1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

Verständnisfrage Antidepressiva/Stimmungsaufheller

Dieses Thema im Forum "Sonstige Medikamente und Schmerztherapie" wurde erstellt von eve60, 19. Oktober 2016.

  1. eve60

    eve60 PMR Fibro

    Registriert seit:
    4. Juli 2012
    Beiträge:
    1.343
    Zustimmungen:
    52
    Ort:
    Beim großen Wasser
    Hallo und guten Morgen,

    eine Nachbarin, die seit langem Antidepressiva nimmt, erzählte mir, daß sie nun stimmungsaufhellende Medikamente bekommen soll. Sie weiß nicht so recht, was das bewirken soll. Ich habe ihr geraten, sich nochmal direkt an ihren Arzt zu wenden, nötigenfalls auch den HA mit ins Boot holen.

    Nun meine Frage. Ich dachte immer, das sei beides dasselbe? Irre ich mich da?

    LG Eve
     
  2. Tinchen1978

    Tinchen1978 Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    20. Januar 2014
    Beiträge:
    894
    Zustimmungen:
    72
    Ort:
    BW
    Huhu eve,

    da gibt es unterschiedliche Arten. Ich bekam schon zeitgleich ein AD, das schlafanstoßend wirkte und morgens dann etwas antriebsförderndes. Kann also beides als Antidepressiva zählen.
    Wird bei Wiki gut erklärt. Ich konnte die ganzen Bezeichnungen nie auseinander halten ;).

    Gruß Tinchen
     
  3. Flocke_79

    Flocke_79 Mitglied

    Registriert seit:
    3. August 2015
    Beiträge:
    761
    Zustimmungen:
    13
    Ort:
    Essen
    Das kann kann ganz unterschiedlich sein. Ich nehme zum Beispiel ein Medikament für 3 gänzlich verschiedene Störungen und dann nennt man es "ausgleichend"
    Ich irritiere mal dadurch noch mehr :D
     
  4. eve60

    eve60 PMR Fibro

    Registriert seit:
    4. Juli 2012
    Beiträge:
    1.343
    Zustimmungen:
    52
    Ort:
    Beim großen Wasser
    Flocke, Du hast ja sowas von recht. Sie überlegt jetzt, ob sie statt der geplanten "chemischen" "Spaßmacher" nicht lieber Johanniskraut nehmen sollte. Habe ihr geraten, auch das lieber mit dem Doc zu bereden.

    LG Eve
     
  5. Flocke_79

    Flocke_79 Mitglied

    Registriert seit:
    3. August 2015
    Beiträge:
    761
    Zustimmungen:
    13
    Ort:
    Essen
    Ich bin sehr froh mein Medikament zu haben. Vllt habe ich mich unglücklich ausgedrückt. Es heißt Citalopram und ohne dem, käme ich nicht zurecht. Es deckt all meine Belange ab.
    Pflanzliche Präparate soll man absprechen bei gleichzeitiger Gabe von chemischen.

    Ich bin PRO Antidepressiva.
     
  6. Tinchen1978

    Tinchen1978 Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    20. Januar 2014
    Beiträge:
    894
    Zustimmungen:
    72
    Ort:
    BW
    eve, ich glaube auch, dass Johanniskraut gar nicht so ohne ist. Ich würde es auch mit dem Arzt absprechen, genau. Und manchmal hilft pflanzlich da leider nicht mehr. Bin echt nur im Notfall für Medikamente. Aber da war ich froh, ein AD zu haben. Sonst wäre ich durchgedreht.
    Einschleichen und das richtige finden dauert manchmal auch länger. Nicht einfach, wenn es einem schlecht geht.
    Alles Gute für deine Nachbarin!
     
  7. Mara1963

    Mara1963 Bekanntes Mitglied

    Registriert seit:
    8. März 2012
    Beiträge:
    1.051
    Zustimmungen:
    93
    Ort:
    Bayern
    Ich bin gegen Antidepressiva, da sie das eigentliche Problem, das angegangen werden sollte, übertünchen. Sie wirken eben wie ein Schmerzmittel, einfach mal vorübergehend ohne zu heilen. Außerdem handelt es sich um Chemie.

    Ich bin da eher für Sport, Therapie, seine Gefühle wahr nehmen und annehmen und ausleben. Mit Naturheilmitteln lässt sich auch einiges machen um Linderung zu erfahren.
     
  8. aischa

    aischa Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    21. März 2016
    Beiträge:
    792
    Zustimmungen:
    178
    hallo mara,
    dem schließe ich mich an.....aber das problem ist....eine kognitive verhaltenstherapie ist mühsam....eine "pille" verspricht die schnelle lösung!
     
  9. Tinchen1978

    Tinchen1978 Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    20. Januar 2014
    Beiträge:
    894
    Zustimmungen:
    72
    Ort:
    BW
    Keiner steckt in der Haut des anderen. Vielleicht sind manche nicht so stark, dass sie eine Therapie ohne Medikamente schaffen. Oder haben zu viel erlebt. Und manchmal braucht man zur Überbrückung eventuell einfach medikamentöse Hilfe, weil man gerade keinen Therapieplatz bekommt. Oder weil man seinen Alltag nicht mehr meistern kann...
     
