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"taufrische" Diagnose: rheumatoide Arthritis

Dieses Thema im Forum "Ich bin neu!" wurde erstellt von Elke 1959, 15. Januar 2008.

  1. Elke 1959

    Elke 1959 Registrierter Benutzer

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    Hallo liebe Leute. Nachdem ich schon längere Zeit die Beiträge im Forum gelesen habe, habe ich jetzt meinen Mut zusammen genommen und mich angemeldet.

    Vor einer Woche hat sich der Verdacht auf rheumatoide Arthritis bestätigt. In meinem Kopf sträubt sich alles gegen diese Diagnose, nach dem Motto: Das kann doch nicht sein.
    Ich habe inzwischen viel über diese Erkrankung gelesen und mich erschreckt am meisten, dass sie bisher nicht heilbar ist. Das hat so etwas Auswegloses. Es beschleicht einen die Angst, dass die Erkrankung einen schweren Verlauf nehmen könnte, dass man nicht auf die Medikamente anspricht, zum körperlichen Wrack wird und und und.

    Ich bin 48 Jahre alt und körperlich sehr fit. Ich bin schlank, achte auf gesunde Ernährung und bin ganz gut durchtrainiert.

    Die ersten kurzen Beschwerden traten im Sommer 2007 auf. Da hatte ich eine leichte Schwellung und Rötung am linken Fußknöchel. Leichte Schmerzen nur bei seitlicher Drehung. Da kein Grund dafür erkennbar war, äußerte meine Orthopädin, dass man eine rheumatische Erkrankung in Erwägung ziehen müsste. Ich sollte aber erstmal zum MRT. Als ich schon einen Termin hatte, waren die Beschwerden weg.

    Im September 2007 bekam ich plötzlich starke Schmerzen im linken Schultergelenk, so dass ich meinen Arm nicht bewegen konnte. Mit Kühlung war es am nächsten Tag deutlich besser und am übernächsten Tag weg.

    Anfang November 2007 bekam ich Schmerzen im re. Fuß und an den Knie-Außenseiten, was besonders beim Runtergehen von Treppen schmerzte. Der Fuß war auch leicht geschwollen, was zwar nicht sichtbar, aber im Schuh merkbar war. Der war nämlich plötzlich enger.
    Danach traten wandernde Gelenkschmerzen ohne Entzündungszeichen auf. Erst re. Handgelenk, dann li. Handgelenk, li. Schulter, re. Schulter. Es schmerzte immer nur ein Gelenk und die Beschwerden waren nach 24 Stunden wieder weg. Was aus dem Rahmen fiel (weil kein Gelenk betroffen war) waren Schmerzen unterhalb des re. Knie´s links vom Schienbein und eine Schwellung auf dem re. Handrücken mit Druckschmerz. Aber auch dies war nach kurzer Zeit wieder weg. Wie gesagt, diese Beschwerden traten nacheinander auf. Kontinuierlich blieben nur der Fuß und die Knie.

    Eine Blutuntersuchung ergab einen Rheumafaktor von 287 IE und AK gegen citullinierte AG (ich glaube die Abkürzung lautet CCP) von 332 U/ml. In der Rheumatologie der Charite´Berlin wurde die Diagnose „Verdacht auf rheumatoide Arthritis“ gestellt. Ich musste dann immer in die Früharthritis-Sprechstunde zur Überprüfung der Symptome und zur Sicherung der Diagnose. Die Blutuntersuchung ergab keinen erhöhten Entzündungswert.
    Die Beschwerden des Fußes und der Knie sind inzwischen verschwunden. Dafür bekam ich vor ca. 1 ½ Wochen Probleme mit den Finger- und Handgelenken und den Ellenbeugen. Zum ersten Mal waren für den Arzt eindeutige Entzündungszeichen erkennbar. Der Knöchel des re. Handgelenks war leicht geschwollen und einzelne Fingergelenke. Damit hatte sich für ihn der Verdacht bestätigt. Ich muss jetzt in die „normale“ Rheumasprechstunde wechseln, wo ich dann auch die Basistherapie erhalte. Bisher habe ich nur täglich eine Tablette „Celebrex 200mg“ genommen. Das ist wohl so etwas Ähnliches wie Voltaren, nur magenfreundlicher.
    Damit komme ich ganz gut über die Runden. Zurzeit habe ich nur leichte Beschwerden in den Finger- und Handgelenken, die mich aber im Alltag nicht einschränken.

    Ich werde zwischen der Hoffnung, mit dem entsprechenden Medikament die frühzeitig erkannte und leichte Form der Erkrankung gut in den Griff zu bekommen und der Angst, dass sich die Beschwerden plötzlich stark verschlimmern könnten, hin- und hergerissen. In meinem Kopf herrscht ein ziemliches Durcheinander.

