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Unterschied zwischen Eltern und Kinderlosen

Dieses Thema im Forum "Kaffeeklatsch" wurde erstellt von Nixe, 8. März 2002.

  1. Nixe

    Nixe Guest

    Unterschied zwischen Eltern und Kinderlosen
    ***
    Eltern und Kinderlose bewohnen zwei verschiedene Dimensionen:

    Kinderlose kennen die Welt um sechs Uhr morgens am Sonntag nicht. Sie wissen nicht, wie es ist, an einem Samstag schon um 19.45 Uhr ins Bett zu gehen. Sie kennen nicht das Gefühl der Panik, wenn ihnen bei einem Spaziergang eine leise Stimme zuflüstert: "Ich muss groß." Ach, sie wissen nichts von Monstern, die nachts in Zimmern lauern und vertrieben werden müssen. Sie ahnen nicht, dass man ein gekritzeltes Gewirr aus Strichen und Kreisen für wunderschön halten kann. Sie kennen keine Bettdecken, die nachts eigenmächtig von kleinen Körpern rutschen. Sie kennen das beruhigende Gefühl nicht, wenn man leisen Atem spürt. Sie wissen nicht wie es ist, wenn sich bei Gefahr eine kleine Hand in die eigene schiebt. Sie sind noch nie mit feuchten Honigbrotresten gefüttert worden. Haben noch nie ein Pflaster auf eine Wunde geklebt, die keine ist. Sie wissen nicht wie es ist, wenn sich kleine Brüder küssen. Sie kennen das Gefühl nicht, ein nasses, nacktes Kind in ein Badetuch zu wickeln und es an sich zu drücken. Sie wissen nicht mehr, dass Haare waschen unsagbar widerlich ist. Sie haben vergessen, dass nichts besser schmeckt als Nudeln mit Ketchup. Sie haben noch nie ein Königreich für einen Schnuller eintauschen wollen. Sie kennen den weißen Schimmer im Gaumen nicht, der ein Zahn wird.

    ***

    Sie sind ausgeschlafen, gut. Sie haben Zeit für sich, auch gut. Sie müssen nicht die Giftnotrufzentrale anrufen und fragen, ob es schädlich ist, Sonnenmilch zu trinken. Sie müssen keine verwüsteten Zimmer aufräumen. Kein Spielzeug reparieren. Keine Angst vor Autos haben. Keine Gute-Nacht-Geschichten erzählen, keine blöden Kinderlieder singen und keine Sesamstrasse anschauen. Sie brauchen nicht dauernd neue Schuhe zu kaufen, weil die alten zu klein sind. Sie müssen niemals unmögliche Fragen beantworten. Sie brauchen nicht Nächte durchzuwachen, weil jemand vierzig Grad Fieber hat, der noch keinen Meter groß ist. Sie brauchen nicht zu untersuchen, bewachen, verhindern, wiegen, messen, säubern, tragen und zu schaukeln. All das brauchen sie nicht. All das dürfen sie nicht.
     
  2. Uschi

    Uschi Guest

    Einfach spitze!!!

    Wo findest du das alles???
    Gruß
    Uschi

    :)
     
  3. evelyn

    evelyn Guest

    hallo Nixe
    das war schön!
    denkst du dir die gedichte/geschichten immer aus?
    oder hast du ein buch wo die alle drin stehen?
    ich finde gedichte/geschichten sehr schön allso hör bitte nicht auf sie zu schreiben!!

    Schöne Grüße
    evelyn
    :)
     
  4. Sabinerin

    Sabinerin Guest

    mmh...

    Hallo Nixe,

    mit Deiner Aufzählung hast Du teilweise recht, aaaaber..... ;-)

    Zum einen finde ich das Wort "Kinderlose" ziemlich gefühllos. Es hört sich so halb an, es hört sich so an, als wenn ich als "Kinderlose" etwas im Leben vermisse oder keinen "Sinn im Leben" sehe.
    Ich sehe uns als Ehepaar. Ich brauche keinen Zusatz ob mit oder ohne Kinder. Wenn ich Menschen kennenlerne sortiere ich sie ja nicht in die Gruppe "Eltern" oder "Nicht-Eltern". Nein, ich schaue, ob mir die Menschen sympathisch sind und das kann ein Mensch mit und ohne Kinder sein.

