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Tilidin soll abgesetzt werden...Schmerzen ohne Ende

Dieses Thema im Forum "Sonstige Medikamente und Schmerztherapie" wurde erstellt von sharolyn, 22. März 2013.

  1. sharolyn

    sharolyn Mitglied

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    Hallo ihr Lieben,

    ich muss mal etwas jammern (danke schonmal fürs "zuhören")...
    Ich habe seit Anfang des Jahres eine neue Hausärztin, die wirklich sehr nett ist.
    Aber nun will sie mir mein Valoron und Tetrazepam absetzen...(habe Valoron in Tropfenform genommen,
    ca. 4*30 Tropfen am Tag, Tetrazep gegen Spastik und Muskelkrämpfe 100-150mg.)
    Ich weiß, diese Zusammenstellung ist nicht optimal. Aber es ging mir eigentlich sehr gut damit in den letzten Monaten, ich konnte sogar wieder Sport machen, zum ersten Mal seit 2 Jahren.
    Nun also die Aussage:
    Wir verschreiben ihnen die Tropfen nicht mehr, ich sei ja gewiss schon abhängig.
    Tilidin als Retard bringt mir leider gar nix, da hab ich ihr gesagt dann können wir es auch ganz weglassen.
    Bin nun dabei langsam zu reduzieren.
    Ich habe Schmerzen ohne Ende. Mein "Grundschmerz" kann ich mit Katadolon halbwegs dämpfen, aber ich habe so heftige Schmerzspitzen das ich umkippe oder mich übergeben muss.
    Dagegen soll ich Novalgin nehmen, aber auch das hilft nicht wirklich.
    Ich bin echt am verzweifeln.
    Dann noch die Aussagen...."Sie sind jung, sie müssen halt lernen mit den Schmerzen zu leben und einsehen dass sie krank sind, sonst müssen sie in die Psychiatrie (!)"

    Ich finde es einfach schrecklich, dass man als chronisch-kranker Mensch quasi wie ein Junkie hingestellt wird.
    :(( Da die Valoron Tropfen seit diesem Jahr unters BtmG fallen, wird es nun so gut wie nicht mehr verschrieben.
    Bin wirklich verzweifelt.

    Hat hier jemand ein ähnliches Problem erlebt? Also dass die Tropfen einfach abgesetzt wurden?

    Ich wünsche euch einen schönen, hoffentlich schmerzfreien Tag!!
     
  2. mondbein

    mondbein Mitglied

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    Hallo Sharolyn,

    wollte mal ein bisschen Mitleid rüberschicken, da ich selbst seit 2005 die Tilidin-Tropfen nehme und dir somit sehr gut nachfühlen kann... Mir helfen die Retardtabletten auch überhaupt nicht, selbst die hochdosierten entfalten bei mir keine (positive) Wirkung.
    Mein Rheumatologe hat auch keine BTM-Rezepte, O-ton: "Die moderne Rheumatologie kommt weitestgehend ohne Schmerzmittel aus!" Von daher wäre natürlich zu überlegen, ob bei dir noch etwas durch die Medikation verbessert werden kann. Wenn das nicht der Fall sein sollte, würde ich mir wohl einen Hausarzt suchen, der mitspielt. Meiner verschreibt mir das Tilidin ohne Probleme, mein Rheumatologe ist auch damit einverstanden, da meine Knochennekrosen höllisch weh tun.

    Übrigens mache ich jedes Jahr im Sommer wenn es mal richtig heiß bei uns ist, einen mehrtägigen Auslassversuch und kann deshalb behaupten, dass ich nicht abhängig bin.

    Warum hast du denn deine Hausärztin gewechselt?

    Dir alles Gute!
     
  3. Maggy63

    Maggy63 Kreativmonster

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  4. sharolyn

    sharolyn Mitglied

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    Ich danke euch sehr für eure Kommis!

    Leider hat mein "alter" Hausarzt letztes Jahr aufgehört. Er hat mir meine Medikamente immer problemlos
    verschrieben.
    Weitere Kommentare waren ua: "wenn sie das jetzt nicht schaffen müssen Sie in eine Entzugsklinik!".
    Ihre Argumentation fand ich schon okay, ist schon klar dass die Tropfen ein höheres Abhängigkeitspotential haben.
    Aber nun sieht es so aus, dass die Retardtabletten überhaupt nicht wirken, ich mein Katadolon von 2 auf 4 Tabletten tgl hochschrauben musste und noch Novalgin dazu. Also was habe ich gewonnen? Gar nix :/
    Zuerst war ich eigentlich auch nicht abgeneigt davon, mal zu versuchen "ohne" klarzukomen, aber es geht einfach nicht.
    Ich habe schon viele, viele Schmerzmittel durch, und die Tropfen waren wirklich das Beste für mich.
    Wenn ich akute, heftigste Schmerzattacken habe, nützt mir leider gar nichts anderes.
    Durch eine chronische Gastritis/Colitis darf ich zB nur in Ausnahmefällen NSAR nehmen.
    Bald habe ich einen Termin bei meinem Rheumatologen, ich bin mal gespannt was er dazu sagt.
    Ich finde einfach diese ganze Rangehensweise unfassbar.
    Sie hat sich Gedanken gemacht, sie kennt mich noch nicht lange, kann nicht nachvollziehen was ich alles durchhabe, okay.
    Aber man würde doch zB keinem Herzpatienten seine Medis wegnehmen, aber mit uns Schmerzpatienten "...kann man das ja machen!"... :(
    Meine Diagnosen sind übrigens Morbus Behcet, Spondylarthritis & diverse Bandscheibenschäden...

