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Weichteilrheuma, Entzündungen & Hashimoto, Therapie mit Prednisolon

Dieses Thema im Forum "Entzündliche rheumatische Erkrankungen" wurde erstellt von Monchichi, 7. Mai 2010.

  1. Monchichi

    Monchichi Neues Mitglied

    Registriert seit:
    7. Mai 2010
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    Ein freundliches Hallo,

    ich bin neu hier, lese hier schon seit mehreren Tagen mit und lerne durch eure Erfahrungen, lerne auch durch euch, neuen Mut zu sammeln.
    Ich muss sagen - hammerhart, ich bin tief betroffen von dem Leid, der Zuversicht und der Hilfe hier im Forum. Die Ängste, ob neue oder teils lange Leidenswege, guter Rat oder mal eine Schulter zum ausweinen… wie schön, dass man nicht alleine ist, Danke.
    Ich hoffe, es ist kein Fauxpas, gleich hier anstatt unter „Ich bin neu hier“ zu schreiben. Ich bitte um Nachsicht, falls es so sein sollte und um Verschiebung meines Beitrages, mir erscheint es richtig hier zu schreiben.

    Ich habe Fragen an euch und hoffe auf eure Erfahrung, weil ich Aufgrund viel zu hoch gestiegener Entzündungswerte und einem gestiegenen RF (der seit Jahren leicht erhöht ist und unter Beobachtung) von meinem Hausarzt umgehend zu einer Rheumaärztin überwiesen wurde und nun eine Behandlung mit Prednisolon bekomme, Dauer vorerst einen Monat, mit präziser Einnahmeanweisung ausschleichend, danach Rücksprache. Beginn gestern, 06.05.10.
    Die Diagnose lautet Weichteilrheuma, wobei meine Hashimoto Thyreoditis das nach sich ziehen kann. Die Ärztin erscheint mir sehr kompetent, mit Blick für die Zusammenhänge und ich fühle mich wohl aufgehoben bei ihr.
    Ganz normal, alles hängt zusammen, der Körper ist ein Wunderwerk.

    Es wäre sehr schön, wenn ich hier etwas Hilfe & Rat bekäme von euch, Informationen und Ängste purzeln in meinem Kopf durcheinander, ich fühle mich sehr verwirrt und alleine.

    Ich versuche mich kurz zu fassen und relevant zu bleiben bei meiner Vorstellung, darf euch jedoch gestehen, ich kann mich nicht so toll ausdrücken… ich hoffe, ich verzettele mich nicht.

    Mit 30 J. fing mein Ärztemarathon an, heute bin ich 47 J.. Ich denke, es gibt verschiedene „Baustellen“, die zusammenhängen. Erst vor 5 Jahren habe ich die handfeste Diagnose Hashimoto (mit Unterfunktion) erhalten. Seit dem habe ich eine feste Grundlage, um für meine Gesundheit zu kämpfen, die Lebensqualität und mögliche Schmerzlinderung, mich reell damit auseinander zu setzen und mich nicht mehr wie ein Hypochonder zu fühlen, ein Grenzwert-Typ, denn ich bilde mir das alles nicht ein, dazu bin ich viel zu sehr Optimist – allerdings erkenne ich mich manchmal selbst nicht wieder mit den Jahren, als ob ich vor Mauern laufen würde. Seit drei Jahren habe ich diagnostizierte Wirbelsäulenschäden, weswegen ich seit Anfang des Jahres vorläufige volle Erwerbsunfähigkeit erhalten habe.
    Meine Schilddrüsenwerte lassen zu wünschen übrig (es gibt jedoch Ärzte, die sagen, alles ist gut und normal) und eine Feineinstellung für ein ordentliches Wohlbefinden habe ich noch nicht. Was teils an mir liegt, weil ich mutlos wurde mit Depressionen, gutmütig abwartend Behandlungen folge… teils aber auch an Ärzten, die nicht zuhören, meine Grenzwerte für normal halten und mir nicht glauben. Wenn ich das so beschreiben darf.
    Ich zweifel an meiner Geduld, zumal mir im Freundeskreis gesagt wird, ich sollte mal mit der Faust auf den Tisch hauen, aber es ist kein kurzer Weg, das weiß ich. Ich weiß, es ist sehr schwierig, jeder Mensch ist individuell und ich mache niemandem Vorwürfe oder Schuldzuweisungen. Ich will etwas verändern und das liegt alleine an mir! Allerdings gestaltet es sich schwierig, Fakten zu sammeln und ich komme mir wie ein Eichhörnchen vor mit einem Mosaik an Nusslagern. *schmunzel*

