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Umgang mit Krankheit

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Conchi, 17. Februar 2016.

  1. Conchi

    Conchi Neues Mitglied

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    Hallo,ich habe seit fast 4 Jahren Psoriasis-Arthritis. Werde mit Enbrel, Sulfasalazin, Arcoxia und Kortison behandelt, so dass die Krankheit einigermaßen unter Kontrolle ist. Ca. 2-3x im Jahr habe ich Infekte mit Mandelentzündung und heftiger (manchmal langeandauernder) Kehlkopfentzündung. I. d. R. muss ich mit Antibiotika und Kortisonstoß behandelt werden und bin 2-3 Wochen krank geschrieben.Von meinen Kollegen höre ich Kommentare wie "setz doch einfach die (Rheuma-)Medikamente ab, dann gehts Dir besser...." Ich fühle mich mit meiner Rheuma-Krankheit nicht ernst genommen...ich nehme die Rheuma-Medikamente doch nicht, weil ich so gerne Tabletten schlucke oder mich gerne spritze...Wie geht Ihr mit solchen Situationen um? Viele GrüßeConchi
     
  2. Anastasia71

    Anastasia71 Neues Mitglied

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    Hallo Conchi,

    leider ist für viele Leute ein kaputter Finger sichtbarer als unsere Krankheit. Und alles was man nicht sieht - oder sehen will, wird in unserer Gesellschaft nicht ernst genommen. Höre auch oft den Satz "so jung da kann man doch nicht krank sein" und auch so manch einer denkt ich nehme all meine Medikamente aus Spaß oder habe nichts besseres zu tun, als in irgendeinem Wartezimmer zu sitzen.
    Dazu kann ich Dir nur sagen: Lass doch die Leute reden, sie wissen es eben nicht besser!

    Gruß Silbermondfee
     
  3. lucilena

    lucilena Mitglied

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    Ich hab oft den Satz gehört :
    "Vielleicht bildest du dir das auch ein?"

    Aus Trotz habe ich vor 14 Wochen MTX und Cortison abgesetzt, trage meine Brille nur zum Auto fahren und meine Hörgeräte vergammeln in der Dose

    Ich weiß, eigentlich Blödsinn. Aber irgendwann konnte ich es nicht mehr hören. Vielleicht sieht die Person es ja so ein
     
  4. Anastasia71

    Anastasia71 Neues Mitglied

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    Hallo,

    ich denke, MTX abzusetzen und andere Hilfsmittel nicht zu nutzen, nur damit "irgendjemand" etwas einsieht, Du entschuldige, aber ich glaube das
    ist der falsche Weg. Denn wem schadest Du mehr mit so einer Aktion - natürlich Dir!
    Beweisen, so denke ich, braucht man als Kranker niemanden etwas, man sollte eher an sich denken, auch wenn man dann ein dickes Fell braucht.

    Gruß Silbermondfee
     
  5. kreimue

    kreimue und Mister RA

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    Hallo Conchi,

    leider hat silbermondfee Recht, was man nicht auf den ersten Blick sieht, ist dann auch nicht so. Jemand der nicht von Rheuma betroffen ist, kann da einfach nicht mitreden. Die Erfahrung wirst Du immer wieder machen. Ich darf mir so Sprüche anhören wie: "Warum musst Du während der Arbeitzeit zum Arzt gehen?". Nunja, die Ärzte werden ihre Praxis für mich nicht länger öffnen oder eher anfangen.

    Du wirst sicherlich Stärken haben, wovor Deine Kollegen Respekt haben. Das mag Dir nicht bewusst sein, aber deswegen hacken die auf Deiner Schwäche rum. Werde Dir Deiner Stärke bewusst und arbeite daran. Damit kannst Du Dein Rheuma in eine Stärke umwandeln. Lerne Dein Rheuma zu akzeptieren, mehr auf Deinen Körper zu hören. Auch das ist eine Stärke. Die Art und Weise, wie wir mit Rheuma umgehen, beeinflusst auch den Verlauf der Krankheit. Wenn Du nur das negative in den Vordergrund stellst, nimmst Du die positiven Dinge erst gar nicht mehr wahr. Wir Menschen sprechen mehr über die negativen Dinge. Alles was positiv ist, wird als selbstverständlich einfach hingenommen und nicht in den Vordergrund gestellt. Vielleicht hilft Dir das ein wenig.

    Gruß kreimue
     
  6. Clara07

    Clara07 Aktives Mitglied

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    Hallo Conchi,

    Gesunde machen einfach, gehen einfach, müssen nicht jeden Mist planen. Sie müssen nicht überlegen wie sie den Fuß setzen, wie weit es bis zu dem Laden ist, wie viel sie tragen können, wie sie die fuzzeligen, kleinen Pillen vom Tisch in den Mund bringen, wie sie das trockene Brot schlucken können, wo das nächste Klo ist, wie sie ihre Arbeit verteilen, ohne unterwegs schlapp zu machen, ob sie den Termin morgen wahrnehmen können, ob sie es schaffen wie versprochen mit den Kindern.....

    Gesunde denken darüber nicht nach. Sie lachen sich kaputt, weil sie es total albern finden.

    Wenn ich von solchen Sprüchen genervt bin, werde ich auch schon mal zynisch: "Sie mussten nie denken, sie haben es nie gelernt." Das im ganz Stillen gesprochen.

    Soweit die verschärfte Form. Im Grunde machen wir zwei Jobs, wir versuchen so normal wie möglich zu leben und zu arbeiten und dazu müssen wir auch noch einen kranken, schwachen, steifen, schmerzenden Körper dazu überreden irgendwie dabei mitzumachen. Ist doch eine dolle Leistung. :top:

    Liebe Grüße
    Clara
     
  7. norchen

    norchen Aktives Mitglied

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    Clara das hast du echt toll beschrieben, genau so ist es und nachfühlen kann man das erst, wenn man selbst betroffen ist:top: