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Verstopfte Nase, Grippegefühl u. Erschöpfung nach Absetzen v. Tilidin

Dieses Thema im Forum "Entzündliche rheumatische Erkrankungen" wurde erstellt von Cinnamon, 2. August 2016.

  1. Cinnamon

    Cinnamon Mitglied

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    Hallo,
    vielleicht hat hier jemand ähnliche Erfahrungen gemacht.
    Ich habe seit vielen Jahren PsA. Als die Erkrankung bei mir ausgebrochen ist gab es noch nicht viele Therapiemöglichkeiten (heute bekomme ich Biologika) und ich habe viele PsA-typische Veränderungen, die oft Schmerzen verursachen. Deshalb habe ich vor 8 Jahren Tilidin bekommen. In den ersten 4 Jahren 1x 100/8mg täglich, in den nächsten 4 Jahren 2 Tabletten 100/8mg. NSAR soll ich wegen erhöhtem Kreatinin nur ausnahmsweise nehmen.
    Vor 6 Woche ist mir klar geworden, dass ich in eine Abhängig rutsche und habe Tilidin zwei Wochen lang um die Hälfte reduziert und danach ganz weg gelassen. Seit der Zeit habe ich eine verstopfte Nase und ein Infektgefühl und bin total erschöpft. Manchmal kommt ein Schmerz in der Herzgegend dazu.
    In das Wissen meiner HA habe ich nicht allzu viel Vertrauen, außerdem ist sie wie meine Rheumatologin derzeit in Urlaub.
    Vielleicht hat hier schon mal jemand Tilidin nach längerer Zeit abgesetzt und kann mir sagen ob das Symptome eines Entzugs sein können und ob so etwas gefährlich ist und wie lange das noch andauert. Ich weiß wirklich nicht was ich machen soll, habe jetzt Ibu genommen wenn ich es nicht mehr aushalten kann.
    Bin jetzt total am Ende und habe das Gefühl ich halte das nicht mehr lange durch.
    Eure verzweifelte
    Cina
     
  2. Rotkaeppchen

    Rotkaeppchen Aktives Mitglied

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    Sorry, wenn du 8 Jahre lang Tilidin genommen hast, dann rutscht du nicht mehr in eine Abhängigkeit, dann bist du du abhängig!
    Und ja, die Sypmtome, die du zeigst, sind Entzugserscheinungen.

    Tilidin sollte, nach Möglichkeit unter Aufsicht eines Arztes/einer Ärztin Deines Vertrauens langsam ausgeschlichen werden. Zwei Wochen sind da viel zu kurz. Das was du machst, ist ein kalter Entzug.

    Bei der Einnahme von Tropfen wird empfohlen, die Tilidinmenge anfangs um max. 0,5 ml (g)/Tag zu verringern.Da die Enzugserscheinungen gegen Ende des Ausschleichens sich eher noch verstärken, ist es empfehlenswert, sich für die die letzen 3-4 ml (g) mehr Zeit zu lassen, also z.B. 0,5 ml (g)/Woche runter zu dosieren.
    Das würde in deinem Fall bedeutend, dass du alleine für das Absetzen der letzten 3 g ungefähr 6Wochen brauchst.
     
    #2 3. August 2016
    Zuletzt bearbeitet: 3. August 2016
  3. Cinnamon

    Cinnamon Mitglied

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    Hallo Rotkäppchen,
    danke für deine Antwort.
    Jetzt bin ich doch etwas ratlos.
    Ich habe immer die ret. Tabletten bekommen und nie Tropfen eingenommen.
    Meine Rheumatologen haben mir auch nach nachfragen gesagt, dass die ret. Tabletten mit dem Naloxonzusatz kein Abhängigkeitspotential haben und ich habe das geglaubt. Als ich vor einigen Wochen bemerkt habe, dass das so nicht stimmen kann habe ich die Tilidintabl. reduziert und dann weg gelassen. Da ich keine Tropfen habe und meine Ärzte in Urlaub sind weiß ich jetzt auch nicht wirklich was ich machen soll. Habe nur 100 mg Tabletten Zuhause. Wieder eine täglich nehmen????
    Danke für 's lesen
    C.
     