    Zusammenhängend sind erhöht oder im Grenzwertbereich: meine Leberwerte, erhöhter Blutfettspiegel und Cholesterinwerte (gutes Cholesterin ist dabei gut), mehrere Entzündungswerte (darunter auch die für die SD), der Rheumafaktor, leicht erhöhter Cholesterol-Spiegel (nach 24 Std. Urintest); ich habe Laktoseunverträglichkeit, Wasserödeme, Zöliakie (jedoch mit Übergewicht, welches sich nicht reduzieren lässt, wobei ich erst kürzlich über den Begriff Kohlenstoffwechsel-Störung gestolpert bin) – kann Hashimoto alles mit sich (hoch) ziehen. Ich lese/schreibe auch im Schilddrüsenforum (http://www.ht-mb.de/forum/). Und jetzt Weichteil-Rheuma, wobei mir auch die Gelenke wehtun, aber beweglich sind und schmerzhafte Probleme mit einem Schultergelenk (Rotationsmanchette, keine Kalkablagerungen, Behandlung mit Ultraschall).

    Ich suche positiv mitzuwirken mit viel Bewegung, täglich Rückenschulen-Übungen, regelmäßig Nordic Walking (im Winter reduziert), gesunder ausgeglichener Ernährung fast ohne Fette & Zucker – keine Fertigprodukte wie Brot, Wust, Milchprodukte etc - viel Grün & wenig Fleisch, trinke ausreichend bis viel - hauptsächlich Wasser, rauche nicht mehr, nasche nicht (habe ich noch nie), lese viel und lerne immer dazu, und das nicht seit gestern, sondern schon seit Jahren. Wobei ich gestehe, dass so viel positiv „gesund“ leben, ausprobieren und denken ohne ein greifbares Resultat mich immer wieder in ein tiefes, schwarzes Loch fallen lässt, mein Optimismus wird manchmal tief erschüttert. Alleinlebend da wieder raus zu kommen fällt mir von mal zu Mal immer schwerer. Schäme ich mich etwas, dies zuzugeben. Ich war immer stark, selbstständig und guten Mutes. Mein eigenes System bricht zusammen, damit komme ich nicht gut klar, Schmerzen auf Dauer zermürben.

    Ich nehme L-Thyroxin, Thybon, Schmerzmittel Naproxen (umgestiegen von Tramadol, weil mein Neurologe das Mittel nicht gut heißt), seit neustem ein magensäurehemmendes Mittel, und jetzt die Therapie mit Prednisolon (wie gesagt mit sehr genauer Dosierungsanleitung).
    Und sorry, meine letzten Blutwerte sind noch beim Doc, hole ich mir nächste Woche wieder.

    Dass das Medikament Prednisolon sich auf die SD Werte auswirken kann, habe ich gelesen, jedoch soll ich es ja nicht dauerhaft einnehmen, es ist so was wie eine Stoßtherapie, um die Entzündungen in den Griff zu bekommen (meine Worte).
    Ich habe auch gelesen, dass das Medikament unterschiedlich auf jeden wirkt, manche fühlen sich toll und andere fallen runter; ich fühle mich toll, unverschämt wach (nehme es seit gestern), beweglicher, wo ich sonst immer so müde und steif bin.

    - Ich möchte euch fragen, hat jemand Erfahrungen in Bezug auf Hashimoto, Entzündungen, Weichteilrheuma und überhaupt auf das Nebennierenrindenhormon Glukokotikoid (Prendnisolon AL 5mg Tabletten)?
    (Ich habe mit der SuFu nur Threads gefunden, die meine Fragen nicht beantworten, auch gegoogelt, bin aber eher verwirrt.)

    - Muss ich auf etwas speziell achten? Ich meine hiermit speziell eure Erfahrungen, nicht die beschriebenen Nebenwirkungen von Prednisolon, davor habe ich keine Angst, ich nehme das Medikament ja nicht lange, so wie es aussieht.

    - Kann ich etwas besser machen?