    Mich wundert in Deiner Aufzählung, daß viele Dinge den Kindern vorbehalten wird z.B. blöde Kinderlieder singen, Sesamstrasse schauen, Nudeln mit Ketchup essen, gekritzelte Bilder schön finden. Dies sind natürlich Dinge, die meistens von Kindern getan werden und dann beteiligt sich ein Erwachsener dran, aber ich freue mich sehr, daß ich mein Kind in mir wach halten konnte, ebenfalls blöde Linder singen kann, mit einem Heidenspaß Nudeln mit Ketchup esse oder Bilder kritzel.

    Ich verstehe schon wie Du es meinst, aber trotzdem liegt es in jedem selbst "kindliche Freude" zu verspüren. Ich finde es sehr schade, daß dies Eltern nur dann tun, weil sie Kinder haben.

    Auch wir als Ehepaar (ohne Kinder) haben die Möglichkeit die Welt kunterbunt zu sehen und verrückte Dinge anzustellen. Ich freue mich über die Tage, die unser Patenkind mit Schwester bei uns verweilt, aber am liebsten sind mir die Tage, die ich für mich und meinen Mann habe.

    Viele Grüsse
    Sabinerin
     
  5. Nixe

    Nixe Guest

    Re: mmh...

    Hallo Sabinerin,

    Zum einen finde ich das Wort "Kinderlose" ziemlich gefühllos. Es hört sich so halb an, es hört sich so an, als wenn ich als "Kinderlose" etwas im Leben vermisse oder keinen "Sinn im Leben" sehe.

    Hm, also ich finde es eigentlich ganz normal und wüsste auch
    gar keinen anderen Ausdruck dafür. Mit Kindern bist du halt
    Mutter, Vater bzw. Eltern. Hast du keine, bist du kinderlos.
    Was ist daran jetzt schlimm? Den Sinn seines Lebens muss jeder
    für sich finden. Obwohl ich Mutter bin, liegt der Sinn meines
    Lebens nicht nur in meinen Kindern. Ich denke Leute ohne
    Kinder vermissen diese ab und an, genauso wie Eltern ab und an
    daran denken, wie ihr Leben wohl ohne Kinder verliefe.



    Ich sehe uns als Ehepaar. Ich brauche keinen Zusatz ob mit oder ohne Kinder. Wenn ich Menschen kennenlerne sortiere ich sie ja nicht in die Gruppe "Eltern" oder "Nicht-Eltern". Nein, ich schaue, ob mir die Menschen sympathisch sind und das kann ein Mensch mit und ohne Kinder sein.

    Das tut doch jeder, oder? Wir haben Freunde mit Kindern und
    auch welche ohne Kinder, einige sind verheiratet, andere leben
    einfach nur so zusammen, einige ganz allein. Wie kommst du jetzt
    darauf, dass Leute ohne Kinder unsympatisch sein sollen? Das verstehe ich jetzt nicht ganz.


    Mich wundert in Deiner Aufzählung, daß viele Dinge den Kindern vorbehalten wird z.B. blöde Kinderlieder singen, Sesamstrasse schauen, Nudeln mit Ketchup essen, gekritzelte Bilder schön finden. Dies sind natürlich Dinge, die meistens von Kindern getan werden und dann beteiligt sich ein Erwachsener dran, aber ich freue mich sehr, daß ich mein Kind in mir wach halten konnte, ebenfalls blöde Linder singen kann, mit einem Heidenspaß Nudeln mit Ketchup esse oder Bilder kritzel.

    Ich glaube nicht, dass du dir freiwillig zehnmal hintereinander
    Benjamin Blümchen "Otto ist krank" antun würdest *grins*.



    Ich verstehe schon wie Du es meinst, aber trotzdem liegt es in jedem selbst "kindliche Freude" zu verspüren. Ich finde es sehr schade, daß dies Eltern nur dann tun, weil sie Kinder haben.
    Auch wir als Ehepaar (ohne Kinder) haben die Möglichkeit die Welt kunterbunt zu sehen und verrückte Dinge anzustellen. Ich freue mich über die Tage, die unser Patenkind mit Schwester bei uns verweilt, aber am liebsten sind mir die Tage, die ich für mich und meinen Mann habe.

