Thema Corona Virus

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Mayana, 25. Februar 2020.

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  1. Chrissi50

    Chrissi50 Registrierter Benutzer

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    Alles richtig...... aber....

    Wäre nun abzuwägen, ob zur Zeit der noch nicht eingedämmten Pandemie Tod durch Corona - was bei den Vorerkrankunen einiger Menschen durchaus passieren kann - oder der Verzicht auf Körperkontakt und daraus sich ergebende "seelische Verkümmerung" - was auch passieren kann - tragischer ist.

    Ich ziehe den Verzicht vor, solange nicht klar ersichtlich ist, welcher Mitmensch mir den Tod bringen kann. Ohne Körperkontakt kann ich weiterleben, da bin ich ganz sicher. Tot ist tot, und zwar für immer. Damit kann ich nicht weiterleben.
     
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  2. Illyria

    Illyria Bekanntes Mitglied

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    Da geb ich dir Recht, Clödi. Allerdings muss das Jeder selbst für sich entscheiden (dürfen). Im Familien- und Freundeskreis wird bei uns recht viel umarmt und gebusselt, allerdings habe ich das Händeschütteln mit fremden Personen noch nie gemocht, und es wurde/wird einem ja leider manchmal direkt aufgezwungen, denn wer schlägt schon eine Hand aus, wenn sie einem hingestreckt wird?

    Außerdem habe ich seit ich RA habe, auch Schmerzen in den Fingern und Handgelenken, da ist ein kräftiger Händedruck noch unangenehmer. Da bin ich ganz froh drum, dass das jetzt aus hygienischen Gründen kaum noch gemacht wird.

    Nicht gut finde ich auch, wenn Kinder genötigt werden, die Hand zu geben, auch sie sollten frei entscheiden dürfen.
     
  3. Resi Ratlos

    Resi Ratlos Registrierter Benutzer

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    Chrissi,

    ich kann deine Gedanken nachvollziehen, möchte aber dennoch ein wenig relativieren:
    1. Nicht jeder, der Covid-Viren begegnet, erkrankt, und erst recht nicht jeder stirbt.
    2. Die Wege des Herrn sind unergründlich; ich bin schon für Vorsicht, Nachsicht, Umsicht und Rücksicht, aber auch für Zuver/sicht!
    Es ist richtig, dass du nicht weißt, wer dir "den Tod bringt" - das war schon vor Covid so und wird auch so bleiben, leider......
    3. Ich persönlich würde mich angesichts der Perspektive, "ohne Körperkontakt weiterzuleben" fragen, wofür, weil ich das Leben als pures Funktionieren meines Organismus als Selbstzweck nicht akzeptieren würde - sonst könnte ich mir ja auch eine einsame Insel kaufen und dort vor mich hin gammeln. Soziale Beziehungen mit Allem, was dran hängt, sind es zumindest bei mir, die mein Leben reich machen - und die gehen definitiv nicht ohne Berührung!
     
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  4. Uschi(drei)

    Uschi(drei) Registrierter Benutzer

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    @Clödi da sprichst du was an. Körperkontakt ist einfach wichtig, In der Physio treffe ich oft auf auf eine stark seheingeschränkte Frau, jünger als ich.. Wir sind schon lange per Du. Wenn ich sie sitzen sehe, geh ich zu ihr hin, berühre sie und sage grüß Gott oder hallo und ihren Namen, da ist sie sofort hellwach und erkennt mich sofort. Heute traf ich sie nach langer Zeit auch wieder habe sie wie ganz selbstverständlich angefaaßt und angesprochen und sie hat sich so gefreut, ganz anders wie wenn ich nur gegrüßt hätte. Zu nem Plausch hat es leider nicht gereicht, weil sie in Begleitung ihrer Therapeutin war..
     
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  5. Resi Ratlos

    Resi Ratlos Registrierter Benutzer

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    Uschi, gerade für stark eingeschränkte Menschen ist der persönliche Kontakt noch wichtiger als für den "Normalbürger".
    Das Gleiche gilt für Kinder.
    Wir dürfen bei all der Coronahysterie nicht die Menschlichkeit vergessen.
     
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  6. Chrissi50

    Chrissi50 Registrierter Benutzer

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    Ich gehe halt noch immer davon aus, dass diese kontaktarme Zeit irgendwann vorbei geht.
    Wir überbrücken gerade, wir schwimmen doch alle und versuchen so gut wie möglich diese Zeit zu überleben.