    Wenn ich mich ungenau ausgedrückt habe, ich kann das nicht so gut, bitte fragt. Und entschuldigt, dass ich doch so lang geschrieben habe. Ich habe immer Schmerzen, fühle mich unwohl, ich habe Angst, will das aber nicht zugeben und niemanden nerven, indem ich jammere – das bringt gar nichts. Es gibt die Fakten, also gibt es auch Lösungen. Die zu finden ist meine Aufgabe, das kann ich niemals auf andere schieben. Vielleicht fehlt es mir manchmal an Mitgefühl und Trost, ich suche immer nur Wissen. Die lange Zeit an vielen Jahren zermürbt mich auch. Die neue Diagnose erschreckt mich nicht, es ist ein neuer Ansatz, um Wissen zu sammeln und für Fragen, die mich nun zu euch geführt haben.
    Ich würde mich sehr freuen, zu erfahren, was ihr dazu meint, und mich in das für mich neue Thema Rheuma einzufinden, um mich damit auseinander zu setzen. Ich lese fleißig mit hier und finde eure Beiträge sehr informativ, aber auch etwas verwirrend. Ich möchte mich nicht rein steigern, deshalb meine meine präzisen Fragen, hauptsächlich zu dem Medikament.

    Schon Mal vorab ganz lieben Dank für’s lesen und eure Mühe.

    Liebe Grüße :)
    Monchichi
     
  2. Witty

    Witty Neues Mitglied

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    Hallo Monchichi,
    herzlich willkommen bei RO
    Diese Bezeichnung "Weichteilrheuma" ist sehr schwammig. Aber ich glaube nicht, dass damit die Fibromyalgie gemeint ist, sondern eher eine Kollagenose. Bei Fibro würde auch Cortison nicht wirken. Die Kollagenosen sind entzündlichen Bindegewebserkrankungen. Diese werden von manchen Ärzten auch mal als Weichteilrheuma bezeichnet. Wenn du Begriffe wie "Kollagenose und Hashimoto" ergooglst, wirst du sicherlich eher fündig werden. Leider treffen Hashimoto und eine Kollagenosen gerne gleichzeitig auf. Ansonsten solltest du die Ärztin nochmal genau befragen, was sie meint und welche spezifischen Rheumawerte gefunden wurden. Bei den Kollagenosen sind es erhöhte ANA-Werte. Aber auch bei einer anderen entzündlichen rheumatischen Erkrankung wäre so ein Cortison-Versuch hilfreich um der Diagnose näher zu kommen.
     
  3. Ducky

    Ducky Guest

    hallo und herzlich willkommen,

    ich habe auch nen hashimoto ( der erhöht rheumafaktor und die erhöhten anas sollen angeblich daher kommen, nicht von einer rheumatischen erkrankung)
    und bekomme derzeit eine cortisonstoßtherapie ( auch predini) von 100mg angefangen innerhalb von 2 wochen bis auf 5 mg runterdosieren und dann bis zum nächsten termin bei 5 mg bleiben..

    dass es einfluss auf die schilddrüse haben kann hat mir meine ärztin nicht erklärt und ist eigentlich ansonsten sehr genau

    ich würde bis zum nächsten termin da corti 2einhalb monate nehmen, schon etwas, wo man wohl sonst die shcilddrüse anpasen sollte, denke ich..

    vielleicht machst du dir zu viele gedanken??

    aber vielleicht hat jemand noch andere erfahrungen.
     
  4. Monchichi

    Monchichi Neues Mitglied

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    Danke schön für euer herzliches Willkommen. :)

    @Witty, stimmt, ich könnte genauer sein, wenn ich meine Werte hier hätte, ich habe sonst immer Kopien. *schmunzel*
    Danke schön für den Tip, ich werde es ergoogeln. :top:
    Ja, sie sprach von entzündetem Fettgewebe. Es gibt wohl so spezielle Druckpunkte, wobei ich ganz speziell fast von der Pritsche gehopst wäre!
    Ich stimme Deiner Vermutung zu, Fibromyalgie sollte es nicht sein, auch ein weiträumiger Begriff, soll ein hochaktuelles Thema grade in der Praxis sein, also hat Frau Doktor auch ein Auge darauf. Sie kommt mir sehr genau vor, nahm sich sehr viel Zeit für Anamnese und Untersuchung, neuerlichem Bluttest (der bestätigend war) und möchte alle meine CT's und MRT's haben, um sich ein besseres Bild zu machen, die bringe ich ihr nächste Woche. Sie griff also nicht gleich zum Rezeptblock, das halte ich für gut. Und die ganzen Begriffe, mit denen meine unbeschriebene Akte gefüllt wurde, habe ich mir nicht gemerkt. Ich war so überfordert, dass ich auch kaum Fragen hatte, wie ein übervoller Schwamm mit Aufnahmestop. :o