    Ganz liebe Grüße!
     
  5. Julia123

    Julia123 rheumatic pixie

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    Hallo,
    ich denke, das Einfchste ist wirklich, das Ganze mit dem Rheumatologen zu besprechen. Er wird dir auch die notwendigen Medikamente verschreiben und der Hausärztin einen entsprechenden Bericht dazu schicken.


    LG
    Julia123
     
  6. Kitkat

    Kitkat Neues Mitglied

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    Ahoi!
    ich bin einigermaßen fassungslos über die Aussagen Deiner HÄ. Das hat mit einer halbwegs modernen Auffassung von Schmerztherapie so rein gar nix zu tun. Wenn Du so starke Grundschmerzen hast und dazu noch diese (schon beim Lesen beängstigenden) Schmerzspitzen, wäre eigentlich unbedingt ein Schmerztherapeut einzuschalten, auch und gerade für die begleitende Therapie zu Deiner rheumatologischen Behandlung. Die HÄ hat sich mit derlei blöden Sprüchen echt ins Abseits geschossen, egal wie nett sie sonst ist. Leider ist mir diese Umgehensweise mit Schmerzen von Arztseite nicht soooo unbekannt. Denn ich habe bisher auch jedes Mal die lange Version des Vortrages bekommen über das Abhängigkeitspotenzial von (halt Dich fest) Tramal. Jawohl. Tramal. Danach hab ich mir die Frage nach einer Alternative für z. B. akute Schübe mit teilweise extremen Schmerzen einfach gespart. In der Klinik hatte ich nämlich genau für diese Fälle Tilidin bekommen. Nun ja. Den letzten Schub hab ich jetzt so durchgestanden. Ach ja, und ich such mir jetzt nen neuen HA. Ich hab es so satt, als potenzieller Junkie behandelt zu werden. Außerdem guckt der Typ bei jeder Frage zu meiner Behandlung (Diagnose SAPHO) wie ein Auto und verweist auf die Seltenheit der Erkrankung und meine RÄ. Ja, Danke fürs Geräusch. Fazit: Schieß die Dame in den Wind und guck mal nach einem Schmerztherapeuten. Du hast ein Recht auf Lebensqualität. Und musst nicht in die Psychiatrie deswegen. Ich glaub, es piept...

    Allerbeste Grüße und alles Liebe für Dich!

    kitkat
     
  7. sharolyn

    sharolyn Mitglied

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    Vielen, vielen Dank nochmal für eure Antworten!
    Es tut so gut, sich verstanden zu fühlen!
    Seit diesem Termin bei der Ärztin habe ich mich sehr mies gefühlt...irgendwann fängt man wirklich an, sich wie ein Junkie zu fühlen. Aber ich bin halt krank. Dieses Medikament gibt mir Lebensqualität.
    Die Retardtabletten konnte ich stark reduzieren ohne jegliche Entzugserscheinungen, also bin ich auch nicht süchtig.
    Ich habe ja in den ganzen Jahren noch nie die Höchstdosis genommen.
    Vllt max. mal 450mg (Höchstdosis sind 600mg). Ich würde dies niemals übersteigern.
    Wenn man mal "Tilidin Entzug" googlt, findet man Einträge von Menschen, die eine 100ml Flasche in innerhalb von 1-2 Tagen aufbrauchen.
    DAS ist Sucht.

    Ich werde nun diese Woche schonmal meinen Rheumatologen anrufen und es vorab besprechen.
    Evtl wäre ja auch ein stationärer Aufenthalt gut. Zum Glück habe ich großes Vertrauen in "meine" Rheumaklinik.

    Ich komm nur einfach nicht da drüber, wie mit Schmerzpatienten umgegangen wird.
    Wir haben es uns ja nicht ausgesucht, so zu leiden, und jeder von uns wäre sicherlich von Herzen dankbar,
    wenn er keine Schmerzmittel mehr nehmen müsste!

    Ein schönes Wochenende euch!!
     
  8. mondbein

    mondbein Mitglied

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    Lebensqualität durch Tilidin

    Geht mir genauso und ich käme überhaupt nicht auf die Idee, auf mein Tilidin zu verzichten - alle anderen Schmerzmittel, die ich vorher hatte, waren nicht annähernd so hilfreich!

    Ich bin bei drei Ärzten in Behandlung: Hausarzt, Rheumatologe und TCM-Ärztin (Anästhesistin); alle drei kennen meinen Tilidinkonsum und keiner hat etwas dagegen. Lass dich nicht beirren und denke über einen Arztwechsel nach, denn deine Ärztin wirst du wohl nicht bekehren können. Wenn meine Ärzte nicht hinter mir und meiner Medikation stünden, würde ich mich dort sicher nicht wohl fühlen!

    Alles Gute :)