juguja
Neues Mitglied
Hallo,
wieder mal eine Neue, und hier ist meine Geschichte: Im September 2006 sind wir nach Canada gezogen, was natürlich viel Arbeit bedeutet hat. War aber nicht schlimm, es ging mir ja gut. Irgendwann Anfang 2007 fühlte ich mich immer öfter "grippsch", habe das aber auf die Klimaveränderung und den kalten Winter geschoben. In der Zeit fing es auch an, dass ich nachts viel geschwitzt habe, aber das habe ich als frühe Vor-Wechseljahrsbeschwerden abgetan (war da 43). Und die häufige Müdigkeit habe ich dann auf das Frühjahr und die Schlafunterbrechungen durch das Schwitzen zurückgeführt. Außerdem taten mir öfters die Handgelenke, Ellbogen oder meine Beine weh, aber wir haben noch viel im und am Haus gemacht, so dass ich dachte, es sei einfach Überlastung.
Im Juni 2007 bin ich dann ausgerutscht und habe mir das linke Handgelenk verstaucht. Allerdings wurden die Schmerzen nicht besser, sondern immer schlimmer, so dass ich überzeugt war, irgendetwas müsse bei dem Sturz kaputtgegangen sein. Aber alle Ärzte haben gesagt, sie finden nichts, und da das System in Canada sehr träge ist, hat es bis Anfang 2008 gedauert, bis ich einen Handchirurgen zu Gesicht bekam. Und der erklärte mir, da auf dem MRT nichts zu sehen sei, werde er auch nichts machen, obwohl die Symptome auf einen Band- oder Diskusschaden hindeuteten. Sooo lange hätte ich die Schmerzen schließlich noch nicht. Ich solle weiter Schmerzmittel nehmen, das würde schon wieder. Die ganze Odyssee ausführlich zu beschreiben würde den Rahmen sprengen, aber nach der letzten Abfuhr war ich schon ziemlich verzweifelt, und schließlich hat ein Freund, der in Schwerte als Physiotherapeut arbeitet, mir angeboten, mit dem dortigen Handchirurgen zu sprechen und einen Termin für mich zu machen. Gesagt, getan, im Juni 2008 bin ich zu meinen Eltern geflogen.
Da die Schmerzen in den Händen (die rechte Hand hatte sich im Frühjahr dazugesellt, ich habe es auf Überlastung geschoben, da ich früher schon einmal eine Sehnenscheidenentzündung hatte) immer schlimmer geworden waren, habe ich es auf eine beträchtliche Menge an Schmerzmittel gebracht, wodurch ich in meinen Beinen und im Nacken so gut wie keine Schmerzen mehr spürte. In Deutschland wurde erst einmal ein neues MRT von der linken Hand gemacht, worauf man Flüssigkeit im Bereich des Diskus erkennen konnte. Also wurde eine Arthroskopie gemacht, um den vermeintlichen Diskusschaden zu begutachten und zu beheben. Es stellte sich jedoch heraus, dass ich im gesamten Handgelenk und in der Mittelhand eine Synovialitis hatte, die Gelenkinnenhaut war schon wucherig verändert und drückte auf die Nerven und zwischen die Handgelenksknochen. Es wurde eine komplette Synovektomie gemacht, und der Handchirurg gab mir den Rat, doch einmal zu einem Rheumatologen zu gehen. Das sah ich aber nicht ein, weil niemand aus meiner Familie Rheuma hat, mir dieses Thema also äußerst fremd war.
Bei der Nachuntersuchung für die linke Hand bat ich dann den Arzt, sich doch auch einmal die rechte Hand anzuschauen, weil sie trotz Schonung nicht besser wurde. Vielleicht könnte sie ja bei dem Sturz etwas abbekommen haben ... Als der Arzt bemerkte, dass das Handgelenk ziemlich geschwollen war, wollte er auch von dieser Hand ein MRT haben, und ich musste direkt in die Radiologie. Und tatsächlich war auch in dieser Hand viel Flüssigkeit zu sehen (mehr als in der linken), zudem ein Ganglion. Daraufhin wurde auch die rechte Hand arthroskopiert. Die Synovialitis war rechts noch weiter fortgeschritten als links und der Arzt hat mir erklärt, er würde mir jetzt nicht mehr nur raten, zum Rheumatologen zu gehen, sondern selber einen Termin für mich machen. So konnte ich schon eine Woche später zu Dr. Illies in Schwerte kommen, obwohl er normalerweise erst im März wieder einen Termin gehabt hätte.