    @Ducky, genau so, deswegen (Hashi) ist der RF auch dauernd unter Beobachtung. Nun drückte mir mein Hausarzt plötzlich die Überweisung in die Hand, weil der sich erhöht hat, nebst den anderen Entzündungswerten. Ich selbst wäre nie auf die Idee gekommen mit Rheuma.
    Hmmm... es soll zumindest Einfluss auf die Werte haben. (Beispiel hier -> http://www.ht-mb.de/forum/showthread.php?t=1056386&highlight=Rheuma+Prednisolon).
    Ich fummel da jedenfalls nicht rum, ich werde das neue Medikament ja erst einen Monat nehmen, dann erfolgt eine neue Rücksprache.
    Danke schön für Deine Erfahrung, und Du hast sicher Recht, ich mache mir viele Gedanken, aber eher in Richtung Wissen sammeln, nicht in verrückt machen. Ich habe schon zu vieles erlebt, was mir gesagt wurde, dass alles stimmt und nur mit meinem Kopf etwas nicht, wo sich dann das Gegenteil erwiesen hat... Zweifel sind oft berechtigt und bringen einen weiter - wäre ich als Schaf geboren, würde ich Wolle produzieren. ;) *witz-ironie-off*
    Zudem meine ich, Genauigkeit bringt mich euch näher, wenn ich mich Wischiwaschi ausdrücke, ist das verschwendete Zeit, eure. Und bringt mich auch nicht weiter.
    Ich wünsche Dir gute Besserung und eine stabile Einstellung mit Hashi. Sicher können wir uns weiterhin austauschen, ich würde gerne wissen, ob es Dir besser geht mit der Behandlung.

    Lieben Dank für eure lieben und hilfreichen Antworten!
    Ich bin sehr gespannt, ob noch jemand etwas über Prednisolon sagen kann und über die Zusammenhänge.
    Ganz toll, so lieb aufgenommen zu werden hier.
     
  5. beady

    beady Registrierter Benutzer

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    Mal so von Neuer zu Neuer...

    Hallo Monchichi,

    habe deinen Beitrag gelesen und konnte sehr gut mitfühlen, wie es dir gehen muss. Leider kann ich dir bei deinen Fragen nicht weiterhelfen. Auch ich stehe derzeit ziemlich dumm da, habe ständig diese Schmerzen, fühle mich blöd, immer rumzujammern, nun ja... Letztlich weiß ich ja noch gar nicht, was ich eigentlich habe!? Außer Hashimoto, das ist gesichert - und damit fing alles an. Tatsächlich war ich froh, dass endlich klar war, was mit mir los ist und ich anfangen konnte, mich um mich zu kümmern. Aber leider wird es immer schlimmer und es gesellen sich ständig neue Probleme hinzu. Leider klappt es auch nicht, es einfach nur zu ignorieren...

    Jedenfalls finde ich gut, wie du mit deinen Erkrankungen umgehst: positiv, trotz der Beschwerden, und aktiv, auch wenn dein Optimismus zwischendurch ins Wanken gerät. Mich hast du damit sehr angesprochen, da ich mich in deinen Beschreibungen in gewisser Weise wiederfinde. Auch ich habe (eigentlich) einen unerschütterlichen Lebensmut, aber es ist genau wie du sagst: die ständigen Schmerzen zermürben einen. Und ich bin mir sicher, dass ich nicht "psycho" bin!

    Erstmal liebe Grüße und eine gute Nacht,
    beady:top:
     
  6. Witty

    Witty Neues Mitglied

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    Das hier fand ich auf Rheuma von A-Z.
    Hashimoto-Thyreoiditis

    rheuma-online » Rheuma von A-Z » H » Hashimoto-Thyreoiditis
    Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Für die Behandlung sind Endokrinologen (Drüsenspezialisten) zuständig. Bei einigen Patienten mit Hashimoto-Thyreoiditis geht die Erkrankung mit rheumatischen Symptomen, vor allem Gelenkschmerzen, z.T. aber sogar regelrechten Gelenkentzündungen (Arthritis) einher. Die Therapie der rheumatischen Beschwerden erfolgt zunächst mit Medikamenten aus der Gruppe der cortisonfreien Entzündungshemmer. Reicht dies nicht aus, muß man Cortison einsetzen. In Einzelfällen wurden Patienten mit Hashimoto-Thyreoiditis, hartnäckigen Arthritiden und hohem Cortisonbedarf auch schon erfolgreich mit Ciclosporin behandelt. Es wurde als cortisonsparende und immunsuppressive Therapie das Ciclosporin gewählt, da dieses Medikament auch als immunsuppressive Therapie zur Behandlung der Hashimoto-Thyreoiditis eingesetzt wird.