  10. Kati

    Kati Bekanntes Mitglied

    Registriert seit:
    1. Januar 2009
    Beiträge:
    2.050
    Zustimmungen:
    85
    Leute ich glaube die Diskussion für und wider Antidepressiva ist müssig.
    Nicht alle Krankheiten der Psyche sind therapierbar mit einem (gesprächs-)Therapie.
    Und manche brauchen auch eine Unterstützung durch Medikamente, weil die Gesprächstherapie nicht ausreicht.

    Aber womit ich einverstanden bin: Höhen und Tiefen gehören zum menschlichen Leben. Viele Antidepressiva werden Leuten verschrieben, die sie gar nicht bräuchten.... wenn sie ein funktionierendes und mitfühlendes soziales Umfeld hätte (oder wie es ihnen gut ging, gepflegt hätten), wenn sie z.B. Hilfe durch einen tiefen Glauben hätten, wenn sie Arbeit hätten usw. usw.

    Unsere Gesellschaften sind sehr reich, aber doch eher arm, was manche Aspekte des Menschlichen angeht.

    Nochmal zum Thema: Johanniskraut hat eine Wechselwirkung mit einer Medikamentenklasse, weiß grad nicht mehr welche (Blutverdünner, vielleicht, aber ich irre mich wahrscheinlich). Zudem macht es Lichtempfindlich.
    Schaut mal, ob Rosenwurz - Rhodiola helfen kann. Persönlich habe ich gute Erfahrung gemacht.

    Liebe Grüsse,
    Kati
     
  11. eve60

    eve60 PMR Fibro

    Registriert seit:
    4. Juli 2012
    Beiträge:
    1.343
    Zustimmungen:
    52
    Ort:
    Beim großen Wasser
    Danke, Kati, werde ich ihr gerne sagen.

    Ich persönlich bemerke bei ihr nicht sooo viel. Was manchmal auffallend war, waren Stimmungsschwankungen. Mal die liebe Nachbarin, mal regelrecht fies. Wir haben uns ohne weitere Kenntnis schon vor längerem dazu entschieden, sie einfach so zunehmen wie sie ist und über ihre "Phasen" hinwegzusehen.
    Nun kann ich das etwas besser einordnen.

    Und was das mit der "Chemie" betrifft - ich habe in meinem Bekanntenkreis jemanden, die hätte es ohne Tabletten wohl nicht überlebt. Von heute auf morgen ist sie in ein riesiges Loch gefallen.
    Ich denke, das ist von Fall zu Fall verschieden. So lange, wie ich mein Problem noch erkenne, kann ich gegensteuern. Was aber, wenn das nicht mehr der Fall ist???

    Und was ich auch gerade sehe, wie viele Menschen doch davon betroffen sind. Und jede(r) ist in seiner Krankheit einzigartig und sollte auch so behandelt werden.

    Ich ziehe daraus den Schluß, mich noch mehr zu informieren.

    Einen schönen Tag

    Eve
     
  12. She-Wolf

    She-Wolf Weihnachtsfan

    Registriert seit:
    23. Dezember 2011
    Beiträge:
    316
    Zustimmungen:
    20
    Ort:
    Schweden
    Hi eve,

    Johanniskraut habe ich nicht vertragen. Die Nebenwirkungen war so stark dass meine Ärztin sagte, sowas habe sie seit sie praktiziere (25 Jahre) noch nie gesehen. Es war nicht zu hoch dosiert. Deshalb unbedingt mit dem Arzt absprechen, so dass er im Notfall weiß, womit er es zu tun hat.

    Manchmal sind Antidepressiva die einzige Möglichkeit, dass die Betroffenen überhaupt einen Alltag haben und ihren Aufgaben nachgehen können.

    Vor fünfzig Jahren noch, standen nur Elektroschocks und Lithium zur Verfügung. Ich bin froh und dankbar, dass wir heute ganz andere Möglichkeiten haben und es Medikamente gibt, die wieder soetwas wie Boden unter den Füßen schaffen.

    @aischa und mara, eine Depression ist eine schwere Erkrankung die häufig genug zum Tod führt. Das sollte man sich klar machen, bevor man Antidepressiva in die Ecke stellt.

    She-Wolf
     
  13. aischa

    aischa Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    21. März 2016
    Beiträge:
    792
    Zustimmungen:
    178
    guten morgen she-wolf,

    stimmt, aber oft erst nachdem antidepressiva gegeben werden und diese wirken!( warum das so ist, würde jetzt den rahmen hier sprengen)
    wenn jemand schwer pyschisch erkrankt ist, sind medikamente der segen, aber ein bisschen kritik bei der verschreibung ist sicher angebracht!

    aber diese medis werden zu oft verschrieben und das ist meine kritik und gilt ganz sicher nicht für jemand, der sich in einer schweren depression befindet!
     
