Therapie mit Cyclophosphamid

Dieses Thema im Forum "Medikamente/Therapien" wurde erstellt von Stine, 30. April 2012.

  1. Stine

    Stine Moderatorin

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    Therapie mit Cyclophosphamid

    Sie leiden an einer rheumatischen Erkrankung.

    Ihre Erkrankung wird durch eine Fehlsteuerung Ihrer körpereigenen Abwehr (des Immunsystems) verursacht. Das Immunsystem richtet sich dabei gegen den eigenen Organismus, wodurch auch lebenswichtige Organe geschädigt werden können. Medikamente, die die Aktivität des Immunsystems stark bremsen, bezeichnet man als immunsuppressiv. Sie werden nur bei schwer verlaufenden Rheumaerkrankungen eingesetzt. Ihnen wird als immun-suppressives Medikament Cylophosphamid empfohlen.

    Wie wird die Behandlung mit Cyclophosphamid durchgeführt?
    Die Behandlung mit Cyclophosphamid kann entweder mit Tabletten (Cyclophosphamid-Dauertherapie) oder als Infusion (Cyclophosphamid-Bolustherapie) erfolgen. Über die für Sie richtige Therapieform entscheidet Ihr Arzt.

    Wann tritt die Wirkung ein?
    Bei der Cyclophosphamid-Dauertherapie merken die meisten Patienten eine Besserung nach etwa 2 - 4 Wochen, bei der Cyclophosphamid-Bolustherapie ist eine Wirkung nach der 2. oder 3. Infusion zu erwarten. Wenn die Wirkung nicht ausreicht, dann entscheidet Ihr Arzt über eine höhere Dosis.

    Wie lange wird eine Cyclophosphamidbehandlung durchgeführt?
    Es ist notwendig, dass die Cyclophosphamidbehandlung langfristig erfolgt. Sie wirkt nur, wenn Sie Ihr Cyclophosphamid regelmäßig einnehmen bzw. ihre Infusion regelmäßig be-kommen. Die Behandlung muss auch dann fortgeführt werden, wenn es Ihnen besser geht. Sonst kann sich die Krankheit wieder verschlimmern.

    Können Nebenwirkungen auftreten?
    Bei jeder wirksamen Behandlung können unerwünschte Nebenwirkungen ...

    Quelle und weiterlesen: http://dgrh.de/fileadmin/media/Praxis___Klinik/Therapie-Ueberwachung/1Patientenversionen_M__rz_2008/cyclophosphamid.pdf
     
  2. LucySky

    LucySky MPA

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    Meine Erfahrungen mit Endoxan

    Ich bin mit Endoxan/Cyclophosphamid behandelt worden, Bolus-Therapie mit insgesamt 6 Stößen, sprich Infusionen. Bei mir hat es gut angeschlagen und ich war nach 6 Infusionen fertig und durfte auf Azathioprin wechseln, ein anderes Immunsuppressivum, dass in Tabletten verabreicht wird. Das nehme ich jetzt seit September 2010. Zuerst waren es 150 mg, inzwischen durfte ich auf 100 mg reduzieren, das wird aber nun so eine Weile bleiben. Meine Erfahrung damit: Insgesamt habe ich die Infusionen gut vertragen. Am Tag der Infusion war ich nach 2-3 Stunden ziemlich neben mir, konnte dann die ganze Nacht nicht schlafen, vermutlich wegen der hohen Cortison-Dosis, die immer dazu gegeben worden ist (hat das Gesicht auch immer ziemlich aufgedunsen wirken lassen). Und ich hatte über diese schlaflose Nacht hinweg jedes Mal Angstzustände, aber nur dann, und am nächsten Tag war es wieder vorbei, dann habe ich das halt so hingenommen. Eine Mitpatientin hat überhaupt nichts gespürt, das geht also auch. Es wird ein standardmäßig ein Anti-Brechreiz-Mittel verabreicht, das ist bei mir erhöht worden, dann war das auch geregelt.
     
  3. LucySky

    LucySky MPA

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    Bei einem Vortrag anlässlich der letzten Vaskulitis-Tagung in Bad Bramstedt im Mai 2013 hielt Prof. Dr. Bernhard Hellmich einen Vortrag zu Nebenwirkungen unter immunsuppressiver Therapie. Es wurden verschiedene Medikamente angesprochen und ich stelle jetzt Zug um Zug meine Zusammenfassungen unter die jeweiligen Medikamente. Weiter geht's mit Cyclophosphamid, Handelsname Endoxan.

    Die Therapie mit Cyclophosphamid kann auch zu erhöhter Infektanfälligkeit führen. Es werden Blutbildveränderungen beobachtet (Stichwort Leukopenie). Darüber hinaus ist die Blase besonders belastet, was zu blutiger Blasenentzündung oder auch zu Blasenkrebs führen kann, zweiteres v.a., wenn lange und mit hoher Dosis therapiert werden muss. Auch das Knochenmark kann in Mitleidenschaft gezogen werden (Stichwort: MDS). Schließlich können auch erhöhte Leberwerte auftreten, was auch durch Begleitmedikamente verursacht werden kann.

    Um die Auswirkungen von Nebenwirkungen gering zu halten, wird empfohlen, regelmäßig das Blutbild kontrollieren zu lassen, z.B. dokumentiert in einem Therapiepass. Um das Risiko für eine blutige Blasenentzündung gering zu halten, empfiehlt es sich, täglich mind. 2 - 3 Liter zu trinken, die Tablette ausschließlich morgens einzunehmen, für einen Blasenschutz zu sorgen, dafür wird in der Regel Uromitexan = Mesna verabreicht. Sollte eine bereits eine Blasenentzündung eingetreten sein, ist jährlich eine Blasenspiegelung angeraten.
     
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