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Vater unser einmal anders

Dieses Thema im Forum "Kaffeeklatsch" wurde erstellt von Nixe, 19. Dezember 2002.

  1. Nixe

    Nixe Guest

    Ich: ,,Vater unser, der Du bist im Himmel

    Gott: Ja?

    Ich: Unterbrich mich nicht, ich bete!

    Gott: Aber Du hast mich gerufen

    Ich: Dich gerufen? Ich hab Dich nicht gerufen, ich bete ,,Vater unser im Himmel

    Gott: Du hast es wieder getan

    Ich: Was getan?

    Gott: Mich gerufen. Du hast gesagt: ,,Vater unser im Himmel. Hier bin ich. Was hast Du auf dem Herzen?“

    Ich: Aber ich habe mir doch gar nichts gedacht. Weißt Du, ich verrichte einfach mein Gebet für diesen Tag. Ich sage immer das Vater unser, es beruhigt mich, weil ich dann meine Pflicht erfüllt habe

    Gott: Aha, gut, so mach ruhig weiter

    Ich: Geheiligt werde Dein Name

    Gott: Warte, was bedeutet das eigentlich?

    Ich: Es bedeutet ... es bedeutet ... ich weiß auch nicht, was es bedeutet. Es ist eben ein Teil des Gebetes. Weißt Du denn, was es bedeutet?

    Gott: ,,geheiligt heißt in Ehren halten, gefeiert, kostbar.

    Ich: So ist das, das verstehe ich, vorher habe ich mir das nie überlegt. ,,Dein Reich komme, Dein Wille geschehe im Himmel wie auf Erden

    Gott: Meinst Du das wirklich so?

    Ich: Sicher, warum nicht?

    Gott: Und was tust Du dafür?

    Ich: Tun? Eigentlich nichts. Ich glaube nur, es wäre sicher ganz gut, wenn Du hier unten die Kontrolle hättest, wie Du sie auch dort oben hast.

    Gott: Hast Du die Kontrolle über Dich selbst?

    Ich: Also ich gehe zur Kirche.

    Gott: Das habe ich nicht gefragt. Was ist mit Deinen Gewohnheiten und Deinen schlechten Stimmungen? Und wofür gibst Du überhaupt Dein Taschengeld aus, und was ist mit Deinen Zeitschriften und Computerspielen?

    Ich: Hör auf, auf mir herumzuhacken, ich bin genauso wie die anderen.

    Gott: Entschuldigung! Ich dachte Du hast gebetet ,,Dein Wille geschehe. Wenn das sein soll, muss ich mit denen beginnen, die darum beten, wie Du zum Beispiel.

    Ich: Also gut, ich weiß ja, dass ich einige schlechte Gewohnheiten habe und ich könnte Dir noch viel mehr aufzählen

    Gott: Das könnte ich auch!

    Ich: Ich habe nur bisher nicht viel daran gedacht, aber eigentlich möchte ich einige davon loswerden.

    Gott: Gut so! Nun geht’s vorwärts. Wir werden zusammenarbeiten. Ich bin stolz auf Dich.

    Ich: Schau, Herr, ich muss endlich Schluss machen. Dieses Gebet dauert schon viel länger als sonst immer. ,,Gib uns unser tägliches Brot

    Gott: Du wolltest wohl Schokolade sagen.

    Ich: Halt! Warte mal! Was soll das? Mich ständig kritisieren? Da nehme ich mir Zeit, um meine religiösen Pflichten zu erfüllen und dann kommst Du, um mich ständig an meine schlechten Gewohnheiten zu erinnern?

    Gott: Beten ist eine gefährliche Sache. Du hast mich gerufen, und hier bin. Jetzt ist es zu spät, um aufzuhören. Bete nur weiter, der nächste Teil interessiert mich. Was ist?

    Ich: Ich fürcht mich.

    Gott: Fürchten wovor?

    Ich: Ich weiß schon, was Du sagen wirst.

    Gott: Versuche es nur!

    Ich: ,,Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

    Gott: Und was ist mit Deinen Mitschülern?

    Ich: Siehst Du, ich hab’s gewusst. Warum .... warum erzählen sie dauernd Lügen über mich und machen mich lächerlich. Ich habe geschworen, es ihnen heimzuzahlen.

    Gott: Aber Dein Gebet! Was ist mit Deinem Gebet?

    Ich: Ach, ich habe es doch gar nicht so gemeint.

    Gott: Na wenigstens bist Du ehrlich. Aber es ist kein Vergnügen ständig an jemanden denken zu müssen, auf den man böse ist.

    Ich: Natürlich ist es nicht lustig, darum will ich es ihnen ja bald heimzahlen, dann werde ich mich endlich besser fühlen.

    Gott: Glaubst Du wirklich? Nein! Rache ist nicht süß, der Streit wird weitergehen, denn sie werden Dir dann erst recht wieder was heimzahlen wollen und so weiter.

    Ich: Was soll ich denn da tun?

    Gott: Hör auf mit dem ganzen Streit und vertragt Euch wieder.

    Ich: Aber ich kann es ihnen nicht verzeihen!

    Gott: Dann kann ich Dir auch nicht vergeben.

    Ich: Wahrscheinlich hast Du ja recht - Du hast immer recht Aber schwer fällt es mir schon

    Gott: Versuch es ruhig , ich helfe Dir schon dabei.

    Ich: Hm, gut, ich glaube, irgendwie wird es schon gehen.

    Gott: Na siehst Du! Und jetzt mach weiter, Du hast Dein Gebet noch nicht beendet.

    Ich: ,,Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen

    Gott: Gut, das will ich tun. Aber es kommt auch auf Dich an, vergiss das nicht!

    Ich: Was meinst Du damit?

    Gott: Du musst Dich schon zusammennehmen und es wirklich ernst meinen. Nicht einfach schnell das ,,Vater unser heruntersagen oder sonst irgendeinen Hilferuf beten und meinen, damit wäre alles erledigt.

    Ich: Herr, ich habe immer geglaubt, wenn ich bete, so reicht das. So etwas wie heute habe ich nie erwartet.

    Gott: Jetzt mach weiter und beende Dein Gebet

    Ich: ,,Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit - Amen.

    Gott: Weißt Du, was mich glücklich machen würde?

    Ich: Dich glücklich machen? Nein! Aber das Gebet heute, das hat mir sehr gut gefallen. Ich will mich bemühen um meinen Glauben.

    Gott: Siehst Du, jetzt hast Du meine Frage beantwortet. Das ist es, was mich glücklich macht, wenn Leute sagen, sie wollen sich um ihren Glauben bemühen. Dann entsteht eine echte Beziehung zwischen den Menschen und mir. Dann wird der Glaube lebendig!

    Ich: Herr, lass mich anfangen.

    Gott: Ja, fangen wir an!

    Quelle: „Joker“ (Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs)
     
  2. Angie Opitz

    Angie Opitz Guest

    Hi Nixe,

    wunderbar und nachdenkenswert!

    Ein besinnliches, harmonisches und schmerzfreies Weihnachtsfest wünscht Dir

    Monsti