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Verweigerung der Krankentagegeldzahlung

Dieses Thema im Forum "Arbeit und Allgemeines" wurde erstellt von steini, 30. September 2005.

  1. steini

    steini Guest

    Hallo,
    ich habe ein recht großes Problem. Da ich seit vielen Jahren Probleme mit dem Rücken habe, hat meine Krankenversicherung beim Abschluß einer Krankentagegeldversicherung, Leistungen für Schäden an der Wirbelsäule bzw. deren Folgen ausgeschlossen.
    Nach meiner 4. Bandscheiben-OP im August 2004 nahmen meine Schmerzen weiterhin zu, so dass ich in 2005 eine Schmerztherapie mit Oxygesic usw. begonnen habe. Die Suche nach der Ursache ging weiter.
    Selbst ein 10-tägiger Aufenthalt in der Rheumatologie der Charité in Berlin brachte keine Klärung. Man entdeckte lediglich, dass ich HLA-B27 positiv bin.
    Vor ca. zwei Monaten wurde ich dann mit Atemnot in das Vincentius-Krakenhaus eingeliefert - der dortige Chefarzt der Inneren engagierte sich sehr und nach einigen Untersuchungen stand fest, dass ich seit mehreren Jahren eine Salmonellenvergiftung hatte und somit ein morbus reiter diagnostiziert wird.
    Meine Krankenversicherung weigert sich allerdings weiterhin, die Zahlungen zu leisten, da sie das als eine Erkrankung der Wirbelsäule ansieht.
    Kann mir da jemand weiterhelfen ?

    Danke im Voraus.
    Liebe Grüße
    Jörn, 28
     
  2. Uschi

    Uschi Neues Mitglied

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    Guten Morgen

    mein Lieber,

    dazu empfehle ich dir ein ärztliches Gutachten erstellen zu lassen, aus dem einwandfrei die Diagnose mit Begründung hervorgeht und ganz wichtig, daß diese Fehldiagnose seinerzeit gestellt worden ist.

    Dann empfehle ich dir einen Anwalt.

    Alles Gute,

    Pumpkin
     
  3. steini

    steini Guest

    Dankeschön Uschi,

    ich habe vergessen zu erwähnen, dass ich durch meine lange Erkrankung Anfang des Jahres meine Firma, mein Haus und mein sonstiges Hab und Gut verloren habe und Antrag auf Hartz IV stellen musste. Einen Rechtsanwalt kann ich mir nicht leisten.
    Zusätzlich hatte ich die Leistungen aus meinen beiden BU-Versicherungen angefordert. Nach 5-monatiger Prüfung teilte man mir mit, dass mein Antrag rückwirkend aufgelöst wurde. Die Begründung dazu war, dass ich vor ca. 4-5 Jahren bei meinem Hausarzt ein Mittel gegen Schuppen verschrieben bekommen habe - dies hatte ich aber im damaligen Antrag zur BU nicht vermerkt und somit gegen die Vertragsbedingungen verstoßen. Die gezahlten Eingänge wurden einbehalten. Auch dort signalisierte man mir, dass ich wohl Klagen müsse. In weiser Voraussicht, dass ich mir durch das Insolvenzverfahren keinen Anwalt leisten kann.

    Aber trotzdem schonmal Danke !

    Gruß

    Jörn
     
  4. merre

    merre Aktives Mitglied

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    Rechtsstreit

    ...also in Deiner Lage würde sicher ein Prozeßkostenzuschuß bewilligt werden. Man kann sich bei einem Anwaltsbüro erkundigen inwieweit der Anwalt Möglichkeiten sieht. Die Eingangssache wäre eine Beratungshilfe in Zuständigkeit der Beratungshilfestelle des jeweiligen Amtsgerichts. Dort muß man nachweisen, daß man selber keine finanziellen Möglichkeiten hat per Rechtsmittel zu seinem Recht zu kommen, ohne diese Möglichkeit würden einem eklatante Nachteile entstehen. In Anerkennung dieser Sache erhält man vom Rechtspfleger einen Beratungshilfeschein, mit dem man dann zum Anwalt gehen kann, mit diesem Schreiben ist quasi die Kostenübernahme geregelt.
    Wichtig ist, wer weniger als 800 Euro netto im Monat verdient, bekommt grundsätzlich immer Prozess- und Anwaltskosten erstattet.
    Ausserdem: Die Klage muss eine hinreichende Aussicht auf Erfolg haben. Und: Um Prozesskostenbeihilfe zu bekommen, darf man nicht mehr als 2300 Euro Ersparnisse haben.
    Die Prozeßkostenhilfe würde auch gegnerische Forderungen (wenn man verliert) abdecken.

    Ja soweit zur Rechtsproblematik.
    Man sollte also einen Widerspruch einlegen und auf "rechtliche Schritte" verweisen.