Ich wollte das alles immer noch nicht glauben, habe zwar mal kurz in dieses Forum geschaut, aber dann beschlossen, nichts damit zu tun haben zu wollen. Aber Dr. Illies hat mir den Zahn schnell gezogen, mir viel erklärt und gesagt, der Sturz und meine Annahme, es sei etwas kaputt, wären mein Glück gewesen. Ansonsten wäre ich sicher nicht auf die Idee gekommen, eine diagnostische Arthroskopie machen zu lassen. Und auf Rheuma wäre ich nie gekommen, das war bis vor kurzem für mich auch eine Alte-Leute-Krankheit. Gut, dass Dr. Huber, der Handchirurg, so aufmerksam war, erkannt hat, dass der Zustand in meinen Handgelenken nicht auf den Sturz oder Überlastung zurückzuführen sein konnte und mich quasi zum Rheumatologen geschubst hat, als er merkte, dass ich nicht freiwillig gehen würde. Es wurde sofort eine Therapie mit Cortison (z.Zt. noch 30mg täglich) und 10mg MTX wöchentlich begonnen, weil die Diagnose auch ohne Blutuntersuchung schon sicher war.
Während der letzten zwei Wochen, in denen ich dann auf die Ergebnisse der Blutuntersuchung gewartet habe, habe ich stundenlang in diesem Forum gelesen und bin unendlich dankbar, dass ich hier so viele Informationen finde. Nach dem ersten Schock habe ich mich mit der Diagnose abgefunden und bin froh, dass die Handgelenke selber noch soweit in Ordnung sind, dass ich weiß, was ich habe und was ich tun kann, und dass ich nicht, wie so viele von euch, jahrelang im Ungewissen geblieben bin. Außerdem hat sich beim Lesen viel von dem geklärt, was mich in den letzten anderthalb Jahren belastet hat. Vor allem die Erschöpfung, das "Unwohlsein", das Schwitzen, das fiebrige Gefühl ohne Temperatur, ich dachte immer öfter, was bin ich doch für ein Jammerlappen, dabei sollte es mir doch gut gehen, zumal ich mich in Canada total wohl fühle.
Die Blutuntersuchung hat ergeben: Ich habe eine seronegative Polyarthritis. Nicht meine Traumdiagnose, aber was will ich machen...
Jetzt habe ich schon dreimal MTX (Tabletten) genommen, habe neben starker Müdigkeit und zittrigen Knien am nächsten Tag keine Nebenwirkungen, merke allerdings noch keine Veränderung. Aber das wird ja auch noch ein Weilchen dauern. Der Versuch, das Cortison zu reduzieren, ist schiefgegangen. Jetzt soll ich noch eine Woche bei 30mg bleiben. Aber dank Cortison konnte ich den Verbrauch von Tramal, Novalgin etc. deutlich reduzieren. Durch das Cortison war die letzte Blutsenkung wieder fast normal, aber Knöchel und Knie ärgern mich immer mehr, schwellen auch mehr an als früher (oder ich habe es vorher nicht so wahrgenommen?). Irgendwie hatte ich gedacht, das würde durch das Cortison weggehen.
Und jetzt geht es morgen erst einmal wieder nach Hause. Endlich, wurde auch Zeit nach fast drei Monaten. Aber ich denke, in Canada wäre ich immer noch auf der Suche nach dem Grund für meine Schmerzen. Jetzt hoffe ich, dass ich dort einen guten Rheumatologen finde, dass meine Hausärztin sich vielleicht auch ein bisschen auskennt, dass das MTX anfängt zu wirken, dass es nicht schlimmer wird (wenn ich so lese, wie es manchen von euch geht, bin ich noch echt gut dran), dass ich noch eine Weile den Sommer und die Sonne genießen kann, bevor Ende Oktober der Winter anfängt, dass meine Hunde sich freuen, wenn ich wieder da bin, .....
So, jetzt habe ich fast einen Roman geschrieben, aber ist ja auch eine lange Geschichte. Und jetzt muss ich noch den Rest zusammenpacken, morgen früh um sechs geht es los.
