Eigentlich empfehlen Ärzte bei Cortison immer einen Magenschutz... - das sollte zum Schutz der Magenschleimhaut eigentlich wohl Standard sein.
Darf ich einhaken? Es ist keineswegs so, dass Ärzte immer einen Magenschutz zu Cortison empfehlen, und es ist in den meisten Fällen auch nicht erforderlich.
Standard ist es lediglich, bei hohen Dosen und auch dann (immer), wenn jemand gleichzeitig ASS, sonstige NSAR und/oder Antikoagulantien (Marcumar oder NOAK´s) nimmt, zusätzlich zur Sicherheit einen so genannten PPI zu geben.
Vorsicht, nur für weitergehend Interessierte:
Apropos hohe Cortisondosen: m. E. ein häufig nicht beachteter, weil nicht verstandener Standard ist die dreimal wöchentliche Gabe von Cotrimoxazol bei hohen Steroiddosen über längere Zeit.
Leider wird es in Entlassbriefen auch nicht immer erklärt, so dass gutmeinende Hausärzte.innen das "Antibiotikum" auf ein anderes Präparat umstellen (selbst erlebt...)
Keine besonders gute Idee - es müsste schon klingeln, weil die 3 x wöchentliche Gabe nicht der Standard zur Behandlung einer Infektion ist und Cotrimoxazol in der Regel auch nicht das richtige Medikament dafür.
Der Hintergrund ist vielmehr die Prophylaxe gegen eine Lungeninfektion mit Pneumocystis jirovecii (hieß früher Pneumocystis carinii und die Einnahme daher
PCP =
Pneumocystis-
carinii-
Prophylaxe - die Abkürzung war leider missverständlich, da früher die RA* genauso abgekürzt wurde).
Diese Prophylaxe ist für schwer Immunsupprimierte (z. B. schlecht eingestellte HIV-Patienten, z. B. Patienten unter langzeitiger Höherdosiscortisontherapie bei Morbus Wegener/RZA etc., auch unter Endoxanstoßtherapie) und selbstverständlich unter Berücksichtigung der individuellen Bedingungen sehr wichtig und erfolgt mit 3 x wöchentlich 1 Dosis - im Gegensatz zu Infektionen, die täglich mit 1-0-1 Dosen behandelt werden.
*PCP/RA =
Primär
Chronische
Polyarthritis
Grüße!