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…und plötzlich hast Du Rheuma…

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von merre, 29. Dezember 2008.

  1. merre

    merre Aktives Mitglied

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    (eine Betrachtung zu Rheuma und die Probleme die Krankheit zu bewältigen)

    Rheuma , eigentlich als Sammelbegriff für die verschiedensten Erkrankungen des rheumatischen Fortmenkreises gesetzt, wurde schon von den „alten Griechen“ beschrieben. Hier ableitend aus dem Begriff „rhein“ – „fließend“ zu verstehen. Dementsprechend auch als „Gliederreißen“ , als „ziehender fließender Schmerz“ beschrieben.
    Über die Ursachen bzw. den Auslöser dieser rheumatischen Erkrankungen sollte man davon ausgehen, daß sie mindestens genau so vielfältig scheinen, wie die einzelnen Krankheitsbilder selber.
    Aber fast immer sind mehrere Ursachen gemeinsam Auslöser dieser Erkrankungen. Diese herauszufinden und richtig einzuordnen ist schwierig. Es bedarf aber unbedingt einer Mitarbeit des Patienten und eines einfühlsamen und erfahrenen Arztes.
    Infektiöse Krankheitserreger, Vererbung verschiedenster Krankheitsansätze und Schwächen des Organismus, hormonelle Störungen und Allergien werden benannt, aber auch langfristige Fehlernährung und biogenetische Schwächezustände sollen als auslösende Faktoren möglich sein.
    Eine weitere Ursache wird auch im Zusammenhang in psychischen Belastungen gesehen. Hier ist allerdings eine breite Fächerung der verschiedensten Einflüsse unvermeidbar, deren Erkennen schwierig.

    Eines liegt allerdings immer vordergründig bei bestimmten rheumatischen Erkrankungen zu Grunde, eine Autoimmunkrankheit, körpereigenes Gewebe wird nicht mehr als „körpereigen“ angesehen und als fremd betrachtet und bekämpft.
    Unterschieden wird dabei ob es entzündliche Vorgänge sind oder nicht. Letzteres wäre dann eine Zuordnung zu den Arthrosen, die degenerativen Ursprungs sind.

    Unabhängig von den Ausgangspunkt und von den Auswirkungen scheint mir ein Faktor besonders wichtig zu sein, die Krankheitsakzeptanz.
    Aussagen wie „Rheuma ist eine nicht heilbare Erkrankung“ und die oftmals sehr negativ beschriebenen Auswirkungen lassen viele Patienten ersteinmal in ein „tiefes Loch“ fallen….
    Dazu kommen erhebliche Probleme im Behandlungsablauf, der oft ersteinmal wenig mit behandeln zu tun hat. Die Diagnosestellung ist sicher schwierig, aber sollte im Vordergrund stehen. Doch die Erfahrungen sind leider sehr oft negativer Art.
    Die Medizin tut sich oft schwer eine genaue Diagnose zu stellen. Der wichtige Faktor „Angaben des Patienten“ wird häufig unterschätzt und die ganze Palette „moderner Diagnostik“ angewendet – was nicht immer an den Krankheitsverlauf gebunden scheint. Es dauert schlicht zu lange…

    Dabei ist eine richtige Diagnose die Grundlage einer schnellen und wirksamen Behandlung. Nur mit einer solchen lassen sich dauerhafte Schädigungen z.B. der Gelenke vermeiden.

    Ich würde betonen wollen, daß die Aufklärung des Patienten, ein vertrauensvolles Gespräch mit einer genauen Anamnese wichtig für einen richtigen Behandlungsansatz ist.
    Dabei sollte man was den Patienten betrifft nicht immer nur„hochwissenschaftlich“ an das Problem herangehen.
    Sind doch Anzeichen oft eindeutig, werden aber nicht als solche wahrgenommen.
    Zum Beispiel sind Schmerzen am Fersenbein, stechend und zeitlich an- und abklingend
    doch schon ein Hinweis auf eine Rheumaart, kommen noch Schmerzen im unteren Gesäßbereich dazu (SIG) kann man schon betreffs der Diagnose genauer den weiteren Verlauf angehen.
    So gäbe es viele Beispiele, die sicher von vielen Ärzten und in vielen Einrichtungen auch so gesehen werden, aber wohl nicht (immer noch nicht) die Regel sind.