Viele Grüße
Jutta
wieder mal eine Neue, und hier ist meine Geschichte: Im September 2006 sind wir nach Canada gezogen, was natürlich viel Arbeit bedeutet hat. War aber nicht schlimm, es ging mir ja gut. Irgendwann Anfang 2007 fühlte ich mich immer öfter "grippsch", habe das aber auf die Klimaveränderung und den kalten Winter geschoben. In der Zeit fing es auch an, dass ich nachts viel geschwitzt habe, aber das habe ich als frühe Vor-Wechseljahrsbeschwerden abgetan (war da 43). Und die häufige Müdigkeit habe ich dann auf das Frühjahr und die Schlafunterbrechungen durch das Schwitzen zurückgeführt. Außerdem taten mir öfters die Handgelenke, Ellbogen oder meine Beine weh, aber wir haben noch viel im und am Haus gemacht, so dass ich dachte, es sei einfach Überlastung.
Im Juni 2007 bin ich dann ausgerutscht und habe mir das linke Handgelenk verstaucht. Allerdings wurden die Schmerzen nicht besser, sondern immer schlimmer, so dass ich überzeugt war, irgendetwas müsse bei dem Sturz kaputtgegangen sein. Aber alle Ärzte haben gesagt, sie finden nichts, und da das System in Canada sehr träge ist, hat es bis Anfang 2008 gedauert, bis ich einen Handchirurgen zu Gesicht bekam. Und der erklärte mir, da auf dem MRT nichts zu sehen sei, werde er auch nichts machen, obwohl die Symptome auf einen Band- oder Diskusschaden hindeuteten. Sooo lange hätte ich die Schmerzen schließlich noch nicht. Ich solle weiter Schmerzmittel nehmen, das würde schon wieder. Die ganze Odyssee ausführlich zu beschreiben würde den Rahmen sprengen, aber nach der letzten Abfuhr war ich schon ziemlich verzweifelt, und schließlich hat ein Freund, der in Schwerte als Physiotherapeut arbeitet, mir angeboten, mit dem dortigen Handchirurgen zu sprechen und einen Termin für mich zu machen. Gesagt, getan, im Juni 2008 bin ich zu meinen Eltern geflogen.
Da die Schmerzen in den Händen (die rechte Hand hatte sich im Frühjahr dazugesellt, ich habe es auf Überlastung geschoben, da ich früher schon einmal eine Sehnenscheidenentzündung hatte) immer schlimmer geworden waren, habe ich es auf eine beträchtliche Menge an Schmerzmittel gebracht, wodurch ich in meinen Beinen und im Nacken so gut wie keine Schmerzen mehr spürte. In Deutschland wurde erst einmal ein neues MRT von der linken Hand gemacht, worauf man Flüssigkeit im Bereich des Diskus erkennen konnte. Also wurde eine Arthroskopie gemacht, um den vermeintlichen Diskusschaden zu begutachten und zu beheben. Es stellte sich jedoch heraus, dass ich im gesamten Handgelenk und in der Mittelhand eine Synovialitis hatte, die Gelenkinnenhaut war schon wucherig verändert und drückte auf die Nerven und zwischen die Handgelenksknochen. Es wurde eine komplette Synovektomie gemacht, und der Handchirurg gab mir den Rat, doch einmal zu einem Rheumatologen zu gehen. Das sah ich aber nicht ein, weil niemand aus meiner Familie Rheuma hat, mir dieses Thema also äußerst fremd war.
Bei der Nachuntersuchung für die linke Hand bat ich dann den Arzt, sich doch auch einmal die rechte Hand anzuschauen, weil sie trotz Schonung nicht besser wurde. Vielleicht könnte sie ja bei dem Sturz etwas abbekommen haben ... Als der Arzt bemerkte, dass das Handgelenk ziemlich geschwollen war, wollte er auch von dieser Hand ein MRT haben, und ich musste direkt in die Radiologie. Und tatsächlich war auch in dieser Hand viel Flüssigkeit zu sehen (mehr als in der linken), zudem ein Ganglion. Daraufhin wurde auch die rechte Hand arthroskopiert. Die Synovialitis war rechts noch weiter fortgeschritten als links und der Arzt hat mir erklärt, er würde mir jetzt nicht mehr nur raten, zum Rheumatologen zu gehen, sondern selber einen Termin für mich machen. So konnte ich schon eine Woche später zu Dr. Illies in Schwerte kommen, obwohl er normalerweise erst im März wieder einen Termin gehabt hätte.
