Susanne L.
Mitglied
Nun haben wir zeitweise wieder einen neuen kleinen Gast. Ich nenne sie mal Susi, ihren richtigen Namen kenne ich nicht. Obwohl die Besitzerin gleich nebenan wohnt, sehe ich die Frau nur selten und wenn, dann auch nur, im Auto vorbei fahrend. Susi also stromert Tag und Nacht durch die Grundstücke, auch in dieser Kälte ist sie ständig draußen, wird wohl auch regelmäßig gefüttert und trägt ein rotes Halsband mit Glitzersteinchen. Aber, so erzählte mir eine andere Nachbarin, ins Haus bzw. in die Wohnung darf sie bei den Leuten nicht. So läuft die Miez hier ständig durch die Gegend, schmiegt sich an jeden an und - schreit. Erst haben wir immer gedacht, was ist das bloß für ein "aufgeregter Pinsel", die geht einem doch auf den Geist!
Nun, eines Tages hatte sie es geschafft, zu uns herein zu kommen, sprang auf den Sessel, rollte sich dort zusammen und schlief! Ungefähr sechs Stunden lang. Von Schreien keine Spur mehr, im Gegenteil, lautes wohliges Schnurren, sobald man sie streichelte. Aber was sollten wir machen! Sie gehört uns ja nicht. Schweren Herzens trug ich sie abends vor die Haustür, und sie rannte auch gleich davon. Seltsam, dachte ich. Ob sie das wohl so gewöhnt ist? Am nächsten Tag das selbe Spielchen von vorn. Am dritten Tag schaffte ich es nicht mehr - sie sprang von meinem Arm, bevor ich überhaupt an der Wohnungstür war und "versteckte" sich unter dem Tisch. Es war offensichtlich, dass sie nicht mehr hinaus, sondern bei uns bleiben wollte; nicht mehr hinaus in die Kälte, nicht mehr frieren! Jetzt ist es auch wirklich kein Schreihals mehr, der da kommt, sondern eine liebe, ruhige und vor allem anhängliche Miez. Wir bringen es einfach nicht fertig, sie in der Kälte draußen zu lassen, wo sie doch so offensichtlich ein warmes Plätzchen sucht(e)... Wir spüren förmlich wie sie bemüht ist, nicht aufzufallen, still zu sein, ganz lieb, nur damit sie nicht wieder hinaus muss und bleiben darf. Sogar mit unserem Kater, vor dem sie regelrecht Respekt hat, verträgt sie sich. Und er nimmt sie ohne großes Theater zur Kenntnis. Die große Liebe ist es beiderseitig nicht, aber sie bekriegen sich auch nicht. Nur ein einziges Mal hat Susi sich unvorsichtigerweise seinem Freßnapf genähert, da brannte förmlich die Luft! Ansonsten akzeptieren sie sich gegenseitig.
Sie tut uns einfach leid, die Kleine. Aber wir sind uns nicht schlüssig, was wir machen sollen. Die eigentlichen Besitzer haben noch eine andere Katze, die allerdings ausschließlich in der Wohnung lebt. Was, wenn sie mitbekommen, dass ihre zweite Miez, der "Freigänger" eigentlich gar nicht ständig draußen ist, sondern sich bei uns aufhält! Oder gehe ich hin und rede mit der Frau - dann besteht die Gefahr, dass die sagt, was geht Sie meine Katze an, was geht es Sie an, wie ich mit ihr umgehe, ob sie ständig draußen bleiben muss oder nicht. Unterstehen Sie sich, ihr weiterhin "Unterkunft" zu gewähren. So könnte sie reden, die Nachbarin, die übrigens nie sonderlich freundlich ist, und wir hätten dann alle nichts gewonnen, sie nicht, wir nicht, und die Miez wäre die Leid tragende. Susi friert, und ich weiß nicht, was ich machen soll.
Was meint Ihr?
lg
Susanne
Nun, eines Tages hatte sie es geschafft, zu uns herein zu kommen, sprang auf den Sessel, rollte sich dort zusammen und schlief! Ungefähr sechs Stunden lang. Von Schreien keine Spur mehr, im Gegenteil, lautes wohliges Schnurren, sobald man sie streichelte. Aber was sollten wir machen! Sie gehört uns ja nicht. Schweren Herzens trug ich sie abends vor die Haustür, und sie rannte auch gleich davon. Seltsam, dachte ich. Ob sie das wohl so gewöhnt ist? Am nächsten Tag das selbe Spielchen von vorn. Am dritten Tag schaffte ich es nicht mehr - sie sprang von meinem Arm, bevor ich überhaupt an der Wohnungstür war und "versteckte" sich unter dem Tisch. Es war offensichtlich, dass sie nicht mehr hinaus, sondern bei uns bleiben wollte; nicht mehr hinaus in die Kälte, nicht mehr frieren! Jetzt ist es auch wirklich kein Schreihals mehr, der da kommt, sondern eine liebe, ruhige und vor allem anhängliche Miez. Wir bringen es einfach nicht fertig, sie in der Kälte draußen zu lassen, wo sie doch so offensichtlich ein warmes Plätzchen sucht(e)... Wir spüren förmlich wie sie bemüht ist, nicht aufzufallen, still zu sein, ganz lieb, nur damit sie nicht wieder hinaus muss und bleiben darf. Sogar mit unserem Kater, vor dem sie regelrecht Respekt hat, verträgt sie sich. Und er nimmt sie ohne großes Theater zur Kenntnis. Die große Liebe ist es beiderseitig nicht, aber sie bekriegen sich auch nicht. Nur ein einziges Mal hat Susi sich unvorsichtigerweise seinem Freßnapf genähert, da brannte förmlich die Luft! Ansonsten akzeptieren sie sich gegenseitig.
Sie tut uns einfach leid, die Kleine. Aber wir sind uns nicht schlüssig, was wir machen sollen. Die eigentlichen Besitzer haben noch eine andere Katze, die allerdings ausschließlich in der Wohnung lebt. Was, wenn sie mitbekommen, dass ihre zweite Miez, der "Freigänger" eigentlich gar nicht ständig draußen ist, sondern sich bei uns aufhält! Oder gehe ich hin und rede mit der Frau - dann besteht die Gefahr, dass die sagt, was geht Sie meine Katze an, was geht es Sie an, wie ich mit ihr umgehe, ob sie ständig draußen bleiben muss oder nicht. Unterstehen Sie sich, ihr weiterhin "Unterkunft" zu gewähren. So könnte sie reden, die Nachbarin, die übrigens nie sonderlich freundlich ist, und wir hätten dann alle nichts gewonnen, sie nicht, wir nicht, und die Miez wäre die Leid tragende. Susi friert, und ich weiß nicht, was ich machen soll.
Was meint Ihr?
lg
Susanne