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Edmund
Guest
Inspiriert von Martin über TEP und Reiten möchte ich auch meine Erfahrungen mit Sport nach einer TEP-Operation berichten. Seit meiner Kindheit habe ich intensiv Sport betrieben, zuerst Schwimmen dann Volleyball, auch als Leistungssport. Zuletzt spielte ich nur selten Volleyball, da die einmal erworbene Technik nicht mehr den Mangel an Beweglichkeit ausgleichen konnte. Springen konnte ich noch, aber kaum laufen. Die Schmerzen verschwanden nach der Aufwärmphase und im Spiel, kamen aber später, nach dem (immer kürzeren) Spiel und flauten erst nach 4-5 Tagen etwas ab. Es war reiner Masochismus! Ich zögerte meine Hüfte-Operation hinaus, denn es hieß: kein Fahrrad, Reiten verboten, Skifahren und Skaten verboten usw. Inzwischen fand ich andere Ratschläge von Experten, z.B. „die Verletzungsgefahr allgemein (Abfahrtsskilaufen) ist sicher größer als die Schädigung des operierten Hüftgelenkes“ (Prof. F.-U. Niethard) und Zustimmung zum gleichen Thema beim Intern. Kongress für Wintersport in Ga-Pa. Obwohl allgemein Sportarten wie alpiner Skilauf, Ballspiele, Reiten sowie Sprung- wie Schnellkraftdisziplinen bei Leichtathletik als „wenig geeignete Sportarten“ für TEP-Patienten bezeichnet werden, gibt es keine statistisch gesicherten Belege, dass bei diesen Sportarten häufiger Lockerungen der Prothese auftreten. So aufgemuntert ließ ich mir innerhalb von 3 Monaten beide Hüften „ersetzen“ . Knapp 5 Monate nach der 2. Operation entschloss ich mich wieder am Volleyballtraining teilzunehmen. Vorgegangen waren Tagestouren zwischen 30 und 60 km mit einem schwergängigen Fahrrad und ausgedehnte Wanderungen im hügeligen Gelände. Fazit: Es ist gut gegangen. Meine Beweglichkeit war stark verbessert, die Sprünge noch vorsichtig aber alles schmerzfrei. Ein Schlüsselerlebnis war eine von mir instinktiv ausgeführte „Hechtrolle“ ohne Probleme. Dabei rollt der Körper bei einem Seitensprung um das Becken. Dabei hieß es: “Sportarten mit Sturzgefahr meiden“. Das war aber ein kontrollierter Sturz der früher oft trainiert wurde. Nach dem Training hatte ich lediglich Muskelschmerzen in der Wade und im Oberschenkel (vorne). Nach 1 Tag klangen die Schmerzen ab. Danach wieder Radtour und Spaziergänge. Vielleicht wird sich jetzt mancher Orthopäde beim Lesen dieser Zeilen die Haare raufen. Zu bedenken ist aber zweierlei: Erstens sollte die Operation meine Lebensqualität jetzt verbessern und dazu gehört auch (bei mir) Sport. Zweitens ist mir nicht plausibel, warum nicht intensive Sportausübung schädlich sein sollte, nachdem auch die Fachleute meinen, dass „gut trainierte Muskulatur der beste Gelenkschutz ist“. Da ich auch (Schwimm-) Trainer bin und somit von Theorie des Sports etwas verstehe, möchte ich aber den Rat geben, nur solche Sportarten nach einer TEP-Operation zu betreiben, die schon vorher beherrscht wurden, da wegen Fehlern beim Bewegungsablauf (Motorik) eine Verletzung eher möglich ist. Ich würde somit jetzt vielleicht nicht gerade mit Eiskunstlauf beginnen!
Ich würde mich freuen, auch die Meinung anderer zu diesem Thema zu hören.
Liebe Grüße
Edmund
Ich würde mich freuen, auch die Meinung anderer zu diesem Thema zu hören.
Liebe Grüße
Edmund