    Ich bekomme meine körperlichen Zuwendungen von Hund und Mann (Reihenfolge austauschbar ;)), so wie viele Menschen auf der Welt auch nicht mit jedem kuscheln und trotzdem weiterleben, weil sie Bestätigung und Zuwendung auch anderweitig erfahren. Nicht jeder Mensch hat viele Kuschelkontakte. Und auch diese Menschen leben.Und meine Enkel lieben mich beim Spiel im Garten genauso wie vorher. Kuscheleinheiten bekommen sie von ihren Eltern genung. Trotzdem wissen sie, dass ich sie liebe. Sie vermissen grad mal nix.

    Die Zuwendung meiner Kinder und Kindeskinder tut mir sehr gut und ist tatsächlich für mich lebensnotwendig. Dafür müssen wir aber nicht kuscheln.
    Auch Worte können Zärtlichkeit, Gefühl und Zuwendung ausdrücken, genau wie Gesten, und zwar meistens noch herzlicher und tiefgehender als die Pflichtumarmung der Gegenschwiegers oder anderer Bekannten.
     
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  7. allina

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    Also mir reichen die körperlichen Berührungen mit meinem Mann. Ich berühre seit Corona sonst niemanden mehr. Ein Teil meiner Ärzte hat aus Vorsichtsgründen auch schon vor Corona ihre Patienten nicht mit Händedruck begrüßt.

    Ich habe sehr lange, 11 Jahre lang meine Eltern gepflegt. Das würde ich jetzt auch noch machen. Aber sonst reicht mir der Körperkontakt mit meinem Mann.
     
  8. -Tweety-

    -Tweety- Registrierter Benutzer

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    Hamburg: 24 Neuinfizierte, Rückkehrer aus Risiko Gebieten, vor allem Türkei.
     
  9. allina

    allina Bekanntes Mitglied

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    Tweety, das war zu erwarten und die Dunkelziffer wird viel höher sein. Die wenigsten Ulauber werden sich freiwillig testen lassen, falls sie keine Symptome haben sollten.
     
  10. Uschi(drei)

    Uschi(drei) Registrierter Benutzer

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    .....und sei versichert, wenn ich sie wieder treffe, nehm ich sie ganz fest in den Arm, vielleicht hat sie auch Zeit fürn Plausch oder einen Kaffee. In der Praxis hätten wir die Möglichkeit dazu.
     
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  11. Tinchen1978

    Tinchen1978 Registrierter Benutzer

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    Ich habe heute, ehrlich gesagt, keine Sekunde überlegt, als ich meine Tochter vom Bahnhof abgeholt habe und sie auch nicht (sie kam aus ihrer neuen Heimat). Eine aufrichtige Umarmung tut gut.
     
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  12. Chrissi50

    Chrissi50 Registrierter Benutzer

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    Ist ja auch ok.
    Jeder kann tun was er verantworten kann.

    Aber ich denke nunmal, dass der Virus weder vor Freunden noch Verwandten Halt macht. Wenn man keinen Abstand hält, kann man sich infizieren, und auch, falls man schon erwischt wurde und es nicht weiß, den Freund oder Verwandten anstecken. Genau wie dieser unbemerkt Virenträger sein kann, und mich infiziert.

    Ich glaube aus diesem Grund, nämlich dass die Krankheit nicht weiterverbreitet wird, wurde die Abstandsregel eingeführt. Dass innerhalb der Wohngemeinschaft Kontakte bestehen, ist natürlich klar.

    Wer dies in Kauf nimmt, tut dies ja bewusst und kann es mit seinem Gewissen vereinbaren.
     
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  13. Sinela

    Sinela Registrierter Benutzer

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    Den einzigen Körperkontakt, den ich habe, ist, wenn mich die Pflegekraft duscht. Mir fehlt aber rein gar nichts, wenn mich sonst niemand anfasst, umarmt oder was auch immer. Und wenn ich unbedingt eine Umarmung brauche, kann ich mir diese auch selbst geben.;)
     
  14. Resi Ratlos

    Resi Ratlos Registrierter Benutzer

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    Inge, das ist schön, wenn dir da nichts fehlt.
    Wir sprechen aber glaube ich von zwei ganz verschiedenen Paar Schuhen.....

