem Kindlein hold,
    Schenken ihm Myrrhen, Weihrauch, Gold.

    Vom Himmel hoch der Engel Heer
    Frohlocket: "Gott in der Höh sei Ehr!"

    Eduard Mörike (1804-1875)





    Lieder:


    O schöne, herrliche Weihnachtszeit,
    was bringst du Lust und Fröhlichkeit !
    Wenn der heilige Christ in jedem Haus
    teilt seine lieben Gaben aus.

    Und ist das Häuschen noch so klein,
    so kommt der heilige Christ hinein,
    und alle sind ihm lieb wie die Seinen,
    die Armen und Reichen, die Großen und Kleinen.

    Der heilige Christ an alle denkt,
    ein jedes wird von ihm beschenkt.
    Drum laßt uns freun und dankbar sein !
    Er denkt auch unser, mein und dein.




    Alle Jahre wieder, kommt das Christuskind,
    auf die Erde nieder, wo wir Menschen sind.

    Kehrt mit seinem Segen, ein in jedes Haus,
    geht auf allen Wegen mit uns ein und aus.

    Steht auch mir zur Seite, still und unerkannt.
    Daß es treu mich leite, an der lieben Hand.

    Alle Jahre wieder, kommt das Christuskind
    auf die Erde nieder, wo wir Menschen sind.




    Das Lied vom verlorenen Jesuskind


    "Jesuskind, wo bist du? Du bist nicht mehr zu sehn.
    Leer ist deine Krippe, wo Ochs und Esel stehn ...
    Ich seh Maria, die Mutter, und Joseph Hand in Hand,
    ich seh die schönen Fürsten vom fernen Morgenland.
    Doch dich kann ich nicht finden:
    Wo bist du, Jesuskind?"
    "Ich bin im Herzen der Armen, die ganz vergessen sind."


    "Maria, voller Sorgen, die sucht dich überall,
    draußen bei den Wirten, in jeder Eck im Stall.
    Im Hof ruft Vater Joseph und schaut ins Regenfaß.
    Sogar der Mohrenkönig, er wird vor Schrecken blaß.
    Alles sucht und ruft dich:
    Wo bist du, Jesuskind?"
    "Ich bin im Herzen der Kranken, die arm und einsam sind."


    "Die Könige sind gegangen, sie sind schon klein und fern;
    die Hirten auf dem Felde, sie sehn nicht mehr den Stern.
    Die Nacht wird kalt und finster - erloschen ist das Licht.
    Die armen Menschen seufzen: Nein, nein, das war Er nicht!
    Doch rufen sie noch immer:
    Wo bist du, Jesuskind?"
    "Ich bin im Herzen der Heiden, die ohne Hoffnung sind."

    Jean Anouilh (1910 - 1987)



    Viele liebe Grüße
    Neli
     

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  4. lilli

    lilli kleine Berliner Hexe

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    na irgendwas wird schon dabei sein.

    Das Rentier

    Der Weihnachtsmann ist noch nicht wach,
    Er schnarcht ganz friedlich in den Tag.
    Doch da schrillt der Wecker, und da schreit die Kuh
    Und die Rentiere scharren und schnaufen dazu.
    Der Weihnachtsmann springt aus dem Bett,
    Weil er um ein Haar verschlafen hätt'.
    Er läuft in die Küche und nimmt einen Schluck
    Von dem wunderbar duftenden Muckefuck.

    Er ruft seine Rentiere, schnell muss er weg,
    Nur eins, das rührte sich gar nicht vom Fleck.
    Er schimpft: "Nun mach schon, und gleich geht es ab, Weil ich für die Kinder Geschenke hab'!"
    Da guckt das Rentier grad so in die Welt,
    Als ob ihm darin überhaupt nichts gefällt.
    Der Weihnachtsmann schimpft: "
    Verstehst du mich nicht?"
    Da spricht es ganz leise: " Und was kriege ich?"



    Knecht Ruprecht

    Knecht Ruprecht stapfet durch den Tann'
    Und schaut sich alle Bäume an, den besten
    Sucht er aus und bringt ihn uns nach Haus.

    Knecht Ruprecht stampft mit schwerem Schritt
    Und nimmt auch Heu und Hafer mit,
    Zu füttern auf der Halde die Rehlein in dem Walde.

    Das Christkind hängt den Mond hinein,
    Die Sonne auch mit ihrem Schein und all'
    Die lieben Sterne die haben wir so gerne.



    Weihnachtsgans
    Tiefgefroren in der Truhe
    liegt die Gans aus Dänemark.
    Vorläufig lässt man in Ruhe
    sie in ihrem weissen Sarg.
    Ohne Kopf, Hals und Gekröse
    liegt sie neben dem Spinat.
    Ob sie wohl ein wenig böse
    ist, dass man sie schlachten tat?
    Oder ist es nur zu kalt ihr,
    man siehts an der Gänsehaut.
    Na, sie wird bestimmt nicht alt hier
    morgen wird sie aufgetaut.
    Hm, welch Duft zieht aus dem Herde,
    durch die ganze Wohnung dann.
    Mach, dass gut der Braten werde -
    Morgen kommt der Weihnachtsmann
     
  5. sunrise2

    sunrise2 Guest

    Der Traum

    Ich lag und schlief;da träumte mir
    ein wunderschöner Traum:
    Es stand auf unserm Tisch vor mir
    ein hoher Tannenbaum.
    Und bunte Lichter ohne Zahl,
    die brannten ringsumher;
    dieZweige waren allzumal
    von goldnen Äpfeln schwer.
    Und als ich nach dem Baume sah
    und ganz verwundert stand,
    nach einem Apfel griff ich da,
    und alles, alles schwand.
    Da wacht' ich auf aus meinem Traum,
    und dunkel war's um mich.
    Du lieber schöner Weihnachtsbaum,
    sagt an, wo find ich dich?

    Hoffman v. Fallersleben

    l.g.
    sunrise2
     

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  6. roco

    roco Guest

    och mönsch,

    ihr seid ja soooo lieb. wußt ich´s doch, daß man sich auf euch verlassen kann "ggg".

    hab mir gleich alles ausgedruckt, sonst steh ich nächstes jahr wieder vor diesem problem. :D

    da ist garantiert was dabei, was mein söle nimmt.

    ich danke euch ganz doll.

    seid ganz lieb gedrückt, von eurer conny
     

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  7. Garfield

    Garfield Aktives Mitglied

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    Beiträge:
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    Diesen Thread möchte ich ...

    mal nach oben holen.
    Ich finde die Idee, keine so alltäglichen Gedichte zu lesen oder vorzutragen einfach toll.
    Auch habe ich gerade eines gelesen, dessen letzte Zeile ich wirklich schön finde.
    Es ist von Joachim Ringelnatz (1883-1934):

    Weihnachten

    Liebeläutend zieht durch Kerzen helle,
    mild, wie Wälderduft, die Weihnachtszeit.
    Und ein schlichtes Glück streut auf die Schwelle,
    schöne Blumen der Vergangenheit.

    Hand schmiegt sich an Hand im engen Kreise,
    und das alte Lied von Gott und Christ,
    bebt durch Seelen und verkündet leise,
    das die kleinste Welt die größte ist.