Verschlechterungsantrag nur aufgrund alter Befunde abgelehnt

Dieses Thema im Forum "Schwerbehinderung" wurde erstellt von Illyria, 2. November 2018.

  1. Illyria

    Illyria Aktives Mitglied

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    Hallo Ihr Lieben,

    ich leide seit November 2016 an RA, seit August 2017 habe ich einen GdB von 40, sowie eine Gleichstellung. Das habe ich damals noch alleine beantragt, wobei mir die vielen guten Hinweise aus diesem Forum geholfen haben.

    Im Mai diesen Jahres habe ich einen Verschlechterungsantrag auf einen GdB von 50 gestellt, der mir vor kurzem abgelehnt wurde. Ich bzw der SoVD bei dem ich inzwischen Mitglied bin, haben Widerspruch eingelegt und um Übersendung der ärztlichen Berichte und der gutachterlichen Stellungnahme gebeten. Heute habe ich dies dann im Briefkasten gehabt, und musste entsetzt feststellen, dass sie keinerlei neue Befunde seit 2017 angefordert haben!! Außer einen vom Augenarzt, der bei mir bedingt durch die längere Cortisoneinnahme ein Frühstadium des Grauen Stars festgestellt hat. Nur deshalb habe ich ihn überhaupt angegeben.

    Ich finde es unglaublich, dass kein einziger Bericht aus diesem Jahr von meiner Rheumatologin, Orthopäden oder Hausärztin angefordert wurde, seit dem letzten Bescheid 2017 habe ich 4 x das Basismedikament gewechselt, bzw., verschiedene Biologica bekommen, und es wurde auch ein MRT gemacht z.B., Ultraschall usw.

    In der Begründung der gutachterlichen Sellungsnahme steht: "die neuen Befunde bestätigen die bisherige Einstufung. Der Gesamt-db bleibt bei 40. Die Schwerbehinderteneigenschaft ist nicht dokumentiert."

    Welche neuen Befunde denn?

    Ich werde das natürlich in die Begründung zum Widerspruch schreiben lassen, dass sie nur die alten Befunde vom letzten Jahr berücksichtig haben.

    Es wird hin-und hergeschrieben, so lange, bis man zermürbt ist, nicht mehr kann und aufgibt, was ich aber nicht machen werde!

    Kann mir sonst noch jemand einen Tipp geben, soll ich nur kurz das o-g. reinschreiben oder eine längere Begründung abgeben?
     
  2. kukana

    kukana Moderatorin

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    Da ich immer Kopien von allen Befunden hatte, habe ich diese dann mitgeschickt. Da haben die nie bei den Ärzten nachfragen müssen.

    Lass dir in Zukunft alle Befunde geben.
     
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  3. Illyria

    Illyria Aktives Mitglied

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    Mir liegen selber keine neuen Berichte vor, der Orthopäde wollte z.B keinen an meine Rheumatologin schreiben, und meine Rheumatologin wollte mir auch keinen geben,sie schreibt nur auf Anforderung.

    Nur der MRT Befund und die jeweiligen Blutwerte liegen mir seit 2017 vor.
     
  4. saurier

    saurier Registrierter Benutzer

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    @lllyria
    nein. der sovd weiss eigentlich was in dem fall zu tun ist und rein zuschreiben ist. alles andere muss dann folgen.

    um was geht es dir bei den magischen GdB von 50?
    leider ist es in der tat so, dass viele ärzte beim antrag auf behinderung, kein befund privat erstellen. grund ist das die ämter wenn sie diese anfordern, den ärzten diese vergüten.

    aber, auch hier denkt man müsste gut gehen. weit gefehlt. wenn der arzt dann da nur rein schreibt: i.o., kein befund oder anderes: wie s.befund vom xx.xx.xx vom krh xy oder arzt yz, wird eine genaue bewertung ggf.fatal ausgehen.
    beim verschlimmerungsantrag ist zu beachten, dass nur neu hinzugekommene beeinträchtigungen oder behinderungen anzugeben sind.
    in der regel erfolgt eine gesamte neubewertung. auch das kann u.u.dazu führen, das bewertungen niedriger ausfallen. und es ist immer zu beachten, dass nicht krankheiten an sich bewertet werden, sondern die daraus entstehenden beeinträchtigungen oder behinderungen, sowie diese in ihrer gesamtheit für den betreffenden.
    saurier
     
    #4 2. November 2018
    Zuletzt bearbeitet: 4. November 2018
  5. Illyria

    Illyria Aktives Mitglied

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    Ich habe noch etliche Jahre Arbeit vor mir, und in den 2 Jahren der Krankheit wurde es eigentlich immer nur schlechter. Ich schaffe meinen Alltag und die Arbeit nur mit Mühe, und muss ja auch noch meine Mutter pflegen. Daher wären die Extra Urlaubstage und die 2 Jahre früher in Rente ohne Abzüge viel wert für mich.

    Die 40 habe ich ziemlich schnell bekommen, aber die Hürde zum GdB von 50 ist wohl besonders hoch.

