Was tun, wenn die Arbeit Schmerzen bereitet

Dieses Thema im Forum "Arbeit und Allgemeines" wurde erstellt von miracla, 8. März 2018.

  1. miracla

    miracla Neues Mitglied

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    Hallo liebe Forumsmitglieder.

    Ich bin seit ein paar Tagen stille Mitleserin und habe schon viel interessantes erfahren, nun hoffe ich auf Tipps.

    Vor einem Jahr hatte ich das erste Mal Schmerzen. So stark, daß ich kein Blatt Papier festhalten konnte. Meine Tochter musste mir die Hose zumachen und laufen war sehr Schmerzhaft. Für 100 m brauchte ich auch schon mal eine halbe Stunde. Die Knie und die Hände waren stark geschwollen. Hauptsächlich linkes Knie.

    Entzündungswerte gingen durch die Decke. Keine Deformitäten in den Gelenken.
    Zunächst ging man von einem akuten Infekt aus. Nachdem ich kurze Zeit später wieder starke Schmerzen in den Händen hatte, ging meine Ärztin von Rheuma aus.
    Der Rheumatologe meint, es ist alles in Ordnung. Die Hausärztin hält das für Quatsch.
    Mittlerweile habe ich ständig Schmerzen, mal mehr, mal weniger. Nach der Arbeit brauche ich aber nichts mehr machen. Das heißt für mich zur Zeit Arbeit, vielleicht noch Haushalt, Sofa.
    Spielen mit den Kindern geht nur am WE.
    In meinem Job werde ich schlechter, weil meine Kraft immer schneller nachläßt. Ich bin Ergotherapeutin in einer Praxis und behandel viel mit den Händen, dabei brauche ich Kraft in den einzelnen Fingern. Wir habe versucht meinen Job umzustrukturieren, damit ich weiterhin arbeiten kann, aber das hat leider nicht funktioniert.
    Ich war beim VDK aber ohne Diagnose können die mir auch nicht weiterhelfen. Private BU ist vorhanden, wird aber ohne Diagnose auch schwierig.
    Jetzt suche ich einen neuen Job, weiß aber nicht, was ich machen soll, da ich auch nicht lange am PC sitzen kann. Alles wofür man Kraft braucht ist auch raus. Ich weiß gerade nicht weiter, den es wird jeden Tag schwieriger und ich möchte meine Patienten wirklich gut behandeln.

    Was für Jobs macht ihr denn?

    Schöne Grüße
    Miracla
     
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  2. josie16

    josie16 PsA

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    Hallo Miracla!
    Herzlich Willkommen im Forum!
    Du solltest dir eine Zweitmeinung einholen, also einen anderen Rheumatologen aufsuchen. Alternativ könnte dich die Hausärztin bei erneuten, akuten Schmerzen auch in eine Rheumaklinik einweisen
    Du solltest anfangen deine Untersuchungsbefunde zu sammeln, auch die Blutwerte, das kannst Du dann zum Rheumatologentermin mitnehmen, wenn es geschwollene Gelenke gibt, dann solltest Du Fotos machen und diese vorlegen.

    Jobsuche ist schwierig, ich hatte einen Beruf wo ich fortlaufend in Bewegung war, das ging auch nicht.
    Die HÄ könnte auch mal einen Cortisonstoß machen, dann müßten die Schmerzen schnell besser werden und es wäre ein Zeichen für ein entzündliches Geschehen.
     
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  3. Tusch

    Tusch Registrierter Benutzer

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    Moin Miracla,
    Ich kenne deine Situation nur zu gut. Ich bin Physiotherapeutin.