    #13 20. Oktober 2016
    Zuletzt bearbeitet: 20. Oktober 2016
  14. Maggy63

    Maggy63 Kreativmonster

    Registriert seit:
    15. Februar 2011
    Beiträge:
    6.960
    Zustimmungen:
    416
    Ort:
    Niedersachsen
    Hätte ich keine AD gehabt, wäre ich jetzt tot...

    Wenns richtig zuschlägt, dann hilft kein sabbeln und kein Sport. Das kann unterstützen, wenn man wieder etwas stabiler ist, aber als alleinige Therapie hilft das nicht.
    Es ist auch schwierig, auseinander zu halten, ob das nun ne leichte oder schwere Depression ist. Wie auch mein damaliger Psychiater sagte (und dem stimme ich da voll zu): Psychos sind die besten Schauspieler.
     
  15. Resi Ratlos

    Resi Ratlos Bekanntes Mitglied

    Registriert seit:
    31. Januar 2016
    Beiträge:
    1.174
    Zustimmungen:
    188
    Und genau deshalb gehört die Behandlung einer Depression in fachärztliche und/(oder) fachpsychologische Hände ;)
     
    #15 21. Oktober 2016
    Zuletzt bearbeitet: 22. Oktober 2016
  16. She-Wolf

    She-Wolf Weihnachtsfan

    Registriert seit:
    23. Dezember 2011
    Beiträge:
    316
    Zustimmungen:
    20
    Ort:
    Schweden
    @ aischa:
    Darauf bezog ich mich, aischa. Mehr war da nicht, auch wenn du jetzt relativierst und die Verschreibungspraktiken mit hinein nimmst. Wenn du darüber diskutieren möchtest, gerne. Nur nicht hier im Thema denn das gehört Eve mit ihrer Frage und den dazupassenden Antworten.

    She-Wolf
     
  17. aischa

    aischa Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    21. März 2016
    Beiträge:
    792
    Zustimmungen:
    178
    hi she wolf,
    du hast mich persönlich angesprochen und ich habe dir geantwortet!

    schicke dir grüße aus der sonne!
     
  18. Flocke_79

    Flocke_79 Mitglied

    Registriert seit:
    3. August 2015
    Beiträge:
    761
    Zustimmungen:
    13
    Ort:
    Essen
    Eine sehr gefährliche und schlecht recherchierte Aussage von dir.

    Für die meisten Patienten einer Psychotherapie ist das Medikament überhaupt erst die Chance zur Aufarbeitung der Probleme. Denn es schafft die nötige emotionelle Stabilität sich dem Schmerz, Verlust, Ängsten etc zuzuwenden und diese aufzuarbeiten. Das Aufarbeiten geschieht in der Psychotherapie auch trotz Medikation denn es wirkt nicht nur bewusst sondern wie wissenschaftlich schon lange nachgewiesen auch sehr im Unterbewusstsein. Neurologische Verbindungen verändern sich.

    Und ein ausschleichen und absetzen der Medikation ist dann auch sehr oft möglich.

    Sport ist für die meisten Menschen ein guter Ausgleich. Ersetzt aber nicht die Psychotherapie und nicht das AD, das die hormonellen Vorgänge ins Lot bringt.
     
  19. binverzweifelt

    binverzweifelt Mitglied

    Registriert seit:
    25. April 2015
    Beiträge:
    37
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Lkr. Reutlingen
    Hallo !
    Ich gebe Flocke recht, denn ich war auch in der Lage.

    Das Jahr 2015 und 2016 waren nicht die besten und wenn man innerhalb eines halben Jahres beide Eltern verliert und in dieser Zeit auch noch 3 andere Familienangehörige dann bist du am Ende.

    Auch ich hatte Paniken und Schlafstörungen nach dem Motto du bist ja die nächste.

    Ich bin meiner Psychologischen Betreuung sehr dankbar auch wenn ich am Anfang skeptisch war.

    Gruß Binverzweifelt
     
  20. sternschnuppe84

    sternschnuppe84 Mitglied

    Registriert seit:
    8. Januar 2014
    Beiträge:
    75
    Zustimmungen:
    0
    Hallo,

    ich habe selbst schon unterschiedliche Antidepressiva genommen und nehme auch immer noch eins. In meinem Fall zur Zeit auch ein Stimmungsaufhellendes.
    Und natürlich gehört meistens auch mehr als nur ein Antidepressivum dazu, damit es einem besser geht. Aber auch hier gibt es verschiedene Formen von Depression und verschiedene Formen von Erkrankungen bei denen Antidepressiva gegeben werden.

    Zum Hausarzt würde ich damit allerdings nicht, sondern zum entsprechenden Facharzt, also einem Psychiater. Wenn man bei mehreren nen Termin bekommt, kann man sich da natürlich auch unterschiedliche Meinungen einholen. Hausärzte haben, wenn sie nicht gerade eine Zusatzausbildung in psychosomatischer Grundversorgung oder ähnlichem haben, meist nur ein rudimentäres wissen auf diesem Gebiet.

    Und leider sind Antidepressiva Medikamente wo man ausprobieren muss, ob und was einem wie hilft...

    Sternschnuppe