Mara, ich habe am Samstag mit 50mg angefangen. Das soll ich jetzt im 3-Tages-Takt aus schleichen. Bin leider tagsüber bzw morgens total im Ar...
Sagt mal, ging es euch anfangs auch so, dass es in eurem Umkreis Leute gab, die kein oder kaum Verständnis aufgebracht haben?
Bei mir war im letzten 3/4 Jahr die Hölle los. Mein Opa ist verstorben, im Januar haben mein Mann und ich uns getrennt. Dazu der Stress auf Arbeit. Meine Wohnung wurde nicht fertig usw.
Dadurch hat sich das alles wohl extrem manifestiert mit meinen Beschwerden.
Aber irgendwie haben einige null Verständnis, dass ich manchmal am liebsten den Kopf in den Sand stecken und heulen möchte. Und das nervt mich so. Ich versuche zu erklären, was los ist.
Und warum ich dies oder das gerade nicht machen möchte oder kann.
Ich sehe es aber auch nicht ein, ein schlechtes Gewissen zu haben und mich zu entschuldigen, dass ich krank bin.
Oder ist das egoistisch
Mel, ich denke mit dieser Erfahrung bist du leider nicht allein.
Ich habe meine Diagnose seit ca. 5 Jahren, da ist auch einiges passiert. Anfangs hoffte ich auch auf Verständnis anderer Leute. Von dieser Vorstellung habe ich mich schnell verabschiedet. Mein damaliger Partner konnte nicht so recht damit umgehen - Fazit: ich habe mich getrennt. Ich hatte mehr Interesse von ihm erwartet... - so habe ich meine Konsequenz gezogen - ich habs nie bereut; er war ja schon immer ein Weichei und das wurde mir dadurch erst so richtig klar; kann man ja auch positiv betrachten.
Mit der Arbeit, das ist so eine Sache, die wollen Leistung und wenn man krank ist, hat man halt die schlechteren Karten allgemein, auch wenn es einen direkt keiner spüren lässt, dürfen sie ja auch nicht, das verläuft dann unterschwellig.
Meine Töchter haben Verständnis, doch belabern tu ich sie nicht großartig, die sollen ihr eigenes Leben leben und sich nicht durch mich belasten.
Ansonsten komme ich mittlerweile gut klar, ich habe mir mein Leben so eingerichtet, dass ich es einfach ruhiger gestalte, viel Zeit für mich selbst einräume und mir gar nicht mehr so viel vornehme wie früher. Hauptsache ich finde genügend Zeit fürs Sporteln und Radeln; ich schlafe jetzt ja auch viel, viel mehr als früher, da bleibt schon weniger Zeit übrig.
Ich denke, die Lösung liegt am Annehmen der Krankheit und die Erwartungen an andere Leute aufzugeben - was solls, die haben auch ihr eigenes Leben, freundlich bleiben und sich etwas zurück ziehen - so mache ich das.
Mara