  4. Rotkaeppchen

    Rotkaeppchen Aktives Mitglied

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    Ich kenn mich nur mit den Tropfen aus.
    Dein Hausarzt hat garantiert eine Vertretung. Im Zweifelsfall dahin gehen und sich mit dem besprechen.
     
  5. Cinnamon

    Cinnamon Mitglied

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    Vielen Dank!
    Muss ich mich kümmern, ist blöd zu einem fremden Arzt zu gehen.
    Bin einfach zu blauäugig an das Absetzen herangegangen, da ich dachte es stimmt, dass die Retardtabletten nicht süchtig machen. Meine Ärzte wissen halt auch nicht was sie machen sollen, alle NSAR schädigen die Nieren. Aber die Schmerzen habe ich ja trotzdem....
    Da habe ich wahrscheinlich nur die Wahl zwischen Abhängigkeit vom Tidilin oder Nierenversagen
     
  6. Lagune

    Lagune Bekanntes Mitglied

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    Hallo Cinnamon,

    wenn du das als Redarttablette nimmst und keine anderen Schmerzmittel nehmen kannst und ohne aber ständig Schmerzen hast, dann würde ich diese Schmerzmitteltherapie beibehalten. Kannst du denn mit den Schmerzen dann überhaupt deinen Alltag meistern, wenn du gar kein Schmerzmittel nimmst ?
     
  7. Cinnamon

    Cinnamon Mitglied

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    Hallo Lagune,
    mittlerweile denke ich auch darüber nach.
    Wahrscheinlich machen ja alle Opioide abhängig, nur haben die
    100mg Tilidintabletten auch nicht mehr so gut gewirkt wie am Anfang. Den Tag bekomme ich meistens ganz gut herum. Nachts kann ich schlecht liegen und kaum schlafen, da bei mir LWS, ISG, Hüften und Trochanter Veränderungen durch die PSA aufweisen. Da ist jetzt guter Rat teuer.
    Vielen Dank und herzliche Grüße
    C.
     
  8. norchen

    norchen Aktives Mitglied

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    Hallo cinnamon,

    Mein Mann hat nur ein Jahr tilidin retard genommen und hatte dann die letzten Wochen arge Nebenwirkungen dazu bis hin zur Depression.
    Hausarzt hat das auch nicht für voll genommen und behauptet auch das man kaum abhängig wird davon.
    Wir haben vor 2 Wochen dessen Urlaub genutzt und sind zum vertretungsarzt. Dieser holt mein Mann jetzt weg vom tilidin und es waren "nur" 2 mal 50mg täglich.
    Er verschrieb ein medi welches ihm erstmal wieder helfen sollte das gedankenkarussell abzuschalten und tilid in sollte er ab da weglassen.
    Das neue medi nimmt er aber jetzt nur noch im äußersten notfall.
    Zeitgleich schlich sich ne Erkältung ein, die ihn sehr stark nun erwischt hatte. Der Doc sagte es könne schon durch den Entzug verstärkt sein. Nur noch selten, meist einmal am Tag verspürt er noch diese innerliche Unruhe, aber es geht ihm nach jetzt 2 Wochen ohne schon deutlich besser.

    Fakt ist, es muss über kurz oder lang ne alternative her, wahrscheinlich wird dann palexia versucht.
    Wenn du keine krassen NW vom tilidin hattest, warum bist da net geblieben und bekommst du keine Basis wg der PSA?
    Ich nehme wg PSA Humira, MTX und 5mg Cortison und bin damit ganz gut eingestellt.
    Palexia bekomme ich wg starker Arthrose in der gesamten WS.

    Geh zum Arzt und vielleicht ist ein Vertretungsarzt auch eine Chance für dich. Bei uns war es der absolut richtige Weg.
     
