Vaskulitiden - Definition

Dieses Thema im Forum "Was ist eine Vaskulitis" wurde erstellt von Stine, 21. April 2012.

  1. Stine

    Stine Moderatorin

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    Definition


    (Von griech. vaskul- = Gefäß und -itis = entzündlich): Entzündung von Gefäßen

    (Angiitis).

    Die meisten Vaskulitiden  sind Folge einer Störung des Immunsystems bei denen es

    zu Entzündungen von Arterien, Arteriolen, Kapillaren, Venolen und Venen kommt,

    wodurch die versorgten Organe ebenfalls geschädigt werden.

    Am häufigsten ist eine Allergie vom Typ 3 für die Vaskulitiden verantwortlich.



    Zu den Vaskulitiden zählen mehrere sehr unterschiedlich verlaufende

    Autoimmunerkrankungen.

    Diese sind in folgende Gruppen einteilbar (Krankheitsdefinitionen gemäß der Chapel

    Hill Consesus Conference):

    Primäre Vaskulitis: Diese Gruppe umfasst eigenständige, entzündlich-

    rheumatische Krankheiten.

    Die Vaskulitiden kleinerer Gefäße werden zuerst zwischen ANCA-assoziiert

    und nicht ANCA-assoziiert unterschieden. Die ANCA (antineutrophile

    cytoplamatische Antikörper), die sich gegen bestimmte weiße Blutkörper-

    chen richten, sind hier für die Entstehung der Krankheit von Bedeutung.

    Die ANCA-assoziierte Vaskulitiden lassen sich in:

    - Wegener-Granulomatose,

    - Churg-Strauss-Syndrom und

    - Mikroskopische Polyarteriitis (MPA oder mPAN) unterscheiden.

    Die nicht ANCA-assoziierten Vaskulitiden teilen sich auf in:

    - Purpura Schönlein-Henoch,

    - Vaskulitis bei essentieller Kryoglobulinämie und

    - kutane leukozytoklastische Angiitis.

    Die Vaskulitiden mittlerer Gefäße sind

    - Polyarteriitis nodosa (PAN oder cPAN) und

    - Kawasaki-Syndrom.

    Vaskulitiden großer Gefäße sind die

    - Riesenzellarteriitis (auch Arteriitis cranialis, Arteriitis temporalis

     oder Morbus Horton genannt) und die

    - Takayasu-Arteriitis.

    Sekundäre Vaskulitis: Diese Gruppe entsteht durch Infektionen oder

    Medikamente oder tritt in Begleitung *anderer Erkrankungen auf.

    Bei dieser Form von Vaskulitis sind sogenannte Immunkomplexe die Ursache

    für die Gefäßentzündung: Körpereigene Antikörper binden Medikamente oder

    aber Bestandteile von Bakterien und bilden somit Immunkomplexe, die sich

    in den Gefäßwänden ablagern und die Gefäße schädigen.

    Die Eigenschaft der Antikörper, bestimmte Eiweißstrukturen des Immunsystems –

    das sogenannte Komplementsystem – zu aktivieren, verursacht eine Entzündung

    der betroffenen Gefäße.

    *Sekundäre Vaskulitis bei Rheumatoider Arthritis (=Rheumatoide Vaskulitis)

    System. Lupus Erythematodes

    Virusinfektionen (z.B. Hepatitis, HIV)

    bösartigen Tumoren

    Blut- und Lymphkrankheiten

    Nichtklassifizierte Vaskulitiden sind die:

    - Endangiitis obliterans, das

    - Behçet-Syndrom und die

    - isolierte Vaskulitis des ZNS (Zentralnervensystem).





    Autor: Eveline Ioannidis - Herzlichen Dank für deine Hilfe



    © Rheuma-Selbst-Hilfe.at



    Quellen:

    rheumanet.org

    Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie

    rheuma-online.de

    onmeda.de
     
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