    Ohne Diagnose wird es mit Sicherheit schwierig.
    Deswegen ist aus meiner Sicht, der wichtigste und unabdingbarste Schritt, eine richtige Diagnose zu haben.
    Dann kannst du beginnen über eine medikamentöse Therapie nachzudenken.
    Diese ist für mich die einzige Möglichkeit weiter zu arbeiten und ein relativ normales Leben zu führen. Natürlich mit vielen anderen Maßnahmen, wie Ernährungsumstellung, KG, Entspannungstechniken und einiges mehr.
    Ich habe einen Grad der Behinderung (im Moment 30, bin aber für 50 im Widerspruch)
    Außerdem habe ich über das Integrationsamt eine Minderleistung meiner Arbeitsfähigkeit zugesprochen bekommen, d.h ich arbeite 8 Stunden, bei gleichem Gehalt, weniger.
    Das geht natürlich nur mit entsprechender Diagnose und GdB.
    Auch sind regelmäßige Reha Maßnahmen wichtig. Zum einen, weil ich davon körperlich und psychisch profitiere, zum anderen werden dort die notwendigen und wichtigen Berichte zur Anerkennung der Erkrankung verfasst.

    Aus meiner Sicht ist es für dich jetzt wichtig, die Entzündungen in den Griff zu bekommen.
    Was unternimmt deine HA dagegen. Hast du die Möglichkeit in eine Akut- Rheumaklinik eingewiesen zu werden. Dort werden häufig gute und richtige Diagnosen gestellt.

    Es ist möglich mit einer rheumatischen Erkrankung gut zu leben und weiter zu arbeiten.
    Ich wünsche dir alles gute auf deinen Weg.
    LGTusch
     
  4. miracla

    miracla Neues Mitglied

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    Vielen Dank Josie, mit dem Sammeln habe ich angefangen.
    Die Hausärztin "hofft", das die Schmerzen wieder richtig schlimm sind, dann will sie mich akut einweisen. Seit dem ich das weiß sind die Schmerzen moderat. Nach der Arbeit schlimm, aber am nächsten morgen wieder in Ordnung. Sie möchte nicht, daß es nicht erst genommen wird.
    Es ist halt im Moment eigentlich zu viel um zu arbeiten aber zu wenig um den Job aufzugeben. Nach häufigem Krankenstand letztes Jahr, steht mein Job auf der Kippe.
    Ich dachte ich mache eine Umschulung, mir fällt aber partout nicht ein, zu was, den es sollte etwas sein, was ich auch noch machen kann, sollten die Hände schlimmer werden. Ich bin es nicht gewohnt, nicht zu arbeiten. Ich arbeite seit ich 12 war. Zuerst im elterlichen Betrieb, dann bei anderen Arbeitgebern.
     
  5. miracla

    miracla Neues Mitglied

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    Hallo Tusch,

    ich sehe schon, ohne Diagnose wird das nichts.
    ich habe einen GdB von 20. Als wir den beantragt haben, ging es mir auch noch sehr gut. Nur alle paar Wochen mal Schmerzen, dazwischen absolut Schmerzfrei.
    Nachdem die Rheumatologin gesagt hat, ich hätte nichts, habe ich gedacht, na gut, wenn ich mir das einbilde, kann ich ja wieder alles normal machen. Das war ein Fehler.

    Ich bekomme Diclofenac Retard 75mg 1-0-1 plus Magenschutz.

    Andere Dicloprodukte vertrage ich nicht sonderlich. Von diesem werde ich aber sehr müde, daher kann ich es nur am Wochenende nehmen. Autofahren geht dann einfach nicht mehr.

    Reha könnte ich nur ambulant machen, ich habe 2 Kinder, mein Mann arbeitet Vollzeit und wir haben niemanden von der Familie auch nur Ansatzweise in der Nähe.
    Wenn ich mir die Vitae so durchlese, dann muss ich sagen, mit geht es noch sehr gut. Auch wenn ich mich nicht so fühle, den die Lebensqulität ist gerade sehr eingeschränkt.