    Ich glaube für die Mehrheit sprechen zu können, wenn ich daher sage, dass die Selbstumarmung keine dauerhafte Alternative zu menschlichem Kontakt (auch physisch!) ist - wie sagt Snoopiefrau so schön: "Grundnahrungsmittel" - für mich gehört die emotionale und gezeigte (dafür sind Worte nicht immer das richtige Instrument...) Bindung unbedingt zum Leben.

    Meinen Enkelkindern (ich habe 3, und die sind alle drei sehr emotional) möchte ich - außer der "Großen" mit knapp 5 sind die beiden anderen ohnehin zu klein dafür - nicht erklären müssen, warum sie sich selbst umarmen sollen, wenn ihnen menschliche Wärme abgeht.....
     
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  15. Sinela

    Sinela Registrierter Benutzer

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    @Resi Ratlos : Es ist halt jeder anders, und das ist ja auch gut so. ;)
     
  16. Uschi(drei)

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    @Sinela ich könnte darauf auch eine bestimmte Zeit verzichten -- aber es ging hier nicht um mich sondern um Marlies.
    Und ich werde in Zukunft, wenn ich meine Enkelkinder treffe, diese auch wieder so liebevoll umarmen, wie sie es gewohnt sind.
    Heute bei der Physio liege ich noch auf der Liege mit einem Reizstromgerät an beiden Knien, kommt ein Therapeut rein, der wollte schauen, ob das Gerät schon frei ist.
    Dann erkennt er mich. (hat mich auch schon oft behandelt) kommt er her, streichelt mir über den Arm und meint, er sie mit meiner Wanderhose am Fellhorn gewesen.
    Die war noch neu und ich hatte sie ihm geschenkt, er brauchte sie und ich nicht.


    Grüßle
    Uschi
     
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  17. Chrissi50

    Chrissi50 Registrierter Benutzer

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    Wieso also diese ganzen Abstandsregeln?
    Sind die doch nur eine unsinnige Erfindung und gelten nur für Metzger und Kirchengänger? (Achtung Sarkasmus bzw. Ironie ;))
    Für wen sollten die gelten? Wo ist die Grenze und wie erkenne ich Infizierte? - das frage ich mich allerdings ernsthaft.

    Könnten wir doch grundsätzlich sein lassen, denn jeder wird eine Begründung finden können, warum er bei diesem oder jenem keine Angst vor Ansteckung hat und ihn umarmt oder herzt.

    Meine persönliche Grenze liegt dort, wo es um meine Gesundheit bzw. mein Leben geht. Da muss ich das Risiko eingehen, denn ohne ärztliche Behandlung hab ich keine Chance.
     
  18. Resi Ratlos

    Resi Ratlos Registrierter Benutzer

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    Gegenfrage: woran erkennst du Nicht-Infizierte?
    (nicht ganz ernst gemeint)

    Was ich sagen will: Corona ist jetzt, bestimmt aber nicht grundsätzlich ALLES in unserem Leben - jedenfalls hoffe ich das.
    Vorsicht mit Augenmaß und Infektionsschutz widerspricht nicht der Menschlichkeit, und Berührung hat nicht grundsätzlich etwas mit Leichtsinn zu tun.
    Das Leben an sich - Vorsicht, Allgemeinplatz und explizit nicht auf Corona und die spezifischen Risiken bezogen - ist nie risikolos, und wir müssen alle (bis jetzt ist noch keine Ausnahme bekannt) sterben, nur jetzt noch nicht.

    Wenn wir jedes Risiko ausschließen wollen, müssen wir in ein Burgkloster gehen und die Zugbrücke für die nächsten 20 Jahre hochziehen.
    Das wiederum will ICH für mein Teil nicht - so unterschiedlich ticken die Menschen, nicht wahr?

    Ich leugne nichts, um Missverständnissen vorzubeugen, und ich habe Respekt vor Corona und den Konsequenzen.
    Aber - um mit Fassbinder zu sprechen - ich lebe ganz bestimmt auch nicht nach dem Prinzip "Angst essen Seele auf".....
     
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  19. Uschi(drei)

    Uschi(drei) Registrierter Benutzer

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    Um es nochmals zu sagen: Die Angst vor dem Corona ist gefährlicher als das Virus selbst.
     
  20. Sinela

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    Ich denke, Angst und Respekt sind zweierlei Paar Stiefel. Ich habe vor einer 14tägigen Quarantäne Angst, vor dem Virus habe ich Respekt.;)
     
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