Ich wollte das alles immer noch nicht glauben, habe zwar mal kurz in dieses Forum geschaut, aber dann beschlossen, nichts damit zu tun haben zu wollen. Aber Dr. Illies hat mir den Zahn schnell gezogen, mir viel erklärt und gesagt, der Sturz und meine Annahme, es sei etwas kaputt, wären mein Glück gewesen. Ansonsten wäre ich sicher nicht auf die Idee gekommen, eine diagnostische Arthroskopie machen zu lassen. Und auf Rheuma wäre ich nie gekommen, das war bis vor kurzem für mich auch eine Alte-Leute-Krankheit. Gut, dass Dr. Huber, der Handchirurg, so aufmerksam war, erkannt hat, dass der Zustand in meinen Handgelenken nicht auf den Sturz oder Überlastung zurückzuführen sein konnte und mich quasi zum Rheumatologen geschubst hat, als er merkte, dass ich nicht freiwillig gehen würde. Es wurde sofort eine Therapie mit Cortison (z.Zt. noch 30mg täglich) und 10mg MTX wöchentlich begonnen, weil die Diagnose auch ohne Blutuntersuchung schon sicher war.
Während der letzten zwei Wochen, in denen ich dann auf die Ergebnisse der Blutuntersuchung gewartet habe, habe ich stundenlang in diesem Forum gelesen und bin unendlich dankbar, dass ich hier so viele Informationen finde. Nach dem ersten Schock habe ich mich mit der Diagnose abgefunden und bin froh, dass die Handgelenke selber noch soweit in Ordnung sind, dass ich weiß, was ich habe und was ich tun kann, und dass ich nicht, wie so viele von euch, jahrelang im Ungewissen geblieben bin. Außerdem hat sich beim Lesen viel von dem geklärt, was mich in den letzten anderthalb Jahren belastet hat. Vor allem die Erschöpfung, das "Unwohlsein", das Schwitzen, das fiebrige Gefühl ohne Temperatur, ich dachte immer öfter, was bin ich doch für ein Jammerlappen, dabei sollte es mir doch gut gehen, zumal ich mich in Canada total wohl fühle.
Die Blutuntersuchung hat ergeben: Ich habe eine seronegative Polyarthritis. Nicht meine Traumdiagnose, aber was will ich machen...
Jetzt habe ich schon dreimal MTX (Tabletten) genommen, habe neben starker Müdigkeit und zittrigen Knien am nächsten Tag keine Nebenwirkungen, merke allerdings noch keine Veränderung. Aber das wird ja auch noch ein Weilchen dauern. Der Versuch, das Cortison zu reduzieren, ist schiefgegangen. Jetzt soll ich noch eine Woche bei 30mg bleiben. Aber dank Cortison konnte ich den Verbrauch von Tramal, Novalgin etc. deutlich reduzieren. Durch das Cortison war die letzte Blutsenkung wieder fast normal, aber Knöchel und Knie ärgern mich immer mehr, schwellen auch mehr an als früher (oder ich habe es vorher nicht so wahrgenommen?). Irgendwie hatte ich gedacht, das würde durch das Cortison weggehen.
Und jetzt geht es morgen erst einmal wieder nach Hause. Endlich, wurde auch Zeit nach fast drei Monaten. Aber ich denke, in Canada wäre ich immer noch auf der Suche nach dem Grund für meine Schmerzen. Jetzt hoffe ich, dass ich dort einen guten Rheumatologen finde, dass meine Hausärztin sich vielleicht auch ein bisschen auskennt, dass das MTX anfängt zu wirken, dass es nicht schlimmer wird (wenn ich so lese, wie es manchen von euch geht, bin ich noch echt gut dran), dass ich noch eine Weile den Sommer und die Sonne genießen kann, bevor Ende Oktober der Winter anfängt, dass meine Hunde sich freuen, wenn ich wieder da bin, .....
So, jetzt habe ich fast einen Roman geschrieben, aber ist ja auch eine lange Geschichte. Und jetzt muss ich noch den Rest zusammenpacken, morgen früh um sechs geht es los.
Viele Grüße
Jutta
vom Butterli
. Ich selbst merke, dass ich auf regenfronten reagiere und mich bei trockenem Wetter, sogar wenns heiß ist, besser fühle. Es sei denne s ist gerade aktiv etwas entzündet, dann spielt bei mir das Wetter keine Rolle.