    Aber wenn es durch Medis so weit in den Griff zu bekommen ist, daß man weiter in unserem Beruf arbeiten kann, dann macht mir das Hoffnung.
    Vielen Dank, schöne Grüße
    Miracla
     
  6. miracla

    miracla Neues Mitglied

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    Es gibt Neues, mit neuen Fragen.
    Mein Chef hat mich gekündigt. Ich hatte seit Januar auch ständig Schmerzen, es hat mich erst aus der Bahn gehauen, aber eigentlich war ich ganz froh.

    Meine Hausärztin schreibt mich krank, weil ich in meinem Job nicht mehr arbeiten kann und so nicht vermittelt werden kann. Ich habe direkt meine Fühler ausgestreckt und erfahren, daß es einen Job geben würde, aber nur mit 8 Stunden die Woche.
    Nun wurde mir gerade dieser Job angeboten. Es klinkt alles gut, ich kann diesen Job machen und habe auch zugesagt.
    Nun sind es ja nicht viele Stunden, weiß jemand wie es da mit Krankschreibung aussieht. Ich habe mal gehört, daß ich mich für diesen Bereich Gesund schrieben lassen kann.
    Es hat mit meinem bisherigen Job gar nichts zu tun. Und es ist ein Job, den man gut neben einem anderen Job machen kann. Wenn ich doch noch etwas gutes finde.
     
  7. Birte

    Birte Registrierter Benutzer

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    Wo bekommst du gerade dein Geld her? Bist du in der Lohnfortzahlung oder im Krankengeldbezug? Möchtest du Arbeitslosengeld beantragen? Da wirst du vermutlich Probleme bekommen, wenn du nebenher arbeitest.

    Unabhängig davon:
    Das Feld zwischen Arbeitgeber, Krankenkasse, Arbeitsamt und Rentenversicherung ist voller Fallstricke, bei dem man sich keinen Fehler erlauben kann und genau aufpassen muss, was man wo sagt (aber nicht lügen), damit man nicht auf einmal ohne Geld da steht. Auch mit den Ärzten sollte man genau absprechen, wo es denn hingehen soll. Achte genau darauf, informiere dich, lies die Informationen, die man mitbekommt.

    Grundsätzlich gilt: Wenn du mit gesundheitlichen Einschränkungen Arbeitslosengeld beantragst, schaut da der medizinische Dienst drauf. Wenn der der Meinung ist, dass du in deinem Beruf nicht mehr arbeiten kannst, wird geprüft, ob bei dir eine Umschulung sinnvoll wäre. Was da passieren kann, entspricht nicht immer dem, was man sich vorgestellt hat und möglicherweise gibt es auch kein ALG I, da man ja dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen kann.

    Weiterhin gilt, dass du dringend eine Diagnose brauchst. Vielleicht dann doch jetzt mal die Klinik, auch wenn es gerade nicht die "ganz schlimmen Schmerzen" sind.
     
    #7 11. April 2018
    Zuletzt bearbeitet: 11. April 2018
  8. miracla

    miracla Neues Mitglied

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    Zur Zeit habe ich Urlaub, ich habe mich brav beim Arbeitsamt gemeldet und habe dort demnächst einen Termin bei der Beraterin. Die Unterlagen für den ärztlichen Dienst sind ausgefüllt und die Befunde kopiert. Da heißt es abwarten.

    Die Fallstricke scheinen sehr zahlreich zu sein.
    Finanziell wäre es wohl am Geschicktesten sich krank zu melden und erst danach zum Arbeitsamt zu gehen. Das entspricht aber leider nicht meinem Naturell.
    Ich gehe demnächst zu einem anderen Rheumatologen. Der Urlaub scheint mir sehr gut zu tun, ich fühle mich gerade ziemlich gut, da wüßte ich nicht, was ich im Krankenhaus soll.
    Ich habe wohl einfach nur den falschen Beruf. Darum möchte was anderes ausprobieren. Und auch wenn der Job nur 8 Stunden umfasst, vielleicht ergibt sich daraus etwas, man weiß es ja nie. ;-)
     
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