    Es gibt sicher auch zu viele „Irrtümer und falsche Zeichen“, ein Quatsch auf Kaffeefahrten Rheumadecken zu verkaufen…nicht jeder Rentner hat Rheuma, viele eher Gicht…..aber ich will nicht dafür plädieren, daß diese Scharlatane jetzt auf Kindergeburtstagen auftauchen. Das ist wohl eher dem Glauben geschuldet „ich habs im Kreuz“ wäre Rheuma….
    Entsprechend wird dann aber auch eine wirkliche rheumatische Erkrankung als Kreuzschmerzen“ abgetan und oftmals hören wir ja von zu wenig Verständnis bei Anderen.
    Die Forschung scheint mir, beschäftigt sich zwar richtigerweise mit Medikamenten, die auf neuen Erkenntnisse fußen, aber die Frage Patient in menschlicher Sicht sollte wohl doch mehr Beachtung finden.

    Zu Rheuma gehören viele Krankheitsbilder, aber fast immer ist ein gemindertes Allgemeinbefinden und herabgesetztes Leistungsvermögen mit zu verzeichnen. Hier lauert dann die Gefahr ausgegrenzt zu werden, weil man „nicht mehr so kann wie man möchte“.
    Wo wir wieder beim Thema Krankheitsakzeptanz wären….

    Ich hätte gerade zu den Krankheitsbildern und den Umgang mit ihnen sicher ausführlicher werden können, aber es ist wohl so, daß Jeder seinen eigenen Umgang mit diesen finden muß. Das gelingt oft nicht allein, man braucht Unterstützung.
    Ich denke, daß nebenFamilie und Freunden auch Andere gehören können, die Verständnis und vielleicht Hilfe bieten können.
    Ich habe sie vor …..naja längerer Zeit in einem Internetforum gefunden und schätzen gelernt. Den Gedanken, „wenn dann mit allem klarkommst, kannst ja wieder aussteigen“ hab ich verworfen. Die Hoffnung, daß wir „Weniger werden“, weil es mit den angeprochenen Problemen besser geworden ist hab ich ersteinmal aufgegeben….
    „rheuma-online“ ist wohl wichtiger geworden, als man anfangs dachte….eine Sache stolz zu sein……

    Ich habe ausgezeichnete Ärzte, sehr gute Kontakte und bin regelmäßig in Behandlung in den entsprechenden Einrichtungen (oft als Patient). Selbst dort konnte ich mit Beiträgen aus unserem „rheuma-online“ und Hinweis auf fachliche Kommentare positive Reaktionen feststellen.
    Vielleicht ein Dank zum Jahresausklang an die ganze Familie Langer und allen Usern, die zum Gelingen dieser Seiten beitragen, WEITER SO !!!
     
  2. SchirmerElke

    SchirmerElke Stehaufmännchen

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    Mein lieber merre,

    schade das Du meinen Beifall nicht hören kannst, mit Deinem
    Beitrag ist wirklich alles auf en Punkt gebracht.
    Dafür bedanke ich mich auch sehr herzlich.
    Dir lieber merre, wünsche ich ein gutes "Neues Jahr",
    ebenso wie allen Usern hier im Forum und der Fam. Langer.
    :a_smil08:

    Prost Neujahr von schirmchen
     
  3. Moehrle

    Moehrle Aktives Mitglied

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    Gruss aus Sitges

    Huhu Merre,

    ein Den Anhang 51885 betrachten auf Deinen Artikel.
    Ich kann mich nicht so gut ausdruecken, aber Dein Posting ist absolute Klasse und ich glaube, dass Du damit vielen RO-lern aus dem Herzen sprichst.

    Herzlichen Dank.

    Moehrle
     
    #3 29. Dezember 2008
    Zuletzt bearbeitet: 26. Dezember 2010
  4. Colana

    Colana Musikus

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    Hallo Merre,

    besser kann man es nicht mehr ausdrücken - super...

    Ich wünsche Dir einen guten Rutsch ins Neue Jahr.
    Viele Grüße
    Colana
     
  5. gisipb

    gisipb Neues Mitglied

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    Danke Merre

    Was für wahre Wort.

    [​IMG]


    Silvester%20Forum.jpg

    Einen guten Rutsch wünsche ich dir und deiner Frau.

    LG Gisi mit Familie
     
  6. Snoopiefrau

    Snoopiefrau Bodos Fraule

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    :top: DANKE!

    Allen einen guten Rutsch ins neue Jahr und ...möge es besser werden!

    Viele Grüße aus dem klirrekalten Augsburg
    Snoopiefrau und Bodo
     
  7. Sooonnenschein

    Sooonnenschein Neues Mitglied

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    Hallo Merre,


    VIELEN DANK!!!!
    Auch mir sprichst Du direkt aus dem Herzen!! :a_smil08:

    Ich wünsche Dir einen guten Rutsch ins Jahr 2009!!!
    Mit viel Glück, Erfolg, und dem was am meisten zählt:
    gaaaanz viel Gesundheit und wenig Schmerzen!



    LG
    Andrea