    Mal sehen, ob der Sovd das hinbekommt, bisher musste ich denen eigentlich alles sagen, auch hätten die ohne dass ich drauf bestanden habe, die ärztl. Unterlagen nicht angefordert z.B.
     
  6. saurier

    saurier Registrierter Benutzer

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    @Hallo,
    dass du deine mama pflegen musst, tut mir sehr leid für dich. ich weiss was das bedeutet. das geht in die substanz.
    du schreibst im gu es wären keine befunde der ärzte angefordert worden und hier das der sovd dies getan hat. was waren das für befunde?
    dann wäre zu verstehen wenn das amt die ärzte nicht noch einmsl auffordert.
    dann steht die frage ob es bei dir seit der letzten einstufung gravierende änderungen der einschren-kungen o.behinderungen gibt. wie bereits dir geschrieben, geht es darum. z.bsp.muss e.wechsel von medikamenten nicht zwangsläufig z.änderung eines GdB führen.
    hast du mit dem sovd gesprochen ob sie ein widerspruch für aussichtsreich einschätzen?
    sauri
     
  7. Oliver70

    Oliver70 Aktives Mitglied

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    Hallo zusammen,

    kann ich durch die frisch diagnostizierte sekundäre Fibro eigentlich einen Verschlechterungsantrag stellen? Habe momentan 50% seit 1990. Ich weiss allerdings nicht
    ob Fibro eine Schwerbehinderung in dem Sinne ist, soweit ich weiss werden bei Fibro keine Gelenke zerstört.Ich habe den Ausweis nach der langen Zeit unbefristet.
    Kann es theoretisch passieren das die sagen 60% auf fünf Jahre befristet?

    Vielen Dank und Gruß
    Oliver
     
  8. kukana

    kukana Moderatorin

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    Oliver, ich würde da eher nicht dran rütteln, möglich ist auch das sie dich runter stufen.

    Ein Antrag auf Verschlechterung basiert nicht auf einer Erkrankung sondern auf die Einschränkung die du dadurch hast.
     
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  9. Oliver70

    Oliver70 Aktives Mitglied

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    @Kukuna vielen Dank für die Info dann werde das doch lieber so lassen, kann ja sein wenn noch mehr Einsteifungen kommen das es dann
    wirklich notwendig ist ein Verschlechterungsantrag aufgrund von "Einschränkungen" zu stellen. Das hatte ich nicht dabei bedacht!
     
  10. Illyria

    Illyria Aktives Mitglied

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    Danke für deine Antworten liebe saurier, du hast ja selber genug zu stemmen. :(

    Das Versorgungsamt hat keine neuen ärztlichen Befunde seit dem Bescheid von 2017 angefordert. Der SoVD hat auf meine Bitte die ärztlichen Unterlagen die dem Zentrum für Soziales vorliegen und die gutachterliche Stellungnahme angefordert, daher weiss ich, dass die keine ärztlichen Beichte seit 2017 angefordert haben.

    Der SoVD sagt nichts dazu wie meine Aussichten sind, es kostet mich mit denen genauso viel Mühe wie ohne sie, aber ich habe halt die Hoffnung, dass es mit ihnen aussichtsreicher ist. Die Widerspruchsbegründung habe ich nun an sie geschickt.

    Seit dem letzten Bescheid sind auch neue Gelenksentzündungen an anderen Gelenken dazugekommen, und mein Kniegelenk hat sich von Grad 3 auf Grad 4 verschlechtert, dazu halt die schlimmeren Schmerzen und Einschränkungen.

    Nun heißt es Daumen drücken, dass sie diesmal nicht wieder ablehnen!
     
  11. saurier

    saurier Registrierter Benutzer

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    @Hallo oliver.
    auf diese bewertung fallen viele heute noch herein. das gab es ja auch, vor der novelierung 2001.
    mit dem bennen der krankheiten konnte man ganz fix auf ein GdB von 100 ohne probleme kommen. im ernst. ich kenne ein fall da wurde "deflatulenz" als erkrankung genannt und bewertet.
    die änderung der bewertungsmassstäbe wurde u.a.auf grund der rasanten medizinischen entwicklung und der daraus resultierenden besseren "heilungsschancen" notwendig.
    zum besseren verständnis ein fiktives beispiel:
    operative verfahren für knieprothesem, die ende dee 80'ziger deutich zunahmen. bis dahin blieb patienten mit massiven knieproblemen meist als "endlösung" dann nur die versteifung mit oft sehr erheblichen einschrenkungen
    zur zeit es gibt jedes jahr ergänzungen zu den gutachterlichen grundsätzen. hier habe ich u.a. gelesen, das die bewertung für TEP's runtergesetzt wurde.die begründung lässt sich warscheinlich erahnen
    d.zu implantierenden prothesen jährlich steigen stetig weiter an. beim knie waren das zur zeit ca.150.000 ( gesamt an TEP, Schlitten oder Teilprothesen) die komplikationsraten, liegen bei weiten unter denen früherer methoden, aber hier macht es die anzahl. der anteil derer die gut mit einer prothese auskommen ist heute wesentlich höher als früher.
    nun stellt man sich vor, sie alle bekämen nur einmal angenommen ein GdB von 10, mit wenig einschrenkungen die eine prothese haben und mit mehr einschrenkungen ein GdB von 20 und die mit starken ein GdB von 30.
    es ist nicht nur ein wirtschaftlicher aspekt, sondern auch der, dass es hierbei heute sehr gute erfolgsaussichten gibt und die personen sogar sport treiben oder wieder arbeiten können.
    heisst wir haben viele mit einem GdB allein für eine prothese, was sich irgendwann wirtschaftlich nicht mehr tragen lässt und so wird der zu bewertende GdB gesenkt.(bitte-es ist ein fiktives bsp, nur um deutlich zu machen warum die GdB von zeit zu zeit klammheimlich gesenkt werdent)

