Rheuma-Diagnose
Liebe Britta,
ein guter internistischer Rheumatologe diagnostiziert die verschiedenen rheumatischen Erkrankungen anhand verschiedener Parameter. Ganz wichtig ist erstmal die Anamnese (= ausführliche Beschreibung deiner Krankheitssymptome und ihre Entwicklung), die gibt oft schon einen Hinweis, ob es sich um entzündliches Rheuma (wie z. B. rheumatoide Arthritis) oder nicht-entzündliches Rheuma (wie z. B. Arthrose) handelt. So kann bei entzündlichem Rheuma das Befallsmuster der Gelenke (z. B. beide Kniegelenke oder alle Fingergelenke an nur einem Finger) einen weiteren Hinweis auf die Art geben. Wichtig sind dann Begleitsymptome (z. B. Morgensteifigkeit, ausgeprägte Müdigkeit, Hautprobleme, Muskelschmerzen, Haarausfall) und andere Erkrankungen (wie z. B. Diabetes) und ob dir z. B. Wärme oder Kälter gut tut.
Die Blutwerte geben weitere Hinweise, bei einigen Rheumaformen hat man bestimmte Auto-Antikörper oder andere Auffälligkeiten wie z. B. erhöhte Entzündungswerte.
Manchmal helfen auch andere Untersuchungen wie Röntgen, MRT oder Szintigraphie.
Es ist sehr schwierig, die richtige Diagnose zu Krankheitsbeginn zu stellen, wenn eventuell einige Symptome, die klassich für diese Rheumaart sind, noch fehlen. Manchmal bringt erst die längere Beobachtung oder auch der Versuch mit einer Cortisontherapie eine eindeutige Diagnose.
Was hat dir denn dein Rheumatologe erklärt, was für die rheumatoide Arthriits (alter Name: chronische Polyarthritis) spricht?
Nimmst du Medikamente und wenn ja welche?
Fragen hast, melde dich gerne wieder, hier gibt es viele Experten (durch eigene Betroffenheit) zu den unterschiedlichsten rheumatischen Erkrankungen.
Liebe Grüße,
Sprotte 79
P.S. Bei mir war es sehr schwierig, die richtige Diagnose zu stellen und es war lange nur der Verdacht auf rheumatoide Arthritis. Schlussendlich hat es sich bestätigt, aber da waren schon Monate vergangen. Ich habe aber einen sehr guten Rheumatologen, der mir von Anfang an geglaubt hat, auch wenn ich zu Beginn "nur" Schmerzen und keine Gelenkschwellungen hatte. Trotzdem haben wir mit der Therapie begonnen und das war auch gut so, denn später kamen weitere Symptome dazu und dann waren wir uns sicher, dass es rheumatoide Arthritis war bzw. ist.