    Ich hoffe, dass ich euch nicht zu sehr mit meinen Ausführungen gelangweilt habe.
    Ich erwarte auch nicht unbedingt Antworten. Es tat einfach gut, sich mal auszuheulen, obwohl ich im Vergleich zu vielen anderen von euch, gar keinen Grund zum heulen habe. Dafür geht es mir (noch) viel zu gut. Aber man muss das halt erstmal verdauen.
    Vielen Dank für´s Zuhören!

    Gruß Elke
     
  2. Susanne L.

    Susanne L. Neues Mitglied

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    Herzlich willkommen

    Hallo Elke,

    Deine Situation können hier alle verstehen, da bin ich mir ganz sicher. Es ist vollkommen normal, dass Du erst einmal schockiert bist, dass sich die Gedanken, Sorgen und Ängste in Deinem Kopf im Kreise drehen. Andererseits siehst Du es ganz richtig, Deine Krankheit ist frühzeitig erkannt worden und damit hattest Du schon mal Glück, denn damit hast Du gute Chancen, sie auch in den Griff zu bekommen. Das ist ein so großer Vorteil, als wenn Du hättest jahrelang auf eine Diagnose warten müssen - auch das kommt leider oft genug vor.

    Du hast hier bestimmt schon Vieles gelesen, was Dir auch Angst macht; es gibt Krankheitsverläufe, die sehr schwer sind, aber es gibt auch welche, die beherrschbar und damit erträglich sind. Letztere sind oft solche, die frühzeitig erkannt und behandelt wurden - wie bei Dir.

    Schreib ruhig wieder, wenn Dir danach ist, wenn Du Fragen hast oder Dich einfach nur mal ausheulen willst. Irgendeiner ist immer da, der Dir antwortet. Alles Gute für Dich.

    lg
    Susanne
     
  3. Elke 1959

    Elke 1959 Registrierter Benutzer

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    Hallo Susanne,

    danke für die nette Begrüßung. Du hast völlig recht. Bei dem, was ich hier an Krankheitsverläufen so lese, frage ich mich, wie die Leute das alles ertragen können. Zumal viele auch deutlich jünger sind als ich und zum Teil Kinder zu versorgen haben. Das muss wahnsinnig schwer sein.

    Ich werde mir vor Augen halten, dass es mir gutgeht und dann kriege ich mich bestimmt wieder in den Griff.

    Gruß Elke
     
  4. Madita

    Madita Giraffenfan

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    Hallo Elke !

    Auch von mir ein herzliches willkommen.

    Im August 2005 ging es mir nicht anders und ich war ziemlich geschockt über die Diagnose RA. Habe hier viel gelesen und habe mir danach vorgenommen mich von meinen "Untermieter" nicht runter ziehen zu lassen. Nachdem dann im Oktober die Rheumatologin die Diagnose bestätigt hatte, bekam ich MTX und zu diesem Zeitpunkt nahm ich auch noch Schmerztabletten. Heute geht es mir gut, naja es zwickt vielleicht mal hier und mal da, aber ich brauche keine Schmerzmittel momentan. Wir wussten auch nicht ob wir das richtige tun, aber mittlerweile hat es sich schon mehr wie ausgezahlt. Darum wünsche ich auch Dir, dass Du alles gut in den Griff bekommst.

    Lieben Gruß von
     
  5. bärlusch

    bärlusch Neues Mitglied

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    Liebe Elke,
    bei mir war es fast genau wie bei dir. Nur hatte ich das "Glück" ha ha - dass das Rheuma bei mir fast "Explodiert" ist. Meine Werte waren so hoch, meine Hand- und Fingergelenke so geschwollen, dass ich sie nicht mehr benutzen konnte. Das war insofern mein Glück, dass mir die Odysee durch die Arztpraxen erspart blieb und ich gleich in eine Rheumaambulanz verwiesen wurde.
    Dann wurde ich vollgestopft mit allem was drin ist: MTX mit Enbrel in Kombination, Cortison, Diclophenac, und das mir - die alle Erkrankugen lieber mit Kamillentee und vielleicht mal ne Paracetamol ausheilt. Nutzte nichts, da musste ich durch. Nach einem halben Jahr ging es mir so gut, dass ich wieder voll arbeiten konnte.
    Nach einem Jahr fast völlige Remision. Die Ochsentour mit den Medikamenten hat sich also doch gelohnt. Zur Zeit nehme ich nur noch Enbrel - alle 10 Tage - das ist eigentlich fast nur noch zur Sicherheit.
    Also lasse den Mut nicht sinken - der Anfang ist scheusslich und ein riesiger Schock - aber heute gibt es so gute Behandlungsmöglichkeiten, dass uns bei so früher Behanlung hoffentlich das Schicksal der schweren Gelenkbeeiträchtigungen erspart bleibt.
    Alles Gute und liebe Grüßle
    bärlusch
     
  6. Elke 1959

    Elke 1959 Registrierter Benutzer

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    Hallo Madita, hallo bärlusch

    Danke für eure aufmunternden Worte. Es geht mir inzwischen auch schon besser.