    derzeit überlege ich, was wohl die beabsichtigte neu überarbeitung der bewertung für ein GdB für alle mit einem bestätigten GdB bringen wird.

    sauri
     
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  12. Oliver70

    Oliver70 Aktives Mitglied

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    Hi Saurier,

    Ahso also früher hat man praktisch die Krankheiten gezählt und dann auf Prozente umgerechnet,
    das Forum ist immer wieder eine echte Schatzkiste an Erfahrungen.

    Vielen Dank und Grüße
    Oliver
     
  13. saurier

    saurier Registrierter Benutzer

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    @Illyria.
    ich bin im VdK und die machen das. da musste ich nichts schreiben.
    verstehe nicht, dass der SovD dich da offenbar im regen stehen lässt.
    klar daumen drücken
    saurier
     
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  14. Oliver70

    Oliver70 Aktives Mitglied

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    Versteh ich nicht ganz also bekommt jetzt jeder der einen Ausweis hat demnächst Post vom Versorgungsamt das alles überprüft wird.
     
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  15. saurier

    saurier Registrierter Benutzer

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    @Oliver,
    es ist "noch in planung".
    ob es dann so sein wird, wird sich sicher noch entscheiden müssen. derzeit sind u.a. die behinderten verbände im gespräch.möglich ist heut alles.
    aber das hab ich schon einmal geschrieben, das mit den GdB und Nachteilsausgleichen bestimmte dinge verknüpft sind, wie zum bsp transport zum arzt mit dem taxi, dass diese nicht so einfach gekippt werden können.
    saurier
     
    #15 6. November 2018
    Zuletzt bearbeitet: 6. November 2018
  16. mondbein

    mondbein Registrierter Benutzer

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    Bestimmt nicht! Das VA kommt ja noch nicht mal hinter den laufenden Anträgen her... ☹️
     
  17. saurier

    saurier Registrierter Benutzer

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    hallo liebes mondbein,
    und ich denke,wenn das gesetzlich durch kommt, dass sie alle bestehenden GDB kürzen können, geht das schneller als gedacht. da wird ggf.einfach gekappt und gut ist. wer andere ansprüche stellt und mehr an GDB haben will muss wieder in wiederspruch gehen oder ggf.klagen.
    wie mit allem-gebremst geht schnell.
    bitte aufpassen-das sind vorerst nur gedanken!
    sauri
     
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  18. O-häsin

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    Hi Illyria,
    sind denn überhaupt von den maßgeblichen Ärzten Berichte geschrieben worden? Einer meiner RheumaDocs schrieb z.B. immer bei Medikamentenwechesel einen Bericht, ein andeere nach jedem Besuch, wieder ein anderer niemals einen. Oder hat sie der HA erhalten?
    Man kann nämlich auch selbst solche Berichte ans VA oder eben den Dich vertretenden Verband zur Weitergabe schicken, wenn man ihn denn hat. Es schadet nicht, sich selbst einen Ordner für alle Befunde anzulegen und informiert zu sein.
    LG häsin
     
  19. saurier

    saurier Registrierter Benutzer

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    Top liebe häsin,
    so mach ich das seit jahren schon. ordentlich gescannt u.in ordnern systematisch abgelegt finden sich selbst befunde vom 27.11.1978-kein witz-aber ein für mich so wahnsinnig entscheidendes datum-ein arbeitsunfall. und nur da ich das alles hatte, hab ich seit jahren keine probleme mit entspr.behandlungen und allem was folgen kann.
    sauri
     
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  20. Illyria

    Illyria Aktives Mitglied

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    Nein, meine Rheumatologin schreibt keine Berichte an den Hausarzt, ich hab sie drauf angesprochen, aber sie möchte dass die wegen dem GdB einen Bericht von ihr anfordern, anders macht sie das nicht.

    Ich hab schon einen ganzen Ordner mit sämtlichen Befunden die ich bekommen konnte gesammelt, aber das ist eben alles von 2017, außer einem MRT-Befund den ich dem Verschlechterungsantrag beigefügt habe, liegt mir leider von 2018 nichts vor. Auch der Orthopäde hat sich geweigert, mir einen Bericht für die Rheumatologin zu schreiben, den hätte ich sonst in Kopie mitschicken können.
     
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