    Bezugnehmend auf eine Festlegung der KK "Erkrankung der Wirbelsäule" ist die Sache schon Erfolg versprechend, denn viele Probleme der WS sind als Begleiterkrankung zu sehen. OP-s an der WS bedingen nicht gleichzeitig eine Grunderkrankung der WS, sondern meist eine Mitbeteiligung derselben.
    Morbus Reiter ist z.B. eine Sonderform der sogenannten reaktiven Arthritiden (Gelenkerkrankungen) mit Positivität zu HLA-B27.
    Als Auslösend für diese Erkrankung werden auch "Chlamydien" genannt. Also eine Art bakterielle Infektion.
    Weiter gibt es auch die Möglichkeit im Rahmen einer Darmerkrankung Morbus Reiter zu bekommen. Hier würde die Salmonelleninfektion ursächlich für die Krankheit verantwortlich sein.
    In beiden Fällen ist der klinische Nachweis der Beschwerden in der Ausgangsform als Grunderkrankung zu sehen und die Beteiligung der Wirbelsäule als Folge und nicht als egenständige und schon garnicht als Grunderkrankung. Das trifft in Deinem Fall zu, wodurch dann die Argumentation der KK nicht zutreffend ist.
    Im Gegenteil, bei einer Krankmeldung betreffs einer Salmonellenvergiftung hätte ja die KK nach ca 6 Wochen eine weitergehende Untersuchung veranlassen können, um einen möglichen Ausbruch einer Folgeerkrankung -hier Morbus Reiter- auszuschließen. Fachlich wäre das dem medizinischen Dienst möglich. Der behandelnde Arzt wird das selten machen, weil die KK bei der Kostenübernahme bockig sind. Also zeigt ein Rechtstreit Erfolgsaussichten.

    Zum BU- Versicherungsfall bräuchte man mehr Informationen. Zugersichert wird ja eine Leistung zu zahlen, wenn man berufsunfähig wird. Lasse ich mir Medikamente verschreiben, die diese Berufsausführung gefährden - hier muß man eigentlich schon auf Medikamente hinweisen die z.B. die Fahrtüchtigkeit einschränken, wenn man Kraftfahrer ist - muß mich der Arzt darauf hinweisen und ich teile das der Versicherung mit.
    Hier wäre die Frage, ob man vielleicht fahrlässig etwas außer acht gelassen hat oder ob die Versicherung sich nicht hätte selber informieren können oder müssen. Ich verweise immer darauf, in solchen Verträgen hinzuzuschreiben "bei konkreten medizinischen Fragen wenden sie sich bitte an meinen Hausarzt, da ich fachlich nicht als Informationsperson geeignet bin"
    Diese Rechtstreite sind eklig langwierig und kompliziert, hier würde ich mir Mitstreiter suchen, soll heißen an die Öffentlichkeit gehen oder ähnlich.

    Ja soweit zu Deiner Problematik, wenn Fragen sind melde Dich einfach.

    Gruß "merre"
     
    #4 30. September 2005
    Zuletzt bearbeitet: 30. September 2005
  5. Calendula

    Calendula Die Ringelblume

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    Nord-Württemberg
    Hallo!

    Ich weiss zwar nicht, ob Dir dieser Link weiterhilft, aber ich will es mal hoffen:

    http://www.aerger-forum.de/

    Dort kannst Du Deine Frage auch stellen, weil es dort Leute gibt, die sich mit Versicherungsproblemen ziemlich gut auskennen.

    Viel Erfolg!
    Calendula (die auch Ärger mit ihrer Versicherung hat)
     
  6. trombone

    trombone die Schreibtischtäterin

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    Mir fällt in diesem Zusammenhang nur die MDR-Sendung "Ein Fall für Escher"
    http://www.mdr.de/escher/
    ein - oder man Versucht RTL oder SAT1 auf seine Seite zu ziehen, denn wenn sich die überörtl. Presse / bzw. Fernsehn einschaltet, erreicht man häufig doch noch etwas.
     
  7. Uschi

    Uschi Neues Mitglied

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    Wieso werde ich das steigende Gefühl nicht los, im falschen Land zu leben ?

    Wieso habe ich das blöde Gefühl, dass wir alle nur noch geschröpft, verarscht und ausgenommen werden ?

    Wieso bin ich dumme Kuh nach Hause gekommen ?

    Um krank zu werden, Sozialhilfe zu kassieren, arbeitslos zu bleiben - weil zu alt - und tagtäglich erleben zu müssen, wie beschissen unsere Regierung mit dem Volk umgeht.

    DOCH WARUM WEHREN WIR UNS EIGENTLICH NICHT ?

    Meine Freundin ist jetzt im Job-Center vom LRA Böblingen - sie hat mich besucht und glaubt mir, ICH glaube in diesem Land GARNICHTS mehr !!!!

    Es tut mir so leid für jeden von euch, der so niedergerissen wird, daß ihm nichts mehr bleibt. :(

    Pumpkin
     
  8. Gitta

    Gitta Aktives Mitglied

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    @steini

    Ich möchte weinen, wenn ich das lese. Eines habe ich für mich entschieden. Es wird an denen gespart, die eine Minderheit sind. Nur, wenn ich richtig nachdenke, sind die Kranken keine Minderheit, nur sind auch sie sich nicht einig. Leider sehen sich die verschiedenen Krankheitsbilder wohl eher wie Konkurenten.
    Oder auch anders gesagt, selbst beim gleichen Krankheitsbild suchen die Menschen immer noch nach denen, die es schlimmer erwischt hat.
    Zusammenhalten, das scheint es wohl nicht mehr zu geben.

    Biba
    Gitta