    Ich habe mir alle Details deutlich vor Augen geführt:
    - ich habe noch keine knöchernen Veränderungen (Röntgenbilder der Hände u. Füße waren o.B.)
    - habe z.Z. mit einer Tabl. Celebrex nur leichte Beschwerden in den Händen
    - die Erkrankung wurde frühzeitig diagnostiziert, wodurch ich gute Chancen habe, mit Medikamenten beschwerdefrei zu werden

    Ich habe keinen Grund zum Jammern! Mein Kampfgeist ist wieder geweckt!!!

    Ich mache wieder meine tägliche Gymnastik, gehe Power-Walken oder auf meinen Crosstrainer.
    Ich will mir meine Beweglichkeit und meine Muskulatur erhalten.
    Darüber hinaus versuche ich, einen positiven Einfluss über die Ernährung zu nehmen. Ich ernähre mich zwar schon bewusst, werde aber tierische Produkte weiter reduzieren und mehr zu Fisch greifen. Soll sich ja angeblich positiv auswirken. Ich werde es ausprobieren. Das Rauchen habe ich schon vor 4 Monaten aufgegeben, jetzt lasse ich auch das abendliche Glas Wein weg.

    Ich sage mir einfach: „Es gibt schlimmeres“.

    Ich freue mich auch für euch, dass ihr eure Erkrankungen inzwischen gut in den Griff bekommen habt.
    Ich drücke die Daumen, dass das so bleibt und wünsche euch alles Gute.

    Gruß Elke
     
  7. Aquarell

    Aquarell Sharpie

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    Hallo Elke!

    Auch von mir ein Herzlich Willkommen!!

    Ich kann dich so gut verstehen, auch ich wollte es erst nicht wahrhaben daß ich krank bin :eek:
    Daher freut es mich besonders, daß dein Kampfgeist wieder erwacht ist.

    Ich stecke mitten in einem Schub und da fällts schon sehr schwer mit dem Kampfgeist.
     
  8. Elke 1959

    Elke 1959 Registrierter Benutzer

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    Hallo Aquarell,

    danke für die nette Begrüßung.

    Es tut mir sehr leid, dass es dir nicht gutgeht. Bekommst du noch keine Medikamente oder wirken diese nicht ausreichend? Seit wann besteht die Erkrankung bei dir? Hast du auch RA oder eine andere Rheuma-Erkrankung?

    Gruß Elke
     
  9. nita59

    nita59 Registrierter Benutzer

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    Psoriasis Arthritis

    Hallo ich lese seit längerem euere Artikel, auch ich habe seit September 2007 einen Schub. Hatte vorher nie Probleme mit den Gelenken und dann aufeinmal in der Ferse, Knie innen und außen, Hüfte, Handgelenk, Finger, Kiefer immer abwechselnd fünf Tage akkut an einer Stelle und dann ging es weiter. Ich ging von einem Arzt zum anderen und jeder sagte meine Blutwerte sind in Ordnung keine Rheumawerte. Meine linke Hand schlief immer ein, man untersuchte die Sehnen alles in Ordnung, Diagnose es ist Überarbeitung Sehnescheideentzündung. Es dauerte bis ende Dezember bis man herausfand das es mit der Schuppenflechte die auch zwei meiner Brüder haben zusammen hängt (Psoriasis Arthritis). Ich nehme im moment 4 Azulfidine am Tag ein, bin aber noch nicht schmerzfrei. Die Entzündung dauert immernoch eins bis zwei Tage an. Kann auch noch nicht arbeiten gehen, da die Finger und Gelenke dann nur unter schmerzen zu bewegen sind. Manchmal hab ich 1 bis 2 Tage ruh und denke nah jetzt gehts aufwärts, dann kommt wieder ein Schub und ich bin wieder mit den Nerven am Boden. Man sagte mir das diese Tabletten manchmal bis zu 3 Monaten brauchen bis sie wirken. Hat von euch jemand vielleicht Erfahrung mit Azulfidine? Ich wünsche euch allen eine gute Besserung. Eure nita59