    Ihr habt sicher - gerade weil ihr keine Kinder habt - ganz
    andere Möglichkeiten eure Welt kunterbunt zu gestalten.
    Könnt einfach spontan verrückte Dinge machen, ohne Rücksicht
    zu nehmen zum Beispiel.

    Man ist ja nicht automatisch glücklicher, nur weil man Kinder
    hat. Und ich denke das bringt der Text auch rüber, all die
    Sorgen die man hat, wenn die Kleinen krank sind oder
    das Zurückstecken bei persönlichen Wünschen.

    Aber unbestreitbar erleben Kinder diese Welt ganz anders und teilen dir mit, wie und was sie fühlen, denken und empfinden. Du lernst die Welt mit den Augen deiner Kinder zu sehen. Wie Kinder
    das Leben verändern, hat mal eine Freundin von mir ganz toll ausgedrückt: Du gibst dein altes Leben an der Tür der Klink ab und lässt dich ein auf ein neues Leben, von dem du gar nicht
    erahnen kannst, was es dir bringt.

    In diesem Sinne liebe Grüsse
    von Nixe
     
  6. Melli

    Melli Guest

    Re: mmh...

    Danke Nixe, für Deine schönen Worte - die ich meinem "heißgeliebten" Single-Chef in die Postmappe legen mußte, da er ein nahezu unheimliches Verständnis für Familie mit Kindern hat.

    Ich freue mich jedenfalls, den zweiten Bildungsweg zu nehmen:

    Vorzugsfragen für die Kasse im Supermarkt/ den Bus etc.:
    Warum stinkt ein Pups? Warum hat der Mann einen Pullermatz? Wie kommt ein Baby in den Bauch und wieder heraus? Warum müssen Babys im Bauch wachsen? Warum muß Wasser naß sein? Wieviele Rollen Toilettenpapier muß man in die Toilette stecken, bevor das Badezimmer geflutet werden kann?

    Murphy´s Gesetz:
    Geplante Einkaufstour. Mußt Du mal? Bestimmtes Kopfschütteln. Ganz bestimmt nicht? Energisches Kopfschütteln. Verpackt im Schneeanzug, endlich angebunden im Kindersitz, ich will losfahren. Ein dünnes Stimmchen: "Ich muß mal!"

    In der Schlange an der Kasse, Einkaufswagen voll - vor mir der Schlachtruf einer älteren Dame - "Moment, ich hab´s passend" (In 1-Cent-Stücken?)! Ein Fistelstimmchen: "Kann ich ganz schnell mal auf´s Klo?"

    Entscheidungshilfe:
    Ich grüble. Soll ich mir die Haare kurz schneiden lassen? Wenn ja, wie kurz? Am nächsten Morgen die Antwort. Von hüftlang auf Schulterlänge. Grund: Ein kleiner Spatz hat beim Einschlafen vergessen, den Kaugummi herauszunehmen und ihn bei mir im Bett "geparkt".

    Öffentlichkeitsarbeit:
    Mein dreijähriger Filius und ich im Bus. Uns gegenüber sitzt eine äußerst üppig gebaute Frau mit tiefem Ausschnitt. An der Kreuzung - im Bus ist es ausnahmsweise still - laute Frage meines Sohnes: "Warum trägt die Frau ihren Po vorne?"

    Ein rundlicher Mann mit weißem Bart steht an der Bushaltestelle. Mein Sohn läuft auf ihn zu und steichelt ihm den Bauch: "Stimmt´s, du bist ein König!"

    Ein guter farbiger Freund der Familie (zum Glück mit viel Humor) ist zu Besuch. Mein Sohn: "Wie lange hast du dich nicht gewaschen? Geht das jetzt nicht mehr ab?"

    Berufsplanung:
    "Ich werde Politiker. Da darf man lügen und bekommt keine Strafe!"

    Die Liste ist - glücklicherweise - beliebig erweiterbar und ich bin dankbar dafür, daß wir uns für ein Kind entschieden haben. Zwar ist nicht alles Sonnenschein - aber wenn ein eisverschmierter Schokoladenmund mir einen feuchten Kuß auf die Wange gibt und "Mami, ich hab dich sooooo lieb" flüstert, entschädigt es für alle Mühen und Sorgen.

    Gruß Melli