  9. Cinnamon

    Cinnamon Mitglied

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    Hallo Norchen,
    ich nehme Simponi und Lodotra, die PSA ist damit ganz gut im Griff. Was mir Probleme macht, sind die Veränderungen, die ich seit 20 Jahren habe und die entstanden sind bevor es Biologika gab. Die lassen sich halt nicht mehr rückgängig machen und ich habe oft Schmerzen.
    Du hast mir Mut gemacht und ich werde mich nach einem anderen HA umschauen.
    Mit Tilidin hatte ich eigentlich keine großen Probleme, habe aber gemerkt, dass ich Verlangen nach der Tablette habe und es mir damit besser geht. Da war mir klar, dass eine gewisse Abhängigkeit besteht und das wollte ich nicht. Auch haben die 2x100mg nicht mehr so gut gewirkt.
    Die innere Unruhe nachdem ich es abgesetzt habe war echt schlimm, ist aber jetzt vorbei. Das Grippegefühl und die Abgeschlagenheit ist aber immer noch schrecklich. Vielleicht habe ich auch eine Erkältung dazu, kann das nicht mehr unterscheiden. Ich glaube, es ist Zeit für einen Arztbesuch, auch wenn mein Vertrauen in diese Berufsgruppe etwas gelitten hat.
    Alle Gute, auch für deinen Mann
    C.
     
  10. Mara1963

    Mara1963 Bekanntes Mitglied

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    Tilidin macht immer abhängig, die Tropfen sind noch schlimmer als die Retardtabletten. Anfangs wirken sie perfekt und mit der Zeit kommt die Lust auf mehr, auf das gute Gefühl nach der Einnahme, ich weiß das nur von einer bekannten Krankenschwester und vom Erzählen, ich selbst bin sehr vorsichtig mit Medikamenten und lese mir an, was ich wissen will, auf das was der Arzt sagt, gebe ich nicht so viel, wie man sieht gibts ja viele Medikamentenabhängige trotz ärztlicher Betreuung.

    Im Internet gibts doch auch viel zu lesen über den Tilidin Entzug.

    Ich würde mir, genauso wie du das vor hast, einen neuen Hausarzt suchen, der muss auch nicht perfekt sein, also sei vorsichtig, und gleichzeitig einen Schmerztherapeuten.

    Mara
     
  11. Claudia1965

    Claudia1965 Mitglied

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    Tilidin Entzug nie im Alleingang machen! Mein Mann nimmt seit 8 Jahren Tilidin...erst als Tropfen später dann Retard Tabletten in 100mg Stärke...inzwischen nimmt er 3xtäglich 1 davon und selbst die helfen ihm nicht mehr, aber wenn er keine nimmt (was er schon versucht hat) bekommt er innere Unruhe die sehr quälend sein muß, Schweißausbrüche etc.
    Es ist ein Opiat und es macht auf Dauer körperlich abhängig (nur eben nicht psychisch weil das durch den Antagonisten der Kick fehlt).
    Mein Tipp ist, wende dich an einen Schmerztherapeuten :)
     
  12. Cinnamon

    Cinnamon Mitglied

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    Ganz lieben Dank für eure Antworten!
    Habe heute herum telefoniert, aber ist sehr schwierig einen Termin zu bekommen, die Wartezeit beträgt meist mehrere Monate.
    Nächste Woche ist meine HÄ wieder da, werde erst mal mit ihr reden.
    Für meine Rheumatologin ist immer nur wichtig das keine Entzündungszeichen da sind und Simponi wirkt. Die Schmerzen, die durch die Veränderungen verursacht sind registriert sie nicht wirklich. Aber die plagen mich halt auch.
    Ich denke, das Schlimmste habe ich nach 8 Wochen Entzug hinter mir. Seit gestern geht es mir besser. Es hat mir unheimlich gut getan sich mit euch auszutauschen und ich bin soooooooo froh, dieses Forum gefunden zu haben. Hätte ich nur schon früher geschrieben, die innere Unruhe war echt schlimm.

    Viele liebe Grüße und euch schon mal ein sonniges Wochenende
    C.